Honigrahmen aus Brutraum kurz gelagert: Wachsmotten

  • Letztens haben wir, wie berichtet, ja einen Schwarm gehabt, den wir dann fälschlicherweise mit einem Honigrähmchen aus einem Brutraum des abgeschwärmten Volkes versorgt hatten.

    Nachdem ich hier auf diesen Fehler hingewiesen wurde, haben wir die Wabe wieder entnommen und, um sie später zur Fütterung von Ablegern verwenden zu können, in der Wohnung gelagert.

    Alles lief gut, sie stand aber etwas im Weg rum und haben sie deswegen in die leider etwas wärmere (ca. 25 Grad) Abstellkammer gestellt nun sind nach ca. einer Woche Lagerung in der Abstellkammer schon starke Schäden von Wachsmotten zu sehen und auch mindestens eine fette Made, die sich durch die Wabe frisst. =O


    Wie kommt das? Waren da schon im Stock Eier der Wachsmotte drauf und die werden normalerweise von den Bienen weggeräumt und nun konnte sie sich ungestört entwickeln und hat erst im Abstellraum sichtbare Schäden verursacht, oder kann die Wabe auch erst später damit infiziert worden sein?


    Was haben wir falsch gemacht? :/

  • Was haben wir falsch gemacht?

    Waben die nicht völlig sauber sind (völlig unbebrütet und ohne Pollen) werden von Wachsmotten befallen. Am besten lagert man solche Waben gar nicht. Die Motten kommen fast überall hin.

    Dass Motten schon im Stock Eier darauf gelegt haben, glaube ich eher nicht.

    Man kann die Waben zwar behandeln, aber wie gesagt, besser man lagert nur ganz saubere Waben ein. Die werden nicht befallen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Oder man lagert sie kühl und dunkel im Keller... - (Früher hatte man die geschwefelt um sie vor Wachsmotten zu schützen, aber dazu rate ich nicht in der Wohnung oder in einem Wohnhaus.)

  • Waben die nicht völlig sauber sind (völlig unbebrütet und ohne Pollen) werden von Wachsmotten befallen...Dass Motten schon im Stock Eier darauf gelegt haben, glaube ich eher nicht...

    ...besser man lagert nur ganz saubere Waben ein. Die werden nicht befallen.

    Sogar saubere Waben werden befallen - wenn sie nur in der Nähe von Wabenmaterial mit Pollenresten oder Larvenhäutchen sind. Zwar können Wachsmottenlarven auf ihrem Fraßgang durch saubere Waben verhungern, aber die Fraßgänge gibt es trotzdem.

    Wachsmottenlarven überleben sogar auf Wabenmaterial im besetzten Bienenstock, was der regelmäßige Wachsmottenkotanfall auf der Windel zeigt. Somit ist davon auszugehen, daß auf Stockwabenmaterial auch Eier der Wachsmotte regelmäßig vorhanden sein dürften. Ich vermute: Was der LBB kann, das kann die Wachmotte ebenfalls.

  • Was super geht mit dem Lagern (aber nur wenn sie dicht abschließen und keine riesigen ritzen haben) Oben und unten ein Wandergitter und jedes 2. Rähmchen entnehmen. Zug mögen sie gar nicht und ran kommen Sie auch nicht durchs Wandergitter. Aber da sollten alle Waben "sauber" sein.

  • Wenn Du die Wabe jetzt in ein halbwegs kräftiges Volk hängst, wird sie schnell gesäubert. In ein paar Tagen liegt der Wachsmottenkram auf dem Boden. Die Bienen haben das im Griff. Ansonsten entsorgen oder zwecks Zeitgewinn den Ist-Zustand im Wortsinn einfrieren.


    Schöne Aussage von Wolfgang Ritter:

    Die Wachsmotte ist kein Bienenschädling, sondern ein Imkerschädling.

    Nächstes Imkerforumstreffen am 26-28.3.2021 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda!

  • Na wie man‘s nimmt.

    Zunächst gibt es die große und kleine Wachsmotte. Erstere ist in der Lage, schwache Ableger regelrecht platt zu machen. Äußerlich betrachtet, entsteht dabei sogar Wärme, oberflächlich betrachtet, denkt man, sie brüten jetzt.

    Der typische Mottengeruch verrät dem erfahrenen Imker, dass es ein Problem gibt.


    Übrigens stehen Wachsmotten im Verdacht, sogar Kunststoff verdauen zu können, was sie fürs „Recycling“ interessant macht.

    Jedenfalls fressen sie alles außer Metall zumindest an. Das machen Mäuse aber auch. Ob die Wachsmotten das alles verdauen, wird untersucht.


    Grüße Ralf

  • Übrigens stehen Wachsmotten im Verdacht, sogar Kunststoff verdauen zu können, was sie fürs „Recycling“ interessant macht.


    Grüße Ralf

    Das machen sie aber auch nicht freiwillig. Wenn ich mich richtig erinnere, wurden sie in eine Tüte gesperrt und haben sich durchgefressen.

  • Das machen sie aber auch nicht freiwillig. Wenn ich mich richtig erinnere, wurden sie in eine Tüte gesperrt und haben sich durchgefressen.

    Und wenn ich mich richtig erinnere, dann haben sie es auch nicht gefressen, sondern nur weggenagt und die Brösel stehen lassen.

    Nächstes Imkerforumstreffen am 26-28.3.2021 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda!

  • Ja und nun?

    Bisher ist nix genaues bewiesen.

    Ich tendiere zu der Annahme, dass die Mottenraupen das Zeug vor allem zerkleinern.

    Mäuse zerfressen übrigens auch alles Mögliche - verdauen können sie nicht alles.

    Grüße Ralf

  • Oben und unten ein Wandergitter und jedes 2. Rähmchen entnehmen. Zug mögen sie gar nicht und ran kommen Sie auch nicht durchs Wandergitter.

    Die Motten nicht, aber ihre Larven. Die legen die Eier außen ab und der Rest wird erwandert.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Oben und unten ein Wandergitter und jedes 2. Rähmchen entnehmen. Zug mögen sie gar nicht und ran kommen Sie auch nicht durchs Wandergitter.

    Die Motten nicht, aber ihre Larven. Die legen die Eier außen ab und der Rest wird erwandert.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Ist das 2. Jahr das es so steht bisher und es hat bei mir bisher sehr gut funktioniert. Wollte erst noch mit ganz feiner Gaze die Wandergitter dicht machen, aber war bisher nicht notwendig. Steht im Carport. Unten 4 Steine Hochkant als Füße oben, ein paar Klötze und ne Pappe drauf.


    In anderen Konstruktionen direkt daneben (Nur Futterzarge unten und Futterzarge oben) warn Motten drin, die Gitter weite dort ist wohl zu weit und auch net richtig dicht.


    Sind aber auch die DNM Beuten mit Falz. Das ist dicht an den Seiten.