Auf dem Trockenen

  • Vielen Dank für diese Einschätzungen aus unmittelbarer Nähe.

    Diesen Eindruck teile ich auch, habe allerdings noch nicht viel praktische Erfahrung.


    Was schätzt ihr, wann ihr das erste Mal schleudert? Auch wenn man es nicht immer genau planen (Z.B. wegen Verdeckelungsgrad, Wassergehalt) kann, versuche ich es aus Organisatorischen Gründen zumindest grob anzuvisieren.

  • In Dithmarschen ist es auch nicht besser. Einige wenige starke Völker haben etwas Frühtracht eingetragen.

    Der Raps fängt an, trägt aber momentan gerade so zum Erhalt des Status Quo bei.

    Schleudern wird wohl Ende Mai, Anfang Juni angesagt sein.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Für die Frühtracht braucht man früh starke Völker.und das beginnt schon mit dem Einwintern starker Völker.

    Starker Polleneintrag zeigt, dass die Völker noch nicht genug Personal für den Nektar haben.


    Gruss

    Ulrich

  • Sieht hier auch so aus - ein Volk hat Gewicht im HR, bei allen anderen höchstens 4 oder 5 Kilo.


    Ich war allerdings bei der Durchsicht am Mittwoch sehr erstaunt wie sehr die Völker jetzt zugelegt haben, da wurde wohl auch viel Eintrag sofort in Brut umgesetzt. Hilft nur nicht mehr viel, weil hier fast alles durch ist. Obst, Löwenzahn ist am Verblühen, der Raps hält vllt noch eine Woche wird aber nichts bringen, weil alles f...trocken ist und kein Regen in Sicht.


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Also ich kann nicht klagen, auf allen Völkern bis auf eines ist der zweite Honigraum drauf und angenommen. Hier blühen noch Weißdorn, Apfel, Roßkastanie und Löwenzahn, die Robinie hat erste Blätter.

    Lt. Trachtnet scheine ich im Paradies zu leben.


    Gruß Dirk

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Vielen Dank für diese Einschätzungen aus unmittelbarer Nähe.

    Diesen Eindruck teile ich auch, habe allerdings noch nicht viel praktische Erfahrung.


    Was schätzt ihr, wann ihr das erste Mal schleudert? Auch wenn man es nicht immer genau planen (Z.B. wegen Verdeckelungsgrad, Wassergehalt) kann, versuche ich es aus Organisatorischen Gründen zumindest grob anzuvisieren.

    Ursprünglich hatte ich den 15.06. für die erste Schleuderung avisiert. Da die Linde die Sommertracht dominiert ist ein Schleudern damit aus meiner Sicht in Städten und deren Umland vor deren Blüte sinnvoll, wenn man darauf Wert legt, sehr unterschiedliche Honige zu ernten. Aber dieses Jahr ist alles anders ! Meine Frühtracht im letzten Jahr hatte nennenswerte Anteile von Spitzahorn, Rosskastanie und Robinie. Von diesen ist die erste bereits abgeblüht, die zweite gerade in voller Blüte und die dritte lässt zum Glück noch auf sich warten. Ich werde es dieses Jahr wirklich maximal flexibel halten, ggf. gibts halt eine Zwischenschleuderung während der Sommertracht, und nur eine spärliche Frühtrachtschleuderung.

  • Im Süden etwa 1-2kg täglich Zuwachs auf der Stockwaage.
    So schlimm ist die Trockenheit hier unten offensichtlich nicht.

    Han Kle : Kann ich bestätigen, ich bin extrem positiv überrascht! Das hat sich anfangs deutlich zäher angelassen.


    Hier gab es keinen (wirksamen) Regen seit Ende März und gleichzeitig durchgehend sehr hohe sommerliche Temperaturen, dazu ungewöhnlich oft starken und trockenen Ostwind, der den Nektar in den Blüten abtrocknete. Obst und Rapsblüte vergehen im Rekordtempo, Raps hat nur noch wenige Tage hier, dann ist Schluss.


    Aber die Bienen finden seit etwas über einer Woche trotzdem massiv Nektar - auch abseits von Rapsfeldern, die heuer sowieso viel seltener sind als 2017.


    Die stärkeren Volker nehmen sogar schon seit fast 3 Wochen zu und haben mittlerweile nahe 40kg drauf (2 randvolle Dadant-HR voll), die anderen haben in der Regel den ersten auch schon voll und arbeiten nun am 2. Dabei stehe ich heuer nirgends nahe von Rapsfeldern, an zwei Ständen gibt es heuer sogar gar keinen in Reichweite.


    Im 1. HR sind die Waben meistens auch schon halb oder mehr verdeckelt.

    Durch die Trockenheit dürfte der Honig heuer sehr trocken und konzentriert sein.


    Allerdings bleibt es weiterhin trocken und es soll noch wärmer werden...


    Aber eindeutig hat es heuer deutlich weniger Frühtrachthonig als letztes Jahr. Mit Glück ist daran nur der niedrigere Wassergehalt heuer schuld ;-)

  • Tjo hab eben mal geschaut. Es manifestiert sich immer mehr der Eindruck, dass meine Völker zu spät gestartet sind. Zwischen späten Brutbeginn und Bautrupps im Honigraum liegen ziemlich genau die Tage die man für Brut und Bienenentwicklung bis zum Putzen/Bauen braucht. So schaut das ganze dann wieder etwas erträglicher aus für die nächsten Wochen. Frage mich immer mehr, ob Styroporbeuten + Frühstarter nicht doch besser sind als Holz und Carnicas mit Brutpause.

  • ...ob Styroporbeuten + Frühstarter nicht doch besser sind als Holz und Carnicas mit Brutpause?


    Auch nach den heurigen Erfahrungen hier: Nein! Auch die Buckfasthalter hier berichteten von einer Brutpause, ja sogar vom Ausräumen bereits gepflegter Larven in/nach der Starkfrostperiode in der ersten Märzhälfte. Bei zweistelligen Minustemperaturen über mehrere Tage ist das zwangsläufig, auch in Styropor.

    Die Brutflächen waren damals weder in Holz- noch in Styrobeuten so ausgedehnt, daß sie von Wand zu Wand gereicht hätten -> das Beutenmaterial war demnach nicht entscheidend.

    Theoretisch wären die Carnicas beim darauffolgenden Temperaturanstieg in 2-stellige +Bereiche (z. T. > 20 Grad, tlw. an die 30 Grad) in der 2. Märzhälfte im genetischen Vorteil gewesen, sofern man ihnen unterstellt, daß sie schneller auf Temperaturveränderungen reagieren.


    Ich vermute, daß die Rasse- und Beutenfrage gerade in diesem Frühjahr keine oder nur untergeordnete Rolle spielte. Entscheidend war die Auswinterungsstärke und der Gesundheitszustand/Lebenserwartung, Eiweißvorrat der Winterbienen. DAS hat die Völker rechtzeitig erstarken und die explodierende Vielfalt einsammeln lassen. Völker mit diesen Voraussetzungen und 1-zargigem BrR haben hier bereits den 3. HoR (a´20kg Honigvolumen) nötig, obwohl sie in Holzbeuten sitzen und als Carnicas betrachtet werden. Dabei fliegen sie noch nicht einmal in den zwar blühenden, aber wegen Trockenheit nicht honigenden Raps, sondern derzeit in die Roßkastanie und die Reste der Obstblüte. Völker derselben Stände aber, die etwas schwächer auswinterten, können nicht Schritt halten und mühen sich noch immer mit dem HoR I ab. Das ist die vor wenigen Tagen abgefragte einhellige Erfahrung in unserem IV.

  • Dank Dir. Ja ich hinterfrage gerade meine Art zu Imkern etwas und da lag die Frage nach der Beute/Rasse/usw. auf der Hand. Glaube bei mir kommen/kamen ein paar ungünstige Sachen zusammen (ungünstige Varroabehandlung 2016 (falsche "Werkzeuge") mit Folgen für 2017, wo ich leider etwas später behandeln musste als geplant und zusätzlich das Problem mit dem Wachs [oder einen anderer Einfluss der Ähnlichkeiten hervorruft]), die die Bienen jetzt ausbaden müssen. Das passt alles zu deiner Aussage. Naja jetzt heisst es die richtigen Schlüsse draus ziehen und nächstes Jahr gut durchstarten.

  • hornet


    Schau mal, ob du Bergahorn in Standnähe hast. Da war hier heute alles voll. Auch kleinere Bäume mit 20-30 Jahren und 5-10m Höhe hängen voll Blütentrauben.


    Ansonsten kann ich auch nicht klagen. Vor 2 Tagen kam ordentlich Feuchte in den Boden, ab heute wieder 18°C und ab morgen 23°C . HR1 fast ca. 75% voll, HR2 ca. 50%. Ich hoffe nur, sie schwärmen nicht und machen den Honig noch fertig.


    Grüsse, Robert

  • Bei mir (etwas weiter westlich) gleiches Bild, morgen wird der erste Honigraum geerntet und der dritte kommt drauf. Wenn ich meinem Messeisen glauben kann sogar knapp unter 15% Feuchtigkeit.


    Mal sehen wie es weiter geht, habe heute die erste Robinien in Blüte gesehen, aber wenns nicht bald mal genug regnet...

  • Es gibt auch in Berlin honigende Standorte... nur dumm, wenn der Imker (ich!) es dann versiebt. :(

    Ich war gestern an einem Stand, den ich betreue (Kollege ist längere Zeit nicht in der Stadt). Wir haben leider erst sehr spät erfahren, dass er sich dieses Jahr nicht selber um seine Bienen kümmern kann.

    Immerhin habe ich rechtzeitig die Honigräume aufgesetzt, aber ich hatte keine Absperrgitter. Und keine Mittelwände. Also nur die unansehnlichen/kaputten Waben ausgeschnitten und aufgesetzt. Da im Brutraum deutlich mehr Waben hingen als in meinen (also nicht eng geschiedet), sich bei meinen anderen Ständen nicht viel tat und außerdem erstmal die Waben ausgebaut werden mussten dachte ich, dass es auch erstmal ohne Absperrgitter gehen würde.


    Wie das bei den Bienen so ist - die Konsequenzen von Schlamperei bekommt man sehr gründlich präsentiert:

    Alle Honigzargen zu ca. zwei Dritteln voll bebrütet, natürlich mit Drohnenbrut. Der Rest dick voll Honig, verdeckelt, aber teilweise Wirrbau. Dickwaben und Naturbau vertragen sich gar nicht (ich selber habe in meinen 12er Dadanthonigräumen entweder 11 oder 12 Honigrähmchen, aber nicht 10)...


    Wäre da ein Absperrgitter zwischen gewesen und in den Rähmchen Mittelwände, dann hätte ich jetzt vier Dadanthonigzargen voll mit Frühtrachthonig gehabt. Stattdessen habe ich zehn Kilo verdeckelte Drohnenbrut in Eimern und in den Rähmchen noch ein paar Kilo Honig, den ich höchstens per Pressen ernten kann. War aber auch sehr dünnflüssig.

    Ich überlege, ob ich das nicht irgendwie umtragen lassen kann, in 'ordentliche' Waben...