Ideen für einen Bienenlehrgarten

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    Wir haben die Möglichkeit (auf einem ehemaligen Friedhofsgelände), einen Bienenlehrgarten anzulegen.

    Ich suche jetzt nach Ideen, die sich ein wenig vom Üblichen abheben.

    Beispiel: Acker ohne Chemie - eine kleine Getreidefläche einsähen und die Wildkräuter zeigen, die in der konventionellen Landwirtschaft nicht zu finden sind.

    Hat jemand weitere kreative Vorschläge?

    (Vielen Dank dafür!)


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich würde schauen, viele gartenwürdige Gehölze zu pflanzen, die mit einem Schildchen versehen jahrelang mit minimalem Pflegeaufwand für eine verbesserte Bienenweide im heimischen Garten werben. Plus schicke Insektenhotels, etc.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Je nach Lage wäre ein Aussichtsstand hübsch, von dem aus man in jede Richtung 3 km schauen kann und so ein Gefühl für den Flugradius eines Volkes vermitteln könnte.


    Zwei sich gegenüber liegende Wände aus Weidenkörben werden so aufgestellt, dass man sich wie in einer Wabengasse fühlt.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Je nach Lage wäre ein Aussichtsstand hübsch, von dem aus man in jede Richtung 3 km schauen kann und so ein Gefühl für den Flugradius eines Volkes vermitteln könnte.

    Wir hätten den Glockenturm, der hat nur leider keine Fenster.

    Aber eine Aussichtsplattform, von der man hier im flachen Land 3 km weit schauen kann, würde jedes Budget sprengen und wäre auch baurechtlich indiskutabel.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • - Ich plane schon länger die Anlage einer nach der Blühreihenfolge sortierten Hecke. Also eine Reihe Gehölze, die das Jahr über an einem Ende beginnend bis zum anderen Ende nacheinander blühen.

    So in der Art: Hasel, Kornelkirsche, Salweide, Schlehe, Pflaume, Süßkirsche, Johannisbeere, Stachelbeere, Birne, Apfel, Robinie, Linde, Ailanthus, Esskastanie, ...


    Natürlich sind die Größen und vor allem die Größenunterschiede ein Problem. Stachelbeere und Linde in einer Reihe... geht eigentlich nicht. Vielleicht sollte man sich auf eine Reihe Sträucher, ohne Bäume, beschränken. Und falls genug Platz ist, das gleiche nochmal mit großen Bäumen.

    Und ich würde Obstgehölze/Nutzpflanzen bevorzugen. Wobei die Salweide in einem Bienenlehrgarten halt nicht fehlen darf.


    In Abwandlung davon: man könnte auch Mehrsortenbäume erstellen, deren Sorten sich im Blühzeitpunkt deutlich unterscheiden. Also z.B. an einem Apfelbaum vier verschiedene Sorten, die im Abstand von einigen Tagen aufblühen.



    - meine Lieblingsempfehlung für Bienengärten: ein Beet Erica carnea / Schneeheide. Extrem attraktiv nicht nur für Honigbienen, sondern auch für Solitärbienen und Hummeln.



    - Gemüsepflanzen, die zur Blüte kommen. Verschiedene Kohlsorten nebeneinander, die produzieren ziemlich große Blütenstände, als Kreuzblütler sind die wohl auch für Insekten recht attraktiv. Wer weiß schon wie Rotkohl, Weißkohl, Rosenkohl, Chinakohl, Brokkoli, Grünkohl in Blüte aussehen?

    Die meisten Menschen kennen doch sämtliche Blatt- und Wurzelgemüse nur in ihrer vegetativen Phase. Salat, Möhren, verschiedene Zwiebelsorten, Lauch, ... all das kann man mal 'schießen' lassen, also zur Blüte bringen.

    Und Artischocken erst!



    - Themengarten 'Disteln'

    Soweit ich weiß sind die meisten Disteln attraktiv für Bienen und Schmetterlinge. Ich würde jetzt nicht gerade die üblichen Distelunkrautarten anbauen. Ja klar, für Bienen wäre das auch nett, aber der Samenflug könnte schon einigen Ärger in der Nachbarschaft und auch auf den eigenen Schaubeeten bringen.

    Aber wie wäre es mit einer Fläche, auf der z.B. die schon erwähnten Artischocken wachsen, dazu Weberkarde, Eselsdistel und noch die eine oder andere Edeldistel? Das kann extrem beeindruckend aussehen.


  • Gut gefällt mir die Pflanzung in Blühkalenderfolge. Linden und Roßkastanienen stehen direkt neben dem Lehrgartengelände, die könnte man einbeziehen.

    Die Gemüsepflanzen finde ich auch spannend. Das sollte natürlich nicht soviel Pflege brauchen.

    Das mit den Disteln gefällt mir auch gut.


    Vielen Dank!


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • So ein amtliches Wildbienenhaus (> Beispiel) wäre auf jeden Fall ein Hingucker. Muss selbstgemacht ja nicht ganz so teuer sein ;)

    Infotafeln (> Beispiel) wären auch sehr anschaulich für die Besucher.


    Was die Pflanzungen anbelangt: Auf jeden Fall auch einen Bereich für Nutzpflanzen in Erwägung ziehen. z.B. Obstbaumanalge, Kräuter (Majoran, Lavendel, Boretsch,...) Beerensträucher (Himbeere, Heidelbeere,...), Gurke, Zuccini.
    Die Pflanzen nach der jeweiligen Blüh-Zeit aufzustellen finde ich spitze!

    Evtl. auch gebräuchliche Insektizide bzw. Herbizide für den Gartenbesitzer in einen Glaskasten setzen, als "No-Go´s" für einen bienenfreundlichen Garten :)


    Ein unbenutzter Bienenkorb als Vergleich zur heutigen konventionellen Imkerei wäre auch ne Idee.


    Eine überdimensional großer Nachbau eines Bruträhmchens, auf denen auf die Rähmchengröße angepassten Kunstbienen (Arbeiterinnen, Drohnen, Königin) befestigt sind. So sieht der Besucher auch ohne Lupe & Co die Stifte und Maden, kann "Honig" und "Pollen" bzw. die dort künstlich angebrachten Drohnenzellen mit WZ und Arbeiterinnenbrut direkt vergleichen :) Ist mal was anderes

  • Für Infotafeln empfehle ich immer natur-im-bild.com. Die sind nicht so altbacken wie so manches aus dem Imkerbedarf.

    Und für so einen Bienengarten unbedingt auch einen Wildbienengarten einplanen wo sowas wie Resede, Gamander-Ehrenpreis, Wollziest und Zaunrübe heimisch sind! Dazu dann erklärende Bildchen über die zugehörige Biene...


    Ach, so viele Ideen...und zu wenig Zeit sie umzusetzen...


    M.

  • Vorschlag kam ja schon: die Kräuterabteilung mit den Alpen- und mediterranen Kräutern inkl. Borretsch und Verwandte wie z. B. Natternkopf. Sehr gerne wird das unscheinbare Bohnenkraut angeflogen, das problemlos zu halten ist. Gamander mit Potentilla-Arten sieht nicht nur gut aus, wird auch gerne angenommen. Unscheinbar, aber hochattraktiv sind Pfaffenhütchen - da sind sie ganz wild dran. Und für den Spätsommer Astern ohne Ende - vermehren sich selbst...


    Ich könnte Seiten schreiben, aber Du hast ja schon zahlreiche Vorschläge, Wolfgang...

  • @Melanie: und beim Insektenhotel kommen so ganz nebenbei auch noch andere interessante Flieger zu Gast. Z.B. verschiedene Wespenarten. Btw, kann man irgendwo nachlesen, welche Wildbiene welchen Bohrungsdurchmesser bevorzugt? Bei fünf, sechs und acht Milimeter werden alle zugemauert, aber von wem?


    Grüße

    Roland

  • Lehrgarten - für welche Schüler-/Besucherschaft? Mit welchem Lehrziel? Ein Garten(abteil) für die imkerliche Fortbildung muß sicherlich anders konzipiert werden als der für den gemeinen, landläufigen Gartenbesitzer oder gar den städtischen Trendsetter, der die eßbaren Wildpflanzen in echt bestaunt und sich sogar den Giersch selber pflücken darf (spart man das Unkrautjäten und Verwechselungen sind nicht so leicht möglich wie z.B. bei Bärlauch/Maiglöckchen).

    Schülergruppen sind immer sehr beeindruckt, wenn der Gruppenmacho sich mit 2 vollen Gießkannen über eine Probestrecke rennend abquälen muß, um dann festzustellen, daß er noch immer viel langsamer als eine Biene unter Volllast unterwegs war. Gruppenspiele - bspw. beim Auflöffeln definierter Wasservolumina (von der Trinkhalmvariante kam ich wegen Hygienebedenken von Eltern bzw. Schule ab, dabei hatte ich die Trophallaxis noch gar nicht in Erwägung gezogen) - immer in Umrechnung auf 10 ... 20% des Körpergewichtes von Biene bzw. Kind machen die Sammelleistungen von Honigbienen faßbarer und spielen - wenn es gut läuft - auch am Abendbrotstisch der Schülerfamilien noch eine Rolle.

    Mglw. hat ja der entwidmete Friedhof eine Regenwassersammelstelle und die alten Gießkannen noch vorrätig...


  • Aber eine Aussichtsplattform, von der man hier im flachen Land 3 km weit schauen kann, würde jedes Budget sprengen und wäre auch baurechtlich indiskutabel.

    Dann ist die Erde bei Euch aber besonders krumm! Google mal mit den Stichworten "Höhe Horizont Entfernung", dort findest Du jede Menge Rechner zu dem Thema. Oder stehen bei Euch zu viele Hindernisse in Sichtweite? Wenn man darüber hinweggucken könnte, wäre der Horizont auch gleich viel weiter weg als 3 km.


    Alternative wäre ein Schild mit einem Bild oder einer Skizze des Horizonts, wie er sich von dem Friedhof aus darstellt und dazu dann Hinweise, wie weit einige der sichtbaren Landmarken entfernt sind. zB Kirchturm vom Nachbarort 4,5 km, Windkrafträder 2 km etc. Dann bekommt man auch schon eine Vorstellung.

  • Dann ist die Erde bei Euch aber besonders krumm! Google mal mit den Stichworten "Höhe Horizont Entfernung", dort findest Du jede Menge Rechner zu dem Thema.

    Die Erde ist bei uns nicht besondern krumm hier (wohingegen die Raumkrümmung bei uns stärker ist, weswegen die Uhren anders gehen), aber an der Stelle mit Bäumen und Hecken reichlich bestanden.

    Was ich mit "flachem Land" meinte: Ich habe keinen von Natur aus erhöhten Aussichtspunkt, auf dem man den Aussichtsturm platzieren könnte.


    Wolfgang

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  • Lehrgarten - für welche Schüler-/Besucherschaft? Mit welchem Lehrziel?

    Der Lehrgarten soll überwiegend von Besuchern frei nutzbar sein (also wie eine Ausstellung). Das geht in diesem Fall gut, weil ich ihn von meinem Schreibtisch aus einsehen kann. Diebstahl und Vandalismus sollten deswegen kein Problem sein

    Es soll also kein Bienenfunpark werden. Führungen und Publikumsbespaßung wären eher die Ausnahme.


    Wolfgang

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