Wie vermeide ich es Bienen zu quetschen?

  • Hallo aus Norddeutschland,

    ich imkere erst seit kurzer Zeit und habe nun endlich auch mein erstes eigenes Volk auf Dadant.

    Bei mir sitzen die Handgriffe noch nicht wirklich gut und ich habe mich maßlos darüber geärgert, dass ich beim Aufsetzen des Honigraumes

    Bienen gequetscht habe. Bei meinem Imkerkurs haben wir immer zu zweit gehoben und einer konnte schauen, ob auch wirklich keine Biene dazwischen sitzt.

    Im Nachhinein ärgere ich mich auch, dass ich nicht zu einer Trogbeute gegriffen habe. Dann hätte ich mir dieses auf und ab erspart. Ich habe festgestellt, dass die

    Honigräume für mich alleine so gut wie nicht zu tragen sind.


    Wie bekommt ihr das hin, dass ihr keine Bienen quetscht? Ich kann ja nicht den Honigraum draufsetzen und gleichzeitig schauen, ob keine Biene dazwischen ist.

    Das hat mich letztes fast verzweifeln lassen. Nun bin ich dazu übergegangen, BEVOR ich den Honigraum draufsetze, Rauch zu geben. So ganz optimal finde

    ich das aber auch nicht.


    Ich freue mich sehr über jeden Tipp


    Viele Grüße!

  • Was hast du denn für Zargen?

    Bei Dadant sind die ja meist nicht nur falzlos, sondern auch ohne Rutschleisten. Dann ist es ganz einfach: Die Zarge nicht einfach draufsetzen, sondern seitlich reinschieben.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Sonnenhut,


    Bienenquetschen gehört absolut vermieden, was leider nicht immer gelingt.


    Wenn ich den Honigraum aufsetze kommt bei mir zuerst das Absperrgitter wieder auf den Brutraum. Die Bienen treibe ich dazu gerne mit etwas Sprühnebel aus Wasser zurück, was sie auch für kurze Zeit deutlich stärker den Kopf einziehen lässt als Rauch. Ist das Gitter einmal aufgesetzt wüßte ich nicht, wie man eine Biene an der Falz quetschen könnte.


    Du schreibst, du imkerst mit Dadant. Deine Honigräume sind aber die für das Maß üblichen, also deutlich kleineren ? Die sollten auch prallvoll nicht mehr als so etwa 13 Kg wiegen, ist das ein Problem ?

    Dadant/DN 1,5 wird u.a. auch deswegen von vielen genutzt, weil volle Honigräume nur halb so schwer sind wie bei DN/Zander.


    Falls ja würde ich empfehlen, soviele Waben in einen separaten Honigraum zu hängen bis der Honigraum sicher gehoben werden kann, und dann erst den Honigraum abzunehmen. Die entnommenen Honigwaben müssen nach dem Wiederausetzen des Honigraums dann eben wieder eingehängt werden.


    Beste Grüße


    Peter

  • Vielen Dank für die schnellen und vor allem aufschlussreichen Antworten!

    Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass die Bienen den Honigraum nicht annehmen wollten.

    Deshalb habe ich das Absperrgitter weggenommen und zwei Futterwaben von unten nach oben gehängt. Da die ja doppelt so hoch wie das Honigrähmchen sind, musste ich zwei Honigräume aufeinanderstellen. Vielleicht war es deshalb auch so unhandlich.


    Die Ratschläge werde ich auf jeden Fall beherzigen und dann hoffentlich keine Biene mehr

    quetschen.


    Nochmals herzlichen Dank!!

  • Die Ratschläge werde ich auf jeden Fall beherzigen und dann hoffentlich keine Biene mehr

    quetschen.

    Beim ersten Mal wollte ich auch JEDE Biene retten, aber mal realistisch gesehen geht das gar nicht.

    Ein paar Bienen schickt man immer über den Jordan. Oder weiss man wieviele Bienen nach dem Aufsetzen des Honigraumes von irgendwelchen Rähmchen zerquetscht werden ? Wenn man sich aber vor Augen führt, dass Bienen eh nur 3-4 Wochen leben und jeden Tag tausende neue Bienen schlüpfen, sind ein paar Bienen verschmerzbar.

  • Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass die Bienen den Honigraum nicht annehmen wollten.

    Deshalb habe ich das Absperrgitter weggenommen und zwei Futterwaben von unten nach oben gehängt. Da die ja doppelt so hoch wie das Honigrähmchen sind, musste ich zwei Honigräume aufeinanderstellen. Vielleicht war es deshalb auch so unhandlich.

    Hi,


    wolltest du die Bienen damit nach oben locken ? Dafür sind leider nur Honigwaben sinnvoll. Wenn du sie trotz Mittelwänden schnell dahin kriegen willst solltest du mit Schied und angepasstem Brutraum arbeiten, um die Bienen in die Honigräume zu lenken. Sobald die Bienenmasse stimmt nehmen sie auch die Mittelwände in den Honigräumen an.


    Du schreibst, du hast nun endlich dein erstes eigenes Volk. Glückwunsch dazu ! :) Ist es ein Ableger aus diesem Jahr ? Wie stark ist es, d.h. auf wievielen Waben hat es Brut ? Ohne mit Dadant zu imkern würde ich aber schätzen, dass es mindestens auf vier Waben Brut haben sollte, um den Honigraum anzunehmen.


    Beste Grüße


    Peter

  • Hallo Peter,


    ja, ich hatte den Eindruck, sie verstehen nicht, was der zusätzliche Raum soll.

    Dort, wo ich den Kurs gemacht habe, wurde nur Naturwabenbau praktiziert.

    Dies möchte ich gerne für mein jetziges Volk übernehmen.

    Es stammt aus dem letzten Jahr und hat (ich muss mal kurz überlegen) ca. 6 Brutwaben.

    Dort, wo ich sie gekauft haben, wurde mit Mittelwänden gearbeitet.

    Ich war so doof und dachte, sie werden die Rähmchen ja ausbauen, so wie sie es auch bei

    den Brutwaben machen. Also habe ich eine Futter- und eine aktuelle Honigwabe nach oben

    gehängt. Das haben sie dann auch angenommen. Hätte ich nicht einen weiteren, saudummen Fehler gemacht, wäre nun eigentlich alles gut. Ich dachte mir, ich hänge erstmal den halben Honigraum voll Rähmchen (ohne Mittelwand, mit Schiffsrumpfleisten) und kann den Rest später bestücken. Die Bienen haben sich totgelacht und mir eine wunderschöne, perfekt gebaute Wabe direkt neben die Rähmchen an die Deckelwand gebaut. Ich dachte, für so viel Dummheit habe ich eigentlich einen Preis verdient.....


    Ach ja, ich arbeite mit Schied. Den Brutraum habe ich jetzt aktuell noch um ein weiteres Rähmchen erweitert, da sich überall Wildbau fand (oben auf den Rähmchen, hinter dem Schied etc).


    Viele Grüße und besten Dank!!

  • Du schreibst, du imkerst mit Dadant. Deine Honigräume sind aber die für das Maß üblichen, also deutlich kleineren ? Die sollten auch prallvoll nicht mehr als so etwa 13 Kg wiegen, ist das ein Problem ?

    Komisch, meine 159er 9er Dadant-HR wiegen um die 20kg (all inkl.), wenn sie voll sind. Oder meinst du vielleicht die 141er ? Wäre vielleicht eine Alternative für unseren namens- und obdachlosen Sonnenhut, die sollten etwas weniger wiegen. Oder die vertikal geteilten HR, da gehen glaube nur 5 Waben rein.


    Zum Thema Bienenquetschen vielleicht noch, seitlich reindrehen hilft, aber wenn dann mal ne Biene nicht schnell genug die Füsschen hebt, hat sie auch Pech gehabt. 1-3 erwischt man leider fast immer.


    Grüsse, Robert

  • Hallo Sonnenhut,

    bin zwar selber Anfänger, aber ich hätte ein paar Ideen zu deinen Problemen..

    Ich glaube , du machst zu viele Baustellen für deine Bienen auf, so wie du es beschreibst wollen sie ja bauen, nur nicht da, wo du willst.

    Also nicht gleichzeitig oben und unten erweitern!

    Mach den Bienen den Honigraum schmackhafter. D. h. unten nicht zu viel Platz, nur einen Honigraum,

    kein Doppel-Moppel-Riesen-Spielplatz oben. Evtl. Aufstiegshilfe in Form von einigen Mittelwänden über dem Brutnest im Honigraum, zwei oder drei reichen.

    Hast du an deine Honigrähmchen was drangeschmiert, etwas Wachs oder Honig (ohne AFB) ?

    Ein normaler knallvoller Honigraum imDadant ist schon schwer, deshalb gibts auch noch mal senkrecht halbierte, aber dann wirds mit dem Bienenquetschen wieder schwieriger....

  • Meine 159 Dadanthonigraumzarge, also 2/3 Langstroth, in Holz und mit 10 Rähmchen, wiegt 30 kg.


    Gruss

    Ulrich

  • Habe gerade mal eine gut gefüllte 141er Dadant-Halbzarge (geteilt in 2*5 Waben) gewogen, indem ich bei beiden Zargenteilen jeweils an beiden "Schmalseiten" die Federwaage angesetzt habe. Ergebnis etwa 4*6 = 24 kg, natürlich einschl. Zargen- und Rähmchen-/Wabenmaterial. Ob geteilte oder "normale" 141er Dadant-Halbzarge dürfte keinen nennenswerten Unterschied ausmachen, da die Sperrholz-Trennwände nur etwa je 7 mm dünn sind und wohl die einzulagernde Honigmenge geringfügig reduzieren.

    Habe leider auch das Problem mit dem Bienenquetschen. Manchmal gelingt mir, entsprechend Beiträgen #2 und #3 dieses zu minimieren. Wenn ich allerdings fast schon über Kopf einen gut gefüllten dritten HR aufzusetzen habe, bin ich froh, den ohne meinen Rücken zu verrenken zügig hoch zu bekommen.

    Geteilte HR-Zargen, die ich mir sukzessive zulege, haben Vor- und Nachteile: Das halbierte Gewicht macht den Aufsetzvorgang natürlich rückenfreundlicher und besser kontrollierbar. Andererseits können zwischen den Zargenhälften auch Bienen gequetscht werden. Fegt man die "Hälften-Trennwände" ab. krabbeln in dieser Zeit schon wieder Bienen aus oberer und unterer Zarge auf die "Aufsetzflächen" der Bretter.

    Gebe zu, dass mir mein Rücken manchmal "näher" als das Wohl einzelner Bienen ist. Den Tipp mit einnebeln vor/nach ASG-Aufsetzen werde ich auch mal probieren, obwohl ich in HR-Nähe nicht gerne Wasser einbringen möchte.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Ich habe auch halbe Honigräume. Bei ihnen reicht die Sperrholzmittelwand nicht bis ganz unten hin, sondern endet 7 mm früher. Damit geht das Aufsetzen sehr leicht. Der halbe Honigraum sitzt so auch nur auf den Außenwänden auf, die Mittelwand steht etwas in der Luft.
    Die erste Hälfte wird aufgesetzt, die zweite Hälfte wird von oben dicht an der ersten Mittelwand langsam nach unten geschoben. Bienen die auf der Mittelwand sind, werden somit nach unten geschoben und können unter der Mittelwand nicht gequetscht werden, unten ist ja der Beespace. Sie können durch das Absperrgitter in den Brutraum oder seitlich in einen der beiden Honigräume gelangen. Durch das geringer Gewicht der halben Honigräume können sie auch komplett gefüllt noch vorsichtig genug aufgesetzt werden.

  • Guten Morgen,


    nochmals herzlichen Dank an alle, die mir, meinen Bienen und meinem Rücken helfen möchten :)Mir ist gar nicht aufgefallen, dass ich weder meinen Wohnort noch Namen angegeben habe.

    Werde ich mal schnellstmöglich ändern.

    Viele Grüße,

    Daniela aus Schleswig Holstein