Leichtgläubig beim Völkerkauf (fehlendes Gesundheitszeugnis)

  • dann kommt der Veterinär (...) oh Wunder-ein Schwarm mit fliegenden Altwaben und klinischem Befund.

    :)


    Also bei uns mußt Du das selber machen. Da kommt niemand. Selbst bei Holland in Not nicht.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich hab in Berlin Stände in zwei Bezirken - d.h. auch zwei unterschiedliche Veterinäre. Die kommen nur für die Probe, wenn man ankündigt, wandern zu wollen. Sonst hat denen bei mir immer das Zeugnis vom Bieneninstitut Hohen-Neuendorf gereicht; sprich meine selbst entnommene Probe hat genügt. Aber geht ja um Bayreuth...

  • dann kommt der Veterinär in Berlin, macht eine Begutachtung zur Futterkranzprobe- oh Wunder-ein Schwarm mit fliegenden Altwaben und klinischem Befund.

    Man kann das doch selbst einschicken. Da kriegt er zwar (bei uns zumindest) kein Zeugnis, aber er hat dann Gewissheit. Ich musste kein Zeugnis vorweisen als ich die Völker angemeldet habe.

    Ich hatte die Völkerzahl gemeldet bevor ich überhaupt Bienen hatte.

  • Nachdem er den Tipp mit dem Schwarm gekriegt hat, könnt ihr schreiben was ihr wollt. Er wird nicht so dumm sein und sich selbst ans Bein pinkeln.

    Shit happens, so einfach ist das.

    Dass man ihn offensichtlich über den Tisch gezogen hat, ist dir aber schon bewusst, hast du den Startbeitrag überhaupt gelesen?

    Es geht nicht nur um das eingewanderte Volk ohne Zeugnis, sondern auch darum, dass man es ihm als Bestandteil zum Verkauf zugesagt und dann nicht ausgehändigt/nachgesandt hat, weil es offenbar keins gibt. Das war ein Köder, um das Volk bessser verkaufen zu können. Ob das Volk tatsächlich gesund ist, ist hier zweitrangig.

    Zitat

    Oder fahrt ihr gleich zu den Cops wenn ihr mal zu schnell in der Ortschaft unterwegs wart und erzählt denen das?

    Was ein dämlicher Vergleich.

    Hier geht es nicht um ein einseitiges Fehlverhalten, sondern um das gezielte Schädigen einer anderen Person durch Zusage eines wichtigen und erforderlichen Dokuments zur Verkaufsabwicklung.

    Nix mit shit happens. Damit rechtfertigt man Lug und Betrug zu Gunsten derer, die ihn begehen und redet den Geschädigten ein, die Klappe zu halten und sich nicht zu blamieren oder sich blos zu stellen oder ggf. selbst noch zur Rechenschaft gezogen zu werden. Hallo??


    Was hier in solchen Sonderfällen manchmal für Ratschläge gegeben werden, ist phänomenal. Hauptsache nirgends auffallen oder anecken, geschweigedenn mal auf sein Recht zu bestehen.

    Die dubiosen Gestalten machen lassen und die Geschädigten in Zweifel über ihre eigene Integrität halten wollen und ihnen möglichst noch ein schlechtes Gewissen einreden oder sogar noch bange machen.


    Besten Dank auch, das ist Täterschutz aller erster Güte, obwohl hier noch nichtmal nach dem Namen des Verkäufers gefragt wurde....


    Gruß Andreas

  • Sein Recht wäre es gewesen, die Völker mit Gesundheitszeugnis zu überführen. Er hat's ohne gemacht, das ist nicht erlaubt. Er hat genauso Schuld an der Sache.

    Dass man dem Verkäufer eins rein würgen will sehe ich ein, aber er hat sich trotzdem selbst falsch verhalten.

  • Schuld bedeutet im Strafrecht mit Wissen und Wollen. Er wusste, dass das GZ bei Übergabe nicht vorhanden war, sollte und wollte es aber später wie zugesagt erhalten. Er hätte den Kauf ablehnen können, sich aber auf die Zusage des Verkäufers verlassen, das ist bestenfalls fahrlässig, oder eben gutgläubig. Schuldhaft hat hier nur einer gehandelt. Daran gibt es nichts schönzureden.


    Es spricht auch nichts dagegen, diese Fahrlässigkeit mitzuteilen, oder sie sich dann "amtlich bestätigen" zu lassen. Es spricht auch nichts dagegen, den Verkäufer beim zuständigen KVA namentlich zu benennen. Evtl. macht er mit dieser Masche auch ganz gute Geschäfte und kontaminiert auf diesem Wege nebenbei noch große Landstriche mit irgendwelchen Bienenkrankheiten. Vor solchen Zeitgenossen muss man warnen.

    Man kann die Angelegenheit als Betroffener vor einem Amt auch anders angehen, aber das darf man ja nie irgendwem raten, denn dann könnte man ja aktenkundig werden und mit Hausbesuchen rechnen... Der Verkäufer kann damit sicher gut leben und weiter Kohle machen. Mit dem Wissen, dass sich Geschädigte wegen solcher guten Ratschläge garantiert nie offiziell vorstellen werden, können dann auch geklaute Bienenvölker immer mit einem sicheren Gefühl der Anonymität verkauft werden....


    Seltsame Rechtsauffassung, die du hier vertrittst. Damit ist dann wohl jeder selbst schuld, der sich beklauen, betrügen oder sonstwie schädigen lässt. Hauptsache, es trifft dich selbst nie.


    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,


    Du hast ja völlig recht!

    Eigentlich....

    Vermutlich gibt die Datenlage aber nicht viel her.


    Der Käufer sagt:"mir wurde ein Gesundheitszeugnis versprochen aber nicht geliefert."


    Der Verkäufer sagt:"Ich hab dreimal gefragt ob er nicht ein Gesundheitszeugnis braucht aber der Käufer wollte das Volk sofort mitnehmen und hat mir auch glaubhaft versichert, dass das Volk im Landkreis stehen bleibt."


    Wenn es keinen schriftlichen nachweis für das Versprochene Gesundheitszeugnis gibt gehts nicht voran. Wenn da einer 50 Völker verkuft muss man es natürlich trotzdem öffentlch machen.

    Aber wenn erkennbar war, dass da nur seine zwei Reservevölker abzugeben hatte kann man bei Aufwand und zu erwartenden Erfolg schon ins grübeln kommen....


    Gruß

    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Man muss sich ja bald als Imker schämen was einem hier auf Seite 1 geraten wird!

    Denkt bitte mal nach bevor Ihr hier so einen Quark schreibt!


    Ich lese sonst immer nebenher ohne angemeldet zu sein aktuelle Themen mit - aber das ist hier ja teilweise schon sehr abenteuerlich.

  • Seit wann muss man "wissen und wollen" um Schuld zu haben???

    Du scheinst ja Ahnung zu haben.

    Der Käufer ist der der Schuld hat. Wer hat die Bienen denn aus dem Kreis gebracht???

    Der Verkäufer muss nur sagen, dass ihn versichert wurde, dass die Bienen im Kreis bleiben und er ist aus dem Schneider.


    Erklär dem Amt mal warum DU als Käufer Bienen ohne Gesundheitszeugnis irgendwo her holst. Da wirds eng....

  • Hallo Zusammen,

    ich frage mich auch was es hier zu diskutieren gibt:


    a. Wer eine Bienenvolk verkauft HAT ein Gesundheitszeugnis.


    b. Wer ein Bienenvolk kauft HAT das Gesundheitszeugnis in der Hand, wenn er den Hof des Verkäufers verlässt.


    Dazwischen gibt es NICHTS, da spielt es auch keine Rolle ob irgendwelche Grenzen auf dem Weg zum neuen Standort liegen odxer nicht.

    Wenn ich ein Volk an meine Ortskollegen (vier Häuser weiter) verkaufe ist dies genau das gleiche Verfahern, wie wenn ich eine Volk nach Hamburg (600 km) verkaufen würde.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Seit wann muss man "wissen und wollen" um Schuld zu haben???


    Du scheinst ja Ahnung zu haben.

    Der Käufer ist der der Schuld hat.

    1. seit das gesetzlich so definiert worden ist

    2. es ist ein GZ zum Verkauf zugesagt worden, dann nicht ausgehändigt, dann plötzlich gab es gar keins -> mit Wissen und Wollen, denn er wusste auch vorher schon, dass er keins hat.

    Mindestens arglistige Täuschung nach BGB, möglicherweise aber auch Betrug nach StGB

    3. eins nach dem anderen:

    erst verbindlich auf Vertrauen die Zusage gemacht, die man nicht einhält danach auf Vertrauen an die Zusage des Verkäufers die Verbringung -> er wollte das GZ, wusste aber nicht, dass er es nicht bekommen wird, hätte das Volk stehen lassen können uns müssen. Da fehlt das Wollen um die Nichtvollendung des Kaufvertrags.

    Niemand lässt sich mit Wissen und Wollen betrügen, es sei denn, man ist selbst Betrüger und gibt den schwarzen Peter mittels Folgebetrug weiter. Du aber sagst, wer sich betrügen lässt, weiß und will das auch und soll deshalb kleine Brötchen backen.

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