Fast unglaublich - vier Ableger nur Drohnenbrut aber mit vorhandener Königin

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    Guten Abend zusammen,


    Heute habe ich ein Problem das es so eigentlich gar nicht geben darf.


    Ich habe vor einiger Zeit einen Sammelbrutableger zur Königinnen Zucht erstell. Nach Schlupf der Königinnen im Käfig habe ich aus je zwei Waben aus dem Pflegevolk und einer Königin einen Ableger gebildet. Von den vier Ablegern habe ich drei außerhalb des Flugkreises der Bienen zum begatten gebracht. Ein Ableger blieb auf dem Platz des Pflegevolkes stehen. Die restlichen Königinnen habe ich mit Bienen aus meinen Wirtschaftsvölern, in Kieler Begattungskästchen, nach drei Tagen Kellerhaft, zu einem entfernten Stand zum begatten gebracht.


    In die vier Ableger habe ich nach 5 Tagen hineingeschaut und siehe da in allen waren bereits Stifte. Ich war zwar überrascht das die Begattung so schnell ging aber gut.


    Seitdem sind genau 13 Tage vergangen. Ich war in dieser Woche auf Geschäftsreise und habe heute Nachmittag in die Ableger reingeschaut. Und jetzt der Schock. Alle vier Ableger haben nur verdeckelte Drohnenbrut, weiterhin finden sich flächig bestiftete Waben mit Stiften und teilweise offener Brut. Die Zellen sind nicht doppelt bestiftet und die Eier sitzen mittig am Zellenboden. Zu alle dem befindet sich in jedem der vier Ableger eine Königin und zwar die, die ich nach Auflösung des Pflegevolkes zugesetzt habe.


    Wie bereits oben erwähnt stehen drei der vier Ableger an einem Stand. Ein Ableger steht auf dem Platz des ehemaligen Pflegevolkes in 10 km Entfernung. Der Zustand ist bei allen vier Ablegern gleich.


    Was um alles in der Welt ist hier los bzw. Passiert und vor allem wie gehe ich weiter vor? Ob die Stifte und offene Brut die jetzt vorhanden sind Drohnen ergeben sehe ich jetzt natürlich noch nicht.


    Eine Anmerkung habe ich noch. An dem Stand des Pflegevolkes, also am Ausgangsstandort steht ein drohnenbrütiges Volk. Kann es damit etwas zu tun haben?


    Zwei weitere erfahrene Imker die ich heute zu Rate gezogen habe sind genauso ratlos wie ich.




    Vielen Dank und viele Grüße


    Michael

    Wir sind Unser 3 Mal Elve und nennen uns die Wölwe und geben auf jedweden Acht der Lange finger macht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von Keilerdackel ()

  • Hallo Michael,


    weiter atmen, Schock verdauen - :cool:


    ich würde einfach mal nix tun. Abwarten und sehen, ob da nicht jetzt noch ordentliche Arbeiterinnenbrut als nächstes auftaucht und das nur die erste Fehlserie war. :daumen:


    Kann passieren am Anfang.

    Ich find`s grad nicht auf die Schnelle aber gerade bei sehr jungen schon legenden Königinnen, meine ich.

    Mein Imkerpatenkind hatte das mal, da hab ich gedacht, die ist wohl Murks. Später war alles gut.

    Bei Deinen ging es zumindest auch sehr flott los.


    Sonst müsste man vermuten, dass gerade bei diesen vieren, die die Waben des Sammelbrutablegers bekommen haben, etwas schief lief.

    Infektion?


    Das würde ich jedoch hinten anstellen.

    Warte ab


    Toi toi


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Keilerdackel!


    Wie alt waren die Bienen im Sammelbrutableger? Waren die schon mehr als 9 Tage weisellos?


    Das wäre die einzige Erklärung für mich. So etwas habe ich noch nie beobachtete.


    Meine einzige Beobachtung in diese Richtung war, dass ich einmal ein weiselloses Volk mit einem Ableger vereint habe und dabei der weisellose Teil weiterhin die typischen Anzeichen von drohnenbrütig hatten. Dieser Teil war über Absperrgitter und mit Drohnenflugloch versehen. Das könnte in diese Fall eventuell der Grund gewesen sein.


    MfG


    Honigmaul

  • Der Sammelbrutableger wurde ganz normal beim Schröpfen der Völker erstellt. Nach neun Tagen habe ich dann klassisch alle Zellen gebrochen und den Zuchtrahmen eingehängt. Somit die ganz normale Prozedur.


    Somit war keine offe Brut mehr im volk aber sicher noch verdeckelte. Es hat ja sonst auch immer auf diesem Weg geklappt. Erwähnenswert ist noch das die Begattungskästchen alle begattet sind allerdings nach bedeutend längerer Zeit als die Ableger.


    Das eine Königin nicht begattet ist wäre völlig normal und nicht der Rede wert. Hier geht es aber um vier und um alle Ableger aus dem Pflegevolk. Das ist das kuriose.


    Ein Imerkollege hat heute zu mir gesagt das ich mit Abstand immer die außergewöhnlichsten imkerlichen Sonderfälle erlebe.

    Wir sind Unser 3 Mal Elve und nennen uns die Wölwe und geben auf jedweden Acht der Lange finger macht.

  • 5 Tage ist ja wohl zu kurz, bis eine Jungkönigin nach dem ersten Tag in Freiheit schon befruchtete Eier legt. Warts mal ab..


    Gruss

    Ulrich

  • Kann es ganz schlicht sein, dass das noch alte Drohnenbrut ist, und Du genau in dem 3-Tage-Zeitfenster hineingeschaut hast, wo die letzte Arbeiterinnenbrut schon, die letzte Drohnenbrut aber noch nicht geschlüpft ist?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Kann aber rechnerisch nicht sein:


    Sammelbrutableger, nach 9 Tagen alles gebrochen, Zuchtrahmen,

    aufgeteilt, nach 13 Tagen reingeschaut.

    Macht 9 + 13 + 13 = 36 Tage

    = Keinerlei alte Brut möglich

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich würde auch einfach nochmal abwarten was aus den neuen Stiften wird. Hatte dieses Jahr etwas ähnliches. SBA wurde trotz gepflegter Zellen zweimal drohnenbrütig. Die Stifte waren untypischerweise auch am Zellboden. Ich bin jetzt auch sicher dass keine Königin vorhanden war. SBA hatte Absperrgitter vorm Flugloch und wurde beim ersten Durchgang durch Absperrgitter gesiebt und vor dem zweiten Durchgang sogar abgekehrt. Und jetzt sind schon wieder Stifte da.

    Die Waben aus dem ersten Durchgang, die ich in die Begattungsableger aufgeteilt habe, sind jetzt eindeutig als Drohnenbrut verdeckelt worden. Trotz allem sind die Königinnen schön geworden und sind bereits in Eilage. Zur Behandlung mit OX habe ich die Drohnenbrut entfernt.

  • Macht 9 + 13 + 13 = 36 Tage

    = Keinerlei alte Brut möglich

    Ja, wer rechnen kann ist klar im Vorteil.

    Also doch drohnenbrütig?

    Dass eine Königin schon 5 Tage nach dem Schlupf in Eilage ist, kommt mir entschieden zu kurz vor.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hm, dazu passte allerdings die Beschreibung nicht.

    Vielleicht beschreibt der Threadersteller nochmal die Drohnenbrutanlage bzw das Brutnest.

    Ohne offene Brut auf den Waben waren die aber nun bis zur Entdeckung der Stifte 20 Tage, und davon hatten sie erst noch 5 Tage Königinnenlarven, wenn man nun nochmal dahingehend nachrechnet.

    Auf den Waben sollten Pflegebienen gesessen haben und dann schlüpften Jungbienen nach....

    Also drohnenbrütig wäre da auch schon ganz schön flott.


    Bleibt spannend

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Die Königinnen sind alle gekäfigt im Zuchtrahmen geschlüpft. Danach wurde aufgeteilt in Begattungsableger und Begattungseinheiten in Kieler Begattungskästchen.


    Eine Anmerkung habe ich noch zum Volk das drohnenbrütig am Stand steht bzw Stand.

    Dieses Volk ist im September 2017 weisellos geworden und hat dann keinerlei Königin mehr angenommen. Ich habe damals alles versucht was die Lehrbücher hergeben. Komplett ohne Erfolg. An den Platz des drohnenbrütigen Volkes wurde ein begatten Ableger gestellt und das drohnenbrütige Volk in 300m abgekehrt, mit dem Ergebnis das die Königin des neuen Ablegers einen Tag später tot vor dem Flugloch lag.


    Dieses volk habe ich, nur um zu erfahren wie lange ein drohnenbrütiges Volk überlebt, einfach stehen gelassen. Es wurde eingefüttert und gegen Varroa behandelt. Im Frühjahr 2018 hat es immer noch existiert. Um zu sehen ob sich das Volk eine Königin nachschafft habe ich eine Wabe mit allen Brutstadien aus einem anderen Volk eingehängt. Passiert ist nichts, die Brut ist natürlich im Volk geschlüpft. Das Ergebnis war das das seit Septembers 2017 drohnenbrütige Volk bis gestern existiert hat.


    Kann es sein das die Drohnenmütterchen mein Pflegevolk infiziert haben? Eine andere Vermutung ist, das die Drohnen aus diesem Volk evtl. nicht fruchtbar sind und dadurch die Königinnen nur Drohnen erzeugen! Dagegen spricht aber das die Begattungsableger, außer einer, an einem 10 km entfernten Stand stehen und dort begattet worden sind.


    Gesetzt dem Fall in jedem Ableger sind oder waren Drohnenmütterchen vorhanden. Warum ist eine Koexistenz zwischen Königin und Drohnenmütterchen möglich?


    Viele Grüße


    Michael

    Wir sind Unser 3 Mal Elve und nennen uns die Wölwe und geben auf jedweden Acht der Lange finger macht.

  • Warum ist eine Koexistenz zwischen Königin und Drohnenmütterchen möglich?

    Ich gehe davon aus, dass Drohnenmütterchen das Legen wieder einstellen, wenn die junge Königin in Eilage ist und ihre Pheromonabgabe stärker.

    Ich habe jedenfalls schon (im zeitigen Frühjahr) drohnenbrütige Völker mit weiselrichtigen vereinigt - ohne Probleme.


    Aber dass Drohnenmütterchen in Völker einfliegen und das gleich vierfach, kann ich mir nicht vorstellen. Das Auflösen von drohnenbrütigen Völker mit Abfegen in einiger Entfernung vom Stand wird ja gerade deswegen gemacht, weil die Drohnenmütterchen nicht in andere Völker einfliegen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • W

    Warum ist eine Koexistenz zwischen Königin und Drohnenmütterchen möglich?



    Aber dass Drohnenmütterchen in Völker einfliegen und das gleich vierfach, kann ich mir nicht vorstellen. Das Auflösen von drohnenbrütigen Völker mit Abfegen in einiger Entfernung vom Stand wird ja gerade deswegen gemacht, weil die Drohnenmütterchen nicht in andere Völker einfliegen.

    ich habe es im vergangenen Jahr zwei mal erlebt das drohnenbrütige Völker in größerer Entfernung abgefegt wurden und trotzdem ging die Drohnenbrütigkeit munter weiter.


    So langsam bin nicht nur ich am Ende mit meinem Latein.


    Ich habe heute in zwei der vier Begattungsableger geschaut. Es sieht echt nicht gut aus.


    Viele Grüße


    Michael

    Wir sind Unser 3 Mal Elve und nennen uns die Wölwe und geben auf jedweden Acht der Lange finger macht.