Kunstschwarm in 12er Dadant

  • Guten Morgen,


    kann mich rase voll und ganz anschliessen. Habe vor zwei Jahren alle Völker im Frühsommer per TBE auf Naturwabenbau (Leitstreifen 2,5cm) umgesetzt. Habe dabei die alten Standorte und die alte Volkszusammensetzung beibehalten, auch die Dadantbeuten.

    Habe dabei zunächst nicht eingeengt, also alle Waben freigegeben, nach einigen Tagen geschaut, was angebaut wurde. Restwaben entfernt und dann geschiedet.

    Meine Angst war damals, dass diese Waben entweder durch Futter zu schwer würden und abkrachen oder aber dass die Völker mit der ersteinmal reduzierten Wabenanzahl nicht genug Wintervorrat einlagern würden und mir dann verhungern.

    Ein Teil der Waben, nämlich die am Rand, waren bei der Einwinterung nur etwa zur Hälfte ausgebaut gewesen. das war aber auch nicht tragisch, da wurde dann im zeitigen Frühjahr weiter gebastelt.

    Diese ganzen Ängste waren völlig unbegründet. Alle Völker topgesund ins nächste Jahr gebracht und Stück für Stück mit Leitstreifen erweitert (die immer schmaler wurden).

    Ein Volk als Schwarmvorwegnahme hatte innerhalb 6 Wochen alle 11 Waben komplett ausgebaut, ohne Schludrigkeiten, unter Tracht. Honigernte war damit allerdings gelaufen, war aber auch so gewollt.

    Ist keine ausreichende Tracht, geht füttern von oben sehr gut, und zwar ÜBER den Zentralwaben. Dann Flugloch klein halten. Behandeln mit Oxalsäure, mit MS habe ich mangelhafte Wirkung erzielt.

    Aber Achtung, habe auch einen Unfall mit OX erlebt, da ich zu früh behandelt hatte (es stand noch keinerlei Wabenwerk), da hatte ich dann leider gut ein Viertel des Volkes am Boden Passiert mir auch nicht nochmal.

  • Landpomeranze:


    D.h. du hast bei deinem "Unfall" eine mit Wasser auf 3% verdünnte Oxalsäurelösung (z.B. das 5,7% Oxuvar mit Wasser verdünnt) verwendet und schon gesprüht, als die Bienen noch mehr eine Traube waren und noch kein Volk auf Waben?


    D.h. umgekehrt, du hast aber auch mitten im Sommer mit dieser 3%-Oxalsäurelösung gute Erfahrungen gemacht, wenn du sie wie Milchsäure gesprüht hast, aber die Bienen schon auf Wabenwerk saßen?

    Und du hast nur 1x gesprüht, nicht wie bei Milchsäure 2x oder gar noch öfter?


    Gruß

    hornet

  • Peinlich, ja, ich hab geträufelt, als noch kein nennenswerter Wabenbau stand. Verdünnt natürlich und auch weniger als bei der Winterbehandlung.

    Das Ergebnis war mir dahingehend eine echte Lehre, dass ich nunmehr kein Volk mehr behandle, das nicht auf Wabenbau sitzt.

    Und nein, ich träufele seither gar nicht mehr. Sondern die "andere" Methode. Im Blockverfahren und bevor Kritik kommt, nein, nur bei Volkern, die in dem Jahr raus sind aus der Honigproduktion. Damit habe ich super Erfahrung gemacht.

    Vormals habe ich Schwärme und brutlose Ableger bei Neubeweiselung mit MS besprüht, mit wie berichtet mangelhaftem Erfolg. Alle so behandelten Einheiten sind mir eingegangen, an Varroa.

    Deshalb bin ich ganz weg von MS und habe sie bisher auch nicht vermisst. So, wie es jetzt ist, gehts besser. Seitdem keine Verluste mehr.

  • Nee, nix peinlich, höchstens dass ICH dich jetzt IMMER noch nicht verstehe....


    weil du schreibst


    Peinlich, ja, ich hab geträufelt, als noch kein nennenswerter Wabenbau stand. Verdünnt natürlich und auch weniger als bei der Winterbehandlung.

    Das Ergebnis war mir dahingehend eine echte Lehre, dass ich nunmehr kein Volk mehr behandle, das nicht auf Wabenbau sitzt.

    Und nein, ich träufele seither gar nicht mehr. Sondern die "andere" Methode. Im Blockverfahren ..

    Hast du jetzt


    geträufelt

    gesprüht oder

    verdampft?


    Weil mir geht es NUR um's Sprühen im SOMMER. Denn ich frage mich, ob ich künftig Kunstschwärme oder Völker nach der Totalen Brutentnahme wie bisher mit 1-2 x mit Milchsäure oder alternativ lieber nur 1x mit dem neu zugelassenen Verfahren Oxalsäure 3% SPRÜHEN soll.

    Milchsäure ist ja für die Bienen gut verträglich, Oxalsäure hat dagegen mehr Potenzial für Bienenschäden, daher zögere ich noch.


  • Weil mir geht es NUR um's Sprühen im SOMMER. Denn ich frage mich, ob ich künftig Kunstschwärme oder Völker nach der Totalen Brutentnahme wie bisher mit 1-2 x mit Milchsäure oder alternativ lieber nur 1x mit dem neu zugelassenen Verfahren Oxalsäure 3% SPRÜHEN soll.

    Milchsäure ist ja für die Bienen gut verträglich, Oxalsäure hat dagegen mehr Potenzial für Bienenschäden, daher zögere ich noch.


    Tue es, benutz Oxalsäure zum Sprühen. Ich habe letztes Jahr meine 3 KS mit OX besprüht, 3 Tage nach dem einlogieren. Da war kein abnormaler Totenfall zu sehen... Sie vertragen das Sprühen ähnlich gut wie das Verdampfen, nur das Träufeln nicht so...

  • TBE auf Naturwabenbau (Leitstreifen 2,5cm) ...

    Habe dabei zunächst nicht eingeengt, also alle Waben freigegeben, nach einigen Tagen geschaut, was angebaut wurde. Restwaben entfernt und dann geschiedet.

    Meine Angst war damals, dass diese Waben entweder durch Futter zu schwer würden und abkrachen oder aber dass die Völker mit der ersteinmal reduzierten Wabenanzahl nicht genug Wintervorrat einlagern würden und mir dann verhungern.

    Hallo Landpomeranze,

    dazu habe ich eine Frage. Wie viele Waben wurden im Durchschnitt ausgebaut? Hast Du zum Auffüttern mit MWs ergänzt oder so gelassen? Angenommen ein Volk baut nur 6 Waben aus, dann wäre meine Befürchtung, dass nicht genug Winterfutter eingelagert werden kann. War das kein Problem?

    Gruß

    Michael

  • Hallo und entschuldigt bitte die späte Antwort,

    aber der Beruf und die " Arbeit" an den Bienen sind doch manchmal Zeitfresser.

    Zuerst an hornet:

    ich hatte bei meiner Umstellung auf Naturwabenbau per TBE einmalig geträufelt und habe dabei bei einem Volk ca 25% der Bienenmasse verloren. Das Volk hat sich erholt, aber mich hat das zutiefst schockiert und ich habe danach überhaupt nicht mehr, weder sommers, noch winters, noch Schwärme, beträufelt/besprüht sondern bin umgestiegen auf das andere Verfahren.

    In diesem Jahr werde ich direkt im Anschluss an die Sommertracht wieder bei allen Völkern TBE praktizieren. Wieder werden alle auf Leitstreifen gesetzt.


    Ababab,

    genau das waren auch meine Ängste.

    Zumindest bei meinen Völkern hat sich nichts davon bewahrheitet.

    Einen Durchschnittswert an ausgebauten Waben kann ich überhaupt nicht nennen. Jedes Volk hat seine Eigenarten.

    Alle, ausnahmslos, haben aber schnurgerade wunderbare Lehrbuchwaben gebaut, ohne Wellen, ohne Wildwuchs. Ich habe - ich glaube bei einem Volk - mal die zu breit ausgezogenen Zellen von oben mit dem Stockmeissel beigedrückt und die Rähmchen etwas enger zueinander gerückt, aber das war wirklich alles.

    Was die Futtersituation angeht, habe ich schlimmste Befürchtungen gehabt. Die sind mir hier im Forum durch die NWB-Imker schleunigst ausgetrieben worden, hab Vertrauen zu der Erneuerungskraft, die dem Bien innewohnt! Die schaffen das, Voraussetzung ist allerdings ein guter Standort, ausreichende Volksgrösse und ein nicht zu später Zeitpunkt. Nicht zu vergessen die Fütterung.

    Ich habe überhaupt keine MW gegeben, seitdem arbeite ich nur noch mit Leitstreifen, die bis max 1cm breit sind. Die werden mit flüssigem Wachs in der Nut fixiert, fertig. Und die halten auch das Futtergewicht aus.

    Wenn Du, sagen wir mal, ab Bildung kontinuierlich dünn fütterst (von oben, enges Flugloch!!!), sollte innerhalb 14 Tagen ein ordentliches Grundgerüst stehen.

    Ich hatte ein Volk 2016, das ich als Schwarmvorwegnahme einlogiert habe. Die bauten unter Tracht innerhalb kürzester Zeit 11 Waben komplett aus, ich kam gar nicht nach.

    Denen habe ich sogar noch einen angetragenen HR eines anderen Volks aufgesetzt, den die fertig gemacht und verdeckelt haben. Das war echt ein Knallervolk. Die anderen waren etwas langsamer, aber teilweise auch unterschiedlich im Waben"muster".

    Ein Volk ist mit nur 3 komplett ausgebauten Waben in den Winter gegangen, hatte dafür aber links und rechts mehrere angefangene Waben, so bis zur Mitte ungefähr. Da wurde seinerzeit auch Futter eingelagert und das wurde auch weggezehrt. Runtergekracht ist aber nichts, und verhungert ist mir auch keiner.

    Ich würde aber auf jeden Fall anfangs lieber kontinuierlich füttern, bis sie so 5-6 Waben ordentlich haben. Und dann zum Herbst auffüttern. Die hören schon auf mit dem abnehmen und einlagern, wenns zuviel wird.

    Solltest Du dann immer noch Angst haben, sieh doch mal zu, ob Du nicht jetzt vorhandene reine Futterwaben bunkern kannst. Die kann man doch auch zuhängen, wenn es an Futterwaben für den Wintervorrat mangelt.

    Viel Erfolg!!!

    Wennst magst, melde Dich per PM, dann kannst auch anrufen.

    Landpomeranze

    P.S: Fast vergessen: ich habe vom Lieferanten vorgedrahtete Rähmchen!!! Es sind 4 bzw 5 Querdrähte drin, die ich auch nochmal nachspanne. Die sind m.E. immens wichtig für die Tragkraft der Naturwaben und ich würde zumindest als Anfänger nicht darauf verzichten, die Stabilität ist doch besser.

    Mit mehr Erfahrung mag das handling besser werden, aber ich für meinen Teil lasse das so und finde es praktisch.

  • 1 Jahr später. Vielleicht ist es für den ein oder anderen von Interesse. Ich hatte keinen Wildbau. Das Volk ist auch hervorragend auf 10 Waben in den Winter.Der Schwarm hat sich prächtig entwickelt und sitzt jetzt auf 6 BR + 1 DR. Morgen kommt der zweite HR drauf. Mein einziges Volk dass bisher auch wirklich was getan hat ;-) Die anderen kommen jetzt erst aus den Puschen...


  • Wenn man einen Fütterer nach Adam auf den BR setzt, kommt dann der HR zwischen BR und Fütterer oder nimmt man den Fütterer weg, sobald der HR drauf ist? Oder wartet man mit dem Aufsetzen des HR bis die 5l weg sind?


    Grüße

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Ich habe Kunstschwärme mit einer unbegatteten Königin gebildet wie rase es uns erklärt hat. Die möchte ich in eine 12er Dadant setzen mit 12 Mittelwänden und mit Adamsfütterer 1:1 füttern. Ab wann kann ich kontrollieren wie sie gebaut haben weil die Kö ja noch auf Begattungsflug muss.


    VG Reinhard

  • Was machst du mit 1-2kg Bienen, wenn die Weisel beim Ausflug Vogelfutter wird?


    unbegattete Weisel - kleiner Kunstschwarm, kleiner Ableger


    erst eine begattete Weisel- möglichst ein paar Wochen beim Legen- hat genug Pheromon für einen großen Bienenhaufen, ansonsten kann es bei Einlaufen/Einschlagen auch passieren das ein Teil der Bienen lieber in Nachbarbeuten einziehen.

  • Was machst du mit 1-2kg Bienen, wenn die Weisel beim Ausflug Vogelfutter wird?

    hängst 'ne Brutwabe zu? Ich mach voll gern KS mit unbegatteten Prinzessinnen. Mußt ja nicht soviel Bienen nehmen. Klappt super, ist doch wie ein kleiner Nachschwarm.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife