Erfahrungen zu Ablegerbildung aus dem Schwarmtrieb heraus - Günter Friedmann

  • Ich mache Ableger stets mit Schwarmzellen. Und seit 3 Jahren auch im Hinblick auf die TBE. Je eine Brutwabe mit WZ + 1 Futter/Pollenwabe in einen Ablegerkasten der aus einer Normalzarge mit 3 Schieden und 4 sehr kleinen Fluglöchern besteht und an einen Ablegerstand verbracht wird. Ist dabei auch nicht notwendig nur eine Schwarmzelle stehen zu lassen, bei einer Brutwabe erledigen die Bienen das selbst egal wie viele WZ. Da kommen dann 3-4 Ableger mit begatteter Kö raus, die bis zur TBE in meinen Wirtschaftsvölkern zumindest stark genug sind um deren Brutwaben aufnehmen können, je die Brutwaben von 2-3 Völkern für 2 Zargen. Den Ableger setze ich über ein ASG auf diese 2 Zargen, damit die Kö in einem Raum bleibt und Futter in der Futterzarge darüber abgelagert wird. Außerdem wird 2 mal mit Nassenheider behandelt. Das sind dann im Folgejahr meist meine stärksten Völker, Varroaschäden hatte ich seitdem ich TBE mache (seit 3 Jahren) noch nicht. Auf diese Weise reduziere ich die Bienen im Altvolk bei der TBE nicht durch die Entnahme von Pflegebienen, was ja sonst in gewissen Umfang notwendig ist.


    Entnehme ich bei 1 BR Zander insgesamt 2 Brutwaben mit WZ und Bienen, so hat sich der Schwarmtrieb durch das Schröpfen bislang immer erledigt.


    wenn ich bereits genug Ableger für die TBE habe, dann teile ich ein stark schwarmtriebiges Volk in Brutling (mit Kö) und Flugling (mit 1 WZ) Je nach Abelgerbedarf wird dann wieder vereinigt oder nicht.


    seit ich auf 1 Brutraum Zander imkere habe ich sowieso recht überschaubare Schwarmstimmung und bin meist froh wenn ich genügend Waben mit SZ für die Ableger zur späteren Aufnahme der TBE Brutwaben bekomme. Wahrscheinlich denkt der Bien er hat fürs Schwärmen noch nicht genügend Bienen erzeugt, ist ja schon auch irgendwie fast wie ein Schröpfen durch das Einengen, denn normalerweise würde ja das virtuelle Brutnest im 1. HR bestiftet. Könnte zumindest eine Erklärung/Theorie sein denn sonst würde man bei Einengung ja mehr Schwarmtrieb erwarten (Futtersaft Überproduktion etc....)


    Grüße,

    Allgäu Imker

  • seit ich auf 1 Brutraum Zander imkere habe ich sowieso recht überschaubare Schwarmstimmung...


    Wahrscheinlich denkt der Bien er hat fürs Schwärmen noch nicht genügend Bienen erzeugt, ist ja schon auch irgendwie fast wie ein Schröpfen durch das Einengen, denn normalerweise würde ja das virtuelle Brutnest im 1. HR bestiftet. Könnte zumindest eine Erklärung/Theorie sein denn sonst würde man bei Einengung ja mehr Schwarmtrieb erwarten (Futtersaft Überproduktion etc....)

    Schon mal über die Verteilung und Konzentration von Königinpheromon in Abhängigkeit von der Brutraumgröße nachgedacht ?

  • seit ich auf 1 Brutraum Zander imkere habe ich sowieso recht überschaubare Schwarmstimmung...


    Wahrscheinlich denkt der Bien er hat fürs Schwärmen noch nicht genügend Bienen erzeugt, ist ja schon auch irgendwie fast wie ein Schröpfen durch das Einengen, denn normalerweise würde ja das virtuelle Brutnest im 1. HR bestiftet. Könnte zumindest eine Erklärung/Theorie sein denn sonst würde man bei Einengung ja mehr Schwarmtrieb erwarten (Futtersaft Überproduktion etc....)

    Schon mal über die Verteilung und Konzentration von Königinpheromon in Abhängigkeit von der Brutraumgröße nachgedacht ?

    hm, du denkst die Pheromonkonzentration ist zu stark? Naja die Bienen betrachten ja auch das virtuelle Brutnest im 1 HR als Brutbereich (mit entsprechend schwacher Konzentration), das dehnt sich ja auch hier über 2 Zargen.


    Und gäbe es nicht genug Raum über dem ASG in den HR wäre auch sofort Schwarmstimmung da trotz Pheromonkonzentration. So ganz einfach ist das wohl nicht. Oder doch?


    so jetzt geht's erst Mal zum Maibaumaufstellen mit den Kids!

  • hm, du denkst die Pheromonkonzentration ist zu stark?

    ...

    Und gäbe es nicht genug Raum über dem ASG in den HR wäre auch sofort Schwarmstimmung da trotz Pheromonkonzentration. So ganz einfach ist das wohl nicht. Oder doch?

    Raum ist ein Faktor, die Pheromonkonzentration ein anderer. Beide korrelieren sehr eng miteinander.

    Daraus erklärt sich m.E. u.a. die geringere Schwarmneigung bei engem Brutnest und Platz hinter/über dem ASG, wo Nektar abgelagert werden kann.

  • ja ist sehr spannend wie der Bien so programmiert ist.


    gerade an einem meiner beiden Stände die Schwarmkontrolle gemacht bei kurzzeitigem Flugbetrieb und paar wenigen Sonnenstrahlen. In dem alten Bienenhaus in dem ich Herold Trogbeuten als Bruträume (darüber Herold Normalzargen) mit aktuell 16 von 19 Zanderwaben und Schied nutze sind 2 von 4 Völkern in Schwarmstimmung. Habe 2 etwas stärkere Ableger gebildet. Morgen steht die Kontrolle des anderen Standes mit den 10 Zander Bruträumen an. Bin mal gespannt ob das Bild ähnlich ist. Falls Schwarmstimmung ist, werden die Ableger für die TBE Brutwaben gebildet. Tw habe ich letzte Woche die 3. HR aufgesetzt jeweils Ganzzargen nachdem der 2. HR tw. zu 2/3 voll war. Am WE wird geschleudert, Wassergehalt in den meisten Honigwaben aktuell zw. 16 und 17 % obwohl gerade erst mit Deckeln begonnen wird. Hab noch gar nicht so früh mit so viel Arbeit gerechnet, aber mir solls recht sein.


    Grüße

  • Im Wirtschaftsvolk bleibt eine schöne Schwarmzelle stehen, nach 6 Tagen (bzw. kurz vor Schlupf der ersten) wird nochmal durchgeschaut und etwaige Nachschaffungszellen etc. entfernt.


    Bauen die Bienen wirklich zu einer Schwarmzelle noch eine Nachschaffungszelle für die fehlende Königin in die Mitte der Wabe ?

    Wie im echten Leben: Die eine Abteilung weiß nicht was die andere macht ;)

  • Im Wirtschaftsvolk bleibt eine schöne Schwarmzelle stehen, nach 6 Tagen (bzw. kurz vor Schlupf der ersten) wird nochmal durchgeschaut und etwaige Nachschaffungszellen etc. entfernt.


    Bauen die Bienen wirklich zu einer Schwarmzelle noch eine Nachschaffungszelle für die fehlende Königin in die Mitte der Wabe ?

    Wie im echten Leben: Die eine Abteilung weiß nicht was die andere macht ;)

    ja denn die Bienen gehen auf Nummer sicher und wollen sich nicht darauf verlassen, dass aus einer SZ auch eine Kö schlüpft. Deshalb werden meist zusätzlich noch ein paar NZ gezogen.

  • Die Altkö-Ableger entwickeln sich bis zum Herbst hervorragend, letztes Jahr brachten die sogar noch eine Halbzarge Honig.

    Hallo Hummel, kannst du mir da mal erklären wie du da vorgehst und verhinderst dass etwaiges Futter mit in den honig gelangt? Bei Anlegern, die man wohl zwar nicht mit OS oder MS behandelt aber wohl füttert mit FT oder FWs aus dem Vorjahr?


    Grüße

    Hat da noch wer einen Gedanken zu? Einfach sobald eine gewissen Stärke gegeben ist und das Volk mehr einträgt als verbraucht alle FWs raus, Absperrgitter drüber und LW drauf?

  • Hallo Tabatniz

    Ich versuch es mal.

    Ich hatte vorletztes Jahr zwei Ableger gemacht und Futterwaben gegeben.

    Ich habe laufend Mittelwände gegeben, immer wenn eine fast ausgebaut war eine neue dazu. Die Futterwaben natürlich hinter die Mittelwände, vom Brutnest aus gesehen. Irgendwann fing diese Futterwabe an zu wachsen was wohl ein Zeichen für Honigzuwachs ist. Ab da habe ich hinter die Futterwabe Mittelwände gegeben, die wurden ausgebaut und angetragen. Da konnte ich die Futterwabe entnehmen. Und so lange wie zwischen Futterwabe und Brutnest eine Mittelwand (Platz zum stiften)

    hängt wird auch niemand Futter umtragen.

    Es muss ja kein Platz zum stiften geschaffen werden.

    Wenn Du das jetzt mit Honigraum durchspielst, den gibst Du ja nicht bevor der Ableger groß genug für ihn ist.

    Erst kommt der Punkt, der Ableger versorgt sich selbst. Und wenn Du vom füttern schon vergessen hast, dann benötigt er vielleicht einen Honigraum. Und während Du das füttern vergisst, verbraucht der Ableger das Futter.

    Entweder er braucht Futter und bringt kein Honig, oder er bringt Honig und braucht kein Futter. Beides zugleich kann ich mir nicht vorstellen.


    Übrigens war es mein erster Frühling mit Schied und ich hatte eine oder zwei Futterwaben hinter dem Schied hängen. Bei uns gab es ein auf und ab.

    An dieser Futterwabe konnte ich beobachten wie das Futter immer weniger wurde und von unten her frischer Honig eingelagert wurde. Nach dieser beobachtung kann ich mir nicht vorstellen das die das alte Futter in den Honigraum umtragen und im Brutraum dan den frischen Honig verbrauchen.

    Meine bescheidene Meinung.


    Gruß Jakob

  • Hallo,

    Ich hätte eine Frage. Sorry wenn diese schon geklärt wurde aber ich habe leider nicht die Zeit alles durchzulesen.


    Wenn ich jetzt die alte Königin rausnehme und einen Ableger bilde, habe ich dann nächstes Jahr wieder das Problem mit dieser Königin oder ist das jedes Jahr unterschiedlich?


    Lg daniel:)

  • ja das schon aber ich wollte keinen extra Beitrag eröffnen und ich überfliege nur immer alles deswegen kann es sein das ich meine Frage zuvor überlesen habe. :) Wenn ich mir die Antworten dazu nicht durchlesen würde, dann würde ich ja auch keine stellen;)

  • Köstlich! :D

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).