Zweiten Brutraum auf- oder untersetzen?

  • Hallo,


    Ich habe vor kurzem zwei Völker erworben, welche auf ca. 6-7 Zander-Wabengassen sitzen. Nun steht demnächst eine Erweiterung an. Dabei stellt sich mir die Frage, ob ich jetzt schon erweitern kann, oder ob ich warte bis alle 10 Rähmchen des 1. Brutraums gut besetzt sind.

    Weiterhin frage ich mich, ob ich nach oben oder nach unten erweitern soll. Meiner Befürchtung nach wird dieses Frühjahr sehr kurz. Die Sal-Weide blüht erst seit Mitte dieser Woche und die hohen Temperaturen lassen die Kirsche schnell austreiben. Von daher denke ich es wäre klug zu warten, bis alle Rähmchen besetzt sind und dann eine Erweiterung von 1 auf 3 durchzuführen. Andererseits ist eine Saalweidenblüte Anfang April eigentlich noch nicht zu spät (meiner Meinung nach) und man könnte einen Brutraum obenauf setzen.

    Wie macht ihr es?


    Viele Grüße,

    oleeiner

  • Nein, ich möchte nicht den Brutraum verdreifachen. Entweder ich setze im Laufe der nächste Woche einen zweiten Brutraum auf oder ich warte bis zur Kischblüte und setze einen Brutraum unter und einen Honigraum + Absperrgitter auf.


    Jetzt schon einen Honigraum geben? Finde ich etwas gewagt, da bis auf die Wiede kaum Tracht da ist?!

  • In unserem IV sind eigentlich alle die, die mit 2 BrR begannen, davon abgekommen und nutzen nur noch einen. Diskussion dazu findet man bspw. hier:

    Zander 1-zargig, Zander 2-zargig, Zander 2/3, Zander 1,5 das ist die Frage ?!

    Die Suchfunktion ergibt auf Anhieb:

    Verhonigter Brutraum

    auf- oder untersetzen?

    Den in #12 zitierten Ausführungen von Werner Gerdes ist an Deutlichkeit nichts hinzuzufügen:

    Richtiges Erweitern mit Honigraum und oder Brutraum

  • Laß den zweiten BR einfach weg und ersetz ihn durch einen HR. Gibt mehr Honig und macht weniger Arbeit. Das mögen natürlich nicht alle.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bei Besetzung von nur 6/7 Wabengassen würde ich jetzt noch gar nicht erweitern, auch nicht mit HoR. Ich weiß nicht, wie es in der Region Bautzen ist, aber hier würde solch ein Volk als Schwächling gelten. Hier besetzen sie derzeit gut 10 Gassen. Trotzdem würde ich auch hier jetzt noch nicht erweitern; es wird zwar eingetragen, aber relativ wenig, keinesfalls Massentracht und der Massenwechsel kann noch keinesfalls beendet sein. Die demografischen Verhältnisse erlauben daher m.E. noch keine Erweiterung. Die Kirschblüte wird in diesem Jahr - zumindest hier - eine bessere Orientierung sein.

  • Nein, ich möchte nicht den Brutraum verdreifachen. Entweder ich setze im Laufe der nächste Woche einen zweiten Brutraum auf oder ich warte bis zur Kischblüte und setze einen Brutraum unter und einen Honigraum + Absperrgitter auf.


    Jetzt schon einen Honigraum geben? Finde ich etwas gewagt, da bis auf die Wiede kaum Tracht da ist?!

    Ich schrieb auch Raum und nicht Brutraum verdreifachen. Selbst wenn du den Honigraum nicht sofort aufsetzt, sollte dies demnächst (Kirschblüte wird nach derzeitigen Wetterprognose nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.) passieren. Spätestens dann würdest du das Volk überfordern.


    Der Rat kam jetzt von jedem, nur in unterschiedlicher Form: Lass den 2. Brutraum weg!

  • Hallo,

    setz jetzt den Honigraum auf.

    Wenn es trachtmäßig gut läuft und du Raps im Flugkreis hast, kannst du in drei/vier Wochen einen zweiten Brutraum untersetzen und einen zweiten HR draufsetzen.

    Am Ende des Jahres wirst du dich aber fragen, was das mit der kaum ausgebauten und nur zögerlich bestifteten Zarge ganz unten soll.


    Alternative ist setz jetzt einen zweiten Brutraum auf. Das Frühjahr wird kurz und bei mir herrscht jetzt schon Volltracht. Weide, frühe Kirschen, Schlehe, Löwenzahn...alles gleichzeitig - wird auch bei dir vermutlich so kommen, nur etwas später.

    Dann wundere dich aber nicht, wenn in 3/4 Wochen der Honigraum nicht angenommen wurde und Anfang Mai das Volk im Baum hängt.


    Grüße

  • Hallo, noch mal für alle die glauben aus Bochum kämen die besten Tips:

    Werner Gerdes schreibt:

    Zitat


    Das eigentliche Problem beim zweigeteilten Brutraum ist aber die Erweiterung der einräumig überwinterten Völker. Zu einem Zeitpunkt, wo Dadantvölker bereits Überschüsse im Honigraum sammeln wird der Brutraum verdoppelt und das Brutnest ausgedehnt, was eindeutig auf Kosten der Erträge geht. Durch „Untersetzen“ versucht man neuerdings diesen Nachteil zu kompensieren. Dabei wird ignoriert, dass das „Untersetzen“ bereits 1970 durch wissenschaftliche Untersuchungen von Alborzi in Hohenheim als „nicht sinnvoll“ bewertet wurde. Deshalb wurde in Hohenheim das „Aufsetzen“ zur Maxime erhoben. Wenn man jetzt, 40 Jahre später, zu den alten Zöpfen zurückkehrt ist das nur ein weiterer Beleg für die betriebstechnischen Nachteile und die Kompromisse bei zweigeteiltem Brutraum in Verbindung mit einräumiger Überwinterung. Ein Dadant- Brutraum ist von solchen betriebstechnischen Überlegungen frei, ein dem Volk angepasster Brutraum wird zur Verfügung gestellt, Honigräume nach Bedarf, das war´s!

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Tja, wozu ein doppelter Brutraum, wenn einer noch nicht voll ist ?


    Schließe mich den Vorschreiben uneingeschränkt an.


    Zanderwabe hat ca. 5 bis 6.000 Zellen. Bei 9 Waben sind das 50.000 Zellen. Die muss eine Kö' erst mal kontinuierlich gefüllt halten... (2.350 gestiftete Zellen täglich !!).

  • Hm ihr mit eurer Rechnerei, ob das die Bienen auch so wissen??? Hatte da nicht schon mal die Heike was dazu geschrieben wos ums schieden ging? Wenn ich da so in meine 11 er DNM Kisten schaue rechnen die Bienen anders. Manche nutzen auch noch den Hochboden mit für Brut.

    Und auch ich bin für nur einen Brutraum da meiner Meinung nach ausreichend!


    MfG Frank

  • Schön was Gerdes schreibt :)


    "Meine" Betriebsweise mit Flachzarge (Langstroth 2/3) - keine Ahnung ob das für Zander auch klappt; nehme es schwer an:


    Mittlerweile erweitere ich seit 2 Jahren alle Völker immer gleichzeitig von 1 auf 3 (auf und untersetzen).

    Die Jahre zuvor habe ich immer rumgebastelt und hier diese Völkchen nur den HR und dieses 2ten Brutraum drunter und HR drauf. Bin pragmatisch geworden:


    - Gestern kamen der zweite Brutraum drunter (mit Kern 4 ausgebaute Honigwaben sonst Mittelwände). Wabe 9 (od. 2) welche weiter vom Brutnest weg war wandert nach unten (in den Kern) und der Drohnenrahmen kommt dann rein


    - und HR über ASG drauf (Kern und Randwaben ausgebaut)


    -> Bei der Flachzarge vermeide ich mit 1 auf 3 ein ein ausgeprägtes virtuelles Brutnest (also wenn ich nur den HR über ASG gebe und dann später den Brutraum)


    In einer bis 1.5 Wochen kurze Futterkontrolle.


    Vielleicht hilft Dir das?


    Viele Grüsse,

    Chris.