Zander 1.0, wer schiedet, wer nicht?

  • Ich habe ja nach 5 Jahren 2 zargig Zander dieses Jahr auf 1 zargig umgestellt.

    Nach vielem Lesen hier im Forum habe ich den Eindruck, dass die meisten, die so imkern, nicht mit Schied arbeiten, einige aber doch. Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure Erfahrung mit geschiedeten / ungeschiedeten Einzargern hier noch mal mitteilen könntet.

    Ich hatte mich erstmal für Nicht-Schieden entschieden, aber 3 Schiede bestellt für alle Fälle.

    Vergangenes WE hatte ich meine Völker durchgesehen und festgestellt, dass die 3 stärksten ihr Brutnest wirklich wie gewünscht von Holz zu Holz ausbauen.

    1 schwächeres arbeitet daran, aber das fünfte hat 2 BW mit ca 4-5 Achteln Brut, dann folgen 3 weitere mit max 1 Achtel Brut.. Die habe ich jetzt mal geschiedet.


    Insgesamt ist es noch sehr fremd, mit einem BR zu arbeiten und bei den stärksten Völkern ist mir schon das Herz in die Hose gerutscht;), weil ja noch nicht das Maximum der Bienen erreicht ist und die Kiste schon jetzt recht voll ist.

    Die bauen auch schon den DR und HR aus.

    Das kenne ich von 2 zargig gar nicht. Da hätte ich ja den HR sowieso noch nicht aufgesetzt, und der ist auch immer recht spät erst überhaupt angenommen worden.


    Unbedingt muss ich jetzt noch von diesen unsäglichen Hoffmännern wegkommen. 2 Zargen mit geraden Rähmchen und Polsternägeln habe ich schon, das ist wirklich ein Unterschied.

    Ich bin sehr gespannt auf das neue Bienenjahr und freue mich über Eure Erfahrungen.

  • Ich kenne einen Imker, der hat selbstgebaute Zander Kisten mit Platz für 12 Rähmchen + Schied.
    Ich bewundere seine Betriebsweise, teilweise imkert er tatsächlich nur mit 7 Waben Zander im Brutraum
    Ich imkere mit der vollen Zarge ( je nach Beutentyp passen da 9 oder 10 Rähmchen rein.
    Klappt auch gut - das mit dem Schied habe ich noch nie getestet - die Bienen nutzen immer alle Rähmchen nach einer Weile.
    Schiedet man, kann man die Honigeinlagerung besser "steuern" - und kann so dicke Futterkränze über der Brut verhindern, welche wiederum die Annahme des HR verhindern können
    Das Wichtigste ist bei der "Umstellung" , dass man bedenkt, dass die Bienen den Honig (und auch das virtuelle Brutnest zuzüglich einige Pollen) im HR anlegen.
    Sprich: bei der Ernte darauf achten, den Bienen etwas zu belassen!

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Ich habe dieses Frühjahr zum ersten Mal pro Volk zwei bis drei Rähmchen entnommen und ein Schied eingesetzt. Der Brutraum müsste so immer noch gross genug sein, aber ich kann die Rähmchen (unsägliche Hoffmänner) so besser verschieben. Es geht mir also nicht direkt darum, die Bienen hoch zu pressen (auch ein bisschen, gebe ich zu), sondern vor allem um etwas mehr Komfort beim Arbeiten.


    Über Erfahrungen verfüge ich also noch nicht. Einem der Völker habe ich alle Waben belassen, aber dieses hat sich mittlerweile leider als eines der Schwächeren entpuppt: Eine Futterwabe unangetastet, eine Leer-/Pollenwabe, auf der anderen Seite der Beute eine Leerwabe und eine Pollenwabe. Die Brut verteilt sich gerade mal so knapp über sechs Rähmchen … :(

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ich schiede (bei DNM, was aber keinen wesentlichen Unterschied macht) im Frühjahr gelegentlich sehr schwache Völker. Aber eben nur, damit das Brutnest kompakter ist.

    Bei einer einzargigen Betriebsweise habe ich aber ohnehin eine starke Eineingung des Brutnests von oben. Sobald die Völker richtig in Brut sind, werden die meisten Brutwaben auch bis an den Rand bebrütet.

    Ein "Pressing" wäre nur nötig, wenn man sehr schwachen Völkern Honig abpressen will. Ein Volk in vernünftiger Stärke kann gar nicht anders, als den Honig in die oberen Zargen zu packen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich besuchte am Sonntag eine Imkerei im Elsaß. Er hat eure Sorgen nicht, denn er bewirtschaftet 1000 Völker in 10er Dadant. Schieden:D, Schwarmverhinderung.:D Absperrgitter:D Bauerneuerung alle drei Jahre:DNix Buckfast, nix Carnica, schwarze und Landrasse. Eure Sorgen möchte der haben:S

    Ihr habt einfach zu wenige Völker, dann könntet ihr es lockerer sehen. Schieden ist eigentlich nur nötig, wenn man Sortenhonig bei geringer Tracht möchte.

    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Unbedingt muss ich jetzt noch von diesen unsäglichen Hoffmännern wegkommen. 2 Zargen mit geraden Rähmchen und Polsternägeln habe ich schon, das ist wirklich ein Unterschied.

    Hallo Honigbanane, was und wieso ist so schlimm an Hoffmännern und wieso?, habe die auch bei Einzargern, was wäre die alternative.

    Chau Frank

  • Die Alternative steht doch sogar in dem Text, den du zitierst: Gerade Rähmchen und Polsternägel. Weniger Verkitten, weniger Gemurkse.


    Grüsse, Robert, der letztes Jahr an beidem gearbeitet und Hoffmänner gehasst hat

  • ...Grüsse, Robert, der letztes Jahr an beidem gearbeitet und Hoffmänner gehasst hat

    Naja, Hass ist etwas anderes. Aber die Polsternägel sind einfach komfortabler und die Hoffmänner sind simpler, kleben dafür aber "etwas" zusammen.

    Ich habe auch beides und versuche es enspannter zu sehen.


    Gruß Jörg

  • ...sind simpler, kleben dafür aber "etwas" zusammen.

    ...

    Kommt halt auf die Linie an. Die von Heike z. B. kleistern schon etwas mehr als die von anderen Züchtern. Da kann man zu Hoffmännern schon eine andere Beziehung aufbauen ;-)

  • Ich habe das schieden 2016 bei 3 Völkern ausprobiert.


    Eingesetzt habe ich sie im zeitigen Frühjahr. Geschiedet wurde auf eine Randfutterwabe, 3 Waben mit kleinen Brutflächen und eine halbvolle Pollen/Futterwabe, dann kam das Schied dahinter der Rest an Futterwaben. Leere dunkle Waben habe ich entfernt, sodass ich ca. 8 Waben pro Volk hatte.


    Die Entwicklung bei 3 Völkern war dann so rasant, dass ich fast nicht mehr hinterher gekommen bin!

    6 Wochen später hatten sie meine beiden ungeschiedeten Völker an Volksstärke und Brutumfang überholt! Ich musste dann sehr schnell erweitern und habe Mittelwände ans Brutnest gehängt. Es waren schon früh starke Völker, die mir Frühtracht gebracht haben.


    Ich werde es trotzdem nicht mehr machen. denn es sind mir zu viele Eingriffe zum Erweitern und Waben austauschen. Jedes Volk muss angesehen und dann entschieden werden, wie wo ich was ich wegnehme oder zusetzen.


    Noch ein Wort zu den Hoffmännern. Ich habe die leider auch, aber ich verwende sie möglichst nicht im Brutraum, weil mich da das verkitten nervt, aber im Honigraum stören sie mich nicht!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)