Reizfütterung

  • Wer hat Erfahrung mit der Reizfütterung im Frühjahr ? Ist dies dieses Jahr notwendig ?
    Wann im Jan, im Febr. im März ?
    Mit welchem Reizfutter ?
    flüssig oder Teig usw.
    Bitte um Diskusion und Antworten.
    Danke, mit imkerlichen Grüßen

  • Hallo Walter,


    die Reizfütterung ist ein Spiel mit dem Feuer. Aber das weist Du bestimmt schon. Man kann sich schnell ungeahnte Rückschläge einhandeln.
    Was aber viel wichtiger ist: nach Untersuchungen von Dr. Liebig bringt sie einfach nichts. Die eventuell mehr entstehenden Bienen werden nicht in mehr Honig umgesetzt.
    Etwas anderes wäre die Notfütterung im Falle verhungernder Völker. Das war dann aber ein Fehler des Imkers.


    Viele Grüße
    Thomas

  • Lieber Walter Goller!
    Meines Wissens hat sowohl eine Spätsommer-, wie auch eine Frühjahrsreizung keinen positiven Effekt auf den Honigertrag der Bienenvölker. Ich persönlich halte mich an die Empfehlungen mehrerer Autoren (darunter auch der von Thomas Hädrich erwähnte Herr Liebig), im Frühjahr sammelstarke Völker durch eine optimale Spätsommerpflege im vorausgehenden Jahr zu bekommen. Dr. Liebig umreist dies mit dem Satz "Mit der Spätsommerpflege wird der Grundstein für den imkerlichen Erfolg im kommenden Jahr gelegt." D.h. für mich,...


    ...den Völker unmittelbar nach der letzten Honigernte die nun fehlenden Futtervorräte zu ersetzen.
    ...den Bienen bis in den Herbst hinein eine gute Pollentracht zu ermöglichen. Denn nur gut mit Eiweiß ernährte Winterbienen sind fit genug und langlebig genug im nächsten Frühjahr Brut zu pflegen und die ersten Trachten zu nutzen.
    ...der Königin auch in der Zeit von August bis September ausreichend Platz zur Eiablage zu bieten. In dieser Zeit entstehen die Winterbienen im Volk.
    ...die Varroapopulation durch entsprechende Maßnahmen auf ein Minimum zu reduzieren.


    Ich denke, dass sich jedes Bienenvolk jedes Jahr individuell an die wirksamen Umweltreize wie Witterung und Tracht anpassen muß. Eine Frühjahrsreizung wäre da eine Irritation in diesem Bestreben. Sozusagen die Vorspiegelung falscher Tatsachen.


    Auf eine rege Diskusion zu diesem Thema würde ich mich sehr freuen.


    Mit vielen Grüßen
    Stefan Kahlert

  • hallo zusammen,


    ich hab ein problem!
    folgendes:
    obwohl ich meine völker ordnungsgemäß eingewintert hab (~12 kg Zucker/volk, auf 9 rähmchen), haben 3 davon wenig bzw. keine vorräte mehr.
    was kann ich jetzt tun.
    ich hätt alten honig übrig, kann ich den geben, und wenn ja wie? flüssig oder einfach reinstellen?
    alte futterwaben hab ich leider keine mehr.


    danke
    maphi

  • Hallo Imkerkollege,


    vielleicht haben ja die anderen Völker jede Menge Futterreserven. Falls ja, würde ich da jeweils eine oder zwei Waben entnehmen und den futterlosen Völkern einhängen. Sollte eigentlich bei den jetzigen Temperaturen kein Problem mehr sein, Du mußt dich aber beeilen, falls es wieder kälter wird, sollte diese Aktion über die Bühne sein.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Hallo Maphi,


    der Vorschlag von Drohne2000 ist die beste Notfütterung, auch eine schwere Futterwabe reicht für eine Weile, etwas anritzen nicht vergessen.


    Zweitbeste Möglichkeit: festkandierter Blütenhonig über das Volk legen; in kleinen Portionen (ca. 250 g), sonst besteht die Gefahr des Abrutschens und die Bienen kommen nicht mehr dran.


    3. Möglichkeit: dasselbe mit festem Futterteig; hier können die Portionen, je nach Volksstärke größer sein (bis 1 kg).
     
    Die Bienen brauchen bei 2. und 3. zur Verarbeitung Wasser, deshalb das Notfutter mit einer Plastikfolie abdecken, damit sich Kondenswasser bildet. Das destillierte Wasser schadet den Bienen nicht, es wird spätestens im Honigmagen zu Zuckerlösung.


    Bis zur nächsten Tracht darfst du das dann wiederholen.


    Viel Erfolg bei der Durchlenzung,


    Frieder



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frieder Hummel am 2002-01-29 14:15 ]</font>


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frieder Hummel am 2002-02-16 11:39 ]</font>

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


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    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo maphi,


    ich denke, daß zumindest ein Volk genug Futterreserven hat. Oft liegt die Ursache bei Futtermangel einiger Völker an schleichender Räuberei während des Einfütterns im Herbst. Man sollte bei Flüssigfütterung nicht nur die Futterabnahme sondern auch die Zunahme in den Waben beobachten, bzw. einmal kontrollieren. Besonders etwas schwächere Völker oder Ableger sind davon betroffen, wenn sie auf einem Stand mit sehr starken Wirtschaftsvölkern stehen. Ich habe zumindest diese Erfahrung gemacht.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft