Dampfwachsschmelzer Gas - Bitte um Rat

  • Liebe Imkerkollegen,


    nachdem ich mit meiner Selbstbaulösung (Holzkonstruktion aus Siebdruckplatten und Wagner Tapetenablöser) kürzlich vier Zargen Futterwaben ausgeschmolzen habe, fliegt das Teil nun endgültig in den Ofen. Es taugt einfach nichts, ist undicht und ein Durchgang mit 10 FW dauert über eine Stunde und dann ist immer noch haufenweise Wachs im Trester. Dabei versaue ich mir aber auch noch die komplette Garage. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin gewillt, etwas Geld in die Hand zu nehmen um diese ungeliebte Tätigkeit in Zukunft schneller, sauberer und effizienter über die Bühne zu bringen.

    Die Ausgangslage:

    Imkerei mit maximal 10 Völkern. Sonnenwachsschmelzer vorhanden, wird auch genutzt, aber wenn im Winter voll eingefütterte Völker eingehen, dann ist der SWS einfach kein gangbarer Weg. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich gerne circa 10 Zanderrähmchen (durchaus auch einige volle FW dabei) in den Schmelzer werfen, anschmeißen und 30 Minuten später die abgeschmolzenen Rähmchen entnehmen und die nächsten reinwerfen. Nach 3-4 Durchgängen würde ich dann gerne Trester entnehmen, der nicht mehr allzu viel Wachs enthält und bei der ganzen Aktion sollte es nicht notwendig sein, an allen Ecken Eimerchen unterzustellen, weil es irgendwo raustropft. Ich besitze zufälligerweise schon einen solchen Hockerkocher, der bei den gasbetriebenen DWS gerne verwendet wird und eine Gasflasche. Und da ich mich über einen Geschwindigkeitszuwachs bei der ganzen Sache freuen würde (Wie schon angedeutet ist das Ausschmelzen von Wachs nicht der Grund, warum ich mit der Imkerei begonnen habe...), dachte ich, es wäre vielleicht eine gute Idee, das neue Gerät mit Gas zu betreiben. Wenn man bei Bedarf auch den Schlauch vom Tapetenablöser dranimprovisieren könnte, wäre das auch kein Schaden. Wichtig wäre mir außerdem, dass die neue Lösung mindestens 10 Jahre hält, gerne auch länger. Ich habe mir bereits eine ganze Reihe Beiträge zu DWS hier im Forum durchgelesen und die einschlägigen Shops durchsucht. Nach meinem Eindruck scheint es gar nicht so viele verschiedene Gas-DWS im Handel zu geben. Diesen hier scheint es bei einigen Händlern in mehr oder weniger ähnlicher Form zu geben, wobei das schon preislich meine Obergrenze wäre: https://www.holtermann-shop.de…-Dampfwachsschmelzer.html

    Eine Preisstufe drunter habe ich noch diesen hier gefunden: https://bienenzuchtbedarf-gell…tahl-fuer-gasbetrieb.html


    Jetzt frage ich mich:

    1. Hat jemand Erfahrungen mit den beiden genannten Geräten?

    2. Habe ich etwas übersehen im Preissegment bis 600€, oder kaufen alle den eckigen, den es von verschiedenen Herstellern gibt? Oder ist Gas einfach etwas exotisch?


    Ich freue mich über Erfahrungen und Ratschläge. Danke!


    Grüße

    Tobi

  • Moin

    ich habe den "eckigen" in Betrieb.

    Der tut all dies, was du oben beschreibst. Auch die Zeiten sind durchaus realistisch. Wenn das Wasser einmal kocht, geht es echt schnell. Natürlich sollte der Kocher schon etwas wumms haben...

    Und so ganz ohne Sauerei ? Die Dinger sind dicht, da läuft kein Wachs raus, aber beim Entleeren des Tresters geht halt schon mal was neben die Schubkarre. Oder dir läuft der Wachseimer über, weil du beim Zuschauen eingenickt bist ....

    Wissen solltest du noch, dass die gasbetriebenen Dinger nur sehr bedingt für den Outdoorbetrieb geeignet sind. Die Gasflamme steht einfach zu sehr im Wind, und die meiste Hitze verpufft. Ich habe mir aus geeigneten Hohlblocksteinen eine Art Windschutz gebastelt, und dadurch die Effektivität deutlich erhöht.

    Allerdings stellt sich die Frage, ob sich eine solche Anschaffung für dich lohnt. Ich habe deutlich mehr Völker als Du, aber einen Großteil des Jahres steht das Ding halt nur rum.

    Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, sich mit einem Kollegen zusammen zu tun ?

  • Hallo Tobi,

    ich habe so ein rundes Teil ( 9 Waben Zander bzw. DNM) seit 23 Jahren in Betrieb. Der Preis damals war mit DM 550,-- ziemlich heftig. Aber wenn ich wieder mal ordentlich putze geht er als so gut wie Neu durch. Was aber wichtiger ist, er tut nach wie vor seinen Dienst.

    Ich hatte damals als ich ihn kaufte ca. 20 Völker. Heute mit deutlich weniger Völkern bin ich immer noch froh ihn einsetzen zu können.

    Die für mich wichtigste Vorteil ist, das ich seit ich einen eigene Wachsschmelzer habe, viel leichter eine Wabe einschmelze und nicht überlege ob ich sie noch einsetzten könnte und ich habe meine eigene Wachskreislauf. Das heißt auch ich habe seit her eine deutlich größeren Wabenumsatz. Es gibt keine dunklen Waben mehr.

    Alles wichtige hat Michael schon geschrieben, das ich sofort unterschreiben kann.

    Gruß Eisvogel

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010

  • Hallo ihr zwei,


    vielen Dank für diese schnellen und erstklassigen Erfahrungsberichte und Tipps!

    Es hört sich so an, als wären beide Varianten wirklich brauchbar. Michael, die Frage, ob sich die Anschaffung für mich lohnt, habe ich mir auch schon gestellt und ich vermute auch, dass es eine Nummer einfacher auch schon voll tun würde für mich. Nachdem Eisvogel ja sehr zufrieden ist mit seinem Gerät, tendiere ich auch dazu, mir diese kleinere runde Variante zuzulegen. Was mich noch ein wenig wundert: Von den gängigen Imkershops, die ich so kenne, hat nur Geller diese Edelstahltonne im Angebot, es sei denn, ich habe was übersehen. Leider sind beim Geller die Produktinfos dazu sehr spärlich gehalten.Kennt jemand einen weiteren Anbieter, der diese Variante verkauft?

    Danke für eure Hilfe!


    Grüße Tobi

  • Hi,

    danke für den Tipp ich habe mal bei CFM nachgeschaut, aber er scheint (mittlerweile?) komplett auf elektrisch zu setzen. Bei Bienen Voigt & Warnholz bin ich noch fündig geworden. Kostet dort ein klein wenig mehr.

    https://www.bienen-voigt.de/im…hsschmelzer-aus-edelstahl


    Ich habe ihn jetzt mal bei Geller bestellt und bin gespannt, wie er sich macht. Ich werde versuchen, zu berichten, wenn ich ihn das erste Mal im Einsatz hatte. Sollte ich es vergessen, dürfen mich künftige Leser dieses Threads gerne per PN erinnern.


    Grüße

    Tobi

  • Hi Tobbes,

    mit Sicherheit kein Fehlkauf! Sehe es als Investition.

    Wobei ich instinktmässig immer den eckigen bevorzugt habe, so von wegen rechteckige Waben in einem runden Topf verschenkt viel Platz. Andererseits spart ein runder Topf sicher Energie, weil weniger Fläche beheizt werden muß.

  • Hi Michael,

    war auch mein Gedanke. Aber alleine dafür 200€ mehr auszugeben hätte sich für mich wahrscheinlich wirklich nicht gelohnt. Oberfläche ist natürlich ein Argument für den Runden.

    Frage mich, warum er rund ist. Vielleicht einfacher zu fertigen, da weniger Schweißnähte. Es sei denn, der Eckige ist an den Ecken gebogen, nicht geschweißt. Vielleicht hatte der Hersteller auch einfach mehr Erfahrung mit runden Edelstahlbehältern, durch die Honigverarbeitungsgerätschaften. Warum das Rad neu erfinden. ^^