Wann Weiselnäpfe bei Nicot auf Zuchtrahmen umstecken?

  • Hallo Imkerfreunde.


    Ich bin Neu-/Jung-Imker daher bitte ich um Nachsicht wenn meine Fragen "dumm" erscheinen. Nachdem es mit dem Erstellen von Brutablegern dieses Jahr ganz gut geklappt hat, versuche ich mich nun in Königinnenzucht; bzw. Nicht wirklich Zucht sondern einfach nur Königinnenvermehrung. Ich versuche mich aktuell am Nicot-System und nun zu meiner Frage. Nachdem der Stift gelegt wurde ist er 3 Tage lang Stift, danach schlüpft die Larve.

    Ich komme nun bei der Tage-Rechnung durcheinander.

    Als Beispiel wurde die Königin an Pfingstmontag (21.05.18) in die Nicot-Box gesetzt. Einen Tag später (22.05.18) waren noch keine Stifte zu sehen. Heute nun (23.05.18) sind die Weiselnäpfe in der Nicot-Box allesamt bestiftet und die Königin wurde wieder rausgelassen. Mein Rechen-Problem ist nun: Wann ist es Zeit die Weiselnäpfe in den Zuchtrahmen umzustecken und ins weisellose Zuchtvolk zu hängen?

    Am Samstag (26.05.18) also Tag 3? oder einen Tag später, also Tag 4?


    Ich Danke Euch allen im voraus für hilfreiche Antworten und schicke sonnige Grüße aus dem hohen Norden.


    PS: Falls ich meinen Post hier in der falschen Kategorie platziert habe, bitte ich um Entschuldigung. Gerne verschieben.

  • Hallo,

    also ich zähle eigentlich immer Zusetztag plus 4 Tage, da die Königin wie beobachtet immer erst ein Stück braucht, bis sie anfängt in die Becher zu stiften, grade bei neuen Kasetten. Ich würde am Freitag Nachmittag mal rein sehen, damit du nicht Gefahr läufst, dass die Maden zu alt werden, ansonsten eben Samstag nochmal schauen.

  • Warum nicht gleich?

    Werden Stifte wieder ausgeräumt?


    Da mir in dem einen Tag noch immer nicht die Ironie erschlösslich ist: Dann eier doch ein mal ein paar Zellen um, daneben larvst du um. Ich möchte wetten, der Unterschied ist in Stunden zu sehen.


    Grüße

    Holger

    ...der bei seinem ersten Versuch auch lieber die festen, liegenden Stifte statt der labbernden Minilarven genommen hat ;)

  • Das schöne ist ja das du warten kannst bist die in der Kasette angepflegt sind. Den Stopfen raus (Königin frei lassen!) wenn genügend bestiftet ist.

    Sind die Larven dann angepflegt, auf die Leiste stecken und rein in den Starter .

    Je genauer (früher) du den Zeitpunkt von Schlupf und erstem Füttern triffst, umso besser.

    Ich habs noch nicht versucht, aber Kumpel von mir sagt, Stifte werden nicht (gut?) angenommen, auch nicht wenn sie hängen.

    LG

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Hi

    Wenn Du die Kö am 23.05. raus gelassen hast, wurde dann auch das letzte Ei gelegt.

    Also sollte 3 Tage später (26.05) , zur selben Tageszeit auch das letzte Ei schlüpfen. Und da Du am 22.05. noch keinen Stift gefunden hast, ist am 26.05. auch keine Made älter als 24 Std.

    Wenn Du am 23.05. um 18.00 Uhr die Kö frei gelassen hast, würde ich am 26.05. Mittags kontrolieren und die passendsten raus suchen.


    Rein rechnerisch, keine Erfahrung.


    Gruß Jakob

  • Stifte werden innerhalb von Minuten im Anbrüter ausgeräumt.

    Das Umlarven hat den Vorteil, dass man nicht mehrfach ans Volk muss und sich auch die jüngsten Maden aussuchen kann. Auch eine ungezeichnete Königin ist kein Problem. Allerdings ist der Nachteil beim Umlarven, dass mitunter sehr wenig Futtersaft mit umgelarvt wird. Außerdem besteht die Gefahr, die Made zu verletzen. Daher habe ich die Zuchtkasette. Dabei ist bei mir das Problem, dass nur ca. 50% der Becher auch verwertbar sind, da teilweise Honig eingetragen wird, teilweise auch noch Stifte vorhanden sind. Es hat also alles Vor- und Nachteile.

    Zur Tages-Zählung: ich habe meine Kasetten am 20.5. eingehangen, am 24. in den Starter gegeben und heute am 25. in die Pflegevölker verteilt, wie also von mir schon weiter oben beschrieben. Dabei waren es fast alles jüngste Maden, und eben ein paar Stifte noch in den später bestifteten Bechern.


    Ich hatte in meinem Anbrüter (Sammelbrutableger Dadant) ca. 160 Zellen anpflegen lassen. Ich habe u.a. zwei Dadant Brutraumrähmchen mit je 4 Streifen zu je 15 Zellen reingehangen. Die oberen 3 Reihen wurden bis auf ganz wenige Ausnahmen komplett angepflegt, die untere Reihe wurde bei beiden Rahmen fast komplett ausgeräumt. Kennt dafür evtl. jemand einen Grund? Vielleicht ist es da unten zu kalt gewesen?

  • Hm, bei mir hat das mit der Nicot Kassette und dem Anbrüter schlecht funktioniert. Habe die Kö am 29.5. früh reingehängt, am 31.5. früh wieder rausgealssen, am 2. 6. nachmittags den Anbrüter voll gemacht (etwa 3h nach dem Befüllen mit Bienen), natürlich mit vollen Näpfchen. Es sind vielleicht 3 verwertbare Larven dabei rausgekommen. Warum war die Quote so schlecht? Hätte ich die Kassette auch länger im Volk lassen können?

  • Hab noch einen weiteren Versuch gestartet. Ich glaube, beim ersten Mal habe ich zu früh umgesteckt. Doch obwohl ich dieses Mal länger gewartet habe, hatte ich wieder nur 2 Königinnen, dabei habe ich auch noch mal einen frischen Starter gemacht (wie lange kann man den eigentlich benutzen?). Habe zwischendurch noch Umlarven per Hand versucht. Mal sehen, ob es das erste Mal 6 oder 8 Kös geworden sind, beim zweiten Mal waren es wieder bloß zwei. Ich frage mich gerade verzweifelt, wo mein Fehler liegt. Vielleicht, weil die Näpfchen beim zweiten Mal Nicot noch etwa zwei Stunden außerhalb des Volkes waren (aber mit feuchten Tuch abgedeckt). Ist mein erster Versuch einer eigenen Zuchtserie und ich bin ziemlich frustriert, weil es nicht richtig funktioniert. Meine ersten 3 Königinnen (s. oben) haben sie mir übrigens gleich wieder augeräumt.

  • Tut mir leid für Dich, kaktusland . Ich habe dieses Jahr auch zum ersten Mal versucht, umzularven. Habe zwei Versuche unternommen und dann frustriert aufgegeben, weil mir das nötige Feingefühl fehlt. Das Verfahren wird sich aber nicht grundlos durchgesetzt haben, weshalb es für uns wohl nur eines gibt: Immer wieder üben. :) Die Nicot-Kassette hat dagegen in der Praxis eher nicht überzeugt. Ich habe mir abgeholfen, indem ich ein kleines Leerwabenstück zusammen mit einer Königin, vielen Bienen und zwei vollen Futterwaben für einen Tag in eine Kiste gegeben habe. Da wusste ich dann genau, wie alt die Eier waren. Nach drei Tagen habe ich das Wabenstück in Streifen zerschnitten und in einen Starter gegeben. Die Annahme war viel besser als bei der Zuchtlatte mit den umgelarvten Larven, aber halt nur, weil ich (noch) nicht umlarven kann und wohl die meisten Larven unglücklicherweise beschädigt hatte. Die Königinnen sind dann erwartungsgemäss gesund geschlüpft und teilweise bereits in Eilage. Ich würde es an Deiner Stelle nochmals mit Umlarven oder aber mit einem Eistreifen (oder Bogenschnitt) versuchen.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Wenn ein Anbrüter in guter Stimmung ist wird er sehr viele Zellen anpflegen. Ich vermute also, dass eine oder mehrere Punkte nicht "optimal" waren. Aus meiner Sicht die wichtigsten Punkte:

    - keine eigene offene Brut

    - ausreichend junge Bienen (mindestens 6 gut besetzte Honigraumwaben zusammenkehren, besser von Brutwaben aber ohne Königin)

    - keine Königin (geht auch im Honigraum, aber wir wollen ja viele angezogene Zellen, daher besser ganz ohne Königin)

    - ausreichend Futter/Wasser (Pollen und Honig + Wasser wenn es ein geschlossener Anbrüter ist)

    - unverletzte Maden (bei Umstecken gehe ich davon aus, dass Deine OK sind)


    Würde sagen, das ist das wichtigste.


    Ich verwende immer einen offenen Anbrüter, dazu hänge ich für ein Stündchen eine bienenfreie (damit sicher Königinnenfreie) bis zwei offene Brutwaben in den Honigraum.

    Danach stelle ich den Honigraum auf das Bodenbrett (immer noch mit Brutwaben drin) und verstelle die Bruträume mit der Königin. Wenn Weiselunruhe einsetzt (sicherheitshalber ab 2 Stunden später) kommt der Zuchrahnmen mit belarvten Näpfchen rein an die Stelle der Brutwaben und eine Wabe mit Pollen (OHNE offene Brut, sonst ziehen die auf dieser Wabe eine neue Königin). Gefühlt nehmen die alle Zellen in Pflege, in denen eine brauchbare Made ist (ich vermute, dass in den ein zwei Zellen, die nicht angenommen werden eine Verletzung beim Umlarven passiert ist).

    Ob das wirklich auch dieses Jahr so klappt kann ich morgen sagen, wenn ich nachschaue :)


    Viele Grüße

    Alex

  • Danke für Eure Hinweise. Man kann wohl die Königin auch mit einer leeren ausgebauten Wabe in eine Wabentasche stecken und das nach 4 bis 4,5 Tagen verwerten. Das wollte ich als nächstes probieren. Vielleicht hab ich das mit der Umlarvtechnik noch nicht so ganz raus und die Larven beschädigt. Mein chinesischer Umlarvlöffel (ich hatte im Züchterkurs letztes Jahr einen probiert, der ging super) zerstippt die Larven nur und die Schweizer Umlarvnadel ist gar nicht so leicht zu handhaben, ich habe dann immer oben die Waben gekürzt (waren aber Naturwaben, vielleicht waren die tiefer). Aber die Larven gingen nicht immer sofort raus und ich hab sie dann auch mehrfach versucht, auf den Löffel zu bekommen.

    Swissmix, wie befestigst Du die ausgeschnittenen Streifen? Und nimmst Du einen geschlossenen Anbrüter? Mein geschlossener Anbrüter erfüllt auf den ersten Blick alle Bedingungen, die Alex beschrieben hat, ordentlich geheult hat er auch. Hatte bei der Honigernte gleich die Bienen eingefegt und noch Bienen von Brutwaben dazugegeben und bei der ganzen Aktion zwei abgeschwärmt geglaubte Königinnen wiedergefunden, die sich vor zwei Wochen gut getarnt hatten.

    Der Züchter, bei dem ich im Kurs war, hat immer über 50% oder mehr Annahme mit seinem Nicotsystem, sagt er jedenfalls. Deswegen dachte ich, es sei super einfach.

    Ich habe die Königinnenlarven immer oben im Honigraum. Mal sehen, ob heute was zu käfigen ist. Letztes Jahr mit dem Material vom Züchter hat das gut funktioniert. Ich habe sie dieses Mal in ein Volk mit einer "no name Kö" gehängt, nicht in das Volk der Insel-Mutter.

    Alex, wenn Du den Honigraum runter stellst, machst Du dann einen Zwischenboden rein oder legst Du nur das Absperrgitter drauf und stellst die Bruträume oben hin?


    Viele Grüße

  • kaktusland Ich bin im Detail so vorgegangen: Mein im Voraus erkorenes Pflegevolk sass auf einer Brutraum- und einer Honigzarge (Zander; ASG dazwischen). Ich habe den Brutraum am Tag 0 verstellt und aus dem Honigraum alle Waben bis auf zwei vollständig gefüllte entnommen. Dabei habe ich alle HR-Bienen in den HR abgestossen. Dann habe ich aus dem BR die Königin und von mehreren Waben die Bienen dazugestossen. Am Ende habe ich das Leerrähmchen hineingegeben. Am Folgetag (Tag 1) habe ich das Volk wieder normal zusammengesetzt, nachdem ich mich vergewissert hatte, dass die Leerwabe schön bestiftet ist. Ist halt eine Geigelei. Die Leerwabe habe ich im HR belassen, damit ich sie später einfacher entnehmen konnte.


    Am Tag 4 habe ich versucht, Streifen von der Breite einer Zelle an einen Oberträger zu heften. Das geht nicht gut (schneiden schon, befestigen nicht). Ich würde die Streifen zwei, drei Zellen breit machen, eher kurze Abschnitte (vielleicht so zehn Zellen) und diese dann mit links und rechts Draht an den Oberträger heften. Die Bienen bauen das sofort fest. Zellen würde ich vorerst mal noch keine zerstören (ich bin da recht ungeschickt).


    Die so präparierten Streifen werden natürlich nicht ins Pflegevolk gehängt. Ich habe wieder den Brutraum verstellt und den Honigraum auf den alten Boden gestellt. Im HR habe ich Platz für die «Zuchtlatte» gelassen. Bienen aus dem BR habe ich nicht dazu gegeben, um sicher zu gehen, dass die Kö nicht versehentlich in diesem Starter landet. Chronologisch gesehen habe ich das zuerst gemacht und mich danach um die Eistreifen gekümmert. Bei meinem «Geschick» war ich eine Weile mit den Streifen beschäftigt, sodass im Starter die ersten Anzeichen einer Weiselunruhe aufgekommen sind.


    Am Folgetag (Tag 5) sieht man den Erfolg in der Form von angezogenen Zellen. Da werden einige angezogen! Ich habe erst dann einige Zellen zerstört, damit die verbliebenen mehr Platz hatten. Ist vielleicht eine Verschwendung von Futtersaft, aber für ungeschickte Leute wie mich sicherer. Das Pflegevolk wurde dann wieder richtig zusammengesetzt (Finisher), «Zuchtlatte» im HR. Der Rest ist dann ja bekannt.


    Umlarven ist definitiv viel weniger Arbeit, aber ich habe das dieses Jahr echt nicht hingekriegt, habe Zellböden durchlöchert, Larven zerstört usw. usf. Deshalb bin ich auf dieses Verfahren ausgewichen. Ist eigentlich ein Armutszeugnis für mich. ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).