Weiden haben kaum Kätzchen

  • Hallo,

    Habe schon im Netz recherchiert, aber nix gefunden, darum frage ich hier. Ich weiß hier sind ja einige Botaniker unter euch :).

    Habe zwei Weidenkätzchen , so huefthoch und einpaar Jahre alt. Irgendwie sind dort nie wirklich viele Blüten vorhanden, was ich schade finde, da ich diese als Bienenweide gepflanzt habe. Meine Salweide hat das ganze Jahr über Blüten und ( beschneide ich nie) und sie wächst hoffentlich zum staatlichen Baum heran. Muss ich die Äste von den kleinen Bäumen komplett runterschneiden? Wenn ja wann? Oder woran könnte es liegen?


    Ach und bei meiner 2 Jahre alten Kornelkirsche das gleiche Bild.Ganze 2 kleine Blüten :/.


    Danke schon mal!

  • Sind die "Weidenkätzchen" veredelt - wenn ja, auf einer ggf. schwach wachsenden Grundlage - etwa zur Grab- o.a. Kleinstflächenbepflanzung speziell auf Kleinwuchs getrimmt? Da hülfe Beschneiden dann auch wenig...


    Kornelkirsche: Auch hier gibt es verschiedene Arten im Handel. Die großfrüchtigen bspw. sind hier auch kleinwüchsiger und blütenärmer als die einheimischen, wilden. Es gibt aber auch Gegenteilige, die man zu stattlichen, reichblühenden Bäumen erziehen bzw. für Ersatzpflanzungsmaßnahmen/-auflagen empfehlen kann. In Baumschulen sollte das entsprechende Fachwissen vorhanden sein.

  • Eine Weide, die nach ein "paar Jahren" nur hüfthoch ist, ist garantiert auf einer schwachwachsenden Unterlage veredelt oder eine kleinwüchsige Art oder steht am völlig falschen Standort. Welche Art ist es denn?


    Und ein 2jährige Kornelkirsche braucht auch noch mindestens nochmal zwei Jahre bis sie bei einem guten Standort halbwegs Blüten bringt.


    Geduld ist des Gärtners Tugend!


    Gruß

    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Meine Salweide hat das ganze Jahr über Blüten und ( beschneide ich nie) und sie wächst hoffentlich zum staatlichen Baum heran.

    Selbst wenn ich mal annehme, dass du mit "das ganze Jahr über" in Wirklichkeit nur die Vegetationsperiode meinst, ist es schon mal ganz sicher keine Salweide. Denn die blüht nur 1x für wenige Tage meist schon im März.


    Deine Beschreibung klingt eher nach einer Mandelweide, die blüht immer wieder neu und wird auch immer in Imkerkreisen als Trachtpflanze angepriesen.

  • Ja die Weiden sind veredelt. Sind kleine hängende Kätzchen Weiden und stehen sehr sonnig. Ogott um welche Sorte es sich handelt, weiß ich nicht mehr. Muss die Kornelkirsche auch beschnitten werden? Und wann ist der beste Zeitpunkt um die Weiden zuruckzuschneiden!?

  • Ich hatte eine Kornelkirsche (angeblich 'Jolico') jahrelang im elterlichen Garten an der Nordostseite des Hauses stehen. Äste einer Eiche ragten darüber. Boden halt berliner Gartenboden, Grundlage lehmiger Sand, an dem Standort war es wohl oft nicht feucht genug. Die Pflanze wuchs kaum, trug auch nach fünf Jahren keine Blüten.


    Seit ich sie umgepflanzt habe, in unseren 'Ferngarten' im nördlichen Brandenburg, sandig-humoser Gartenboden in Gewässernähe (deshalb nie wirklich trocken), hat sie im Wachstum stark zugelegt. Blühen tut sie auch, ich erinnere mich jetzt aber nicht an die Früchte.

    Ich habe noch ein paar andere Kornelkirschen, die ich als Sämlinge in diesen Garten gepflanzt habe. Die blühen und fruchten jedes Jahr üppig.

    Bisher habe ich nur einzelne Äste eingekürzt und ein klein wenig aufgeastet. Wenn man genug Platz hätte müsste man sie nicht schneiden.

    Mein Dschungel wird mittlerweile zu dicht. Ich würde gerne einen oder zwei der Kornelkirschsträucher verpflanzen, aber ich weiß nicht, wie gut die das vertragen, nach ca. 15 (?) Jahren und an die 3m Höhe...



    Weiden: die meisten Laubgehölze treiben am stärksten wieder aus, wenn man sie in der Saftruhe schneidet, also im Winter bevor die Knospen schwellen. Bei Blütengehölzen schneidet man aber meist nach der Blüte, ich schätze das trifft auch auf die Kätzchenweide zu.


    Schwacher Zuwachs liegt allermeistens an den Basics: Boden, Wasser, Licht. Von irgendwas ist zu wenig da.

  • Moin Zusammen,

    es scheint tatsächlich Weiden zu geben, die nicht blühen.

    Habe einen Garten gemietet und mich schon über den grossen alten Kopfweidenartige Weidenbaum gefreut, aber jetzt blüht er schon trotz starkem Wachstum im 2. Jahr nicht! Ist das wieder so eine kranke Saubergartenzüchtung?

    Viele Grüsse,

    Jan

  • Der Haupttrieb einer meiner Salweiden ist im letzten Jahr um etwa vier Meter gewachsen. =O Die anderen Weiden haben auch alle – bis auf einen «Schwächling» – ein starkes Wachstum an den Tag gelegt. Sogar ein Steckling ist gut angewachsen, was ja bei Salweiden offenbar nur schlecht funktionieren soll. Die Kornelkirschen sind dagegen nicht so gut angewachsen. Hoffe, sie legen dieses Jahr zu.


    Schnittregel: Was früh im Jahr blüht, blüht am letztjährigen Holz, deshalb nach der Blüte schneiden. Dann wachsen die neuen Triebe, an denen im nächsten Jahr die Blüten sind. Was spät im Jahr blüht, muss dagegen vor dem Frühling geschnitten werden, denn da sind die Blüten am diesjährigen Holz.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • So meine Kätzchen Weiden habe ich komplett runtergeschnitten. Sehen jetzt ziemlich blöd aus aber bin ich gespannt ob es mehr Blüten fürs nächste Frühjahr gibt. Meine Salweide ist keine Mandelweide habe mal recherchiert, passt von der Blütenform nicht. Sie trägt aber trotzdem fast das ganze Jahr Kätzchen.

    Hätte hier im Tread auch Bilder reingestellt, aber meine Bilddatein sind anscheinend zu groß.

  • Ich kann mir vorstellen, dass Hängeweiden tendenziell langsamer als andere Weiden wachsen, da allgemein gilt: Je aufrechter ein Trieb nach oben ragt, umso rascher wächst er. Bezüglich der Hängeweiden kann es sich aber vielleicht auch anders verhalten. Ich habe mich jedenfalls für die stark wachsenden Salweiden entschieden und es nicht bereut. :)


    Ich wünsche Dir einen kräftigen Neuaustrieb! :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).