Online-Seminar Besteuerung der Imkerei

  • Wolfgang, du willst dich nicht zufällig auch mal ins Schweizer Steuerrecht einlesen ;-) ?

    Ja - wenn ich einem nächsten Leben zufällig als Schweizer geboren werde.

    Bis dahin ist deutsche Steuerrecht Lebensaufgabe genug.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Schön ist es in vielen Ecken der Welt und nette Menschen gibts auch überall. Aber die besonderen Menschen, mit denen man eine eigen Familie gründet, die wohnen nun mal hier, wo ich jetzt bin ;-)


    Schöne Grüsse in die Heimat, Robert

  • Hallo Wolfgang,

    hätte ein Frage zum Thema Umsatzsteuer: Wenn ich mich hier gegen eine Durchschnittssteuersatz Regelung entscheide um Vorsteuer ziehen zu können, kann ich ja aufgrund des 19%MWSt im Einkauf zu 7%MWSt, im Verkauf Verhältnis auch langfristig davon profitieren ohne das die Imkerei Defiziete schreiben würde.

    fiktives Beispiel: ich habe jährlich Ausgaben von 3000€ mit 19% und Einnahmen von 4500€ mit 7%. Es würde also bei der Umsatzsteuererklärung jedes Jahr etwas für mich übrig bleiben..

    Die hohen jährlichen Ausgaben mit 19% ergeben sich daduch das der Maschinenpark jedes Jahr etwas erweitert /verbessert wird.

    Kann das Finanzamt trotzdem eine "Liebhaberei" annehmen, bzw. gibt es bei der Umsatzsteuer überhaupt eine "Liebhaberei"?

    Bei der Einkommensteuer würde ich aufgrund der Völkerzahlen dann unter eine Durchschnittssatzbesteuerung fallen... Danke

  • Umsatzsteuerlich gibt es keine Liebhaberei.

    Der Vorsteuerabzug kann also nicht verweigert werden, solange die Eingangsumsätze (Fremdrechnungen) für eigene steuerpflichtige Umsätze verwendet werden.

    Dass ein solcher Vorsteuerüberhang entsteht, ist nicht ganz ungewöhnlich. Es gibt Konstellationen, wo das dauerhaft der Fall ist.

    Das genannte Beispiel wird in der Praxis nicht ganz so hinkommen, weil Imker auch Eingangsumsätze mit 7% haben (Futter), also muss man schon genauer rechnen, weil der Verzicht auf die Durchschnittssatzbesteuerung für 5 Jahre bindet.

    Nicht vergessen darf man außerdem, dass sich dadurch die Umsatzerlöse verringern, weil aus 4.500 Euro dann 4.206 Euro werden.

    Der umsatzsteuerliche Vorteil geht also mit einer Ertragsminderung einher.


    Wolfgang

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  • Noch ein Nachtrag: Wenn Du nach 5 Jahren wieder zur Durschnittssatzbesteuerung wechsel willst, ist eine Korrektur des Vorsteuerabzugs nach § 15a UStG erforderlich. Hier gilt für mobiles Anlagevermögen ein Zeitraum von 5 Jahren. Man muss also für fast alle Anschaffungen im 5-Jahreszeitraum eine Vorsteuerkorrektur vornehmen. Der Vorteil beim Vorsteuerabzug wäre dann teilweise wieder verloren.


    Wolfgang

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  • Hallo Wolfgan, super Antwort,


    wobei mir da doch noch zwei fragen kommen:

    1.

    da ich momentan bei der Umsatzsteuer nicht Durchschnittssteuersatz besteuert bin, interessiert mich das Szenarion einer Umstellung zur Umsatzsteuer-Durchschnittssteuersatz-Besteuerung...

    Deshalb würde mich ein imkerliches Beispiel für eine Korrektur des Vorsteuerabzugs nach § 15a UStG sehr interessieren.

    Momentan danke ich an Fragen wie: welcher Wert (Anschaffungswert/ Restwert lt. Abschreibung) wird für die ermittlung der Korrektur des Vorsteuerabzugs verrechnet?

    Sind nur Vorsteuer von AFA oder auch GWG oder sogar Verbrauchsmaterialien betroffen?...

    2.

    nach deinem Vortrag ist mir noch eine zweite Frage gekommen zum Thema: Einkommensteuer

    Auf Seite 6 schreibst du "zusätzlich: Freibetrag von 900 €, wenn das Einkommen nicht

    höher als 30.700 € ist (bei Zusammenveranlagung 1.800 bzw. 61.400 €)"* Meinst du mit Einkommen als die Summe aller Einkünfte oder das zu versteuernde Einkommen oder gibt es da noch eine weitere Definition?


    * Muss ich irgendwo etwas angeben damit dieser Freibetrag angerechnet wird oder passiert das automatisch?

    * Ist dies ein spezieller Freibetrag für Einkünfte aus Landwirtschaft oder nutze ich diesen evtl. schon z.B. aufgrund von anderem Einkommen wie z.B. Photovolatik...

    * Profitiere ich von dem Freibetrag unabhängig von der Art der Gewinnermittlung oder gilt dieser nur für Durchschnittssatzbesteuerung?

    3.

    würdest du gegen Bezahlung auch eine individuelle Beratung durchführen?


    Danke & Grüße

  • da ich momentan bei der Umsatzsteuer nicht Durchschnittssteuersatz besteuert bin,

    Hast Du wirklich per Antrag auf die Durchschnittssatzbesteuerung verzichtet?


    Deshalb würde mich ein imkerliches Beispiel für eine Korrektur des Vorsteuerabzugs nach § 15a UStG sehr interessieren.

    Ich muss mich da korrigieren, bzw. muss das spezifizieren. Es gilt nach § 44 UStDV, dass eine Berichtigung des Vorsteuerabzugs entfällt, "wenn die auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts entfallende Vorsteuer 1.000 Euro nicht übersteigt."

    Das dürfte in Deinem Fall regelmäßig gelten. (Das wären Bruttoanschaffungskosten von fast 6.500 Euro.) Und zwar für das einzelne Wirtschaftsgut. GWG sind also ohnehin keine Thema.

    Die Korrektur des Vorsteuerabzugs dürfte also in diesem Fall kein Thema sein.

    Meinst du mit Einkommen als die Summe aller Einkünfte oder das zu versteuernde Einkommen oder gibt es da noch eine weitere Definition?

    Ja, es geht um den "Gesamtbetrag der Einkünfte" (§ 13 Abs. 3 EStG). Da gelten zunächst die üblichen Regelungen (Betriebsausgaben- bzw. Werbekostenabzug).

    Nicht eingerechnet ist aber der Sonderausgabenabzug (Versicherungen usf.)


    Muss ich irgendwo etwas angeben damit dieser Freibetrag angerechnet wird oder passiert das automatisch?

    Das macht das Finanzamt automatisch, wenn die Einkunftsart korrekt deklariert wurde (Anlage L).


    Ist dies ein spezieller Freibetrag für Einkünfte aus Landwirtschaft oder nutze ich diesen evtl. schon z.B. aufgrund von anderem Einkommen wie z.B. Photovolatik...

    Der Freibetrag gilt nur für Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft. Die Photovoltaikanlage z.B. fällt unter die gewerblichen Einkünfte.

    Profitiere ich von dem Freibetrag unabhängig von der Art der Gewinnermittlung oder gilt dieser nur für Durchschnittssatzbesteuerung

    Ja. Wenn Du z.B. 1.000 Euro Pauschalgewinn ansetzen musst (bei 30 bis 70 Völkern), wird auch davon der Freibetrag abgezogen.

    würdest du gegen Bezahlung auch eine individuelle Beratung durchführen?

    Das darf ich nicht, weil ich kein Steuerberater bin.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)