Anfängerfragen rund um die Biene

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    Hallo,


    ich spiele mit dem Gedanken Hobby-Imker zu werden.


    Über Bücher und das Internet habe ich schon sehr viel gelesen und beginne jetzt konkrete Pläne zu machen, wie ich meine Beute(n) bauen möchte. Doch einige Informationen fehlen mir noch.


    Die Zander-Beute ist die geläufigste ?! und modernste Beutenart zur Zeit??

    Aufgestellt stellen die unteren zwei Zargen den Brutraum und eine oder 2 Zargen darüber den Honigraum. Ist das so richtig?

    Dazu gleich meine erste Frage:

    Zwei Zander-Zargen haben ein Volumen von rund 37Litern, 2 Stück ergeben den Brutraum heißt, ein Bienenvolk braucht ca. 75Liter (ohne Honigraum).


    Warum baut man den Brutraum nicht in eine Zarge? zum Beispiel 43x43x43 cm -> 12 Rähmchen. Man hätte eine höhere Stabilität da die Fuge zwischen Zarge 1 und 2 wegfällt, man müsste zur Kontrolle und ausbrechen der Königinnenbrut keine 2 Zargen kontrollieren sondern nur eine ( vorrausgesetzt meine Annahme ist richtig, dass sich die Königinnenbrut an der Unterseite der Rähmchen befindet) und durch die kleinere Fläche der Außenhülle hätte man auch im Winter weniger Wärmeverlust.



    Da ich die Rähmchen nicht selbst bauen möchte habe ich mich etwas auf das Zander 1 1/2 Maß zugewendet.

    Wo kann man diese Rähmchen kaufen? ich finde immer nur kleinere Rähmchen .....


    da ich gern den Brutraum in einer Zarge haben möchte würde ich die geläufige Rähmchenanordnung vom Kalt in den Warmbau drehen und die Zargenlänge auch um die Hälfte zu vergrößern, Innenmaße also: 48cm * 53,5cm ( 15 Rähmchen * 35mm + 10mm) und 33,7cm Hoch ergeben rund 80Liter. Ich hoffe man versteht meine Gedanken.


    Wenn man nun die Beute exakt nach den Vorgaben: - 35mm von Wabenmittelwand zu Wabenmittelwand und 10mm Gasse und auch nur 10mm zum Deckel Luft lässt- kann man dann sicher sagen dass Wildbau und Weißelzellen nur unten an die Rähmchen gebaut werden?



    Nun möchte ich nochmal einen Schritt weiter gehen und gleich 4 Beuten an einem Stück bauen.

    Könnte so aussehen: ( Zargenhöhe ist noch Normal-Zander)


    Eigene Beute Entwurf 1.pdf


    imkerforum.de/galerie/album/234/


    Ich versuche gleich noch die Zeichnung als Bild einzufügen


    Vielen Dank schonmal für alle die mir ihre Erfahrung zur Verfügung stellen

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von 23122018 ()

  • Hallo T223,


    willkommen im Forum. Bitte fülle Dein Profil aus - insbesondere wo du imkeren willst. Das hilft anderen bessere Antworten zu geben.


    Zitat

    Die Zander-Beute ist die geläufigste ?! und modernste Beutenart zur Zeit??

    Über Beutensystem kann man vortrefflich streiten. Zander ist sicherlich eine der häufigeren Rähmchen, bzw. Beutengrößen - aber eine Nr. 1 Beute welche die am häufigsten verwendete oder gar die modernste (im Sinne von Beste) gibt's nicht. Denn Bienen ist es vermutlich relativ egal in welcher Kiste sie wohnen - das ist mehr eine Sache für den Imker. Andere Beute bedeutet einfach nur andere Betriebsweise.

    Zitat

    Warum baut man den Brutraum nicht in eine Zarge?

    Hat man - es gibt entsprechende Beutensystem die einzargige Bruträume verwenden - halt entsprechend größer. Dadant wäre da zu nennen, aber auch von DNM gibt es inzwischen ein 1,5er Version die nur einen Brutraum hat. Einzargige Bruträume haben Vorteile und Nachteile gegenüber den Mehrzargern. Was besser ist muss jeder selbst entscheiden - erfolgreich imkern lässt sich in beiden Systemen.

    Zitat

    und 10mm Gasse und auch nur 10mm zum Deckel Luft lässt- kann man dann sicher sagen dass Wildbau und Weißelzellen nur unten an die Rähmchen gebaut werden?

    Der Beespace sind eigentlich 8 Millimeter +/- 2 mm. Wenn du mit 10 anfängst und dann noch Toleranzen hast klappts vermutlich nicht so gut. Das einhalten des Beespace führt zu weniger Wildbau, aber eine Garantie das alles exakt so ist wie man sich das erhofft bekommt man von den Bienen nicht.


    Generell würde ich aber empfehlen sich am Anfang nicht mit Selbstbau von Beuten - insbesondere nicht von eigenen Beutenmaßen zu beschäftigen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man am Anfang mehr als genug damit zu tun hat die Völker nicht durch eigene Fehler über den Jordan zu schicken. Sich dann noch mit eigenen Beutenmaßen zu beschäftigen überfordert schnell.


    Außerdem hast du bei einem eigenen Maß das Problem das du nichts mal eben schnell nachkaufen kannst. Hinzu kommt dass man am Anfang noch gar nicht weiß worauf es einem bei den Beuten bzw. den Betriebsweisen ankommt.


    Preislich ist der Selbstbau auch immer fragwürdig. Dadantbeuten inkl. Honigraum gibt's schon so ab 120 Euro. Selbst wenn man die eigene Zeit nicht einrechnet dürfte das Materialmäßig schon schwierig werden da viel zu sparen.


    Sinnvoller als Beuten zu bauen, wäre es die Zeit in einen Imkerkurs zu stecken. Das bringt erstens Know-How und zweitens macht's wahrscheinlich auch mehr Spaß. Beim Imkern geht's ja schließlich um die 6-beinigen Schönheiten und nicht um Holzkisten :D

  • Es ist doch sinnvoll gleich mit dem Rähmchenmaß zu starten mit dem man arbeiten will.


    Bei mir wäre das tatsächlich Zander 1 1/2, da ich mir davon verspreche weniger Zeit und weniger unruhe bei den Kontrollen zu erzeugen...

    Gibt es Mittelwände in dieser Größe zu kaufen?


    zB. wenn ich den Brutraum in 2 Zargen habe und stelle nun die oberste der 2 beiseite um die untere zu kontrollieren weiß ich nicht wo nun die Königin ist.


    Eine Bauanleitung für Zanderbeuten habe ich von einem Imkerverein. Ich denke an einem Samstag kann man locker 10Beuten bauen, da sehe ich nun keinen so großen Zeitaufwand....

  • Hallo

    Und ich sage dir wenn die ordentlich machst baust du pro Samstag keine 4 Beuten ohne Kreissäge/Oberfräse

    Und solltest du an die Holzqualität aus dem Baumarkt denken lass es sein da löst sich nach nem Jahr der Leim.


    Glaub jemand der es gemacht hat.

    PS Ich hab ne komplette Schreinerei


    MfG Nico

  • Bei mir wäre das tatsächlich Zander 1 1/2, da ich mir davon verspreche weniger Zeit und weniger unruhe bei den Kontrollen zu erzeugen...

    Dem weniger Unruhe stimme ich zu. Aber warum Zander 1 1/2? Die 1.5er Varianten von Zander und DNM sind naträglich entwickelt worden und man findet sie eher da wo jemand schon Zander/DNM hatte - dann kann man nämlich die alten Zargen als Honigräume weiter verwenden.

    Wenn es ungeteilte Bruträume sein sollen würde ich auf Dadant gehen.

    Gibt es Mittelwände in dieser Größe zu kaufen?

    Bei den üblichen Onlineshops wie Holtermann, Wagner, Weber, Ruck, etc. habe ich keine Zander 1,5 gesehen. Wagner macht aber auch Sonderanfertigungen in Sachen Mittelwände. Kostet vermutlich extra und man muss gleich 20 KG nehmen.

    zB. wenn ich den Brutraum in 2 Zargen habe und stelle nun die oberste der 2 beiseite um die untere zu kontrollieren weiß ich nicht wo nun die Königin ist.

    Das weiß man beim ungeteilten Brutraum auch nicht wirklich besser muss ich sagen. Gerade im Sommer wenn PixDaumen 50.000 Bienen in der Kiste befinden, ist die Königin nicht leicht zu finden. In den allermeisten Fällen braucht man sie aber auch ehrlich gesagt nicht zu finden. Wenn Stifte da sind, ist auch die Königin da.

    Eine Bauanleitung für Zanderbeuten habe ich von einem Imkerverein. Ich denke an einem Samstag kann man locker 10Beuten bauen, da sehe ich nun keinen so großen Zeitaufwand....

    10 Beuten, also 1 Brutraum + 2x Honigraum, Deckel und Boden. Also 30 Kisten und 20 Deckel/Boden Kombis an einem Samstag find ich schon recht sportlich. Aber hängt natürlich auch von der eigenen Werkstattaustattung ab.

  • Meine Idee war eig auch die Teile alle im Sägewerk fertig zuschneiden zu lassen.

    Die haben ein Abbundzentrum, da müsste alles Millimetergenau rauskommen.


    Kreissäge Ständerbohrmaschiene usw wäre aber auch alles vorhanden, ich hab auch ne gut ausgestattete Werkstatt. :-)


    Das mit dem Holz wäre meine nächste Frage gewesen

    Wo bekommt man Holz mit der Verleimart EN 204 D3/D4 her, oder gleich Massivholz nehmen?


    Auf welches Volumen kommt eine Dadantbeute je Zarge?

  • Moin,

    es liest sich sehr anstrengend. Der Neue (T223) hat viel gelesen und hat nen Plan.

    Der erste sagt mach es nicht so, weil.

    Der Neue sagt aber ich möchte doch so gerne und der nächste sagt, ja aber...


    usw. usw. wird es sicherlich weiter gehen.


    Bitte fang doch im Standard (fertig gekauft auch gerne aus Holz) an und wenn du dann meinst Ahnung zu haben in 3-25 Jahren baust du dir das so wie du das willst.


    Da Du dann viele Jahre Ahnung hast, kannst du jedem der fragt warum Du das so macht auch erklären warum.


    Wenn Du dir jetzt irgendwas zusammenbauen lässt nach x Liter Volumen (Imker sprechen nicht über Volumen) wird die jeder sagen, ich kann dir nicht helfen ich arbeite im Standard.

  • Meine Idee war eig auch die Teile alle im Sägewerk fertig zuschneiden zu lassen.

    Die haben ein Abbundzentrum, da müsste alles Millimetergenau rauskommen.

    Wenn du da einen Preis pro Beute für's Material hast, würde mich mal interessieren.

    Auf welches Volumen kommt eine Dadantbeute je Zarge?

    Dadant hat unterschiedliche Zargengrößen für Brutraum und Honigraum. Brutraum ist doppelt so hoch wieder Honigraum. In den Brutraum einer 12er Dadantbeute passen 13 Dadant Rähmchen. Das ist für 12 Rähmchen + Platz zum zur Seite schieben gedacht. Pi x Daumen müssten die Bruträume 50x50x30 cm gross sein - sollten so 75 Liter sein. Ist mehr als genug Platz. Die Völker sitzen wohl sehr selten auf 12 Rähmchen - insbesondere da im Frühjahr/Sommer ja die Honigräume drauf kommen und der Brutraum dann wirklich nur noch für die Brut gebraucht wird. Der Honig - sofern denn alles klappt - landet ja im Honigraum.

  • Hallo T223,


    Ich imkere mit Zander 1,5, allerdings in einer Einraumbeute, auch Eigenbau... und von Anfang an. Das kann funktionieren, allerdings muss Dir klar sein, je mehr Du vom Standard abweichst, umso schwieriger ist es, jemanden zu finden, der Dir helfen kann. Und Hilfe ist in den Anfängen der Imkerei unglaublich wichtig. Auch habe ich es manchmal verflucht, nicht Standardmaße zu haben, da Du Dein Material, das Du vielleicht auch mal schnell benötigst, nicht immer einfach nachkaufen kannst. Und sei Dir im Klaren darüber, dass die Dinger sehr schwer werden, sowohl die einzelnen Waben als auch die Zarge.


    Ich frage mich, warum möchtest Du vom Standard abweichen, Dadant bietet das, was Du möchtest, oder habe ich etwas falsch verstanden?


    Mein Eigenbau wurde damals von einem sehr erfahrenen Imker geplant und gebaut und trotzdem haben wir bei den weiteren Beuten noch Veränderungen vorgenommen und ich würde heute weitere Veränderungen vornehmen. Den Bienen mag es tatsächlich ziemlich egal sein, trotzdem ist auch die Handhabung nicht ganz unbedeutend. Warum möchtest Du gleich mit vier Völkern anfangen, mit zwei Völkern hat man am Anfang Arbeit genug und kann Erfahrungen sammeln und diese wieder in mit in die Zukunft nehmen.


    Hier noch zwei Adressen für Zander 1,5: http://www.imkereibedarf-bienenweber.de und http://www.bienen-janisch.at.


    Herzliche Grüße,

    Thanaidh

  • Hallo

    Ich frage mich, warum möchtest Du vom Standard abweichen, Dadant bietet das, was Du möchtest, oder habe ich etwas falsch verstanden?

    Das Dadantmaß war mir so nicht bekannt.


    Es ist auch möglich die Brutraumzarge als Honigraum zu nutzen?


    Ein Preis für das fertig zugesägte Holz kann ich euch nicht sagen da das Abbundzentrum nem Kumpel gehört....


    Thanaidh hast du ein paar Fotos von deiner Beute?

  • Hallo

    Es ist auch möglich die Brutraumzarge als Honigraum zu nutzen?

    Nein, das funktioniert nicht so wirklich. Dadant HR sind halb so hoch wie die Bruträume und haben entsprechend kleinere Rähmchen. Ein solcher HR ist in vollem Zustand schonmal 20 Kg und mehr schwer. Wenn du einen Brutraum voll mit Honig hättest wärst du bei 40Kg, das ist heftig, wenn du dann mehrere Völker hast würdest du dich kaputt schleppen.

  • Wir haben das Zandermaß von unserem Imkervater übernommen. Vor 4 Jahren haben wir uns dann für Dadant entschieden. Die Vorteile sind für uns überzeugend: Ein Brutraum, der sich Rähmchen für Rähmchen erweitern lässt. Bei Zander dagegen konnten wir nur automatisch mit +9 Rähmchen im zweiten Brutraum erweitern, was uns letzteren Endes nicht gefiel. Wir arbeiten also mit zwei Systemen, und das verlangt mehr Lagerraum und ist insgesamt in der Handhabung komplizierter. Mach dir also direkt am Anfang ausreichende Gedanken über die Betriebsweise/Beutensysteme und schau mal bei verschiedenen Imkern über die Schulter!


    Zum Thema Eigenbau: Ich rate davon ab, wenn du kein Bastlerprofi bist... für uns hat sich das im Preis wenig ausgewirkt (30-40€ pro Beute eingespart) und war äußerst nervenaufreibend und zeitaufwendig... zudem sind die Beuten alle mit der Zeit krumm geworden und, das weitaus größere Problem: Sie sind nicht kompatibel mit gekauften Zargen. Ich kann aus dieser Erfahrung nur empfehlen: Beuten besser kaufen und: bleib bei einem Anbieter.


    Viel Erfolg!