Honigernte mit zeitgleicher Ablegerbildung möglich?

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    Der Nutzen ist begrenzt, wenn man sich die Populationsdynamiken vor Augen hält. Ausserdem selektiert man allenfalls die trägsten und schlechtesten Milben aus. Ob der Schwarmtrieb mit einem Drohnenschnitt wirklich gedämpft werden kann? Ich bezweifle es. Ich persönlich sehe diese Massnahme als eine Verstümmelung, denn sie ist nichts anderes als die gezielte Amputation des männlichen Geschlechtsorgans des Biens. Ausserdem sollen von guten Völkern möglichst viele Drohnen fliegen und möglichst viele Prinzessinnen in der Umgebung begatten. :) Die Erkennung des Schwarmtriebs ist nur möglich, bevor man den Rahmen ausgeschnitten hat, und die Menge des gewonnenen Wachses ist vernachlässigbar. Ich habe noch nie Drohnenbau ausgeschnitten und ich werde wohl auch nicht damit anfangen. Jeder, wie er will, aber der geringe Effekt rechtfertigt m.E. das Mittel nicht.


    Und ganz allgemein gilt doch auch bezüglich der Imkerliteratur: «Prüft aber alles, das Gute haltet fest!» (1.Thess 5,21). :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Also: Brutzarge mit nur Mittelwänden und einer Nachschaffungsbrutwabe, dazu über dem Absperrgitter alle Honigwaben des Wirtschaftsvolks.

    Ich würde sagen, hier fehlt das Brutnest unter dem Honigraum und damit die Wärme für die Honigtrocknung. Du wirst feuchten Honig ernten.

    Die Besetzung der Honigwaben ist zumindest bei mir immer viel geringer als die Besetzung der Brutwaben, geschätzt höchstens 20%. Damit ist der so gebildete Ableger viel zu klein für den großen Raum. Der Ableger hat Schwierigkeiten, die nötige Brutwärme zu erzeugen und kann sich nicht optimal entwickeln.

    Gruß Ralph

    Vollkommen richtig: zurück zur Ausgangsfragestellung! Sorry, Axel!

  • Hallo Christian,


    ich versuche mal die angesprochenen Fragen aufzunehmen. Generell wollte ich nichts verteufeln oder so. Aber die Betriebsweise der Leute in der Untersuchung ist m.E. schon ziemlich einspurig. Da helfen dann auch keine Querverweise auf andere (Celler o.ä.).

    Generell finde ich es gut über andere Arbeitsweisen nachzudenken und wenn du da einen Mehrwert herauslesen kannst ohne jeden Murks blind zu kopieren und deine Bienen sinnlos leiden zu lassen, dann ist es es ok.

    Und noch ein "generell": ich glaube wir haben hier im IF mehr als 100 Imker und 1000 Völker am Start.

    1) Bienenmasse für zeitige Vermehrung: Ja, logo! Kleine Einheiten (KS o. Ableger) entwickeln sich stark, starten mit weniger Milben und räubern im Juli wahrscheinlich noch nicht. Das wurde hier auch schon oft diskutiert. Siehe z.B. die Beiträge vom Kleingartendrohn mit seinen 200g KS.

    Ich mache oft für einen Kollegen 2BW-DD-Ableger Ende Juni.

    2) Schwarmtrieb: Schau dir bitte mal vernüftiges Material im Vergleich an. Egal welche Rasse. Da liegen Welten zwischen einer wirklich guten Linie und einer F25... In allen Bereichen.

    3) Logo mit 1BR meinte ich natürlich gängige Abmessungen. Eine Flachzarge würde sicher auch gehen, wäre natürlich arg klein.

    4) AS halte ich einfach für Quälerei und Verschwendung. Jede Behandlung wirkt nur zuverlässig im brutfreien Zustand oder als Dauerbehandlung. Die AS macht durch Verätzung brutfrei. Das halte ich für Quälerei und maximale Verschwendung. Mit der Brut mache ich lieber neue Völker (TBE).

    5) Moderne Methoden o.ä.: Guck dir mal bitte die Publikationen vom Radtke an oder aktuelle Sachen zum Dadant. Oder rede mal mit Erwerbsimkern. Ich kenne auch einige Leute, die auf ihre 2BR-Zander schwören - das sind aber ausgefuchste Spezialisten, keine Anfänger, die Bienen in 7 Modulen im einem Kurs gerade verstehen wollen.

    6) Drohnenrahmen schneiden: Das ist für mich ein typischer Fall von gutgemeint und blind kopiert. Prüf doch mal die Milbenanzahl in so einem DR. Warum sollte ich einen Trubel für Bienen und Mensch machen, wo meine Völker zum Ende der Honigsaison behandelt werden? Meine Bienen bauen in der Saison im HR und danach im BR (TBE). Wachs habe ich auch so genug.

    7) Irgendwo stand noch etwas von "Behandlung nach Spättrachternte". Das wäre Heide o.ä. Das sind Spezialbetriebsweisen. Da bist du jenseits von normalen Behandlungsmethoden. Da brauchst du auch nicht in die gängigen Anfängerratgeber gucken...


    Gruß Jörg

  • Nur mal 2 Zitate aus dem verlinkten Dokument:

    1. "Die dauerhafte Führung auf einer Zarge bewährte sich hingegen nicht. Sie erhöhte die Schwarmlust,
    erschwerte die Schwarmkontrolle und führte zu extremem Wildbau."

    :confused::confused::confused:

    2. "Etwa 25 % der Wirtschaftsvölker geraten trotz sanften Schröpfens in Schwarmlust."

    :confused:

    Da wird den Wirtschaftsvölkern alle 14 Tage eine Brutwabe + zusätzlich Bienen entnommen, dann soll das angeblich den Honigertrag kein bisschen mindern und dann gerät trotzdem auch noch jedes 4. Volk in Schwarmstimmung?

    :roll:

    Das erinnert mich stark an die ersten Jahre, bevor ich angefangen habe nur eine Brutzarge DNM zu benutzen. Selbst bei anfangs unverändert schlechter Genetik war damit schon mal die Schwärmerei vorbei.