• Hallo Bienenfreunde!
    Ich setzte mich gerade theoretisch mit den Eigenschaften und Möglichkeiten verschiedener Bienenrassen auseinander. Dabei stosse ich in der Literatur immer wieder auf Hinweise zu den sogenanten "Stechversuchen" von Dr. Maul. In diesen Untersuchungen wurde, soviel konnte ich erfahren, der Einfluß von Rassekreuzungen auf die Sanftmut, respektive Aggresivität der Bienen untersucht.
    Ich suche nun nach Veröffentlichungen/Ergebnissen dieser Arbeit und freue mich über alle Hinweise und Tips, die ich hier erhalten kann.


    Vielen Dank im Voraus
    Stefan Kahlert

  • folgenden Link habe ich dazu gefunden:
    http://www.i-net.at/oeib/tisch/buck_pe0.htm
    ("Kreuzungsbienen und Stechlust Nach dem Vortrag "Einfluß der Kreuzungsbienen auf die Bienen der kleinen Imker" bei der Wanderlehrertagung des ÖIB 1997 in Innsbruck von Dr. Hermann Pechhacker, BFL, Abteilung Bienenzüchtung Lunz am See und Bubalo D., Universität Zagreb")

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • In der Tat ist es wirklich sehr schwer konkrete Aussagen zu den Stechversuchen zu finden. Meist sind die Ergebnisse, so überhaupt etwas veröffentlicht wurde , meist in langen Ausführungen "versteckt", bzw. umschrieben. Ob es daran liegt, daß das Ergebnis nicht dem Wunsch entspricht?
    Fakt ist wohl, daß Kreuzungen zwischen Carnica und Buckfast keinerlei Probleme ergeben. Erhöhte Stechlust tritt immer dann auf wenn die dunkle Biene oder deren Kreuzungen dabei ist.


    Zu diesem Thema kann man auch auf den Seiten vom Landesverband Niedersächsischer Buckfastimker unter http://www.Buckfast-Niedersachsen.de etwas finden.

  • Hallo Stefan,


    frage doch mal beim Institut in Kirchhain/Hessen nach. Meines Wissens war Dr. Maul bis zu seiner Pensionierung Leiter der "Landesanstalt für Tierzucht, Abt. Bienenzucht, Kirchhain".

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Hallo Imker!
    Ist dies für einen "Normalimker" wichtig?
    Ich denke, wir müssen uns fragen, ob wir als Tierhalter in der Lage sind einer "Stechlust" zu begegnen? Bei mir läuft dies so: Jede Königin bekommt eine Chance. Entwickeln sich über einen längeren Zeitraum "Stecher" und "erhöhte Angriffslust", so wird die Königin abgedrückt. Würde dies jeder Imker und jede Imkerin machen, so hätten wir ideale Voraussetzung für eine "flächige Basiszucht". Leider diskutieren viele Imker nur. Von den Versuchen kann man dauerhaft keine Schlüsse ziehen, weil ich mit dummer Betriebsweise jede Biene (unabhängig von der Rasse) zum Stechen bringe. Darüber kann man leider nicht viel lesen!


    _________________
    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Bäuerlein Klaus am 2002-02-08 12:51 ]</font>

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Hallo Imkerkollegen,


    ich kann Klaus Bäuerlein zustimmen, auf lange Sicht gesehen wird nur die Basiszucht mit einer konsequenten Auslese den Erfolg bringen.
    Zum Thema Basiszucht habe ich eine Interessante Seite im Weltnetz gefunden, die sich wohl noch im Aufbau befindet, aber schon einiges hergibt. http://Basiszucht.uwboard.com

  • Über Stechversuche und Basiszucht liest man am besten in den Schriften von Wolfgang Golz nach.Anzeigen in den Fachzeitschriften.

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • dies Thema scheint mir der richtige Rahmen für mein Anliegen zu sein. Ich imkere mit Carnica ( so kaufe ich jedenfalls die Königinnen bei verschiedenen Züchtern ein ) und habe teilweise erhebliche Probleme mit der stechlust bzw. Aggressivität der Völker. Habe den Eindruck dass Völker die im Bienenhaus stehen, wesentlich friedlicher sind als die, die bei mir im Garten in Freiaufstellung leben ( Holz Magazinbeute, DNN ). Wenn ich die Gartenvölker nur öffne kommen die Bienen wie Spitfires aus der Kiste und versuchen massenweise mich zu massakrieren. Dies passiert bei Völkern egal welcher Königinnenherkunft. Woran könnte das liegen ? Wenn ich mich tagsüber neben das Flugloch stelle und zuschaue passiert gar nichts. Vielleicht ist es wichtig, dass ich aus Bequemlichkeit ohne Rauch oder Sprühflasche arbeite.
    Gruss
    Hans

  • Lieber Hans,


    etwas Rauch kann eigentlich nie Schaden, aber normal sollten sich Deine Bienen bei ruhiger Behandlung auch wesentlich friedfertiger Verhalten.
    Die Carnica ist an sich auch recht friedfertig, habe selbst 10 Jahre mit der Carnica geimkert. Bei den Nachzuchten hatte ich auch ab und zu "Stecher" dabei...


    Mittlerweile imkere ich mit der Buckfastbiene in F1 und F2 Generation und habe überhaupt keine Probleme mit Unruhe oder gar Stecherei. Selbst wenn es mal ruckt verhalten die sich ruhig, ob mit oder ohne Rauch...


    Aber grundsätzlich gilt, wenn man seine Königinnen von einem seriösen Züchter bekommt, sollte man friedfertiges Material erwarten können, zumindest bei Carnica oder Buckfastbienen.


    Mit Imkergruß


    Bernd W.

  • Die Stechversuche sollten den Einfluß der Carnica und der Buckfast in Nachfolgezuchten auf die Landbiene aufzeigen.Dabei zeigte sich, daß die Buckfast-Nachzuchten besser abschnitten als die Carnica-Nachzuchten.Das Ergebnis passte wohl dem Hauptgeldgeber DIB als Carnica-Verfechter nicht.Das wird wohl auch der Grund sein,das über die Stechversuche so wenig erwähnt wird.

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Hans,


    ich gehe mal davon aus, daß in allen Beuten gleiches Bienenmaterial ist. Dann könnte es an der Beute liegen. Meine Beobachtung an alten DNM-Oberbehandlungsbeuten und modernen Langstroth-Magazinen ist, daß die Bienen in letzteren wesentlich ruhiger sind. Meine Erklärung: die Langstroth-Magazine lassen sich so erschütterungsfrei öffnen, daß die Bienen nur ein heller werden merken. Mache ich einen Fehler und es ruckt, dann fliegen sie auch auf und sehen nach. Bis sie mich stechen, muß ich sie aber mehr ärgern.
    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas
    ja, alle Beuten sind gleicher Bauart. Bis 12 DN Rahmen im Warmbau. Ich habe auch ein Eifeler Magazin, das ist angenehm kleiner, habe damit aber erst im letzten Jahr begonnen und noch keine Erfahrung. Ich habe einige Völker, bei denen kann ich sogar Brutwaben ziehen, ohne dass die Hölle ausbricht. Bei den Stechern reicht es, den Deckel zu öffnen und eine Randwabe zu ziehen. Je weiter man sich bei der durchsicht dem Brutzentrum nähert desto lauter wird das Getöse und desto heftiger die Attacken. Ich versuche mal im Sommer ein oder zwei Buckfast Völker zu bekommen, habe aber gehört dass die DN Beuten dafür denkbar ungeeignet seien. Evtl. schaffe ich mir dann auch ein anderes Beutensystem an. Alle Völker haben jetzt ihren Hobigraum und einen Drohnerahmen. Varroa sieht bei allen Völkern gut aus, meine, geringe Belastung. Meine Varrorbehandlung scheint gut zu sein ( Milch- und Ameisensäure ), meine winterfütterung werde ich wohl dies Jahr etwas früher beginnen und nicht mehr mit Zucker / Wasser sondern mit gekaufter Zuckerlösung. Meine Völker sind im Frühjahr allesamt zu klein und haben zu wenig Futter. Hatte auch das Riesenroblem mit dem Zementhonig.


    Gruss
    Hans

  • Hallo miteinander!
    Vielen Dank für die Antworten auf meine Frage zu den Stechversuchen. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse der "Stechversuchen" gibts in ADIZ/Die BIENE/IMKERFREUND - März 1999.


    Viele Grüße


    Stefan KAhlert