Völkerverkauf, gekauft wie gesehen ?

  • Moin Marcus,


    das ist Zivilrecht, die Polizei steht sicher nicht vor der Tür, ist eher die Aufgabe eines Juristen(wenn überhaupt!).


    Also Sonne genießen und auf den Brief warten!!;)

  • Hallo, ihr gebt dem ängstlichen Marcus ja Tips. Wenn ich ins Gefängnis komme wer kümmert sich um meine Bienen ?:O)

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Du hast doch im Startbeitrag schon die wesentlichen Dinge aufgezählt, die den dubiosen Käufer eher dumm bzw. noch dubioser aussehen lassen. Du hast ihm keine Katze im Sack verkauft, sondern in seiner Gegenwart das Paket gepackt.

    Mein Tip wäre, hier nicht allzu viel offen mitzuteilen, er könnte hier mitliesen und auf jedes Argument zu deinen Gunsten bereits eine Antwort für jede weitere deiner Mails parat haben. Die nächsten denkbaren Aktionen hat man bereits aufgezählt. Achja, das Gesundheitszeugnis hat er ja auch, das würde ich ggf. noch von seiner Forderung abrechnen, sofern dazu nichts vereinbart war, denn er hat ja ein gesundes Volk übernommen.


    Gruß AndreaS

  • Abwarten, nicht mehr kommunizieren, wenn was kommt beim Anwalt eine Beratung einholen.


    Mensch Marcus, bisschen Rückrat.


    Gruss

    Ulrich

  • Nö, ist es nicht. Es gibt durchaus auch Gewährleistungsansprüche des Käufers. Egal, ob Biene, Rassepferd oder Dackel. Aber das ist Juristerei. Und die ist festgelegt: §§ 433 - 479 BGB.


    Aber die Geschichte würde ich elegant aussitzen: Angebot (deine rechtliche Nacherfüllung!) hast du gemacht. Mehr ist nicht drin. Punkt. Es obliegt dem Verkäufer ob er das nun macht oder nicht. Weitere Kosten sind nicht zu ersetzen - da die Nacherfüllung (hier: Rückgabe und Erstattung Kaufpreis) angeboten wurde. Das ist keine juristische Beratung (für diemitlesenden Kollegen :-) )!


    Geh in die Sonne und lese solche Mails nicht am Wochende. Das ist sonst immer versaut.

  • Hallo... ich würde noch eine letzte Mail schreiben und alles zusammen fassen. Dass das Volk gemeinsam betrachtet wurde, und so akzeptiert. Dass er selbst keine weiteren Inspektionen gefordert hat. Dass er das Volk wieder bringen kann gegen Erstattung Kaufpreis. Und dass das Angebot Nachlass 30 Euro reine Kulanz von deiner Seite aus war, du weißt, dass du ein gutes Volk verkauft hast.


    Und dann das Wochenende genießen!

    Lg leomilena

  • Hier ein Link zum Thema Gewährleistung beim Tierkauf. Auch wenn es sich bei Bienen nicht um Rennpferde handelt ist der Sachverhalt denke ich übertragbar:

    https://www.anwalt24.de/lexikon/tierkauf_-_gewaehrleistung


    Ich verstehe das so das im Falle eines Tierkaufes die Beweislastumkehr generell oder zu mindest bei Spontanereigniss (hier fehlen der Königin) nicht greift. Der Käufer müsste dann wenn Ich das richtig verstehe also den Nachweis führen das die Sache (das Bienen Volk) bei Gefahrenübergang mangelhaft (fehlen der Königin) war um Ansprüche geltend machen zu können. Das wird Ihm wohl kaum gelingen..... Bin aber kein Jurist.

  • Schnobo

    Danke, das ist ein interessanter Link!

    Da heisst es auch

    Zitat

    Wird der Kaufvertrag zwischen zwei Privatleuten abgeschlossen, so können die Vertragsparteien die Gewährleistungsrechte durch eine vertragliche Vereinbarung verkürzen oder auch gänzlich ausschließen.


    Das sollte man zusätzlich zu der schon vorgeschlagenen "Gefahrenübergangsklausel" vereinbaren... die meisten werden ja wohl privat (ver)kaufen. Und sich als Käufer die Bienen und den Bienenstand sehr gut zeigen lassen. Aber Bienenkauf ist und bleibt Vertrauenssache ...


    M.

  • Bitte daran denken, das Volk ist aus dem Kreis verbracht worden und bei einer Rücknahme muss der "Käufer" dann natürlich auch ein Gesundheitszeugnis vorlegen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Jetzt muss ich auch mal meinen Senf dazu geben:


    Warum fährt jemand 5h (hin+zurück?), um Bienen zu kaufen? Vor allem, wo kommt der Käufer her, wenn er bis in den WW 5h fährt? Da muss doch irgendein Ballungzentrum, in dem man Bienen kaufen kann, näher zu seinem Standort sein als der WW.


    Das legt für mich folgende Vermutung nahe:

    • Der Käufer zieht diese Show häufiger ab.
    • Sein Name ist im näheren Umkreis zu seinem Stanort offenbar schon "verbrannt".
    • Offenbar möchte in seinem Imkerverein ihm niemand mehr Bienen verkaufen.

    Ich würde hier von einem Betrugsversuch ausgehen. Das Angebot, dass Du die Bienen ja abholen kannst, ist ein Bluff. Er will einfach nur ein Gratisvolk absahnen. Nicht mehr reagieren.


    Gruß

    Ilu

  • Der unlautere Käufer mag sich in Acht nehmen:

    https://dejure.org/gesetze/StGB/186.html

    ER muß beweisen, daß ihm ein Volk ohne Kö. verkauft wurde. Selbst wenn diese seine Behauptung (gegenüber Dritten) wahr wäre, er sie aber nicht beweisen könnte, wäre das strafwürdig.

    Solche Fällchen werden gerne im Schulunterricht herangezogen, um den Kindern die Funktionsweise juristischer Regelungen bzw. Denkweise anschaulich zu machen. Hier wird es u.U. mal praktisch.


    Umgekehrt gilt das selbstverständlich genauso. Den Käufer bezeichnet man nicht ungestraft als Betrüger - es sei denn, man könnte es beweisen.