Alle Königinnen von 2017 umgeweiselt/Völker weisellos

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    Hallo Forum,


    ich bin heute etwas deprimiert.

    Ich habe bestimmt schon 20-25 Kunstschwärme gemacht. Dass dabei hin und wieder eine Königin nicht akzeptiert wird, soll vorkommen. Insbesondere bei der Umstellung Carnica - Buckfast.

    Letztes Jahr habe ich beim Bu-Züchter 5 standbegattete Kös bestellt und davon drei im August(!) in Bu-KS eingeweiselt. 4,5kg Bienenmasse, Kellerhaft, Kö ausfressen lassen. Die beiden anderen hatte ich in Miniplus geparkt und Mitte September in Wirtschaftsvölker eingeweiselt.

    Da man junge Königinnen nicht stören soll, habe ich so spät im Jahr nur noch die regelmäßigen Varroabehandlungen gemacht, aber nicht das Brutnest auseinandergerissen - wozu auch, dachte ich mir. Das war wohl ein Fehler, denn im Winter waren ein ehemaliger KS eingegangen.

    Der tote "KS" hatte Nachschaffungszellen, also hatte denen wohl etwas an der Kö nicht gepasst und es kam keine Nachfolgerin mehr nach. Die beiden anderen ehemaligen KS waren sehr schwachbrüstig im Frühjahr, laut der "Klopfprobe" war aber alles ok, mehr war bei einstelligen Temperaturen nicht zu machen.

    Soweit so schlecht.

    Die beiden Schwächlinge habe ich über ASG und Zeitungspapier vor zwei Wochen auf zwei starke Völker aufgesetzt, um sie etwas zu pimpen.

    Heute bei der Durchsicht stelle ich dann fest: Keine Königin mehr, keine Brut, ausgefressene Nachschaffungszellen. Drohnenbrütig sind sie offenschichtlich nicht, im starken Volk darunter ist alles da, was da sein muss.

    Eines der umgeweiselten Wirtschaftsvölker hatte auch ausgefressene Nachschaffungszellen und eine neue Königin. Diese legt aber, somit sollte zumindest dieses Volk gerettet sein.


    Ich zweifle jetzt nun etwas an mir selbst.

    Ist es normal, dass 4 von 5 Königinnen umgeweiselt werden? Wenn ich wöchentlich die Völker zerreisse, macht es die Sache bestimmt auch nicht besser?!

    Abgesehen von diesen Völkern hatte ich im Winter nur ein Volk verloren, der Lahmarsch des Jahres war das.


    KS im August ist zwar sehr spät, aber wenn ich im Januar die Königinnen bestelle und diese erst Mitte August bekomme, kann ich das Rad auch nicht zurückdrehen und wo anders bestellen...


    Tja scheiße gelaufen...

  • Moin, schöner Mist. Aber auch nicht ganz optimal gelaufen. Die gebildeten KS waren viiiel zu stark. 4,5kg ist für eine junge Königin aus der Post echt zuviel. Ich nehm da 200g und vereinige oder verstärke nicht, bevor nicht sicher die alte Legeleistung wieder erreicht wurde (Kontrolle!). Ansonsten, es gibt nix, was es nicht gibt. 4/5 tot passiert. Bienen halt.


    Kopf hoch, beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ok, ich wollte darüber eigentlich die Völkerzahlen aufbauen. Das Jahr vorher hatte es auch geklappt. Nur war das Ende Mai, nicht August und die KS nur 1,5 kg schwer.

    Das Jahr zuvor hatte ich 60% verhungerte Völker auf bleischweren Melezitosewaben.

    Ich habe jetzt noch 6 Völker. Vor zwei Jahren waren es noch über 20.

    An dem Tag, an dem ich mit Null dastehe, kommt der ganze Plunder in den Imkermarkt. Ich habe jetzt langsam wirklich keinen Bock mehr...

  • Nase in den Wind drehen.....

    Mund abwischen....

    Weitermachen......

    irgendwann scheint die Sonne auch wieder auf dein Dach!

    Mein Rat

    lerne selber gute Queens zu ziehen!

    sehr gute Kurse mit bestem Zuchtstoff gibts

    https://www.buckfast-bayern.de/

    LG

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Pech+ viel Lehrgeld.

    Begattet kann heißen in Eilage, gerade verdeckelte Brut, einige Tage oder Wochen im Mikro-Begattungskasten oder Miniplus/Standmaßableger.

    Gerade im ersten Fall müssen die Königinnen erstmal reifen wie Rase schon bemerkte.

    Ich habe die Erfahrung leider auch schon gemacht, als ich bei der 2. Abholung mehr Zeit zum Fragen und Kibitzen hatte, wurde mir meine Fehl-Erwartung klar.


    Das Aufsetzen von Schwächlingen ist keine Empfehlung mehr. Wenn der Schwächling nicht wenigstens ein kleines Brutnest angelegt hat, oder Futtermangel oder eine wesentlich besser riechende Weisel, kann es dazu führen, das das Futter und die Bienen nach unten wandern.

    Wenn ab Mitte/Ende August oder gar September noch eine Hochzarge ausgebaut und Futter eingelagert werden soll, braucht man schon mehr als 3kg Bienen, musste ich leider auch bei meinen letzten ungewogenen KS auf Dadant feststellen. Da habe ich bisher mit DNM weniger Probleme gehabt, lieber satt durchhängende Wintertraube und ein Futterpack für Februar gelagert als zuviel Platz oder zu hohe Erwartung, was Bienen schaffen sollen.

    Neues Jahr, neue Runde...

    Gruß Fred

  • Nur war das Ende Mai, nicht August und die KS nur 1,5 kg schwer.

    Auch das ist was zuviel. Mach mal welche mit der Hälfte oder einem Drittel an Bienen: die Entwicklung soll von Anfang an nach oben gehen, nicht erst schrumpfen und dann aufwärts. Besser kleiner starten und kümmern. Mit regelmäßig dünn füttern geben kleine Ableger die harmonischeren und noch ausreichend große Völker. Halt Dich an die Vorgaben von Mutter Natur: Nachschwärme mit unbegatteter Prinzessin oder gar die letzte Prinzessin nach einem Vor- und X Nachschwärmen muß sich auch nicht der Erwartungshaltung von X kg Bienen aussetzen, oder? Immer so nah am natürlichen Prozess wie es geht. Das kann man nicht austricksen.


    Viel Erfolg, und nimm Dir ein Beispiel an den Bienen, die geben NIE auf!


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Leberkas!


    Der wasgau imker hat es geschrieben: Mach einen Königinnenzuchtkurs bei Buckfast Bayern mal mit und Du hast DEINE eigenen Königinnen. Kann ich Dir nur empfehlen. Solltest Du noch Fragen haben, dann melde Dich per PM.


    Ansonsten sind Ferndiagnosen wie immer etwas, was kein Imker gerne macht, wenn er es nicht selbst gesehen hat.


    Wie hast Du denn deine Varroabehandlung konkret gemacht?


    Und das was der rase schrieb ist zu beachten: Die Königinnen aus dem Versand erst einmal aufpeppeln in einem kleinen Miniplus. Die Versenderei im Versankkäfig ist das schlimmste was es gibt. Ich hole meine Königinnen - wenn ich überhaupt was hole - am liebsten direkt selbst beim Züchter im Miniplus.


    Mach direkt selbst den eigenen Züchter, dann brauchst Du nicht Königinnen holen, sondern maximal Zuchtstoff. Und den gibt es bei Buckfast Bayern in begrenzeten Umfang kostenlos für die Mitglieder dazu.


    So kann jeder die Königinnenzucht lernen. Und das wollen wir auch, weil es einfach besser ist!


    Und 4,5 kg ist ein zu starker KS. Was soll das bewirken? Hattest Du so viele Bienen übrig?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo,


    dass Königinnen direkt aus dem Versand nicht optimal geeignet sind für sofortiges Einweiseln in heiklen Fällen war mir zwar zuvor auch schon klar wegen der Zwangslegepause oder weil sie noch gar nicht ausreichend reif sind.


    Doch der Zusammenhang "lieber kleinere Kunstschwärme, damit es dann trotzdem besser klappt" ist mir erst mit den Hinweisen von rase so richtig klar geworden! Klingt für mich sehr plausibel, danke!

    Da habe ich wohl ziemlich Glück gehabt bisher. Habe die Kg immer einfach aus der Post rein in den 2kg-Kunstschwarm und es hat geklappt, sogar Buckfast-Königinnen in Carnica-KS. Allerdings habe ich sie sich halt auch 24h gekäfigt im Keller zusammenraufen lassen und erst dann mit Futterteigverschluss in die Beute eingeschlagen.


    Mir scheint aber jetzt, dass ihr bzw. du luffi auch sonst eher kleinere Kunstschwärme für besser haltet. Das verstehe ich dann aber noch nicht.


    Ich dachte bisher immer, je später im Jahr, desto größer und generell je größer, desto besser. Der einzige Grund, kleinere KS zu bilden war für mich bisher nur der, dass man natürlich eher Bienenmasse sparen will oder muss, weil sie ja dann woanders fehlt.

    Habe ich das jetzt richtig verstanden, ihr findet kleinere KS besser? Warum (Versandkönigin mal beiseite gelassen)?



    Gruß

    hornet

  • Ich hab das so verstanden, dass das mit den kleinen KS nur während der Schwarmzeit seine Gültigkeit hat. Später im Jahr dann schon größer, fehlt ja auch die Zeit um die kleinere Bienenmasse wieder auszugleichen. Diese dann aber nicht mit ganz frischen Königinnen erstellen.


    Ich hab meine ersten eigenen Königinnen letztes Jahr auch relativ lange in Mini Plus gehalten (2-Zargig) damit die mal über ne ordentliche Menge eigener verdeckelter Brut gelaufen sind bevor ich sie dann relativ spät im Jahr eingeweiselt habe. Alle erfolgreich übrigens.


    Lasse ich aber auch gerne eines besseren belehren.

  • Manchmal (mir schon mehrmals passiert) ist das Wetter zur Begattungszeit der Königinnen so bescheiden, dass die Begattung nur sehr mangelhaft ist. Das sieht man dann, wenn bereits nach wenigen Wochen die Völker versuchen umzuweiseln.

    Also ein Phänomen, welches gar nicht so selten ist.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Habe ich das jetzt richtig verstanden, ihr findet kleinere KS besser? Warum (Versandkönigin mal beiseite gelassen)?

    Wegen der Dynamik. Es soll sofort aufwärts gehen, nicht erst eine Delle (Anpassung an die Königin) und dann wieder aufwärts. Ich könnte zum verrecken nicht sagen, woran ich es festmachen würde, ob ein Volk 'Bock' hat, aber ich kann es Dir sagen, wenn ich's sehe. Und in dem Zustand sind Ableger so ziemlich unbesiegbar. Das willst Du. Völker die Bock haben. Schwärme haben immer Bock, KS auch. Zu starke KS mit Königin, die nicht leisten kann, was der Schwarm leisten möchte, weiseln um oder werden so eingebremst, daß da längerfristig nimmer viel geht. Die Energie ist erstmal weg. Deswegen lieber ein bisserl zu klein, als zu groß. Meine bescheidene Meinung.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • rase : Danke, ich glaube, dir jetzt folgen zu können und habe rückblickend sogar das Gefühl, diesen Effekt sogar schon selbst gesehen, nur bisher nicht wahrgenommen zu haben. Da ist sicher was dran. Und ganz bestimmt schaue ich bewusster hin beim nächsten Mal.

  • Hallo hornet !


    Es geht mir bei kleinen KS immer darum, Königinnen unter zu bringen, die kaum Pheromone haben.


    Also Versandköniginnen, unbegattete Königinnen, wichtige Zuchtköniginnen.


    KS bilde ich am liebsten mit Königinnen, die einfach schon mal in voller Eilage sind.

    Also mindestens 4 oder 5, besser 6 bis 8 Wochen gelegt haben. Je älter desto weniger Probleme mit Umweiseln wegen schlecht begatteter Königinnen.


    So kann so ne Königin erst einmaL richtig reifen und lernen zu regieren, indem die Pheromonproduktion und die Eierstöcke sich voll entwickelt haben.


    Und wenn du so ne Königin in voller Eilage dann im KS verarbeitest, dann kann der KS je nach Jahreszeit schon auch mal 3 kg Ende August/Anfang September haben.


    Je früher desto kleiner, je später desto stärker soll der KS sein.


    4,5 kg halte ich zu keiner Jahreszeit für notwendig.


    Es sei denn Du willst den KS nur mit Jungbienen zur Königinnenzucht machen...


    Aber auch sowas hält nicht lange zusammen, wenn es interessante Königinnen in voller Eilage und mit offener Brut am Stand gibt.


    Bei vielen KS an einem einzigen Standort ist es auch ein bekanntes Phänomen, dass sich trotz gleichem Anfangsgewicht, die Völker sehr unterschiedlich entwickeln.


    Woran das wohl liegt?


    Aber das kannst Du Dir ja jetzt wohl selbst beantworten...

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)