Anfängerfragen zum ersten Ableger

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    Aloha,


    Ich kriege die Tage meinen ersten Ableger und habe mich schon durch so manche Literatur, Videos und Forenbeiträge gelesen und das meiste schon mit meinem Imkervater beredet. Es kommen aber dennoch ein paar Fragen auf bzw. würde ich gerne auch nochmal weitere Meinungen ranholen und hören wie ihr das so macht.


    Also: Ich bekomme ca. 3 Waben als Ableger und nutze eine Zanderbeute.


    Nun die Fragen:

    Thema Füttern: Sollte ich zu Beginn etwas Zuckerwasser in meiner Futtertasche bereit stellen damit sie einen "besseren" Start haben auch wenn die Tracht und das Wetter ganz gut sind?

    Sollte ich die Bienen die ersten 3 Wochen wirklich komplett in Ruhe lassen oder ist das jetzt als neugieriger Jungimker auch in Ordnung da mal gelegentlich reinzuschauen?

    Nutzt ihr Trennschieds bei Ablegern? Ich könnte meine Futtertasche dafür nutzen ansonsten würde ich den Platz einfach frei lassen.

    Wenn ich die Waben nach Housel also nach der Y-Methode anordnen möchte, wie ordne ich die Waben dann beim Ableger an? Das geht dann auch mit ungeraden Zahlen, also dass auf einer Seite weniger Waben sind als auf der anderen richtig?


    Jetzt hab ich bestimmt die Hälfte der Fragen die ich noch stellen wollte vergessen, freue mich aber schon auf die Antworten!


    Grüße

  • Sollte ich zu Beginn etwas Zuckerwasser in meiner Futtertasche bereit stellen damit sie einen "besseren" Start haben auch wenn die Tracht und das Wetter ganz gut sind?

    Ja, das kann nicht schaden und fördert die Entwicklung.


    Sollte ich die Bienen die ersten 3 Wochen wirklich komplett in Ruhe lassen oder ist das jetzt als neugieriger Jungimker auch in Ordnung da mal gelegentlich reinzuschauen?

    Vom Erweitern abgesehen, gibt es keinen Grund reinzuschauen. Wenn es schon sein muss, dann wenigstens nicht so oft.


    Nutzt ihr Trennschieds bei Ablegern?

    Da sehe ich bei warmen Wetter und ohne Honigraum drauf keinen guten Grund. Das Schied würde (wenn es Sinn machen soll) eine gezielte Erweiterung verlangen, während Du so einfach Mittelwände zuhängst.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • dünn und nur kleine Dosen bei kleinem Flugloch. Bei Ablegern/Begattungskästen nehme ich lieber Futterteig als Reserve, da besteht weder die Gefahr das etwas verdünntes anfängt zu gären oder stark riechend beim Umtragen zur Räuberei führt. Und es bleibt immer genug Platz zum brüten.

    Wenn in 9-12 er Zargen Ableger einquartiert werden sind die Kästen durch feste Trennwand unterteilt oder ich begrenze es mit einem Schied oder Futtertasche. Bei gut besetzten Waben haben Motten und andere Feinde kaum eine Chance. Außerdem wird konzentrierter gebaut und gebrütet. Mir gefallen Fluglöcher mit d=15-25mm in halber Zargenhöhe besser als die am Boden.

    Gruß Fred

  • ad 1: Füttern nur mit Futterteig wegen Räubereigefahr (auch deshalb bitte Flugloch ganz klein halten!) und besserer (= längerer) Haltbarkeit.


    ad 2: Ja, lass sie in Ruhe. Das für Anfänger die wichtigste Lektion - also gleich mal anfangen mit dem Üben :roll:


    ad 3: Trennschied ist gut, geht aber auch prima mit Futtertasche. Immer, wenn sie anfangen, die Brutnest abgewandte Seite einer Mittelwand auszubauen, wird die nächste reingehängt; so haben sie immer was zu tun. Dann kommt - quasi als Schied - die Futtertasche.


    ad 4: Housel. Benutze mal die Suchfunktion hier. Da gab es ausführliche Diskussion drüber. Fazit war für mich: ist Blödsinn, aber wahr ist die Regel: "Niemals die Anordnung des Brutnests verändern!"


    Noch ein Tipp: viel am Flugloch sitzen und zuschauen.


    Na denn mal viel Spaß, Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Danke schon mal für eure Antworten!


    Eine Frage ist mir wieder eingefallen: Varroabehandlung beim Ableger - wie macht ihr das?


    Dass es da einige Meinungen und Methoden zu gibt ist mir bewusst.

    Bei der Milchsäurebehandlung müsste ich sie ja oft stören da dass ja mehrmals wiederholt werden muss.

  • Eine Frage ist mir wieder eingefallen: Varroabehandlung beim Ableger - wie macht ihr das?

    Hallo,


    der Ableger sollte im brutfreien Zustand unbedingt behandelt werden, entweder mit Milchsäure oder besser noch, mit Oxalsäure. Die Störung des Ablegers zur Sprühbehandlung belastet ihn nicht so sehr wie die unbekämpften Milben später !


    Im Sommer habe ich Ableger bisher ähnlich wie Wirtschaftsvölker mit aufgelegtem Schwammtuch mit 60%iger Ameisensäure behandelt, den Zeitpunkt aber auch von der erreichten Stärke abhängig gemacht. Hat jedes Mal gut geklappt und die Völker überwinterten erfolgreich.


    Mittlerweile denke ich allerdings, dass bei erfolgter Sprühbehandlung (mit Oxalsäure, am besten zweimal im Abstand von einigen Tagen) im brutfreien Zustand später im Sommer die Langzeitbehandlung mit einem Thymolpräparat sinnvoller sein könnte. So werde ich es zumindest bei meinen Ablegern dieses Jahr handhaben.


    Beste Grüße


    Peter

  • Ok, da ich den Ableger mit Brut bekomme warte ich ca. 3 Wochen bis ich wieder reinschaue, die Königin geschlüfpt ist und kaum noch Brut da ist und dann erst mache ich die Varroabehandlung richtig?



    ...ähnlich wie in diesem Video:


    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Gustel ()

  • Achja und bei der Fütterung eines Ablegers, ob nun Zuckerwasser oder Futterteig was ja jeder anders macht, wie viel gebt ihr da? Ich habe da etwas von "1Kg reicht, dann haben die Bienen erstmal genug" bishin zu "1,5Kg pro besetzte Wabe" (= 4,5Kg bei 3 Waben) gelesen. Bei Zuckerwasser würde ich natürlich in regelmäßigen Abständen füttern damit er nicht schlecht wird.

  • Bekommst du den Ableger ohne Königin? Das finde ich ungewöhnlich. Bei uns werden Ableger mit bereits wieder legender Königin und nach Möglichkeit auch Varroabehandelt verkauft.

    Ja ich bekomme den Ableger ohne Königin. Es ist kein gekaufter, sondern ein Ableger von meinem Imkervater

  • Gut, dass es Imkerkurse gibt ist mir durchaus bewusst. Klar lernt man da auch Sachen die man sich mit Literatur und Co. nicht so aneignet aber ich denke, dass ich genug Wissensdurst hab um selber an mein Ziel zu kommen (natürlich mit Hilfe von Imkervater, Imkerverein, etc.).


    Einen Ableger mit Königin sehe ich jetzt auch nicht als Notwendig. So bildet man im späteren Verlauf doch sowieso seine Ableger also warum sollte ich nicht mit einem Weisellosen Ableger starten?


    Zu den eigentlichen Fragen zurück: Futterteig und Zuckerwasser beim Ableger - da teilen sich ja die Meinungen wenn es um einen Ableger geht.

    Die einen sagen Futterteig für Ableger, weil man bei Zuckerwasser Räuberei hat, lange hält und langsam abgenommen (ständiger Futterstrom) wird.

    Die anderen sagen Zuckerwasser da zu wenig Bienen den Futterteig gar nicht aufnehen können und Zuckerwasser schnell und leicht aufgenommen werden kann und sich hier mehr Zeit fürs Bauen haben.


    Hier werde ich wahrscheinlich selber rumprobieren (evtl von beidem etwas geben?), auch bei den Rezepten: Ob nun Futterteig mit eigenem Honig oder doch ohne Honig und wie das Verhältnis beim Zucker-Wasser ist.


    Thema Varroabehandlung beim Weisellosen Ableger: Hier werde ich es wahrscheinlich wie im Video oben machen: Ca. 3 Wochen warten (nach Ablegerbildung) bis die ganze Brut geschlüpft ist, dann 2x mit einer Woche Pause mit Milchsäure (werde ich mir aus 90%er Milchsäure von der Apotheke zu einer 15%igen Lösung mit Wasser mischen) behandeln.

  • Thema Varroabehandlung

    Warum willst du nicht mit Oxalsäure sprühen?


    Die hat einen wesentlich höheren Wirkungsgrad.


    Dass das seit mehr als einem Jahr erlaubt ist, hat sich aber evtl noch nicht weit genug herumgesprochen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Gut, dass es Imkerkurse gibt ist mir durchaus bewusst. Klar lernt man da auch Sachen die man sich mit Literatur und Co. nicht so aneignet aber ich denke, dass ich genug Wissensdurst hab um selber an mein Ziel zu kommen (natürlich mit Hilfe von Imkervater, Imkerverein, etc.).

    Sorry, hier muss ich einfach einmal einhaken und verzweige um den Faden nicht zu zerreissen.


    Warum Anfängern sehr oft zu einem Imkerkurs geraten wird


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.