Flachzargenbetrieb

  • ManfredT mich stören nur die 2 Zargen. Ich versuche nächstes Jahr die Wirtschaftsvölker auf einer Zarge zu führen. Sonst muss ich dann 5 Waben Dadant priorisieren. 20 Rähmchen sind mir was die wöchentlichen Durchsichten angeht, nicht effizient genug.

  • Ich bin jetzt ganz auf Flachzargen (Dadant-Blatt 15,9 cm-Rähmchen) und finde es toll. Geht mit Zander genauso. Nur ein Rähmchenmaß, keine Extrakisten für Ableger etc..

    Hallo Manfred,


    ich hatte - bei zwei Brutzargen in Zander - immer das Gefühl, dass da viel Raum "ungenutzt" bleibt, dachte schon über das Schieden nach. Nun bin ich auf eine BR-Zarge Zander umgeschwenkt, weil die Bienen dicht sitzen können und ich nur eine Zarge mit Brut durchsehen muss und im Frühjahr nicht so viel ungenutzter und kalter Raum vorhanden ist. Zwei Rähmchenmaße wie bei Dadant fand ich wieder für mich unpraktsicher, bei mir wandern die Honigrähmchen mit und ohne Futter in die Bruträume - und von dort in den Wabenschmelzer. Zargen passen immer, Rähmchen oder Mittelwände können auch getauscht werden.

    Was Du beschreibst, klingt auch gut und eben noch besser, feiner anpassbar im BR. Und im HR günstig für Sortenhonig oder schwache Trachten und den Rücken des Imkers.

    Aber wie stellt sich den bei Dir die Durchsicht mit der dreifachen Rähmchenzahl dar? Was ist mit den Argumenten der Dadantler und Großwabenimker bezüglich ungeteiltem Brutraum?

  • wenn dann wäre es nur die doppelte Zahl im Brutraum und die unsichere Kippkontrolle ist auch möglich, besser mehr in schwärmträge Königinnen investieren.


    leider sind die HR-Zargen bei den Vollformaten schwer- egal ob 10x LS/Zander oder 12/13x DNM.

    Anpassung ist in jedem Brutraum möglich, je 1 Zarge LS/Zander oder DNM oder 2 Flachzargen und je ein Schied.

  • Habe Warre-Zargen 190 mm hoch. Eine als BR zuwenig, zwei Alls BR haben den Nachteil, dass dazwischen immer etwas verbaut wird und Brutzellen aufgerissen werden.

    Also: 380mm BR-Höhe. Nach 3Jahren weiß ich , dass etwa 300mm reichen.

    Ableger nur in normalen Zargen und beizeiten nocheine untersetzen und so überwintern. Bevor die Brut in die untere Zarge Wächst, wird diese wegenommen und ein großer BR untergesetzt. U.w.u.s.f.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Die aus der Aufzucht von Königinnen übrig gebliebenen Flachzargenvölker (0,5 Zander) überwintere ich mit 2 Zargen, entspricht 1 Zarge Zander. Aus der Not mussten befreundete Imker mal einzargig überwintern, was schief gegangen ist trotz Isolation.

  • LionBee ich habe letztes Jahr angefangen und habe beides. Finde auch beides gut. Nur sind 20 Rähmchen ganz schön viel und die Dadant Kuchenblechrähmchen verdammt groß und unhandlich. Naturbau auf kleinen Rähmchen funktioniert besser. Bei den Bienen selbst erkenne ich keinen Unterschied.

  • Zitat

    Aber wie stellt sich den bei Dir die Durchsicht mit der dreifachen Rähmchenzahl dar?

    Da ich die Brutzargen im Vorfrühling auch schiede (oben und unten jeweils ein Schied genau übereinander), habe ich bei einem guten Volk z. B. 5 Brutwaben oben und 5 Brutwaben unten. Ich fange bei den oberen an und höre mit der Durchsicht auf, sobald ich das Gefühl habe, dass alles gut ist. Eine solche Schwarmkontrolle wird aber erst nötig, wenn die Leute hier im Forum anfangen nervös zu werden. Wenn's in Bayern losgeht, habe ich hier noch genug Zeit.

    Habe ich Eier gesehen, muss ich nicht weiter gucken. Spätestens, wenn ich sehe, dass bei einem Volk Weiselnäpfchen bestiftet werden, teile ich sämtliche Völker (auch während einer Tracht und sowieso um Mitte Mai). Alle Brutwaben kommen in eine Zarge über ein Doppelgitter mit Flugloch (ala Muller/Schmidt), während die Königin mit den Flugbienen auf Mittelwand-Anfangsstreifen in einer Zarge und den Honigräumen darunter bleibt. Schwarmtrieb ist dann bei allen Völkern erloschen und die Varroa erleidet eine Brutzyklusunterbrechung. Der obere Volksteil zieht sich selber eine Königin und wird bis Ende des Jahres ein gutes Vollvolk, oder auch zwei. Durch Verstellen bekommt das untere Volk die Flugbienen von oben und ist dann fit für die Linde. Nach der Linde habe ich die gleiche Prozedur ein zweites Mal gemacht, um der Varroa einen Streich zu spielen, nur dass diesmal beide Volksteile nach Brechen der Weiselzellen und nach Schlupf der letzten Biene im oberen Volksteil rückvereinigt werden.

    Das Auseinanderbauen der Völker in 2 Einheiten hört sich wie viel Arbeit an (1/2 Std. pro Volk), aber ich habe damit mehrere Fliegen auf einmal geschlagen: Schwarmtrieblöschung, Vermehrung (starke Ablegervölker) und Varroareduzierung auf ein erträgliches Maß. Nach dieser Maßnahme ist nicht mehr viel zu tun, nur Honigernten und die Völker mit Futter versorgen. Gut, beim 2. Mal (nach der Linde) muss ich noch Weiselzellen im Brutling brechen und nach der 3. Woche die Einheiten wieder vereinigen (einfach die Zwischengitter wieder entfernen).

  • Zitat

    mich stören nur die 2 Zargen. Ich versuche nächstes Jahr die Wirtschaftsvölker auf einer Zarge zu führen. Sonst muss ich dann 5 Waben Dadant priorisieren. 20 Rähmchen sind mir was die wöchentlichen Durchsichten angeht, nicht effizient genug.

    Wie schon geschrieben, schiede ich und ich habe deswegen nur die benötigten Waben in den Bruträumen. Es wird wohl kaum vorkommen, dass ein Volk sämtliche Brutraumwaben von Holz zu Holz bebrütet. Ich muss mir auch nicht alle Waben angucken und dem Schwarmtrieb komme ich in meiner Betriebsweise eh zuvor.

  • Ich führe meine Völker auf zwei Flachzargen als Brutraum.

    Für ein paar Jahre hab ich mal ein dutzend Dadantvölker nebenbei gemacht, aber das hab ich wieder gelassen.

    Dieses Jahr mal probeweise Völker auf einer Flachzarge, auch das werde ich wieder lassen.

    Überwintert wird klassischerweise auf drei Zargen, ehemaliger Honigraum (mit den beim Schleudern wegen Polleneintrag aussortierten Waben) wird aufgesetzt, dann aufgefüttert, im Frühling kommt die untere Zarge raus.

    Zweizargige Überwinterung geht aber auch gut.


    Meine Betriebsweise hat gewisse Ähnlichkeiten mit der von ManfredT , insbesondere die recht frühe Trennung in Brutling und Flugling.

    Die Frage nach dem verminderten Honigertrag kommt da immer. Vergleichsversuche hat's ja inzwischen einige gegeben (Radke, Schmidt-Bailey,...), die kommen meist zu dem Schluss, dass der Verlust nicht so entscheidend ist.

    Enscheidend für mich ist aber vor allem die enorme Zeitersparnis bei einer Völkerführung, die dem natürlichen Schwarmgeschenen recht nahe kommt.

    Grundlage jeder Betriebsweise sollte ja die Bestrebung sein, die Bienen gesund zu halten und störende "Emissionen" wie Milben, Faulbrutsporen und freie Schwärme zu verhindern.

    Dann kommt die betriebswirtschaftliche Betrachtung, und da interessiert der Quotient aus Betriebsgewinn und der dafür benötigten Arbeitszeit. Werte wie "Ertrag pro Volk" sind da eher zweitrangig.


    Flachzargenbetriebsweisen sind auch unterschiedlich, aber es sind immer Magazinbetriebsweisen, wo eher in Schichten als in Einzelrähmchen gedacht wird.

    Wer meint, wöchentliche Komplettdurchsichten machen zu müssen, der liegt damit eher nicht so gut...

  • Werte wie "Ertrag pro Volk" sind da eher zweitrangig.

    Nach dieser Prämisse arbeite ich auch. Das erscheint mir auch in der honigorientierten Imkerei der einzige vernünftige Weg zu sein.

    Aber die Entnahme eines ganzen Brutsatzes während der Haupttrachtzeit erscheint mir schon ein gewaltiger Eingriff ins Volk zu sein. Dafür ist mir die genannte Startpopulation von zwei mal 5 Waben zu gering.

  • Spätestens, wenn ich sehe, dass bei einem Volk Weiselnäpfchen bestiftet werden, teile ich sämtliche Völker (auch während einer Tracht und sowieso um Mitte Mai).

    So ähnlich habe ich es auch mit DN1,5/DD-Völkern gemacht. Die Brutentnahme verursacht eine Aktivierung des Restvolkes, das m.E. keine nennenswerten Einbußen beim Honigertrag nach sich zieht.

    Enscheidend für mich ist aber vor allem die enorme Zeitersparnis bei einer Völkerführung, die dem natürlichen Schwarmgeschenen recht nahe kommt.

    Das ist der Punkt - man muss nicht ständig in den Völkern herumfummeln und nach Schwarmzellen suchen. Eine schwarmträge Linie begünstigt dieses Vorgehen zusätzlich.


    Ein weiterer Vorteil ist die Nutzung der entnommenen Brut für Ableger oder gar zur Königinnenvermehrung. Dabei lässt sich eine frühe Milbenreduktion durch geeignete OXS-Behandlung integrieren. Das funktioniert bestens und man hat starke Einheiten am Start.


    Ob das Verfahren nun mit Flachzargen oder Großraumwaben abläuft, ist aus meiner Sicht egal. Die Völker sind über die ganze Saison sehr stark und fleißig.