Honig kristallisiert nicht

  • Also ich hatte letztes Wochenende Honigverkauf auf einem Sommerfest und der frische dunkle flüssige Frühjahrshonig war der Renner! Sei froh, wenn er nicht so schnell kristallisiert, andere Imker "tauen" ihren Honig mit dem Meliterm auf und verkaufen sowas als frisch...:rolleyes: Und dann fragt man sich warum "kalt geschleudert" nicht mehr auf das Etiket darf, statt dessen sollte "nie erhitzt worden" vielleicht wirklich als Qualitätsmerkmal drauf, weil das anscheinend nicht selbstverständlich zu sein scheint.

    Wenn bei mir der flüssige Honig nicht mehr flüssig ist vertröste ich die Interessenten auf den nächsten Frühling, dann gibt es eben nur chremig gerührten.

    Wenn dir der chremige Honig fehlt musst du impfen, rühren, abfüllen und gleich kühlen, dann hast du nach 3 Wochen super schönen Honig, der nicht am Deckel klebt.

    Honig im Kühlschrank feincremig kristallisieren lassen

  • Sei froh, wenn er nicht so schnell kristallisiert, andere Imker "tauen" ihren Honig mit dem Meliterm auf und verkaufen sowas als frisch...:rolleyes:

    Ich finde Deinen Anspruch an die Imkerei super, ob das die besten, dicksten und optimalsten gezogenen Königinnen sind oder der Kühlschrank für Wochen blockiert wird für feincremigen Honig. Nur wenn das ganze in Richtung abfällig gegen andere Imker geht, dann find ich das etwas unschön. Zum Melitherm gibt es genug Untersuchungen, da braucht niemand zu mutmaßen.


    Andererseits, ich hab hier einige Tonnen Sommertracht und es gibt genug Kunden, die wollten den flüssig für ihr Joghurt, Müsli, Dressing whatsoever, und ich kann den so ganzjährig liefern. Die werden bei kleinen, elitären Imkern angefüttert, und ziehen dann traurig, verzweifelt & gierig weiter, wenn sie da doof aufs nächste Jahr vertröstet werden. Ich sammel die immer gerne ein.


    Die sind schon gut erzogen, moppern nicht über den Preis beim Imker und werden treue Kunden. So werden meine Kunden immer mehr ;)


    Da muß ich doch mal Danke sagen :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Naja, der Berliner Honig bleibt ja zum Glück auch über ein ganzes Jahr lang flüssig, wenn er fein gesiebt wurde. Da stellt sich gar nicht erst die Frage nach dem "Auftauen".

    Ich finde einfach das Konzept "wenn der Kunde flüssigen Honig verlangt stelle ich den durch erhitzen her" irgendwie falsch...

    das täuscht Frische vor, wo gar keine ist, im Gegenteil, der Honig wird absichtlich verschlechtert, um einen kleinen Marktanteil zu sichern.

  • Naja, der Berliner Honig bleibt ja zum Glück auch über ein ganzes Jahr lang flüssig,

    Scheint so"n Berliner Ding zu sein, Flughäfen werden da ja auch nicht fest. ..... können nix, aber sexy ;)

    Zitat

    Ich finde einfach das Konzept "wenn der Kunde flüssigen Honig verlangt stelle ich den durch erhitzen her" irgendwie falsch...

    das täuscht Frische vor, wo gar keine ist, im Gegenteil, der Honig wird absichtlich verschlechtert, um einen kleinen Marktanteil zu sichern.

    Das täuscht Frische vor? Also ganze Ernte nach dem schleudern sofort ins Glas? Machst Du das?:thumbup:


    Der Marktanteil sichern ist auch auf den Kunden hören, weil 'absichtlich verschlechtert' ist vielleicht besser als einen tollen Cremehonig übers Müsli oder in den Joghurt, das wäre nämlich doof, sagen die. Und dann kommt wieder das Melitherm ins Spiel und die Untersuchungen der Institute

    vs. Deiner rufschädigenden gefühlten Wahrheiten ;)


    Lies die Untersuchungsergebnisse, ansonsten erzähl uns weiter, was Du willst und mach Dich lächerlich. Honig in Eimern, Hobbocks oder im Faß zu lagern und bedarfsgerecht aufzutauen und zu portionieren ist gute imkerliche Praxis. Da muß uns keiner versuchen ans Bein zu pinkeln.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Meine Mutter meinte, dass der Honig nach dem Auftauen anders geschmeckt hat als vorher (er war ihr im Glas hart geworden). Ist das wirklich so, oder war das eher Einbildung?

  • Ist das wirklich so, oder war das eher Einbildung?

    Soweit ich mich erinnere, ist das eher Einbildung. Bevor es Cremehonig gab, war es ganz normal, dass - schonend! - verflüssigt wurde.


    Unser Honig hier, wir schleudern nur einmal, bleibt auch ein gutes Jahr flüssig, bevor er anfängt zu kristallisieren. Keine Ahnung was außer der Linde noch drin ist, er schmeckt recht minzig.

  • Ich finde einfach das Konzept "wenn der Kunde flüssigen Honig verlangt stelle ich den durch erhitzen her" irgendwie falsch...

    das darfst du natürlich gerne.


    Kruppi schrieb:

    das täuscht Frische vor, wo gar keine ist, im Gegenteil, der Honig wird absichtlich verschlechtert, um einen kleinen Marktanteil zu sichern.

    aber das ist regelrechter Blödsinn. Eigentlich jedes einzelne Wort.
    Und fachlich voll daneben obendrein. Da bin ich ganz bei rase .

    Ich empfehle einfach mal, über den hohen Berliner Tellerrand hinaus- und lieber mal bei Profis zuzuschauen.

  • In meinen Augen sind hiesigen, teils hier im Forum aktiven Berufsimker (mit ihren Melitherms ;)) die Profis und nicht Langnese mit dem Ultraschallgerät in dem von dir verlinkten Beitrag von Bernhard Heuvel.


    Jedenfalls weiß ich für mich, welchen Honig ich bevorzugen würde.

  • Ja klar, frischen natürlich...

    H-Milch (ultra kurz erhitzt...) schmeckt nun mal auch nicht so gut wie Frischmilch, aber die neuerdings "länger frische" schafft das schon eher, wie auch immer.


    "Aufgetauter" Honig hat ganz sicher ähnliche geschmackliche Probleme, sonst würde man ja nicht so viel Aufwand betreiben das durch bessere Technologien wie Ultraschall zu vermeiden


    "Obwohl die Behandlung mit Temperatur die Reduktion des Flüssigkeitsanteils effektiv verringern kann, die Kristallisation verringert und verzögert und die Hefezellen komplett zerstört, zieht sie dennoch eine Verminderung der Produktqualität nach sich."
    Read more: https://www.hielscher.com/de/honey_01.htm

    "Da der Honig bei Beschallung nur minimaler Erwärmung ausgesetzt wird, wird mit Ultraschall eine bessere Retention von Aroma und Geschmack erreicht."



    Read more: https://www.hielscher.com/de/honey_01.htm

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Kruppi ()

  • "Aufgetauter" Honig hat ganz sicher ähnliche geschmackliche Probleme, sonst würde man ja (...).

    Junge, Du verstehst es nicht, oder!? ;) Und das Bernhard seine komplette Ernte während der Ernte ins Glas bringt, ist mir auch neu, wird dann aber wohl so sein... :)


    Nochmal: ich finde es super, wenn Du irgendwas ganz ganz toll machen willst, und Deine Kunden dann auch darauf hinweisen möchtest, z.B. durch 'unser Honig wird besonders schonend behandelt' usw., aber wenn Du uns doof kommst mit 'absichtliche Verminderung der Produktqualität' usw., dann fällt Dir das vor die Füße. Da bin ich eigen, und ich schätze anderen geht das ähnlich.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Scheint so"n Berliner Ding zu sein, Flughäfen werden da ja auch nicht fest.

    Mich deucht's, es sind die vielen Linden in Berlin - also was die Konsistenz des Honigs betrifft, nicht die des Flughafens...


    Ich gestehe: Mehr außer sieben mache ich mit dem Honig derzeit nicht. Kein impfen, kein rühren bisher. Sowohl Früh- als auch Spättracht sind auch von der Viskosität so, das man sie mühelos ins Glas bekommt.
    Meine Mutter, die sich langsam an rekordverdächtige Abfüll- und Etikettierzeiten heranarbeitet, füllt auch alles gleich ins Glas und macht alles verkaufsfertig. Die ist so eine Art One-Woman-Assembly-Line.

    Jedenfalls ist der Honig verkauft und aufgegessen, bis der anfangen kann zu kristallisieren.

    Aber ich mache halt auch keine Tonnen, sondern nur ein paar hundert Kilo.


    Die nackte Wahrheit ist aber: Ich habe auch großen Respekt davor, den Honig nach der Ernte noch irgendwie zu bearbeiten. Rühren, impfen, richtige Konsistenz, Melitherm, auftauen pipapo - da kann man so vieles falsch machen, scheint es. Ich habe mich da noch nicht ran getraut. Daher bin ich ganz dankbar, dass der Honig so einfach zu verarbeiten ist...

  • Ich gestehe: Mehr außer sieben mache ich mit dem Honig derzeit nicht. Kein impfen, kein rühren bisher. Sowohl Früh- als auch Spättracht sind auch von der Viskosität so, das man sie mühelos ins Glas bekommt...


    ..Jedenfalls ist der Honig verkauft und aufgegessen, bis der anfangen kann zu kristallisieren.

    Aber ich mache halt auch keine Tonnen, sondern nur ein paar hundert Kilo...

    Wart mal noch 2 Jahre, dann steigt die Honigproduktion.

    Dann musst du dir was einfallen lassen:)

    Weil man ja auch arbeiten geht, bleibt nicht genug Zeit für Sommerpflege der Völker und Honigbearbeitung.

    Die ersten Eimer Sommertracht sind schon cremig gerührt und abgefüllt. Mache sind noch flüssig, aber alles gleicher Standort. Ist halt so, wenn man nicht alles in ein 300 Kg Fass füllen kann und von da aus in Eimer.

    Aber man muss ja auch noch Ziele haben:):)