wie am besten Schwarm einfangen ?

  • Hallo,

    wie sieht das eigentlich aus wenn man einen am Baum sitzenden Schwarm einfangen möchte?

    Sollte man dann am besten immer die volle Montur (Schleier,Jacke,Handschuhe, Smoker,...) benutzen oder wie macht ihr das so?

    Frage weil ich noch nie einen eigenen Schwarm eingefangen habe, aber es wohl schon mal passieren wird. :)


    Gruß

    Chris

  • Kommt auf Dich und die Bienen an. Mit Hobbock hoch auf der wackeligen Leiter ungeschützt ein Pfund Killerbienen erst abfegen und dann abwehren endet mit Gips oder tot. Mit Schleier zwischen Ästen steckenzubleiben ist auch link. Muß man abwägen. Kommt auch sehr aufs Umfeld an und Dein Sicherheitsgefühl. Schwarmfang ist und bleibt immer gefährlich.


    Montur ausziehen ist aber immer leichter als unter Beschuß eine anzuziehen.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • bitte vorbereiten und bereit halten:

    - 1 größerer Karton idealerweise mit Luftlöchern oder Gitterausschnitt versehen (, aber geschlossen Bienendicht!), alternativ Papierkorb aus Drahtgitter

    - 1 Wassersprüher, Handzerstäuber zum besprühen der Bienentraube, damit sich alle schön zusammen setzen

    - Leiter dreiteilig, als Bock- oder Anstelleiter verwendbar

    - Schutzausrüstung nach persönlichem Geschmack und Erfahrung, auch abhängig von der Herkunft der Bienen

    - leere Beute mit Mittelwänden


    Zur eigentlichen Frage: in der Regel ist da zwar viel Gesumme und Betrieb, aber Schwärme sind eher nicht aggro. Ich habe Kopfschleier und Handschuhe, das reicht aus.


    Grüße

    Roland

  • Und ganz wichtig, trotz evtl. aufkommender eigener und "bienischer" Hektik:

    Ruhe bewahren und keine Stuntshow machen!

    Ein Schwarm kann einen richtig auf die Rolle nehmen, damit sollte man ggf. klarkommen.


    Gruß Andreas

  • Smoker brauchst Du nicht, der hilft nur bei Bienen, die auf Waben sitzen und von dort Honig aufnehmen können. Ein Schwarm haut eher ab, wenn Du in einrauchst. Daher Wassersprüher, der das Auffliegen hemmt.


    Ich habe immer zwei Fangutensilien dabei: eine Kiste mit Unterlage (hier war grad eine vor Ort zur Hand) und einen Eimer am langen Stiel.


    Ist der erste Schwung in der Kiste, kommt diese mit Einflugmöglichkeit auf eine Unterlage. Mit dem Eimer kann ich die Resttraube, die sich meist schnell wieder bildet, abschöpfen und vor die Kiste kippen. Dann ist der "restliche Rest" auch schneller hinterher, weil es viele sterzelnde Bienen vor dem Flugloch gibt.


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Pinky69  

    In diesem Zusammenhang siehst Du Dir vielleicht mal Henrys Schwarmfangrohr an.

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Super, das sind ja schonmal hilfreiche Tipps die ich gegebenenfalls dann umsetzen werde.

    Sollte man die Bienentraube anfangs in einen Eimer einfegen/einschlagen oder gleich in eine passende Kiste/Gittereimer? Kellerhaft 2-3 Tage oder direkt in eine leere Beute geben?


    Gruß

    Chris

  • Sollte man die Bienentraube anfangs in einen Eimer einfegen/einschlagen oder gleich in eine passende Kiste/Gittereimer?

    Ich nehmen auf den Baum lieber eine Sack mit. Dort werden die Bienen mit einem krätigen Schlag ab-/reingeschlagen und Sack schnell zu, runter vom Baum und das ganze direkt in die Beute mit einer Wabe reingekippt. Dann Beutendeckel drauf und Fluglochbeobachtung, darauf achten ob mehr Bienen reinfliegen oder rausfliegen. Wenn mehr reinfliegen hat man die Königin erwischt und kann abwarten bis das Volk im Kasten ist. Dann am Bestimmungsort aufstellen und am nächsten Tag die MWs reinsetzen...

    • Keine Kellerhaft
    • Keine Schutzausrüstung die mich mehr behindert als hilft
  • Ich war vor 2 Jahren froh, verhindert zu sein, um einen vermeintlich einfach einzufangenden Schwarm (in Kniehöhe am Strauch) abzuholen.

    Der von mir angerufene Ersatzimker, selbst erfahren und sehr ruhig, hat von dem Schwarm mehr als 20 Stiche kassiert.

    Das zum Thema persönliches Risiko.

  • Ja. Hammer. Und ich war derweil in Köln mit einem anderen Imker bei einem Glas Hefeweizen...es war so heiss an dem Tag...ich hatte den besseren Tag, ganz eindeutig.

    Der betroffene Imker imkert aber immer noch. Ein gut Teil der Stiche war auch noch im Oberkörper, Kopf usw, der Arme tat mir richtig Leid.

    Ich wollte damit nur sagen, dass man sich das zumindest mal gut überlegen sollte so ganz ohne Schutz.

  • .... an dieser Stelle möchte ich als Nichtallesneukaufenwoller auf meine selbstgebastelte Schwarmfanghilfe aufmerksam machen.

    Diese lässt sich nach der Schwarmsaison sogar als Papierkorb und Renovierungswerkzeug benutzen.

    In den Griff des Farbrollenhalters wird ein Besen- oder Teleskopstiel gesteckt.

    Für alle die nur für Notfälle etwas parat haben wollen völlig ausreichend.

    Viele Grüsse Meike