Hivewatch digitale Stockwaage

  • Weil das Kurvendiagramm aus diesem Beitrag mir so gut gefallen hat, habe ich das System von Hivewatch genauer angeschaut. Ein nicht geringfügiges Abo muss man zwar pro Jahr für Zugang zu den Daten bezahlen (Mobilfunkkosten sind aber schon drin), aber ihre Preise für die Ausstattung sind gar nicht schlecht. Man kann sogar die Wägezellen ohne Platten kaufen, und bis 8 an eine Funkstation anbinden.


    Da sehe ich eine glänzende Zukunft für Imker die gerne 'am Laptop' wiegen.


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    Kevin Pfeiffer - Übersetzer, Betreiber der Kleinimkerei zu Gunsten Familie und Freunden

  • Ich bin jetzt auf die Waagen und Funkstation von HiveWatch umgestiegen. Was mir beim ersten Blick gefällt: Darstellung von Kurven -- wenn gleichzeitig mehrere Völker abgebildet werden, kann man die Gewichtskurve normalisieren damit man die Entwicklung besser vergleichen kann. Die Integration von Wetterdienstdaten finde ich auch gut. Die Kurvendaten werden auf Wünsch auch gereinigt (Windeffekte usw. ausfiltriert) und Imker-Interventionen (Sprünge) können auch ignoriert werden.


    Die Auflösung finde ich besonders gut. Das hat mir bei dem anderen (zwar etwas günstigeren) System gefehlt. Hier braucht man fast keine zusätzliche Wetterdaten -- von den Gewichtskurven alleine sieht man genau wenn der Regen gekommen ist usw.


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    Kevin Pfeiffer - Übersetzer, Betreiber der Kleinimkerei zu Gunsten Familie und Freunden

  • Ich benutzte seit knapp Wochen 2 HiveWatch Waagen. Mit der Qualität bin ich sehr zufrieden. Die Auflösung ist auch gut. Die Wirkungen von Wetter -- Regen, aber auch Luftfeuchtigkeit usw. -- auf die Gewichtskurven sind deutlich erkennbar. Die Waagen sind auf industrielle Wägezellen (load cells) basiert, bestehen aus zwei Aluplatten mit einer Einpunkt-Wägezelle dazwischen. Waagenhöhe ist plus/minus 7,4 cm. Die sind stabil (auch wenn die nicht so aussehen).


    Gemessen wird pro Minute, Übertragungen auf den Server alle paar Stunden (ist einstellbar). Die Software-App finde ich besonders gut. Klick, klick, da hat man schöne, normalisierte Vergleichskurven. Interventionen vom Imker werden ausgefiltert. Übertragungs-, App- und Serverkosten werden per Jahres-Abo beglichen.


    Hier ein Paar Bilder. (Ich erkläre hiermit den folgenden Interessenkonflikt: Ich habe der Firma Übersetzungsdienste geleistet.)


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    Hier die Waage im Betrieb (ja, ist Bienenkiste):



    Kevin Pfeiffer - Übersetzer, Betreiber der Kleinimkerei zu Gunsten Familie und Freunden

  • Hallo KMP !

    Mal von dem Interessenskonflikt her abgesehen, würde ich gerne wissen ob du dich wieder für die HiveWatch entscheiden würdest? Dürftest sie ja jetzt seit ein paar Monaten im Einsatz haben und kannst vielleicht nochmal kurz berichten. Gerne aber auch was dir vielleicht nicht so gut gefällt. :)

    Vielen Dank schon mal im Voraus!

  • Ich bin zwar nicht KMP , aber ich habe auch zwei Stück...

    Ich bin unsicher, ob ich dazu hier etwas schreiben darf, wegen Werbung und so.


    Zur Zeit liefern sie mir interessante Daten über die Futtersituation, im Frühjahr und Sommer dann hoffentlich über Trachtbeginn und -ende.

    Theoretisch dedektieren die Waagen auch Schwärme oder Diebstahl, aber was hier die Zuverlässigkeit betrifft, kann und könnte ich keine Aussagen treffen.


    Die Frage, ob man Beutenwaagen unbedingt benötigt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Ich bräuchte die sicherlich nicht, aber ich stehe auf so Sachen und technischen Kram, der Daten liefert.


    HiveWatch macht auch immer wieder mal grobe Auswertungen ihres gesamten Datenbestandes und schreibt dann ein paar statistische Einblicke auf, die interessant sind.

    Deswegen, theoretisch: Je mehr Daten die haben, umso mehr kann über "Bienen/Tracht/Gesundheit/pipapo" gelernt werden (KI! KI!) - ob das aber gut ist, wenn ein Unternehmen zentral die Daten hat? Ich weiss es nicht.


    Ich werde meinen Waagenfuhrpark sicherlich nach und nach erweitern, wobei ich hier meinem Spleen nachgebe, und andere für sich aus guten Gründen keinen Bedarf sehen werden.


    Kundenservice ist sehr gut. Zuverlässigkeit und Qualität der Hardware m.E. auch.

  • Danke für den Erfahrungsbericht, rall0r !

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Kundenservice ist sehr gut. Zuverlässigkeit und Qualität der Hardware m.E. auch.

    Das erste Jahr ist noch nicht vorbei, aber so sehe ich das auch noch.


    Schöne Grüße


    Kevin

    Kevin Pfeiffer - Übersetzer, Betreiber der Kleinimkerei zu Gunsten Familie und Freunden

  • Hallo,


    wie sieht es eigentlich mit der Stabilität oder besser gesagt Standsicherheit der Beute auf der Waage aus? Im letzten Bild in #3 ist es sehr gut zu sehen: die Beute wird letztlich nur von der relativ kleinen Wägezelle in der Mitte getragen und gehalten. Wir das nicht arg wackelig? Gerade mit ein paar vollen HR-Zargen oben drauf, stelle ich mir das als eine kopflastige Geschichte mit denkbar ungünstigen Schwerpunkt vor.

    Wie sind da eure Erfahrungen?


    Gruß

    Michael

  • Meine Beuten (Bienenkisten) gehen eher in die Breite und nicht die Höhe, aber wackelig würde ich nicht sagen. Wer die Kisten anfasst merkt nur, dass sie eine leichte Federung haben (wie auf einer Waage).


    Eine Voraussetzung: der Schwerpunkt muss oberhalb/über den Aluplatten bleiben. Aber da müsste man ein Volk in einem 'normalen' Bienenstock ganz schön weit kippen bevor diese Kondition nicht mehr erfüllt ist.


    Ich habe aber nicht versucht die Waage kaputt zu machen (keine zerstörische TÜV-Probe von mir). Wenn ich meine Kisten kippe, stelle ich eine Holzleiste der gleichen Höhe vorne unter der Kiste damit die Last dann schnell weg von der Waage ist.

    Kevin Pfeiffer - Übersetzer, Betreiber der Kleinimkerei zu Gunsten Familie und Freunden

  • Wie meinem Profil zu entnehmen ist, arbeite ich bei HiveWatch und kann euch unseren Standpunkt bezgl. Stabilität gerne darlegen:


    Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht überraschend scheint, so hat eine Wägezelle in der von uns verwendeten Grösse den kleineren Einfluss auf die Stabilität als die Metallkonstruktion selber, welche oft auch aus einem H-Profil besteht. Wir haben also versucht einen guten Kompromiss zwischen Materialdicke bzw. Preis und Bewegung der Magazine auf den Waagen zu finden und dabei die Zeidler Memo Waage als Vorbild genommen. Diese ist aus unserer Sicht auch heute noch bezgl. Stabilität eines der besten Systeme, was wir nach Umrüsterfahrung diverser bestehender Systeme bezeugen können.


    Wer nächstes Wochenende in Celle ist, kann die Stabilität unserer Waage gleich persönlich an unserem Stand austesten.

  • Ich bin gerade zufällig über das Thema gestolpert.. habe mir das Ganze von HiveWatch auch schon mal angeschaut.. Was mich hier abgeschreckt hatte war der hohe Preis. Es fallen Abokosten an, man arbeitet mit einer kompletten "Closed-Source" Software und die Daten liegen beim Anbieter. Wer mit diesen Punkten leben kann/will für den ist HiveWatch vllt. eine tolle Sache.


    Ich habe aber neulich folgende Alternative gefunden: https://www.honey-pi.de/


    Hier handelt es sich um ein offenes Projekt. Die Hardware kauft man und baut alles selbst zusammen (nach Anleitung) und die Software gibt es kostenlos zum Download.


    Hier kann man auch noch was lernen.. und für mich als IT´ler natürlich sehr interessant, da man sich quasi alles nur erdenkliche noch selber dazubauen kann.


    Ein schönes Bastelprojekt für den Winter!


    Grüße