Schwarmverhinderung durch Brutdistanzierung

  • Obwohl ich selbst Schwarmverhinderung durch Königinnenableger mache, finde ich andere Methoden natürlich auch immer interessant. Daher folgende Frage mangels eigener Erfahrung:


    Welche Erfahrung habt Ihr gemacht mit der Methode der Brutdistanzierung bei einem schwarmlustigen Volk:

    1. Volk zur Seite stellen
    2. neue Kiste mit Leerwaben/MWs oder Anfangsstreifen an alte Stelle stellen.
    3. in diese neue Kiste alle Bienen aus dem Brutraum abstoßen (also inkl. der alten Kö)
    4. ASG drauf und darüber dann den/die Honigraum/-räume und darauf dann ("distanziert") den ehemaligen Brutraum, nachdem alle angezogenen Schwarmzellen gebrochen wurden.

    Das Versprechen:

    Durch die Distanzierung von Brut mit Jungbienen und alter Königin mit Altbienen erlischt der Schwarmtrieb.

    Auf diese Weise auch keine Notwendigkeit der Völkervermehrung, kein zusätzliches Material außer einer Zarge nötig.


    Ich sehe mögliche Probleme:

    • Schwarmtrieb erlischt nicht => Schwarm zieht dennoch aus und über ASG schlüpft eine junge Kö, die aber nicht zur Begattung ausfliegen kann (wie lange dauert es, bis die entsorgt wird?)
    • über ASG schlüpfende Drohnen bleiben dort gefangen.

    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hallo Jörg,

    habe ich letztes Jahr bei einem Volk fast genau so durchgeführt. Lediglich noch ein zweites Absperrgitter über den HR (3xDadant halb), damit keine Drohnen dort runter gehen, welche ggf. später nach dem Schlüpfen der Brut und Entfernen des oberen BR immer noch im HR rumlungern. Abends kurzes Anheben des Deckels, damit Drohnen abfliegen können.
    Ich habe außerdem einen Teil der Brut, ca 25%, für einen Ableger entnommen, damit das Volk nicht mehr gerade so stark ist. Die ganze Aktion, erlöschen des Schwarmtriebs sowie die Honigernte lief bei dem Volk gut.
    Aktuell mache ich das gleiche bei einem Volk wieder.

    Gruß

    Mark

  • Vorweg: keine Ahnung!

    Aber mir gehts wie Jörg: mich interessieren alle möglichen Varianten.


    Daher meine Frage dazu: wenn Brut ÜBER dem HR aufläuft, wird dann der HR nicht mit dem ganzen Gebrösel/Gemüll versaut? Ich hatte mal bei einem Volk im HR ein kleines Ästchen drin liegen (zwecks Lüftung), das sie mir natürlich abgenagt haben. Bei der Honigernte hatte ich dann winzige Krümel davon im Honig!


    Danke!


    Alex

  • Hallo Jörg

    In meinen 4-etagern HBB funktioniert das sehr gut. Das Volk hat dann den BR und 2 HR, wenn es soweit ist, kommen eine Wabe mit auslaufender Brut und eine Wabe mit der alten Königin an die Stirnseite, ohne WZ und der Rest MW. Alle anderen Waben mit WZ und auch ohne kommen in die 4. Etage mit Flugloch. Ich lasse auch noch einen Spalt als Verbindung zum Altvolk, die Bienen schwärmen nicht in der 4. Etage aber es entwickelt sich meistens eine gute Königin, ohne Zellen brechen oder Vorauswahl der WZ.

    Beim Magazin sollte man einen Zwischenboden mit Flugloch und Gaze benutzen, die Flugbienen fliegen ja wieder zur alten Königin, das klappt ganz gut. Übung macht den Meister.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ...
    Daher meine Frage dazu: wenn Brut ÜBER dem HR aufläuft, wird dann der HR nicht mit dem ganzen Gebrösel/Gemüll versaut?
    ...

    Ich vergaß: Unter die Brutwaben habe ich noch ein Brett auf das Absperrgitter über den HR gelegt. Da ich ganz oben nur 4 BW hängen habe und daneben das Trennschied, muss das Brett nur knapp die halbe Fläche der Zarge abdecken, damit kein Gebrösel runter fällt.

  • Hallo Jörg,

    ich habe das mal praktiziert, als ich Völker in die Esskastanie verbracht habe, wo sie sechs Wochen ohne Betreuung standen. Hat gut funktioniert, Schwärme hatte ich keine. Für die Drohnen kannst Du ein Notschlupfloch machen, riskierst natürlich dann, dass auch eine geschlüpfte Jungkönigin zurückfinden kann. Die ehemaligen Brutwaben werden dann zwangsläufig zum Honigraum. Man sollte also keine Scheu vor Honig in bebrüteten Waben haben. Und natürlich darf auf den Brutwaben auch kein Winterfutter mehr sein, sonst hast Du das beim Schleudern mit drin. Es gibt dazu auch ein recht gutes altes Buch, ich meine von Hölzer.

    Eine etwas weniger drastische Methode mit ähnlichem Prinzip findest Du hier: Schwarmverhinderung bei Prüfvölkern

    Grüße

    schritte

  • Hallo Jörg

    In meinen 4-etagern HBB funktioniert das sehr gut. Das Volk hat dann den BR und 2 HR, wenn es soweit ist, kommen eine Wabe mit auslaufender Brut und eine Wabe mit der alten Königin an die Stirnseite, ohne WZ und der Rest MW. Alle anderen Waben mit WZ und auch ohne kommen in die 4. Etage mit Flugloch. Ich lasse auch noch einen Spalt als Verbindung zum Altvolk, die Bienen schwärmen nicht in der 4. Etage aber es entwickelt sich meistens eine gute Königin, ohne Zellen brechen oder Vorauswahl der WZ.

    Beim Magazin sollte man einen Zwischenboden mit Flugloch und Gaze benutzen, die Flugbienen fliegen ja wieder zur alten Königin, das klappt ganz gut. Übung macht den Meister.

    Hallo Reinhard,


    Deine Methode mit oberem Flugloch und neuer Königin ist eben genau das, was ich nicht meine.


    Wenn bei Dir im distanzierten ehemaligen Brutraum eine neue Weisel schlüpft ohne dass die alte Kö schwärmt, spricht das dafür, dass bei Dir die Distanzierung so (zu) groß ist, dass sich das Volk nicht mehr als Einheit fühlt, sondern die Bienen oben im ehemaligen Brutraum quasi weisellos.

    Ist der Abstand aber wieder zu klein, schwärmen sie, weil sie den Trick checken ....

    Genau um diese Frage geht es:

    Wie groß muss die Distanz sein?

    Was wird in welcher Zeit aus einer ggf. doch schlüpfenden, dann eingesperrten Jungweisel?


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hallo

    Ich habe gestern etwas gehört.

    Die tauscht nur die zwei BR also 2er wird 1er und 1er wird 2er und das machte sie bei acht Völkern, keins der Völker hat Spielnäpfchen oder der gleichen.

    Kennt oder praktiziert die Methode jemand?


    Die Imkerin is bei uns im Verein die werde ich nächstes mal nochmal darüber befragen :)

  • ...habe Zweifel, dass man damit Schwarmstimmung entgegen wirkt.

    Warum nicht? Wenn Imker die Frühjahrsentwicklung rechtzeitig und massiv genug stört - hier durch Umordnung des Brutnestes - kann ein Volk durchaus soweit gebremst werden, daß es sein Maximum erst so spät im Jahr erreicht, daß die Belegschaft wegen der abnehmenden Tageslichtdauer schon wieder reduziert werden muß (Vorbereitung Winterbelegschaft).

    Ob das gut für den Bien und den Honigkübelindex ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ferdinand Gerstung hat hierzu Wegweisendes geschrieben (Quellen ab #22):

    Alte Imkerliteratur in pdf

  • Ja, Gottfried, den "Gerstung" habe ich auch gelesen - glücklicherweise gibt's den ja elektronisch (Der Bien und seine Zucht). Zu bedenken gebe ich, dass die Völker vor 100 Jahren mit den heutigen kaum zu vergleichen sind. Heute sind infolge vieler guter Zuchtbemühungen stärkere Völker die Regel, wenn wir die Mickerlinge mal als Ausnahme betrachten.


    Ein aktuell starkes Volk mit Schwarmtrieb lässt sich durch Zargentausch bei zweiräumiger BW wohl nicht beeindrucken. Das macht dann eben neue WZ im anderen BR. Ich habe das einmal erfolglos probiert.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Bezüglch Honigertrag konnte sie noch nichts sagen da sie erst Schleudert.


    Ich werde sie wie gesagt nächste Woche nochmal fragen und dann werde ich auch hier berichten wie/was sie das macht.


    Was macht ihr eigentlich wenn ein Volk nur Spielnäpfchen hat?

    Ich breche sie einfach jede Woche aufs neue und das wars und mir is bis jetzt auch noch nie einer geschwärmt.


    Kritisch/ handeln muss ich ja erst wenn ein Spielnäpfchen bestiftet oder sich schon eine Made darin befindet oder?