• Werbung
    Michael schrieb:


    Du könntest theoretisch z.B. in jedes 500gr Glas 510 gr einfüllen und zum Pfundpreis verkaufen und würdest dadurch einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Ein Mitbewerber, der das mitkriegt, könnte dich wegen dieser Sache vor den Kadi zerren, und würde wahrscheinlich gewinnen.


    Hallo Michael,


    das wäre dann aber nicht "strafbar" im Sinne von Eichrecht. Ich kenne mich zwar auf dem Gebiet nicht sonderlich aus, aber eventuell hätte ein Mitbewerber in der Tat theoretisch die Möglichkeit, Dich abzumahnen. Dies setzte aber wohl voraus, daß Du deutlich erkennbar mehr verkaufst oder mit der "Bonusmenge" wirbst. Bei einer Überfüllung von 2% -und mehr sind 10 Gramm nicht- würde ihn aber jedes Gericht auslachen. Deutlich mehr Chancen hat ein Mitbewerber, wenn er wegen formaler Kriterien wie z.B. fehlende Chargennummer, etc. abmahnen würde. So etwas ist mittlerweile leider ein Freibrief für Rechtsanwälte zum Abkassieren geworden.


    Die Eichämter verlangen imho daß das nominale Abfüllgwicht bei größeren Chargen im Druchschnitt nicht unterschritten wird und verlangen zudem für die einzelnen Gebinde, daß deren Inhalt in einem "Korridor" um den Nennwert liegen muß. Ich kenne die genaue Bandbreite zwar nicht, aber mit 1 bis zwei Prozent sollte man noch deutlich im grünen Bereich liegen.


    Michael schrieb:


    Ich bin vor fast 10 Jahren mal bei einer Stichprobe durch den D.I.B. abgemahnt worden, weil ich 506 Gramm drin hatte.
    Es hat damals keinerlei Strafe o.ä. gekostet, ich wurde aber eindringlich hingewiesen.


    Dir ist klar, daß wir hier über eine Überschreitung der Nennmenge um 1% reden? So ein Verhalten, wie der DIB hier an den Tag gelegt hat bezeichnet man umgangssprachlich als "durchgeknallt". Hier wollte anscheinend jemand noch päpstlicher sein als jemand, der päpstlicher als der Papst ist. Für mich wäre so etwas ein Grund, meine DIB-Bandarolen stehenden Fußes zurückzuschicken, um in neutralen Gläsern mit eigener Bandarole abzufüllen.


    Grüße


    Ulrich

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Thomas,


    in meinem ersten Imkerjahr hat mich ein Kollege aus Niedersachsen angezeigt weil in meinem, damals noch, Neutralglas 525 gr. Inhalt war.
    Ist doch mein Problem hab ich gedacht, hatte es gut gemeint und glaubte je weniger Luft zwischen Honig und Deckel ist umso besser.
    Es gab aber doch eine Ermahnung vom Eichamt und die Auflage mir eine geeichte Waage zum Abfüllen zu kaufen oder zu leihen.
    Als ich später meine Honigprüfung, oder Fachkundenachweis des D.I.B. machte, lernten wir.
    Ich zitiere;
    Laut Eichgesetz muss Honig mit einer geeichten Waage abgefüllt werden.
    Danach dürfen zwei von Hundert der Fertigpackungen eine Plus-Minusabweichung des Gewichtes von 3% bezogen auf die Nennfüllmenge aufweisen. Die Füllmenge aller Fertigpackungen darf die Nennfüllmenge nicht unterschreiten
    Sooo einfach wie Du es meinst geht es nicht, wir leben in Deutschland, da kannst Du nicht 500 gr. Deklarieren und 510 gr. Reingeben, es sei den auf dem Etikett steht -2% mehr drin- drauf.



    Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen


    Margret

  • bisy schrieb:


    Sooo einfach wie Du es meinst geht es nicht, wir leben in Deutschland, da kannst Du nicht 500 gr. Deklarieren und 510 gr. Reingeben, es sei den auf dem Etikett steht -2% mehr drin- drauf.


    Hallo Margret, 510 Gramm im Glas dürften kein Problem darstellen, da man noch deutlich unter der 3%-Grenze liegt.


    Grüße


    Ulrich

  • Hallo zusammen,
    hallo Ulrich,


    auch wenn es sich nur um 2 oder 3 % handeln würde, ist es nicht ganz in Ordnung! 500g sind nun mal 500g und was auf dem Etikett drauf steht muss auch drinn sein!
    Ab einer bestimmten Jahresproduktion, wird allein durch die kleine Übermänge von möglichen 2-3% tollerranz, welche bei Handabfüllung durch aus noch größer sein können, soviel Honig verschenkt, daß es an den Preis einer präziesen Abfüllvorrichtung kommt. :-?
    Anderes herrum, wenn ein Jogurtabfüller 120g Inhalt an gibt, aber nur 118g drinn hat, macht das bei täglichen LKW Ladungen von Bruto 25 Tonnen soviel aus, daß möglicherweise am Ende eines Jahres auch noch was für die Kriegskasse zur feindlichen Übernahme übrig bleibt! 8)
    Zum Glück ist das ja bei unserem Honig nicht so! :wink:

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo, Ulrich,


    klar kannst Du dass machen bei 2 von 100 Gläsern und das ist gut so.
    Der Kollege hat mich angezeigt, weil seine Kunden ihn als Betrüger darstellten, meine Gläser waren voller.
    Nachgewogen haben die Kunden nicht, denn das Auge sprach ihn -schuldig-.
    Und so wie Toyotafan schreibt, im kleinen fängt es an und bei den grossen Firmen, da schimpfen wir.


    Grüße


    Margret

  • Hallo zusammen, soweit mir bekannt ist, darf ein 500 g-Glas eine Abweichung von+- 3g haben. Deshalb werden automatische Abfüllanlagen angboten, die man auf 503 g einstellen kann. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Toyotafan schrieb:

    Anderes herrum, wenn ein Jogurtabfüller 120g Inhalt an gibt, aber nur 118g drinn hat, macht das bei täglichen LKW Ladungen von Bruto 25 Tonnen soviel aus, daß möglicherweise am Ende eines Jahres auch noch was für die Kriegskasse zur feindlichen Übernahme übrig bleibt! 8)
    Zum Glück ist das ja bei unserem Honig nicht so! :wink:


    So einfach ist es nicht.Laut Eichgesetz muss der Mittelwert der Füllmenge aller Gebinde mindestens der Nennfüllmenge entsprechen.


    Viele Grüsse, Hermann

  • bisy schrieb:


    klar kannst Du dass machen bei 2 von 100 Gläsern und das ist gut so.
    Der Kollege hat mich angezeigt, weil seine Kunden ihn als Betrüger darstellten, meine Gläser waren voller.
    Nachgewogen haben die Kunden nicht, denn das Auge sprach ihn -schuldig-.
    Und so wie Toyotafan schreibt, im kleinen fängt es an und bei den grossen Firmen, da schimpfen wir.


    Margret


    Hallo Margret,


    Du hast selbst die zu beachtenden Grenzen genannt. Ich habe zwar das Eichgesetz, nicht aber die dazugehörenden Verordnungen im Netz gefunden, gehe aber davon aus, daß Deine Zahlen stimmen.


    Danach muß die tatsächliche Füllmenge bei einer Nennfüllmenge von 500 Gramm für 98 von 100 Gläsern oberhalb von 485 und unterhalb von 515 Gramm liegen. Außerdem darf die durchschnittliche Füllmenge 500 Gramm nicht unterschreiten.


    Selbst wenn alle abgefüllten Gäser jeweils 514 Gramm Honig enthalten würden, wäre dem gesetzlichen Vorgaben Genüge getan.


    Der Gesetzgeber will in erster Linie verhindern, daß durch systematische Unterfüllung Wettbewerbsvorteile erschlichen werden. Deshalb die strikte Festlegung, daß die Fertigpackungen im Durchschnitt die Nennfüllmenge enthalten müssen. Und auch Lebensmittelüberwachungsämter dürften auf Überfüllung weitaus weniger "allergisch" reagieren als auf Unterfüllung.


    Anders schaut es aus, wenn sich Wettbewerber auf das Konkurrenzrecht berufen. Dort muß man nicht einmal den Staat einschalten, sondern kann direkt zum Rechtsanwalt gehen und eine "strafbewehrte Unterlassungserklärung" samt Kostennote versenden lassen. Dies hat sich für manch einen Juristen mittlerweile als lukrative Einnahmequelle entpuppt. :-(


    Grüße


    Ulrich

  • Lothar schrieb:

    Hallo zusammen, soweit mir bekannt ist, darf ein 500 g-Glas eine Abweichung von+- 3g haben. Deshalb werden automatische Abfüllanlagen angboten, die man auf 503 g einstellen kann. V.H.w. Lothar


    Hallo Lothar,


    so wie die Grenzen von Margret genannt wurden, liegen sie bei +/-3%, nicht bei +/-3g. Ich denke eher, daß die Einstellung von 503 Gramm verhindern soll, daß die durchschnittliche Füllmenge unterhalb von 500 Gramm liegt.


    Wenn eine Waage geeicht ist, dann heißt das noch lange nicht, daß sie wirklich "genau" anzeigt, sondern es gedeutet daß die Toleranz zwischen angezeigtem und tatsächlichen Gewicht innerhalb der gesetzlichen Vorgaben für diesen Waagentyp und dessen Einsatzgebiet liegt. Erhöht man die eingestellte Füllmenge um diesen Toleranzbereich, so kann man (relativ) sicher sein, daß man mit dem Durchschnittsgewicht nicht unterhalb des Nenngewichts liegt.


    Grüße


    Ulrich

  • Hallo Ulrich, die 3 Gramm stimmen schon, so stand es jedenfalls einmal vor längerer Zeit in einer Bienenzeitung. Leider weiß ich nicht mehr genau, in welcher Ausgabe :( . 3% ist auch, wenn man einmal nachrechnet, schon ein recht hoher Wert: 15 Gramm Abweichung ist schon recht enorm. V.H.w.Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Imkerkollegen,


    das mit den 3% ist schon richtig, die durchschnittliche Füllmenge wird auf dem Etikett angegeben und es dürfen bis zu 15g im einzelnen Glas (500g Glas) fehlen aber in der ganzen Charge müssen Gläser mit Übergewicht dabeisein um das Defizit auszugleichen.
    Aber eigentlich schreibe ich heute nicht aus diesem Grund, sondern brauche Eure Hilfe:
    Wie kommt man zu einer wirklich kostengünstigen, eichfähigen Waage?
    Ich danke Euch schon im Voraus für Eure Antworten!

  • Hallo Erich,


    für mich war der schnellste und beste Weg über www.ebay.de .
    Habe eine Ex-Post-Waage (Meßbereich 5g bis 6kg) für etwa 60,- Euro incl. Versand ersteigert.
    Diese hat Digitalanzeige(!), Lot zum genauen Ausrichten der Waage, und ist natürlich eichfähig.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Matthias,


    vielen Dank für deine schnelle Antwort, deine Waage zu dem Preis ist ein echtes Schnäppchen.
    Ich schaue auch öfter bei Ebay rein, aber im Augenblick wird nichts Entsprechendes angeboten!

  • Hallo,


    ich habe mich vor einigen Tagen ausführlich mit einem Mitarbeiter vom Eichamt Gießen unterhalten. Wenn auf dem Glas 500 g stehen, dann müssen mindestens die 500 g drin sein. Wenn nur 499 g drin sind ist es schon ein Verstoß. Den Mitarbeitern vom Eichamt ist es auch schon aufgefallen, das die Honiggläser unterschiedliche Tara haben. So passiert es schnell das man zufällig mit einem leichten Glas die Waage tariert und dann fehlt in schwereren Gläsern derselben Charge etwas am Inhalt. Es gibt trotzdem ein Bußgeld wenn zuwenig drin ist.


    Wenn man auf der sicheren Seite sein will, dann sollte man sich das schwerste Glas aussuchen und danach tarieren hat er empfohlen. Zuviel Honig im Glas ist völlig egal. Auch wenn man z. B. ein Kilo abfüllt und 500 g draufschreibt ist das nach dem Eichgesetz völlig in Ordnung. Nur dem Verbraucher darf man kein Gramm zuwenig geben. Jedes einzelne Glas muß mindestens netto die Menge enthalten die draufsteht. Schönrechnen mit einer durchschnittlichen Füllmenge kann teuer werden wenn man erwischt wird.


    Grüße,


    Annerose