Gerade ein Volk gekauft und schon keine Königin mehr?

  • Hallo!


    Ich bin Lehrerin an einer Schule und wir haben gestern unsere Bienen für unsere Schulimkerei bekommen. Heute haben wir mit unserem Imkerpaten gemeinsam eine Durchsicht gemacht, um die Königin zu finden (die war beim Kauf nicht auffindbar...Brut und Stifte aber sichtbar). Wir haben eine markierte Biene gefunden, die unserer Meinung nach aber eine normale Arbeiterin war und keine Königin. Wir haben außerdem eine sehr nach Königin ausschauende Biene gefunden, die allerdings unmarkiert war. Unser Imkerpate wollte diese fangen und hat sie tatsächlich - ich konnte es selbst nicht fassen - dabei getötet. Ich war tierisch sauer. Jetzt ist unsere panische Befürchtung, dass wir keine Königin mehr im Volk haben.

    Das Volk ist super stark und fleißig. Wir haben auch 3 Weiselzellen entdeckt und erstmal markiert (unverdeckelt). Wir wissen jetzt gar nicht mehr weiter, auch unser Imker war völlig überfragt, was uns noch mehr verunsichert hat.


    Idee war dann: von dem Volk direkt einen Brutableger bilden (übermorgen ist angedacht), weil noch Brut und Stifte zu finden waren und im Ableger und im Altvolk Königinnen nachziehen lassen.


    Unsere Ängste, dass das Volk plötzilch schwärmt (ohne Königin?) oder drohnenbrütig wird sind riesig...:(


    Bitte bitte Rückmeldung geben! Danke! :-)

  • Hallo,


    keinen Ableger bilden sondern einfach abwarten. Wenn Stifte da sind werden sie sich eine neue Königin nachziehen.

    Evtl. von den drei Weiselzellen nur eine stehen lassen damit nicht trotzdem noch ein Schwarm abgeht. Aber sicher sein, dass die übriggebliebene auch belegt ist!

    Wenn man Hilfe benötigt macht es meiner Meinung nach Sinn zu sagen wo man sich mit dem Volk befindet.

    Vielleicht findet sich dann ja jemand in unmittelbarer Nähe der helfen möchte.


    gruß


    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Das hört sich an, als würde da Volk gerade still unweiseln. Das würde erklären, warum eine markierte und eine unmarkierte Königin und auch noch Weiselzellen im Volk sind. Es kann ja eine sehr kleine Königin gewesen sein (evtl. eine minderwerte Nachschaffungskönigin, deswegen die stille Umweiselung).

    Da Weiselzellen da sind, die Bienen einfach machen lassen (und zusehen, dass der Imkerpate nicht noch mehr kaputtmacht).


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Falls es die königin war, welche jetzt tot ist, dann sollten jetzt mehrere nachschaffungszellen vorhanden sein(10 bis 20). Ich würde nun erstmal prüfen ob Stifte oder ob nachschaffungszellen vorhanden sind. Wenn es zellen hat und keine stifte dann die zwei größten umd schönsten stehen lassen, alle anderen weg machen. Dann wieder zumachen und 40 Tage nicht öffnen, junge königinnen brauchen viel ruhe. Nach den 40 tagen auf stifte kontrollieren, wenn dann keine stifte vorhanden sind vom imkerpate eine wabe mit stiften klauen und rein tun, wenn auf der wabe keine nachschafungszellen angelegt werden ist die königin da und legt nur noch nicht, ansonsten wieder von vorne^^ viel erfolg

  • Danke schon einmal für eure Antworten! Mir geht es gerade richtig schlecht, weil wir direkt zum Start natürlich nicht mit so einem Drama gerechnet haben. Beim nächsten mal werden wir auf jeden Fall alles selbst machen oder noch einmal jemand anderen hinzu holen.


    Weil wir jetzt so verunsichert sind (weil ja vermutlich keine Königin mehr da ist) wollen wir übermorgen direkt noch einmal ins Volk schauen...macht das Sinn? Wegen der Schwarmstimmung? Oder lieber ein paar Tage abwarten?

  • Schaut Euch mal die markierte Biene genauer an. Wenn das eine Königin ist, ist es eine stille Umweiselung, dann besteht keine Schwarmgefahr.

    Im Weiteren die Bienen nicht stören. So in ca. drei Wochen, müsste die neue in Eilage sein.

    Man kann zur Sicherheit mit einer der überzählige Weiselzellen kurz vor dem Schlupf einen kleinen Ableger machen. Dann hat man eine Reserve.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Also verstehe ich daraus, dass wir Freitag noch einmal die markierte Biene genau anschauen und danach alles in Ruhe lassen?

    Das Volk ist super stark und gestern fast übergequollen, wir haben dann auf Anraten des Verkäufers einen Honigraum aufgesetzt (das Volk kam schon auf 2 Zargen). Daher unsere Idee mit einem zügigen Ableger....den wir dann evtl direkt am Freitag machen würden aus 2-3 Brutwaben (evtl mti Weiselzelle?) und Co und dann wegbringen...?

  • Dieses Forum kann vieles, aber nicht aus der Ferne und von jetzt auf gleich aus Lehrern Imker machen. Normalerweise informiert man sich, bevor man selbstverantwortlich mit Tieren umgeht. Und wenn man das als Lehrer vor Kindern tut schon dreimal. Meine Meinung. Macht erstmal selbst Eure Hausaufgaben.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo rase, sie hatte ja jemanden dabei der die Königin gequetscht hat. War also zumindest nicht allein 😀. Und es spricht viel dafür, Kindern Bienen näher zu bringen... ich würde einen Ableger mit einer schönen WZ machen. Und dann das Ursprungsvolk in ein paar Tagen auf Stifte kontrollieren.

    Ist doch auch eine gute Lehrstunde, den Kindern Nachschaffung und damit eine Funktion des Organismus zu zeigen... Lg leomilena

  • Zur Info: Wir haben einen intensiven Imkerlehrgang in einem Imkerverein absolviert und heute war NUR unser Imkervater aktiv am Volk unterwegs. Wir hatten mit dem Königinnendrama also nichts zu tun, sondern mussten es quasi mit ansehen. Aber nun gut. Ich denke, dafür sollte ich mich eigentlich nicht rechtfertigen müssen.

  • Nein Bildungsbiene nochmal zurück: das Beste draus machen, es sind ja WZ da, das Volk ist nicht verloren, im Gegenteil, man kann den Kindern viel daran zeigen, selbst wenn ein Schwarm abgehen sollte. Für ausreichend Material sorgen!

    P.S.: wir Lehrer sind doch gut im improvisieren 😀

  • es spricht viel dafür, Kindern Bienen näher zu bringen...

    Klar. Insektenhotel, Besuch beim Imker, irgendwie sowas. Zuhause anfangen zu Imkern, wenn's läuft in der Schule 'ne Filiale aufmachen. Dann gibt's auch das Zweit- und Drittvolk, falls mal wirklich was schief läuft. So klingt es nach Disaster und ich würde zu gerne mal die Geschichte aus Sicht des Imkers hören. Da trifft oft sehr löbliches Engagement auf totale Ahnungslosigkeit, wenn man sowas machen will, sollte man (meiner Meinung) schon in etwa wissen, was da passiert, das zusammen mit den Kindern zu lernen ist in meinen Augen fahrlässig. Keine Ahnung ob das hier jetzt so ist/war, ich will auch niemandem zu nahe treten, aber das hier ist nur ärgerlich, aber kein Problem. Wenn aber das Brutnest langsam lückig wird und Zelldeckel einfallen usw., dann kommt die Fachkunde bloß leider auch nicht automatisch um die Ecke. Ich hab schon nicht ganz neue Imker getroffen, die mir mit Stolz die dicke Königin gezeigt haben (Drohne) und mich fragten, warum soviel Tote Bienen mit dem Kopf in den Zellen stecken würden. Beim Putzen gestorben? Sowas vor einer Klasse fände ich gruselig.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife