Ableger füttern?!?

  • Hallo!


    Ich habe in diesem Thread gelesen und bin selber etwas verwirrt, wollte den Thread aber nicht kapern, daher habe ich einen eigenen aufgemacht.


    Bei mir sind letztes Wochenende zwei Ableger auf je 5 Rähmchen mit stiftenden Königinnen eingezogen.

    Da die Ableger nur wenig Futter in den Rähmchen hatten, habe ich aus einem Kilo Zucker eine 1:1 Mischung hergestellt und je eine Hälfte über zwei Tage verteilt in die Ableger gegeben. Die Bienen haben es gut angenommen und die Flaschen waren am nächsten Abend immer schön leer.


    Jetzt blüht bei mir die Linde, und ich weiß nicht, ob ich weiter füttern sollte, oder es lassen soll.


    Dr. Aumeier hat in einem Video mal gesagt, dass die Ableger immer so 1,5-2kg Futter haben sollten, sonst muss man füttern. Soll ich nun beim Einhängen der Mittelwände das Futter prüfen und ggfs. nachfüttern?

    Nun sind die Ableger unterschiedlich stark, sollte ich immer beide Füttern, auch wenn nur der schwächere Ableger Futter benötigt?


    Für Jungimker ist das alles echt verwirrend. Der Imker von dem ich die Ableger habe sagte mir, die Bienen müssten nun im Futter schwimmen und ich soll fleißig füttern. Die Imker aus meinem Kurs sagen mir, dass die Tracht ausreicht, und ich müsste nicht füttern. Im Internet ist jede Meinung vertreten. Ich weiß, dass ich als Imker irgendwann Entscheidungen treffen muss, aber die Basis fehlt mir. Gibt es verlässliche Zeichen, an denen ich erkennen kann, dass ich zufüttern sollte? Wie schnell müsste ein Ableger so eine Mittelwand ausbauen?


    Beste Grüße aus dem Münsterland!

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Hallo,


    OK, so einen Ableger füttere ich die ersten 4 Wochen nur mit Futterteig - bei Tracht wird dieser nicht mehr abgenommen, wenn Futter fehlt dann schon und stärker.

    ABER Deine Ableger könnten schon etwas älter sein. Auf wie viel Waben hat denn die Ableger Brut und welches Wabenmaß hast Du? Hänge noch ein paar Mittelwände rein und füttere langsam weiter (max. 2 Liter pro Woche), stell sicher das immer etwas Platz zum Stiften vorhanden ist. Kontrolle einmal pro Woche ist ausreichend, nicht öfters. Bei der Kontrolle auf Brut in allen Stadien achten, auf Futter und auf leeren Platz zum Stiften. GGf. Mittelwände geben.


    Ich hoffe das hilft...


    Gruß

    Franz


    P.S.: Für mehr und besseren Rat müsste man mehr an Details wissen...

  • Hallo Franz!

    Danke für deine Rückmeldung. Ich habe eben rein geguckt (zum ersten Mal habe ich mir die Rähmchen genauer angesehen, vorher habe ich nur Mittelwände und Das Futter reingesetzt.

    Ich habe folgendes Bild:


    Ableger 1 (stärker)

    2 Rahmen (4 Waben/Seiten) mit verdeckelter Brut. Mit Futterkranz.

    1 Wabe offene Brut. Mit Futterkranz.

    1,5 Waben Stifte und offenes Futter.

    Die haben von einer Mittelwand eine ganze Seite ausgebaut und legen einen Futterkranz an, ein paar Stifte)

    Und die andere Seite ist zu 1/4 ausgebaut.

    2 Rähmchen Futter, fühlten sich gut schwer an.

    Ich habe eben noch 2 leere mittelwände zwischen Brut und Futterwaben gesetzt.


    Ableger 2 (schwächer)

    2 Rähmchen mit verdeckelter Brut und Futterkranz.

    Ein Rähmchen mit Stiften.

    Aber ich hab keine offene Brut gesehen, ich hab aber an die offene Brut erst gedacht, als ich sie beim anderen Ableger gesehen habe (habe 2 vor 1 gemacht).

    Eine gut schwere Futterwabe.

    Die Mittelwand die ich am Samstag reingegeben habe ist unangetastet.


    Beide Königinnen waren unterwegs. Sind von diesem Jahr, Standbegattet.


    Kann es sein, dass Ableger 2 zu wenig Futter hatte und die Königin zwischendrin nicht gestiftet hat? Oder hab ich die offene Brut schlicht übersehen?

    Ich würde Ableger 2 gerne füttern, aber bin mir nicht sicher, ob ich auch Ableger 1 füttern soll.


    Ich habe Segeberger Beuten in DNM.

    Fehlen noch weitere Infos?

    Beste Grüße.

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Hallo,


    nö, die Info reicht jetzt.


    Ableger 2: Es könnte auch durchaus sein das er zuwenig Bienen hatte um mehr Brut versorgen zu können und dann hat er eine Pause eingelegt. Er hat eine MW nicht angetastet und nur eine Futterwabe, das ist zu wenig. Auch das er nicht baut ist nicht so toll, der kommt hoffentlich in den nächsten 2 Wochen in Schwung. Er hat ja 2 Rähmchen mit verdeckelter Brut, da kann es in den nächsten 2 Wochen mit dem Zuwachs schnell gehen. (Fasutregel, eine voll Brutwabe ergibt 3 Waben mit Bienen besetzt.)
    ==> den würde ich füttern, zumindest bis er baut und gut Futter hat...


    Ableger 1: Der scheint gut in Gang gekommen zu sein. 2 volle Futterwaben und Futterkränze, das ist zur Zeit gut versorgt. Es ist auch gut das Du noch 2 MWs dazugehängt hast.

    ==> Den brauchst Du momentan nicht zu füttern, aber du könntest, bei 2 neunen MWs ist dazu genug Platz vorhanden!



    Bei beiden Ablegern immer mit MWs rechtzeitig erweitern, bis die Kiste voll ist. Auch sollen nie weniger als 2 Futterwaben drin sein. Ich kenn bei Euch die Trachtlage nicht, aber was über die Tracht nicht reinkommt muss über Futter ausgeglichen werden.



    Gruß

    Franz

  • Hallo Franz!


    Erneut vielen Dank!

    Also, Tracht ist hier so eine Sache. Eigentlich stehen die Linden hier voll in Blüte, aber es ist recht trocken daher eher nicht so viel Necktar.


    Sonst steht hier nur noch Mai und der bringt nix. Raps ist ja durch.

    Ich werde am Samstag mal anfüttern, bin bis dahin unterwegs.

    Muss ich mir keine Gedanken machen, dass der ander Ableger räubert, wenn ich ihn nicht fütter?

    Das Futter habe ich die letzten Male erst gegen 21:30 reingestellt.

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Hallo,


    ich finde es unglücklich, einem Ableger gleich zwei Mittelwände an diese Position zu hängen.

    Weil sie so

    a) nicht gleichmäßig erst einmal eine fertig ausbauen sondern an zwei herumbasteln und

    b) noch wichtiger: weil eine leere MW erst einmal wie ein Schied wirkt, d.h. die trennt die Einheit von den Zonen davor und dahinter. Und hier sind es zwei...


    Auch finde ich, dass sich für diese Größe die Vorratsituation ganz gut anhört, es gibt Futterkränze, schwere Futterwaben und offenes Futter, das ist doch schön. Die haben viel Brutfläche zu versorgen gehabt und sind Ableger, also bekommen sie nun einen Knick in der Volksentwicklung.

    Der verschwindet erst langsam, wenn jetzt die aktuell verdeckelten Flächen schlüpfen und aus diesen zunächst einmal ja als Ammenbienen tätigen Jungbienen dann Baubienen werden und das Ganze weiter ins Wachstum geht.

    Ich würde bei vermutlich noch vorhandener Tracht jetzt vorsichtiger füttern.

    Sehr ausschlaggebend ist genug freie Fläche zum Brüten. die haben keinen Honigraum! Wenn jetzt bei Schlupf kein Vorratplatz ist, dann lagern sie in die Leerzellen ein und das Brutnest wird verkleinert oder mit Nektar und Futter zugeballert.


    Es hilft nur: Fingerspitzengefühl lernen.

    Und das geht nur durch: Angucken!


    Mach auf und guck vorsichtig nach Futterkränzen, offenem Futter und Brutplatz.

    Und dann in kleinen Mengen aber stetig.


    Genaue Mengen wird Dir niemand sagen können. Bring Dir das bei, das kannst Du! :daumen:


    Viel Erfolg


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion.


    Auch Dir Danke ich für deine Antwort.

    Mit den Mittelwänden ist es auch wieder so eine Sache. Die einen sagen mir, dass ich den Kasten voll hängen soll und die Bienen bauen schon aus, wie sie lustig sind. Die anderen raten die MW einzeln zu geben. Ich dachte, ich gehe den Mittelweg.


    Ich hab Noch eine andere Frage:

    Wenn ich den Bienen jetzt 500g 1:1 Mischung gebe, wie viel Platz brauchen die dafür in den Waben und wie lange verarbeiten die Bienen die Mischung, bis sie eingelagert wird?

    Wird mein schwacher Ableger überhaupt dazu kommen, MW auszubauen, bevor weitere Bienen schlüpfen? Wenn nicht, klaue ich der Königin durch das zusätzliche Futter nicht den Platz für Stifte?


    Beste Grüße

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Wenn ich den Bienen jetzt 500g 1:1 Mischung gebe, wie viel Platz brauchen die dafür in den Waben

    Was wiegt eine volle Futterwabe bei Dir? (Ich weis das nicht genau für DNM.)

    Ich schätze einmal mindestens 2kg. Und wieviel wiegt eine Leerwabe? nicht mehr als ein paar hundert Gramm. Damit h´kannst Du Dir denken wieviel Platz 500gr. Futter benötigen - acuh wird vom Futter gleich was verbraucht, so das nicht wirklich alles in den Waben landet.

    Bei einem Ableger kann je nach Stärke und Trachtabgebot die Abnahme sehr verschieden lang dauern.


    Bei stärkeren Ablegern gebe ich zu dieser Jahreszeit auch immer 2 Mittelwände, wie Du. (Bei frischen oder bei schwachen Ablegern gebe ich mindestens die ersten 2 Mittewände nur einzeln - bis der Ableger stärker ist...)


    Solange die neuen MWs sofort angefangen werden ausgebaut zu werden war das geben nicht falsch - wenn die aber ein paar Tage nicht angefasst werden dann war es zu früh diese zu geben.

    (Mit der Zeit sieht man das schon ob oder wann MWs gegeben werden sollen.)


    Bei Tracht gibt es wenig Räubereigefahr, sofern die Ableger eine intakte Fluglochwache haben und das Flugloch klein genug ist. Daher fütter ich einen frischen Ableger die ersten 4-6 Wochen nur mit Futterteig, weil man die Randbedingungen nicht immer kontrollieren kann und ich nicht täglich nachsehen kann.


    Gruß

    Franz

  • Moin,


    diese Aussagen gibt es zu den MW.

    Es ist aber ein Unterschied, ob man zwei Rähmchen mit MW in den Bienensitz reinhängt und somit in die gewachsene Ordnung eingreift oder ob man am Rand zuhängt bzw zu Beginn hier die Kiste mit MW voll gemacht hat.

    Leerwabe oder MW wirken mitten im Bienensitz wie ein Schied. Bei fetten Völkern, die in einer Nacht eine Dadant-MW ausbauen und die dann bestiftet ins Brutnest übernommen wird, ist das noch relativ wurscht.

    Hier nicht so unbedingt

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • wer einmal überfütterte Ableger hatte, und das nicht als Varroaschaden abtut, wird mit Sirup dosierter Füttern. Wenn man die Zeit hat 2x/Woche, ist 0,7-1:1 Zuckerlösung von der Wirkung besser, weil mehr Dynamic vom Umtragen wie bei der Tracht, das Brüten und Bauen fördert. Preislich auch attraktiv. Sirup belegt die gebauten Zellen bis zum Verzehr. Kann man nur im Abstand von 1-2 Wochen füttern, geht es nicht ohne höher konzentrierte Lösung (Gärung) oder Futterteig. Dann kann man beruhigt 2 Wochen in Urlaub.

  • Hallo zusammen!


    bienenfred , was meinst Du jetzt mit überfütterten Ablegern? Ist der Sirup dann vergoren, oder wie entstand der Schaden?

    Momentan stehen meine Ableger bei mir im Garten und werden hier auch überwintern. Daher kann ich (fast) täglich ran und habe zeitlich keine große Einschränkung.


    Welche Mengen sollte ich denn dann geben? Ich habe bisher noch nicht wieder gefüttert.


    Mit 0,7-Lösung meinst Du 1 Liter Wasser auf 0,7kg Zucker?

    Muss/soll da eigentlich Bienentee dazu?

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • was meinst Du jetzt mit überfütterten Ablegern? Ist der Sirup dann vergoren, oder wie entstand der Schaden?

    Moin! Wenn du zu viel auf einmal fütterst, verhonigt der Brutraum. Die Mädels knallen die Zellen damit voll und die Königin hat dann keinen Platz mehr zum Stiften. Da wird das Volk es dann schwer haben, bis zum Winter genügend Bienenmasse aufzubauen.


    Füttere in kleinen Portionen von 0,5 bis 1 Liter im Abstand von 2-3 Tagen, je nachdem wie es angenommen wird. Mischung 0,7:1 = 7 Anteile Zucker, 10 Anteile Wasser.

  • Bienen sind nimmersatt, was man kriegen kann wird in die Höhle gelagert. Wenn mangels Platz zu wenig Winterbienen erbrütet werden, sind die kurzlebigen Sommerbienen im Oktober tot und der Rest verkühlt. Zarge voller Futterwaben und 1-2 Handflächen Brutfläche mit toten Bienen sind dann das Ergebnis.

  • Hallo zusammen!


    Ich schreibe hier mal weiter.

    Ich habe gestern meine Völker durchgesehen und bin bei dem Ergebnis nicht sicher.

    Die Ableger habe ich alle 3 Tage mit je 250g Zucker 1:1 gefüttert, was auch gut angenommen wurde (am nächsten Abend war der Behälter immer leer).


    Der Schwache Ableger hat Brut ist auf 2,5 Rähmchen und diese sind mit Bienen gut besetzt. Er hat seine erste Mittelwand aber noch nicht angetastet. Dahinter sind noch 2 Futterrähmchen, die zwar nicht voll sind, aber Futter ist drin. Es sind zwar mehr Bienen drin, als vorher und ich sehe auch alle Stadien von Brut, aber sie wollen nicht so recht auf die Mittelwand. Muss ich noch weiter Geduld haben, oder kann/soll ich hier sinnvoll eingreifen?


    Der stärkere Ableger Scheint auch zu stagnieren. Die erste Mittelwand ist auf der einen Seite voll ausgebaut, die zweite Seite hatten die Bienen damals auch angefangen, aber nur die ersten cm. Nun scheinen sie auch diese MW auch ausbauen zu wollen. Aber außer etwas Pollen ist auf der MW noch nichts drauf. Dann hatte ich denen ja noch 2 MW gegeben, weil das am Anfang so schnell ging, davon habe ich eine zeitnah wieder herausgenommen, da sonst meine Futtervorrichtung nicht gepasst hätte. Die andere MW war gestern mit ca 50 Bienen besetzt, sah aber unberührt aus. In Summe habe ich hier auf 3 Rähmchen Bienen sitzen und auf der 1. MW zumindest Bienen die Pollen eintragen. Auch hier sind am Ende noch 2 Futterrähmchen, die mittelmäßig befüllt sind.


    Da nun die Linde bei uns langsam durch ist, stellt sich mir die Frage, wie ich füttern soll. Soll ich weiter alle 3 Tage 250g Zucker 1:1 (oder dünner) geben, soll ich denen Futterteig geben, oder soll ich weniger füttern, damit die sich den Brutraum nicht mit Zucker zubauen?

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.