Bienen Diebstahl in Troisdorf

  • Wie hier wegen eines Diebstahls von 4 Völkern die eigene Gewaltbereitschaft offenbart wird, ist schon verwunderlich.

    Dabei könnte man das Problem leicht lösen, indem man seine degenerierten Carnicas und Buckis durch südamerikanische Killerbienen ersetzen würden.

    Die bringen auch viel mehr Honig.

    Das wäre also eine "Win-Win-Entscheidung" ;-))


  • Nun, der Notwehrbegriff des StrafR stimmt mit dem des ZivilR überein. Beide Vorschriften sind einheitlich auszulegen, weil "das Recht dem Unrecht nicht auszuweichen braucht" (Zitat aus Standardkommentar zu § 227 BGB) und die Notwehr neben dem Schutz der eigenen Rechtsgüter "zugleich die Bewährung der Rechtsordnung" bezweckt. - Einer der seltenen Fälle, in denen der Staat sein Gewaltmonopol nicht geltend macht, ein ehernes Individualrecht, was aus den Zeiten der selbstjustiziablen Staatenlosigkeit bis heute überdauert hat.

    Entscheidend sei die Hartnäckigkeit und Stärke des Angriffs auf die eigenen Rechtsgüter, nicht deren Wert.

    Und nochmals: "Das Notwehrrecht wird nicht durch den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit begrenzt" (Zitat ebenfalls aus PALANDT, Kommentar zu § 227 BGB, Randziffer 8).

    Du solltest die Verhältnismäßigkeit wann Notwehr gerechtfertigt ist nicht mit der Verhältnismäßigkeit wie heftig die Notwehr ausgeübt wird verwechseln...


    Im deutschen Recht kann man sich leider nicht nur eine einzelne Stelle aussuchen und alle anderen ausblenden...

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen,trüben guten Morgen :-)


    Mann, Leute, habt Euch nicht so.

    Es geht um Diebstal von Völkern und ich hoffe das niemand ,was wahrscheinlich leider nicht stimmen wird, hier davon betroffen ist/wird.

    Für was regt Ihr Euch auf?

    Wir sind doch alle hier so brav und klauen von unseren Kollegen nichts? :-(

    Es gibt ein Sprichwort:

    Getroffene Hunde bellen.


    Ich hoffe nicht das sich jemand angesprochen fühlt.


    Wenn bei mir jemand einbricht, weiß ich vom Sohn, und ich habe den Waffenschein und eine Waffe daheim, darf ich den Einbrecher stellen.

    Wenn ich jemanden an meine Völker erwisch, ist mein Eigentum, darf ich Ihn stellen und ich sage Euch, bevor der mir eine über den Kopf zieht, lasse ich den Hund raus, so einfach ist das.

    Ist mir wahrscheinlich in dem Moment egal, bevor ich hin bin, ob mein Hund den Dieb beißt oder nicht. Der beschützt mich und dafür ist Er da.

    Sollange Wir/Ich nicht von solchen Leuten beschützt werde, es geht ja nur um eine Sache :-( versuche ich meine "Sache" selber zu beschützen.


    So hört auf Euch hier wie kleine Kinder aufzuführen, sorry wenn ich das so sage, aber was soll das?

    Es darf jeder so sein Eigentum schützen wie Er will und sein Leben auch.

    Ich habe und werde nie sagen, das ich den Hund ohne Bedarf einsetzte, wie sich das anhört :-( ist ein Lebewesen und keine "Sache" und hier einen Hyp draus zu machen ist lächerlich.

    Das könnt Ihr auf FB.


    P.S. Er ist ausgebildet als Schutzhund und damit meine ich auch Gehorsam.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Daß eine Notwehrsituation gegeben sein muß, steht außer Frage - nichts anderes hat Heike ja geschrieben - auf frischer Tat ertappen...

    Notwehrrecht ist immer dann gegeben, wenn ein Angriff auf eigene Rechtsgüter im Gange ist. Diese Rechtsgüter betreffen nicht nur Leib und Leben, sondern u.a. auch Eigentum. Von Verhältnismäßigkeit ist weder in den strafrechtlichen, noch in den zivilrechtlichen Definitionsnormen die Rede.

    Sogar bei Irrtum bzw. bei Notwehrexzess billigt das "deutsche Recht" (und nicht nur das, denn es handelt sich um juristische Grundregeln) dem Verteidiger eigener Rechte eine Sonderrolle zu. Aber das kann man weiter in juristischen Anfangsübungen im Schulunterricht diskutieren, hier führt das zunehmend OT.

    Wichtig ist hier nur: Wenn ein Imker den Beutendieb auf frischer Tat ertappt, darf er ganz unzweifelhaft diesen Angriff auf sein Eigentum abwehren, ja: auch mit der Hilfe seines Hundes. Und er darf den Dieb anschließend solange festhalten, bis dessen Personalien zweifelsfrei festgestellt sind. Die Bestrafung des Diebes unterliegt dann selbstverständlich wieder dem staatlichen Gewaltmonopol. Der Dieb hat ausdrücklich keinen Anspruch auf Ersatz irgendwelcher (Gesundheits- oder Sach-)Schäden, die ihm im Zuge der Notwehr zugefügt wurden, der Verteidiger dagegen sehr wohl. Das gilt natürlich uneingeschränkt auch für weibliche Imker mit weiblichen Hunden...

  • Guten Morgen,


    muss man jetzt über die Aussage von Frau Aumeier diskutieren? Hier geht es um den Bienendiebstahl in Troisdorf - durch solche "Dialogstörungen" werden zahlreiche Themen in diesem Forum verwässert!


    Grüße,

    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Das ist das Problem am deutschen "Rechtsstaat": Als (potentiell) Geschädigter, der sich einer Straftat erwehrt, ist man schnell erstmal der Gelackmeierte, der sich rechtfertigen muss. Nicht etwa der kriminelle Dieb, den man bei einer Straftat erwischt hat. Der arme, arme Dieb, der jetzt ein blaues Auge / Hundebiss / ... hat, muss natürlich als erstes Schmerzensgeldforderungen durchsetzen. Ist ja auch ein armer Kerl! Und dafür können kann er natürlich grundsätzlich schon mal gar nichts, dass er Bienen klauen geht, hatte er doch mindestens eine schlimme Kindheit, vermutlich Traumata aus Übergriffen gewaltbereiter Insekten im Alter von 3 Jahren und vielleicht ist seine Frau auch noch mit einem Imker fremdgegangen - ist es da ein Wunder, dass er jetzt zum Beutendieb wird?? Muss man doch verstehen... <X

  • Hast Du das schon einmal so erlebt oder gar einen statistischen Überblick für den "deutschen Rechtsstaat"?

    Ich nehme an: nicht. "Gefühlte" Realität hat nicht immer etwas mit der Wirklichkeit zu tun...

  • Hast Du das schon einmal so erlebt

    Glücklicherweise persönlich nicht, da hast du schon Recht.

    Aber mich stört es, dass in solchen Fällen jeder grundsätzlich die gleichen Rechte hat und dabei dann solch von mir (zugegebenermaßen übertrieben dargestellten) oben skizzierten Szenarien bei heraus kommen können.

    In dem Moment, wo jemand bewusst los geht um vorsätzlich jemandem Schaden zuzufügen, z.B. durch Diebstahl etc., hat der in meinen Augen einfach mal ein gewisses Maß an Recht auf Gleichbehandlung, mildernde Umstände oder wie man es ausdrücken will verwirkt. Um beim Beispiel zu bleiben: Wäre er nicht klauen gegangen, wäre er nicht gebissen worden.

  • Leider verwechselst Du offenbar hier wieder die Frage der Notwehr gegen Rechtsverletzungen und die der nachträglichen Bestrafung von Rechtsverletzern.

    Gleichbehandlung, mildernde Umstände - gibt es einfach nicht bei der Notwehr.


    Daß die von Straftaten Geschädigten oftmals das Ausmaß der nachträglichen Sanktionierung des Täters durch den Staat als unzureichend empfinden, kommt dagegen öfter vor und hat auch etwas mit der speziellen Sicht der Geschädigten (die naturgemäß nicht objektiv sein kann) zu tun, aber auch mit den naturgemäßen Grenzen des Rechtsstaates, der im Zweifel eben zugunsten des Angeklagten verfahren muß und sich vom ein für alle Mal abschließenden Urteil über den Täter ab- und zum Gedanken der Resozialisation hingewendet hat.

  • Hallo Wolfgang

    Zu deinen 3 Fragen, 1 und 2 ein klares nein aber 3 ja genau wegen 1 und 2.


    MfG Frank

  • Zwei Entscheidungen zur Abgrenzung von Notwehr zu Totschlag aus den letzten Jahren:

    Das waren Fälle ohne vorherige Ankündigungen zu Selbstjustiz - entsprechende Äußerungen vorab stellen Notwehr infrage.


    Nachtrag:

    Zitat

    Es darf jeder so sein Eigentum schützen wie Er will und sein Leben auch.

    Nein, das darf jeder nicht.

  • Wenn bei mir jemand einbricht, weiß ich vom Sohn, und ich habe den Waffenschein und eine Waffe daheim, darf ich den Einbrecher stellen.

    Hallo, kleine Korrektur, in 99,7% aller Fälle hat man keinen Waffenschein, sondern eine Waffenbesitzkarte. Die aber in den eigenen 4 Wänden die gleichen Rechte ermöglicht, wie ein Waffenschein.


    Wie schon richtig geschrieben, immer die Verhältnismäßigkeit beachten.

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Entschuldigung dass ich diese Diskussion angefangen hab. Was mich nur wahnsinng nervt sind immer diese halbstarken Sprüche, wenn ich das regel, dann ohne Polizei mit meinem Hund usw.


    Kann man nach soner Ankündigung nur wünschen, dass da nichts passiert. Weil wenn ein erfahrener Krimineller auf einen überumpelten "ahnungslosen" trifft, geht das, selbst mit Kampferfahrung usw. seltens gut für den überrumpelten aus.


    Mich schokiert auch eher diese Gewaltbereitschaft bzw. auch das selbstverständnis es ausshalb des Rechtsstaates regeln zu wollen. Aber das kommt meist von Leuten die salop gesagt noch nie eine auf die Nase bekommen haben.


    Kam eigentlich schon was von der Polizei zum stand der Ermittlungen?