Erfahrungswerte wie lange zu feuchter Honig lagerfähig ist

  • Hallo zusammen,


    ich habe heute nachmittags drei alten Imker mal beim "fachsimpeln,, zugehört. Alle sind über 80 Jahre. Ist schon recht interessant( Perizin etc) Als es dann um den Honig ging und ich mal was von Refraktometer gesagt habe :):) da haben die mich angeschrieben haut als ob ich zum Mond fliegen will. Also kurze Rede, Sie schauen ob der Honig reif ist, wie früher Spritzprobe und alles verdeckelt. Also ich mein Refraktometer geholt, denen gezeigt und gemessen. Und zack 18,2%.Darauf einer von den Senioren auch mal durchgeschaut. Ein Bild für Götter. Bis der den farblichen Unterschied als Ablesemarkierung gesehen hat. :D:D:D:D ich glaube des war sein erstes und letztes Mal. Aber nun zu der Frage welcher mir gestellt und ich auch nicht beantworten kann : Er frägst mich jetzt, weil ich ja so ein tolles Messdings habe wie lange er den Honig lagern kann bis er evtl gärt bzw wie hoch die Gefahr des Gährens ist? Hat nämlich einen 25 kg Hobbock voll Frühtracht mit 18,2% Feuchte.

    Achja laut seiner Fingerprobe ist der Honig lecker.. Fingerprobe. Einmal rein in den Hobbock mit dem Finger und abgeschleckt.

    Ich sags euch ich musste innerlich so schmunzeln, als er sagte seit 1960 macht er das so. Meint Ihr, da er noch einen zweiten Hobbock mit 25 KG hat und der nur 16% Feucht aufweist dass er mischen soll? Ich bin mir nicht sicher ob es nicht besser ist, lieber zu schauen, dass er die 25 KG zuerst verkauft, weil die 16% kann er ja bedenkenlos Lagern. Oder sollte er wirklich mischen?

  • Hallo,


    .... der Honig ist mit 18,2% nur für den DIB zu feucht.


    Hast Du einen Honiglehrgang gemacht ?


    Dann hast DU ja auch schonmal etwas von der Honigverordnung gehört.


    Schau da mal in die Anlage 2.


    Auf solchen Honig schreiben die großen Vermarkter auch 4 Jahre Haltbarkeit drauf.


    GdBK


    PS: An Deiner Stelle, würde ich nicht so verächtlich auf die Altvorderen herunterschauen.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hält halt bevor Missverständnisse aufkommen. Es sollte nicht von oben herab wirken. Es war eher urkomisch aber im positiven Sinne. Ja klar habe ich einen Honig Lehrgang. Mit 18% für den DIB ist klar. Er nimmt eh nur seine Neutralgläser. Es ging Ihm und dann schlussendlich auch mir eher um die Lagerdauer. Mir bewusst dass die Gefahr der Gährung je näher man am 19% bis 20% kommt höher ist. Aber genau da will ich nachhaken. Was bedeutet höher?


    Aber nochmals, es war ein sehr toller Nachmittag und ich habe Dinge erlebt die wirklich super waren. Nicht von der Technik, sondern wie die Senioren mit den Bienen umgegangen sind. Als ob die Bienen die Ruhe der alten Herren gespürt hätten. Auch wie Sie mit den Bienen gesprochen haben. Da hats keinen Smoker gebraucht sondern er hat nur eine Zigarette nebenbei geraucht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Kapiro ()

  • Es sollte nicht von oben herab wirken.

    Macht es aber, extrem, und es ist schwer zu lesen.


    Zur Frage kann man nur schwer eine Antwort geben. Es dürfte bei unterschiedlichen Honigen unterschiedlich lange dauern. Die Lagerbedingungen sind natürlich der wichtigste Punkt dabei. Eine Antwort wie "Bei 18,2 % Wassergehalt hält Honig ein halbes Jahr bevor er anfängt zu gären" wird man nicht geben können.

  • Nach meiner Erinnerung gab es zu dem Thema vor etwa 2 bis 3 Monaten einen sehr informativen Beitrag im Bienenjournal. Ich würde den Honig mit einem MHD von etwa 1 Jahr verkaufen.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Zitat

    Hält halt bevor Missverständnisse aufkommen. Es sollte nicht von oben herab wirken.

    Das macht es aber und denke daran, auch DU wirst mal alt, zumindest hofft man das und ob man dann noch Neues mit altbewährtem tauscht, das sei dahin gestellt....
    Der Ton macht die Musik...

    Beste Grüße Hartmut


  • Ja war vielleicht missverständlich geschrieben. Sorry. Sollte und war auch nicht so. Es war ein schöner Nachmittag und wir 4 hatten großen Spaß. Auch beim Refraktometer war es eher ein Gelächter mit der farblichen Markierung als wie bitterer Ernst. Und klar ist auch, wenn jemand seit über 50 Jahren imkert, ich mir es mir nie anmaßen würde Ihm Ratschläge zu geben.

  • Hallo Kapiro,

    ein Trost bei Deinem Beitrag : falls die Imker Kollegen gestandene Bayern sind, werden sie schon wissen, wie sie Dir Klugsch....er beikommen. :cursing: Hat Dein Refraktometer + 250 Euro gekostet ?

    Nein ? Lass Dir mal vom Fachmann, was zum Thema Messungenauigkeit / Toleranz erzählen.

    Im Übrigen ist die zitierte 58 jährige Imker Erfahrung 1000 Mal mehr Wert, als jede noch so teure

    Technik. Aber Du und Deine Technik wissen ´s vermutlich sogar besser als die Bienen.

    An Deiner Stelle würde ich mich in Grund und Boden schämen für eine solche Haltung :!:

  • ... und wenn der Honig seit 60 Jahren längere Zeit so hält und nicht rumgärt nach ein paar Monaten, dann halte ich es gerne mit der Erfahrung und nicht mit irgendwelchen Prozentwerte, denen auch immer ein Funke Willkür anhaftet. Siehe auch Helmut Kohl und die Konvergenz- Kriterien: sind 3% nun 3,0 oder 3, irgendwas 😀

  • hallo

    Wir imkern Seit hundert Jahren und wir haben auch kein Messgerät

    Ich kann mich nicht dran erinnern das je mal was gegärt hat.


    Bei mir kommen auch immer wider mal neu Imker an die

    alles neu erfinden müssen.


    Und es werden immer mal ein paar zu Nase Waben dabei sein,

  • Nabend zusammen

    Also ich muss ja mal Initiative für Kapiro ergreifen.

    Ich empfand seinen Beitrag nicht von oben herab, sondern es hat nur gezeigt, dass 2 Welten aufeinandergeprallt sind und sich ausnahmsweise mal ausgetauscht, anstatt wie sonst nur argwönig beäugt zu haben.

    Mein Opa besaß auch nie ein Refraktometer und es hat nie etwas gegährt.

    Dies ist eben gute alte imkerliche Praxis, welche aus jahrelanger Erfahrung resultiert und in keinster Weise erkauft werden kann.

    Nur die Wortwahl war eben nicht gut überlegt und ich denke, dass hat er nun auch verstanden.


    Ich würde mich glücklich schätzen, wenn einer dieser Alten mir zur Seite stehen würde und sein know how mit modernen Methoden ergänzt werden würde.


    Ich bin der Meinung dass es ein ganz großer unterschied ist, ob jemand schon 60 Jahre Imker ist oder ob er Imkert wie vor 60 Jahren, da ein gewisser Lernprozess schon stattfinden sollte und zwar in beide Richtungen.


    Wir leben nun mal in einer Zeit, in der auf Dinge wie Hygiene und Effektivität deutlich größerer Augenmerk gelegt wird wie vor 65 Jahren.

    Ob nun Sinnvoll oder nicht.


    Ich zum Beispiel sehne mich in die Zeiten der Hausschlachtung zurück und ein Hygieniker wird bei der Vorstellung zu weinen beginnen.

    Dennoch hat es Jahrtausende funktioniert und ich hatte nie wieder so gute unverfälschte Wurst wie direkt aus dem Schlachtkessel meiner Oma.


    mfG Niico

  • Kapiro's Erlebnis kann ich mir durchaus vorstellen. Ich denke, dass die heute 80jährigen in ihrer Jugend durchaus ähnliche Erlebnisse und Empfindungen im Umgang mit ihrer damaligen "Großelterngeneration" hatten. Nur konnten diese nicht im Internet vor breitem Publikum kommuniziert werden, sondern vermutlich im Wirtshaus. Mag sein, dass "Respekt/Ehrfurcht" vor dem Alter früher auch weiter verbreitet waren als heute, ohne dass ich das bewerten möchte. Für wichtig halte ich allerdings Toleranz gegenüber anderen Meinungen. Vor diesem Hintergrund sollte man meiner Meinung nach nicht jedes Wort von Kapiro "auf die Goldwaage legen".


    Zum inhaltlichen: Ich kann mir vorstellen, dass so mancher "alte" Imker ohne Refraktometer einen guten Honig ohne Gärungsprobleme produzieren kann. Als 65jähriger "Anfänger" bin ich auf ein Refraktometer angewiesen.

    Eine Wandlung weit verbreiteter Vorstellungen, die nicht jeder ältere Mensch mitgemacht hat, hat sich beim Umgang mit den "Segnungen" der modernen Chemie vollzogen: Ich kann mich zum Beispiel noch erinnern, wie fortschrittlich mein Vater in den 60er Jahren das Aufkommen "moderner" Unkrautvernichter fand oder dass in den damaligen Medien ein Tipp für den Schutz von Blumenzwiebeln vor Wühlmausfraß das Einpudern dieser mit Bleimennige(!) war, heute für die meisten unvorstellbar.

    Ältere Imker pfleg(t)en vermutlich häufig einen "unbefangeneren" Umgang mit chemisch-synthetischen Varroa-Mitteln. Ein Imker, bei dem ich bis vor wenigen Jahren regelmäßig sehr leckeren Heidehonig gekauft habe, sagte mir z.B., als ich ihn nach Beginn meiner eigenen Imkerei zur Varroa-Behandlung fragte, dass er Perizin einsetzt. Im Verein tat ein älterer Imker letztes Jahr im Februar kund, man müsse allmählich "die Bayvarol-Streifen aus den Beuten holen, damit der Honig nicht nach Thymol schmeckt" (In Wirklichkeit enthält Bayvarol kein Thymol, sondern ein Pyrethroid und darf meines Wissens zwischen 1.1. und Abschluss Honigernte nicht eingesetzt werden).


    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Kapiro - glaubst Du wirklich das Honig mit 18,0% Wassergehalt nie gärt und Honig mit 18,2% sofort zu gären beginnt? Nicht wirklich - oder? Welches "Schätzeisen" für das Messen des Wassergehalts hast Du denn und wie hast Du es geeicht und temperaturkompensiert?

  • ... glaubst Du wirklich das Honig mit 18,0% Wassergehalt nie gärt und Honig mit 18,2% sofort zu gären beginnt?

    Eine Frage: Hat wirklich schon mal jemand Honig gären sehen?

    Dass es zur Phasentrennung kommt, ja, und ein etwas säuerlicher Geruch. Aber Gärung?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)