Wolkiges Wachs, alternative Erklärungen

  • Werbung

    Hallo Forum,


    gestern am Stand ist mir diese Wabe ins Auge gefallen, die auf den ersten (und 2.,3.,...) Blick sehr wolkig aussieht.



    Das liegt in diesem Fall aber nicht am Wachs, sondern durch unterschiedliche Nektare, die ausfärben. Die MW bestanden aus Gemisch aus Wachs aus dem Regal und meinem eigenen Wachs, umgearbeitet auf einer Anlage von Rietsche mit Serdox als Trennmittel. Das Volk ist groß (das stärkste am Stand) und gesund. Ich dachte, daß das Bild vielleicht dem ein oder anderen helfen könnte, der verunsichert ist und dem der Vergleich fehlt.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Verstehe ich es richtig, dass diese Wabe nie bebrütet wurde?


    Warum bist Du Dir so sicher, dass die unterschiedliche Färbung nicht in irgendeinem Zusammenhang mit der Zusammensetzung des Wachses steht?


    Bitte diese Fragen nicht missdeuten, es geht mir um Sachinformationen!

  • Verstehe ich es richtig, dass diese Wabe nie bebrütet wurde?


    Warum bist Du Dir so sicher, dass die unterschiedliche Färbung nicht in irgendeinem Zusammenhang mit der Zusammensetzung des Wachses steht?

    Gute Frage! Danke.


    Ich hab je letztes Jahr eine Imkerei 'geerbt' mit ein paar hundert Zargen mit Futterwaben und toten Völkern. Das hab ich alles (fast alles, zum Ende hat mich die Motte überrannt) eingeschmolzen und dann zusammen mit meinen eigenen Vorräten umarbeiten lassen: ein Kessel, eine Charge. ALLE Waben für ALLE Ableger sind aus dieser Charge. Deswegen kann ich theoretisch ziemlich sicher sagen, daß dieses Wachs zu 100% nicht sauber ist, aber die Völker sind halt in der Praxis super gesund.


    Die Altvölker sitzen auf meinem eigenen Wachs, im Vergleich sehen die weder besser noch schlechter aus. Wenn überhaupt, eher schlechter, aber die Kös sind ja auch älter.


    MIR reicht das so.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das liegt in diesem Fall aber nicht am Wachs, sondern durch unterschiedliche Nektare, die ausfärben.

    Ja, Pollen färbt ja das Wachs. Es könnten aber auch andere Effekte sein - Farbstoffe o.ä. Ich würde in so einem Fall eine Analyse machen lassen. Dann weißt Du es besser. Sonst bleibt es Spekulatius...

  • Ich würde sagen, die ist unbebrütet.

    Ralf, kratz doch mal quer, wenn sie noch existiert.


    Gruss

    Ulrich

  • Verstehe ich es richtig, dass diese Wabe nie bebrütet wurde?


    Imkerei 'geerbt' mit ein paar hundert Zargen mit Futterwaben und toten Völkern. ...eingeschmolzen und dann zusammen mit meinen eigenen Vorräten umarbeiten lassen: ein Kessel, eine Charge...Deswegen kann ich theoretisch ziemlich sicher sagen, daß dieses Wachs zu 100% nicht sauber ist,

    1. Die Antwort auf die Frage von Christian S. würde mich auch interessieren. In diesem Zusammenhang auch: Wurden die Waben des betreffenden Volkes mit wolkigem Wabenbild mit propolislösenden Mitteln befrachtet (bspw. OX-Behandlungen)? Hintergrund: Ich konnte bei einem Kollegen beobachten, daß bei Völkern, die er mehrfach OX-bedampft hatte, im Frühjahr vereinzelt Schwitzwasserpfützchen auf der Windel braun eingefärbt waren - nach Geruchsprobe ganz offensichtlich angelöste Propolisreste.


    2. Der Rückschluß auf unsauberes Wachs ist so nicht nachvollziehbar, es sei denn, die Völker der "geerbten" Imkerei seien nachweislich an unsauberem Wachs verstorben.

  • Man kann ja in alles sehr vieles reininterpretieren...

    Ich sehe folgendes: eine Wabe die einst jede Menge Pollen verschiedener Herkunft enthalten hat, diese wurden verbraucht und später wurde Winterfutter eingelagert. Scheinbar wurde nie darauf gebrütet?

    Über den Winter sind einige Stellen angelaufen/angeschimmelt.

    Oder übersehe ich was?

  • Man kann sich mit den Untersuchungen absolut nicht sicher sein und sie erzeugen eine falsche Sicherheit. Worauf wird geprüft? Gibt es Schadschwellen, ab wann ein Volk von etwas geschädigt wird? .... All das ist nicht geklärt.

    Auch die angeblich sichtbaren Anzeichen für Problemwachs....sind keine geprüften Merkmale! Wenn man sie prüft, muss man wissen, wie oft es bei einem Nicht-Problemwachs zu den gleichen Anzeichen kommt. Und das ist es, was rase hier deutlich macht. Somit sind diese sichtbaren Anzeichen erstmal völlig unbrauchbar. Erst wenn man ein relativ sicheres Zeichen hat, was nur bei Problemwachs auftritt, dann ist es wenigstens spezifisch. Aber hier wird einfach nur vermutet!

    Es verunsichert die Leute und aus der Verunsicherung heraus wird ein Volk auf neues, teures "sicheres" Wachs gesetzt, ohne die Königin, die Pollennot, Futternot oder andere Volksprobleme zusehen und diese zu beheben.


    Wer verdient daran? Das ist immer eine wichtige Frage.


    Mich stört, dass man das Bienenvolk nicht beurteilt, sondern Untersuchungen macht, die durch hinsehen unnötig werden. Rase hat es getan und sagt, es ist sein bestes Volk, so dass Volksstärke und Brut passen. Wenn da Problemwachs wäre, dürfte das Volk nicht so aussehen. Die Brut stirbt ab! Das Volk verliert seine Stärke. Trotz Futter, trotz guter Königin...

    Und wäre ein Volk auf Problemwachs durch den Herbst und Winter gekommen? Winterbienen, erbrütet auf Problemwachs?

    Erst jetzt nach dem ersten Schlüpfen, werden neue Waben ins Volk gebracht, Honigräume aufgesetzt. Wenn von den neuen Wachs ein Problem ausgeht, wird man es erst in einigen Wochen sehen. Aber man wird es am Volk sehen und dann wird man hoffentlich erst schauen und in Ruhe beurteilen. Betrifft es alle Völker mit neuen Waben eines Paketes oder ist nur ein Volk betroffen? Dann ist es nicht das Wachs, sondern eine andere Ursache.

    Somit wer sich absichern möchte, sollte gut dokumentieren, wann und wo er gekauft hat und wann und wo er das Wachs verwendet hat. Man kann sehr leicht mit farblichen Heftzwecken die Rähmchen makieren, um die Übersicht zu halten.

    Oder Naturwabenbau machen.


    Tut mir leid, dass es so lang geworden ist, jedoch sollte erst die Tests und Anzeichen geprüft und standardisiert werden, um eine AussageKraft für die Imker zu erlangen. Sonst ist es alles nur Panikmache!

  • Um eine sachliche Einschätzung zu bekommen, sollten die Erfahrungen mal zusammengefasst werden


    - wolkige Muster auf bebrüteten Waben

    - auffällig löchriges Brutnest mit freien Zellen ohne Inhalt

    - mögliche Kettenbildung der Löcher entlang der Drahtung

    - im fortgeschrittenen Stadium auffälliger Populationsrückgang


    Das sind nur einzelne Kriterien. In jedem Fall ist die Analyse auf Schadstoffe die eindeutige Aussage. Aber erkennen sollte es m.E. jeder Imker können.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Rainer, das ist ein guter Ansatz.

    Die Wenigsten werden ihr Wachs ohne besondere Veranlassung einer teuren Untersuchung zuführen. Daher sind von außen feststellbare Kriterien, die in einem Zusammenhang mit Wachsproblemen stehen können, für die praktische Handhabung wichtig. Weder sollte allein aus der Feststellung einzelner Anzeichen ein (möglicherweise sogar vermeintlich sicherer) Rückschluss auf eine Belastung des Wachses erfolgen. Sie können aber Anlass geben, genauer hinzusehen.

  • - wolkige Muster auf bebrüteten Waben

    Einmal mit AS behandeln, eine alte Königin, Inzucht, eine Bruterkrankung....


    - auffällig löchriges Brutnest mit freien Zellen ohne Inhalt

    Einmal mit AS behandeln, eine alte Königin, Inzucht, eine Bruterkrankung.... upps, bedingt nicht ein löchrig Brutnest ein Wolkiges Muster?


    - mögliche Kettenbildung der Löcher entlang der Drahtung

    Entlang der Drahtung? Da sehe ich die verrücktesten Dinge, da ich nicht so genau einlöten kann. Der Draht irritiert die Bienen.


    - im fortgeschrittenen Stadium auffälliger Populationsrückgang

    Was passiert bei einer Bruterkrankung, alter oder verletzter Königin, Inzucht? Wieder die gleichen Ursachen....


    Somit sind diese genannten sichtbaren Anzeichen real betrachtet nur ein Hinweis auf ein Problem des Volkes und erfordern erstmal keine Laboruntersuchungen des Wachses.


    Eine gute Dokumentation hilft viel mehr. Und wie rase vorher sagte, alle Völker sitzen auf dem selben Wachs, warum sollte nur ein Volk ein Problem haben.....? Dann ist doch eher ein Problem mit der Königin etc vorhanden, wenn man die Liste betrachtet.

  • Ja, Night Shadow, Du zeigst, dass es zu jedem vermeintlichen "Symptom" auch eine alternative Erklärung gibt. Deshalb sollten keine absoluten Rückschlüsse gezogen werden, sondern man sollte achtsam sein. Erkennt man eine Auffälligkeit, sollte man über deren mögliche Ursache nachdenken. Erkennt man viele Auffälligkeiten, sollte man auch in Betracht ziehen, ob es gemeinsame Ursachen geben kann. Und wenn eine Wachsproblematik eine Erklärung für verschiedene "Symptome" sein kann, sollte man auch darüber nachdenken.

    Stets für jedes "Symptom" eine (theoretische) Alternativursache zu bemühen, (nur) um eine andere mögliche (und natürlich unerwünschte) Ursache auszuschließen, führt nicht zur Erkenntnis. Insbesondere dann, wenn die vermeintliche Ursache eine Erklärung für eine Mehrzahl von "Symptomen" geben kann, sollte man sich mit dieser möglichen Ursache ernsthaft auseinandersetzen.