Totale Brutentnahme richtig machen

  • Hallo


    Ich möchte bei 2 Meiner Völker eine TBE machen.


    Würde sie 2 Wochen vor dem letzten mal schleudern machen . Also Mitte Juli ca.


    Also alle BrutWaben mit aufsitzenden Bienen in eine neue Beute geben nach 9 tagen weisellzelle brechen und eine Begattete Königin zusetzen . (Oder lässt man die Königin bei den Brutwaben?)


    Den anderen Stock mit Mittelwänden auffüllen.


    So hätte ich dann 2 neue Völker .


    Habe ich einen Denkfehler oder passt das so?


    Mfg

  • Wenn Du unbedingt 2 Wochen vor Trachtende potentielle Sammelbienen schröpfen willst...


    Ich empfehle lieber die Methode von Kleingartendrohn

    TBE mit weiselrichtigem Brutsammler

    nicht zuletzt auch deshalb, weil man das Verstellen des Brutsammlers außerhalb des eigenen Flugkreises (aber in den von Völkern anderer Imker hinein) vermeiden kann. Wer rechtzeitig Ableger bildet, kann einen solchen als Brutsammler nutzen und muß dafür nicht ein Wirtschaftsvolk noch vor Trachtende aus dem Sammelbetrieb nehmen.

    Die Fangwaben des Brutsammlers auch noch in einem Sammler vom Sammler gesammelt, können sich daraus schlüpfende Bienen sogar noch eine Kö. nachschaffen und eine überwinterungsfähige Einheit bilden (s.o. #148, 155, 160, 286).

  • Also alle BrutWaben mit aufsitzenden Bienen in eine neue Beute geben nach 9 tagen weisellzelle brechen und eine Begattete Königin zusetzen .

    Üblicherweise nutzt man die TBE ja auch zur Varroabehandlung. Dann sollte man eine begattete Königin später zugeben, damit ein Zeitfenster entsteht, in dem keine verdeckelte Brut vorhanden ist.

    Das gilt auch für das Muttervolk. Varroabehandlung in der Tracht verbietet sich. Also warum nicht noch warten?

    Oder ist die Varroabelastung so hoch?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Varroabehandlung bzw. TBE steht nicht zwingend im Zusammenhang mit Freiheit für TAM bzw. von Brut.


    Kleingartendrohns TBE-Konzept kommt ganz ohne TAM aus und wählt so die Schlechtesten aller Milben zur Weitervermehrung aus - im Unterschied zu TAM (ob AS, OX o.a.) die bei jeder Anwendung Bestenauslese betreiben. Es stellt i.ü. durch Fangwabenentnahme über einen längeren Zeitraum (bei den Brutspendern ca. 20 Tage) im Ergebnis quasi Brutfreiheit her - ganz ohne die Kö. im Käfig einzusperren o.ä. Der demografische Knick kommt erst nach dem Ende der letzten Tracht, was sogar von Vorteil ist, weil dann ohnehin nur Läppertracht herrscht und der Druck zur Räuberei vermindert wird.

  • ich weiss nicht mehr wo aber ich habe es so gelesen 2 wochen vor trachtende TBE machen dann haben die Bienen keine Brut zu pflegen und sammeln so anscheinend noch mehr . weiss jetzt leider nicht mehr wo ich das gelesen habe .

    Vielleicht lasse ich es dieses jahr noch und mache es nächstes Jahr wenn ich mehr völker habe.

    Habe Dadant . Kann ich jetzt noch einen Einwabenableger bilden ?
    Möchte noch 2 Ableger bilden.
    oder sollte ich von meinen 2 Völkern je 2 BrutWaben nehmen ?


    Würde sie mit einer Begatteten Königin bilden


    mfg

  • Ja, so in etwa haben das hier schon mehrere Mitglieder berichtet. Man kann das auch mit der Ernte zusammenlegen oder direkt im Anschluß daran machen, aber das dürfte im Alleingang zeitlich schwierig werden. Nur sollte man die TBE auch nicht zu spät nach hinten raus verschieben, aber das hängt davon ab, wie man das Volk wieder weiselrichtig macht. Hat man eine Königin parat, ist es einerseits schnell erledigt, während man andererseits den Zeitfaktor gegen die Milbe nicht ausnutzt.


    Gruß Andreas

  • ...2 Wochen vor trachtende TBE machen, dann haben die Bienen keine Brut zu pflegen und sammeln so anscheinend noch mehr . weiss jetzt leider nicht mehr, wo ich das gelesen habe .

    Dr. Radtke hat das in seiner Dissertation eingehend untersucht:

    http://www.imkerverein-heidelb…lliferaaufdieLeistung.pdf

    Schade er hat die TBE nach der Rapstracht gemacht. bringt leider nicht viel, wenn man das mit letzten 2 Wochen der Lindentracht vergleichen will.

  • Diese pauschale Einschätzung kann ich nicht nachvollziehen.

    Nach meiner Erfahrung kann man den ertragssteigernden Effekt der TBE auch in den letzten 2 Wochen der Lindentracht feststellen - selbstverständlich immer unter dem Gesichstpunkt der übrigen Trachtbedingungen, resp.: Selbst die beste TBE kommt nicht gegen Trockenheit an. Sie hat - außer ggf. vermehrter Abnahme = Anregung zur Nachproduktion von Nektar - keinen Einfluß auf die Nektarproduktion der Trachtpflanze, sondern zuallererst auf die Rekrutierbarkeit von Sammlerinnen im betreffenden Brutspender.

  • Diese pauschale Einschätzung kann ich nicht nachvollziehen.

    Nach meiner Erfahrung kann man den ertragssteigernden Effekt der TBE auch in den letzten 2 Wochen der Lindentracht feststellen - selbstverständlich immer unter dem Gesichstpunkt der übrigen Trachtbedingungen, resp.: Selbst die beste TBE kommt nicht gegen Trockenheit an. Sie hat - außer ggf. vermehrter Abnahme = Anregung zur Nachproduktion von Nektar - keinen Einfluß auf die Nektarproduktion der Trachtpflanze, sondern zuallererst auf die Rekrutierbarkeit von Sammlerinnen im betreffenden Brutspender.

    Welche Einschätzung?


    In der Dis hat er ja die TBE gemacht, während die Völker noch Wachsen und den "Wachstumspfad" einfach mal um 3 Wochen zurückgeworfen. Da ist es kein Wunder das weniger Honig bei rum kommt.

  • Da ist es kein Wunder das weniger Honig bei rum kommt.

    Hm... Ich nehme an, dass es hier eher speziell um die reduzierte Lindentracht/weniger Lindenhonig ging, ich entnehme das dem Zusammenhang mit Trockenheit, die für Linde eher bis komplett suboptimal ist.

    Was ich bisher im Forum zur TBE lesen konnte, geht allgemein auch eher in Richtung leichte bis deutliche Ertragssteigerung, eben weil keine Brut zu versorgen ist.


    Gruß Andreas

  • Ich hänge mich jetzt mal dran, weil ich dieses Jahr meine erste TBE machen werde.

    Nach dem Lesen aller möglichen Publikationen bleiben mir jetzt noch folgende Fragen :

    1. Wie füttert ihr den Spender? Die Mittelwände sollen ja zügig ausgebaut werden und es wird empfohlen , dünn flüssig in kleinen Portionen zu füttern.. Nachdem ich etliche Honigwaben mit Pollen bzw virtuellem Brutnest (also zuwenig drin zum Schleudern )

    auf den Völkern habe, wäre es am einfachsten und räubereitechnisch doch am sichersten, ich nehme diese und hänge sie an den Rand? Oder hat das negativen Einfluß auf die Bautätigkeit?

    Oder stelle ich gleich den Honigraum mit diesen paar Waben oben drauf und lasse ihn da zur Einwinterung? Um dann später aufzufüttern?

    2. Zwei Königinnen sind jetzt 2 Jahre alt und ich möchte sie aber nicht abdrücken, weil sie immer noch sehr gut sind.

    Kann ich denen das zumuten, auf 9 neuen Mittelwänden die volle Leistung bringen zu müssen? Ich könnte sie natürlich später mit einem der Sammler rückvereinigen, wenn sie es nicht schafft, ein einwinterungsfähiges Volk zu "bauen"

    Aber irgendwo las ich mal, dass man alte Kö nicht so fordern sollte vor der Winterruhe.

    Danke für eure Einschätzung.

    Gruß ,

    Bettina

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....