Cremehonig und der DIB

  • Vielfach wurde im "alten" Stammtisch die Herstellung von Cremehonig diskutiert. Ich habe an einer Honigprämierung teilgenommen und mein Honig bekam eine Abwertung wegen "Überrührung". Der Honig wurde eine Woche lang jeden Tag ca. 5 Minuten langsamlaufend gerührt. Ich frage mich, wie man "überrührten" Honig feststellen kann und was daran negativ sein soll.

  • Vielfach wurde im "alten" Stammtisch die Herstellung von Cremehonig diskutiert. Ich habe an einer Honigprämierung teilgenommen und mein Honig bekam eine Abwertung wegen "Überrührung". Der Honig wurde eine Woche lang jeden Tag ca. 5 Minuten langsamlaufend gerührt. Ich frage mich, wie man "überrührten" Honig feststellen kann und was daran negativ sein soll.

  • Sinn und Zweck des Rührens ist, dass der Honig "streichfest" bleibt. Würde man ihn natürlich auskristallisieren lassen, könnte es bei den Blütenhonigen passieren, dass sie anschließend so hart sind, dass man sie fast nicht mehr aus dem Glas bekommt (abhängig von der Fähigkeit zu kandieren. Bei Löwenzahn- und Rapshonig beispielsweise sehr schnell). Daher wird versucht, die sich bildenden Kristalle zu zerstören, so dass sich keine großen, kompakten Gebilde entwickeln können (die dann das Festwerden verursachen würden). Das Rühren wird täglich ca. 10 Minuten mehrmals wiederholt, bis der Honig so steif ist, dass er sich noch Abfüllen lässt (perlmuttähnliche Farbe; er beginnt Schlieren zu ziehen). Das ist nach etwa 3 bis 4 Tagen der Fall. Drehbereich des Rührwerkes bei 50-100 Umdrehungen/Min.
    Wird dieser Moment übergangen, wird der Honig eher zu einem "Brei" als zur streichfähigen "Masse". Außerdem leidet die Optik darunter. Qualitätseinbußen der Inhaltsstoffe sind aber nicht zu befürchten.
    Da der DIB auch das Aussehen bewertet gab es wohl den Punktabzug.

  • Sinn und Zweck des Rührens ist, dass der Honig "streichfest" bleibt. Würde man ihn natürlich auskristallisieren lassen, könnte es bei den Blütenhonigen passieren, dass sie anschließend so hart sind, dass man sie fast nicht mehr aus dem Glas bekommt (abhängig von der Fähigkeit zu kandieren. Bei Löwenzahn- und Rapshonig beispielsweise sehr schnell). Daher wird versucht, die sich bildenden Kristalle zu zerstören, so dass sich keine großen, kompakten Gebilde entwickeln können (die dann das Festwerden verursachen würden). Das Rühren wird täglich ca. 10 Minuten mehrmals wiederholt, bis der Honig so steif ist, dass er sich noch Abfüllen lässt (perlmuttähnliche Farbe; er beginnt Schlieren zu ziehen). Das ist nach etwa 3 bis 4 Tagen der Fall. Drehbereich des Rührwerkes bei 50-100 Umdrehungen/Min.
    Wird dieser Moment übergangen, wird der Honig eher zu einem "Brei" als zur streichfähigen "Masse". Außerdem leidet die Optik darunter. Qualitätseinbußen der Inhaltsstoffe sind aber nicht zu befürchten.
    Da der DIB auch das Aussehen bewertet gab es wohl den Punktabzug.


  • Das muss ich mal ausprobieren, kenn ich noch nicht. Kann mir auch nicht vorstellen ,wie dann der Honig aussieht.

    Viele Grüße
    Gerhard
    vom Strand der Elbe


  • Das muss ich mal ausprobieren, kenn ich noch nicht. Kann mir auch nicht vorstellen ,wie dann der Honig aussieht.

    Viele Grüße
    Gerhard
    vom Strand der Elbe

  • Hallo Hans!
    Ich kann dem beitrag von helmut nur zum teil beipflichten. Wenn du deinen honig mehrmals täglich 10 min. rührst wirst du ihn bestimmmt überrühren. Es kommt auf die größe deiner honiggebinde an, bei einem hobock genügen 2xtäglich 5 min.,bei den handelsüblichen 10liter eimern 2 min.
    Der richtige zeitpunkt zum abfüllen ist wenn
    dein honig beginnt einen schweif zu ziehen was bei der frühtracht meist nach 3 tagen einsetzt. Den honig den du beim abschleudern erntest braucht meist 1 woche, du kannst um ein überrühren zu umgehen ihn am anfang nur einmal rühren nach 3-4 tagen beginnst du ihn 2 mal zu rühren. Ich benutze dazu eine bohrmaschiene und eine handelsübliche honigrührspirale.Wie helmut es schon gesagt hat dient das rühren nur dazu die kristale zu brechen und den honig fein kristalin zu bekommen.
    Mit imkerlichem guß
    Andreas Hoppe

  • Hallo Hans!
    Ich kann dem beitrag von helmut nur zum teil beipflichten. Wenn du deinen honig mehrmals täglich 10 min. rührst wirst du ihn bestimmmt überrühren. Es kommt auf die größe deiner honiggebinde an, bei einem hobock genügen 2xtäglich 5 min.,bei den handelsüblichen 10liter eimern 2 min.
    Der richtige zeitpunkt zum abfüllen ist wenn
    dein honig beginnt einen schweif zu ziehen was bei der frühtracht meist nach 3 tagen einsetzt. Den honig den du beim abschleudern erntest braucht meist 1 woche, du kannst um ein überrühren zu umgehen ihn am anfang nur einmal rühren nach 3-4 tagen beginnst du ihn 2 mal zu rühren. Ich benutze dazu eine bohrmaschiene und eine handelsübliche honigrührspirale.Wie helmut es schon gesagt hat dient das rühren nur dazu die kristale zu brechen und den honig fein kristalin zu bekommen.
    Mit imkerlichem guß
    Andreas Hoppe

  • Hallo liebe Stammtischler,


    ich habe mit dem cremig gerührtem Honig nur beste Erfahrungen gemacht, sogar bei uns in Niederbayern, wo keiner den Blütenhonig will, lässt sich dieser sehr gut verkaufen. Natürlich ist einige Überzeugung der Kunden vorher nötig, da den Kunden bisher immer dieser grießkörnige Blütenhonig, der noch dazu total aushärtet, verkauft wurde. Ich habe heuer bzw. voriges Jahr selber einige Tests machen können, wenn der Blütenhonig durch den Melitherm läuft, dauert es nur kurze Zeit, dann hat der Kunde in seinem Honigglas diese grobe grießkörnige Pampe. Am besten ist das Honigrühren nach der Ernte. Ich habe ca. 4 -5 Tage jeden Tag so 3 - 5 Minuten gerührt, bis der Honig dann zu hart wurde. Nach dem "Auftauen" beim Abfüllen und einem nochmaligem kurzem Rühren blieb dieser wirklich bei Zimmertemperatur schön streichfähig und sieht auch optisch nach etwas aus. Ich hatte auch einige Kübeln, die ich nach der Schleuderung nicht gerührt habe, diese musste ich jetzt zum Verkauf aufrühren, was aber nicht mehr so einfach ist wie nach der Ernte, da erstens die Konsistenz nicht mehr so erreicht wird und zweitens ich mit erheblich mehr Touren meines Rührgeräts den Honig rühren muss, um zu einem Erfolg zu kommen.
    Faszit für mich: Ich rühre in Zukunft immer nach der Ernte und biete auch meinen Kunden nur noch gerührten Honig an, um Reklamationen wegen Grießkörnigkeit oder Steifheit des Honigs im Glas, aus dem Weg gehe, zusätzlich weise ich auch darauf hin, dass der Honig nicht im Kühlschrank, sondern bei Zimmertemperatur gelagert werden soll.
    :wink:

  • Hallo liebe Stammtischler,


    ich habe mit dem cremig gerührtem Honig nur beste Erfahrungen gemacht, sogar bei uns in Niederbayern, wo keiner den Blütenhonig will, lässt sich dieser sehr gut verkaufen. Natürlich ist einige Überzeugung der Kunden vorher nötig, da den Kunden bisher immer dieser grießkörnige Blütenhonig, der noch dazu total aushärtet, verkauft wurde. Ich habe heuer bzw. voriges Jahr selber einige Tests machen können, wenn der Blütenhonig durch den Melitherm läuft, dauert es nur kurze Zeit, dann hat der Kunde in seinem Honigglas diese grobe grießkörnige Pampe. Am besten ist das Honigrühren nach der Ernte. Ich habe ca. 4 -5 Tage jeden Tag so 3 - 5 Minuten gerührt, bis der Honig dann zu hart wurde. Nach dem "Auftauen" beim Abfüllen und einem nochmaligem kurzem Rühren blieb dieser wirklich bei Zimmertemperatur schön streichfähig und sieht auch optisch nach etwas aus. Ich hatte auch einige Kübeln, die ich nach der Schleuderung nicht gerührt habe, diese musste ich jetzt zum Verkauf aufrühren, was aber nicht mehr so einfach ist wie nach der Ernte, da erstens die Konsistenz nicht mehr so erreicht wird und zweitens ich mit erheblich mehr Touren meines Rührgeräts den Honig rühren muss, um zu einem Erfolg zu kommen.
    Faszit für mich: Ich rühre in Zukunft immer nach der Ernte und biete auch meinen Kunden nur noch gerührten Honig an, um Reklamationen wegen Grießkörnigkeit oder Steifheit des Honigs im Glas, aus dem Weg gehe, zusätzlich weise ich auch darauf hin, dass der Honig nicht im Kühlschrank, sondern bei Zimmertemperatur gelagert werden soll.
    :wink:

  • Hallo miteinander


    Vielleicht ist es manchmal ganz gut wenn man sich nicht so viele Gedanken macht und in der Not zu einfachsten Mitteln greift.


    So ist das bei mir der Fall gewesen. Als Anfänger bin ich durchaus nicht komplett ausgestattet. Vor allem habe ich keine Möglichkeit mit technischen Hilfsmitteln zu Rühren.


    Somit ging ich wie folgt vor:
    Ich taute den steinharten und bis dahin ungerührten Honig auf. Ich wartete allerding nicht bis er komplett flussig war, sondern verührte den dann weichen Kern mit dem flüssigen Honig mit Hilfe eines Kochlöffels bis der Eimerinhalt eine gleichmäßige Farbe und Konsistenz hatte.
    Dann wurde dieser abgefüllt. Der Honig wurde zwar wieder fester, bleibt aber immer feincremig und streichfähig. Selbst nach mehrer Wochen habe ich vor kurzen ein Glas abgefüllt.
    Ich werde auch in Zukunft so verfahren, es ist zeit-, material- und kostensparend. Eine Überrühren findet garantiert nicht statt, die Arme sagen einem eindeutig wenn der Honig genug gerührt ist.


    Meine Frau hat in getestet und für gut befunden, das bedeutet was! :smile:


    mfg
    Werner Egger


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Werner Egger am 2002-01-13 21:39 ]</font>

  • Hallo miteinander


    Vielleicht ist es manchmal ganz gut wenn man sich nicht so viele Gedanken macht und in der Not zu einfachsten Mitteln greift.


    So ist das bei mir der Fall gewesen. Als Anfänger bin ich durchaus nicht komplett ausgestattet. Vor allem habe ich keine Möglichkeit mit technischen Hilfsmitteln zu Rühren.


    Somit ging ich wie folgt vor:
    Ich taute den steinharten und bis dahin ungerührten Honig auf. Ich wartete allerding nicht bis er komplett flussig war, sondern verührte den dann weichen Kern mit dem flüssigen Honig mit Hilfe eines Kochlöffels bis der Eimerinhalt eine gleichmäßige Farbe und Konsistenz hatte.
    Dann wurde dieser abgefüllt. Der Honig wurde zwar wieder fester, bleibt aber immer feincremig und streichfähig. Selbst nach mehrer Wochen habe ich vor kurzen ein Glas abgefüllt.
    Ich werde auch in Zukunft so verfahren, es ist zeit-, material- und kostensparend. Eine Überrühren findet garantiert nicht statt, die Arme sagen einem eindeutig wenn der Honig genug gerührt ist.


    Meine Frau hat in getestet und für gut befunden, das bedeutet was! :smile:


    mfg
    Werner Egger


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Werner Egger am 2002-01-13 21:39 ]</font>

  • Chremiger Honig verkauft sich bedeutend besser, als fester.
    Das Rühren ist doch eine zeitaufwendige Sache. Bei der Suche nach Alternativen bin ich auf Honigpumpen gekommen. Deshalb meine Frage: wer hat Erfahrungen mit dem Umpumpen von Honig, speziell der Honigabfüll- und
    Pumpenanlage "fill up" der Fa. Weiland Werkzeugbau. Wird der Honig durch das Umpumpen so cremig, wie durch rühren? Die Anschaffung solch einer Pumpe ist doch mit viel Geld verbunden, deshalb würde ich mich über Erfahrungsberichte mit Honigpumpen freuen.


    MfG
    Gerold Wustmann

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo!
    Ich kann nur einen wärmeschrank empfehlen.
    Es ist die kostengünstigste variante und
    man vermeidet ein überhitzen. Ich stelle immer eine kiste honiggläser einen tag hinein
    und mein honig den ich verkaufe ist immer cremig. Ein guter platz für honig ist auch
    die zentralheizung. Die luftfeuchte ist dort meist sehr gering, der kessel ist meist in waage und eine grundwärme ist immer vorhanden. Es darf dort auf keinen fall nach
    öl riechen weil sich sonst der geruch auf den honig überträgt.
    Mit inmkerlichem gruß
    Andreas Hoppe