Bienenbestäubung verbessert Qualität und Haltbarkeit von Erdbeeren

  • Was Apfel-Anbauer schon lange wissen, haben Forscher auch bei der Erdbeere bestätigt:

    Bienenbestäubung verbessert Qualität und Haltbarkeit von Erdbeeren


    Die Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass Selbstbestäubung zu kleineren und leichteren Erdbeerfrüchten führt. Zudem waren über 90 Prozent dieser Früchte deformiert, wiesen eine kürzere Haltbarkeit auf und hatten folglich den mit Abstand geringsten Handelswert. Insektenbestäubte Blüten entwickelten sich hingegen zu wohlgeformten, schwereren und größeren Früchten, welche einen um 92 Prozent gesteigerten Handelswert aufwiesen. Es bestand kein merkbarer Unterschied zwischen Hand- und offener Bestäubung. „Insekten- und Handbestäubung führte zudem, wie anhand des Zucker-Säure-Verhältnisses nachgewiesen wurde, zu einem sortenspezifischeren Verhältnis von Geschmackskomponenten in der Frucht“


    https://www.uni-goettingen.de/…von+erdbeeren/583929.html


    ==> Argumentationshilfe für höhere Bestäubungsprämie im Erdbeeranbau.


    kelte

  • Das müsste ja nun mittlerweile bei jedem angekommen sein, dass Insekten das noch plus ultra in Sachen Bestaubung sind :saint:. Aber gut das es mal wieder eine Studie gibt.


    Ich würde meine Bienen nicht freiwillig in einem Erdbeerfeld stellen. Gehe auch nicht mehr zur Selbstpfluecke. Einen Tag vorher geht die Spritze durch und am nächsten Tag alles voll mit Selbstpfluecker. Voll eklig! Seitdem ich das beim täglich vorbeifahren beobachtet habe ist mir der Appetit auf lecker Erdbeeren vergangen.

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  • ==> Argumentationshilfe für höhere Bestäubungsprämie im Erdbeeranbau.

    Hab das mal angeschaut...

    Die Studie geht kaum genauer auf Honigbienen ein, sonder nur auf "Insektenbestäubung".

    Meines Wissens sind Hummeln ganz klar zu bevorzugen bei der Erdbeerbestäubung, genauso bei Tomaten. Und Hummeln sind nun mal auch "Bienen" im Sinne der Presseinformation, das bezieht sich kaum auf "Honigbienen".


    Aber anyway, ich bin hier bei mir heute per Zufall noch auf Empfelungen von Bestäubungsprämien gestossen, zumindest des VDRB, also in der Schweiz.

    40 - 110 CHF für Steinobst bei min. 6 Völkern

    30 - 100 CHF für Kernobst bei min. 8 Völkern

    Keine Ahnung wie und ob das in DE ähnlich ist?

  • Hier mal eine Frage:


    Habe derzeit 20 Völker in einer Bio-Hoch-/Niederstammanlage stehen; ca. 100m Flugdistanz fängt ein ca. 0.7-1ha Bio-Erdbeerfeld an. Nun kam der Hofleiter und bat mich zusätzliche Bienen ins Erdbeerfeld zu stellen (das wäre für mich kein Problem; Völker von einem anderen Standort hinzukarren); ABER:


    1) Ist das wirklich notwendig? 100m sind zwar 100m aber nun auch wieder nicht eine riesen Flugdistanz? Oder welche Trachtkokurrenz liegt bei der Erdbeere vor?

    2) ME. stehen ja 20 Völker da, das sollte doch für 1ha Erdbeeren reichen?

    2) Ich war bis jetzt der Meinung, dass die Erdbeere nicht so der Trachtbringer ist (Himbeere und Co ist ja was anderes); bin ich hier auf dem komplett falschen Dampfer?


    Würde mich über Eure Einschätzung freuen.


    Danke.

    Chris.

  • Die Honigbiene ist im Vergleich zur Hummel in Erdbeere nicht schlecht:


    https://www.researchgate.net/p…nditions_in_Jordan_valley

    Stimmt, so schlecht kommen sie nicht weg..

    Man muss allerdings beachten, dass hier in einem "Plastic House" gearbeitet wurde. So hat man den Honigbienen auch keine Wahl gelassen. Im Freien sollen Honigbienen wesentlich weniger geneigt sein, Erdbeerblüten anzufliegen. Die Erdbeerblüte soll im speziellen von der "Vibrationsbestäubung" der Hummel profitieren, deshalb gibts, wie in deiner Studie angegeben, die grössten Früchte mit Hummeln.


    1) Ist das wirklich notwendig? 100m sind zwar 100m aber nun auch wieder nicht eine riesen Flugdistanz? Oder welche Trachtkokurrenz liegt bei der Erdbeere vor?

    Hmm... Die Bestäubungsleistung nimmt mit der Distanz schon sehr schwer ab. Ich kann mich in meinen grauen Hirnzellen irgendwie daran erinnern, dass dies ab 100m bereits messbar war, was eine etwas verteilte Aufstellung eben durchaus Sinn ergibt... Da können meine grauen Hirnzellen sich aber täuschen. Wie oben beschrieben, meinte ich, gelesen zu haben, dass Erdbeeren zwar auch von Honigbienen beflogen werden, aber nicht sonderlich weit oben auf ihrer Prioritätsliste zu sein scheinen.

  • Die Bestäubungsleistung nimmt mit der Distanz schon sehr schwer ab. Ich kann mich in meinen grauen Hirnzellen irgendwie daran erinnern, dass dies ab 100m bereits messbar war

    Ja, die Frage ist ob das die Bestäubungsleistung oder der Trachtertrag ist - meine grauen Hirnzellen meinen sich auch zu erinnern, dass da mal etwas mit Raps -> Distanz -> Honigertrag war.


    @Mein Problem:

    Es ist kein Folientunnel ... und wie ihr vielleicht merkt, finde ich es irgendwie nicht so sexy auf ein plattes, schattenloses Feld ein paar Kisten zu stellen (und der nächste Baum ist leider ca. 100m von der ersten Erdbeerpflanze entfernt).


    Mich interessiert: Würdet Ihr Eure Bienenkästen mitten in ein flaches Bio-Erdbeerfeld stellen (wirklich Topfeben!)?


    Bin ein wenig ratlos.


    Chris.

  • Hallo Chris,

    soweit ich weis, gibt die Erdbeere nur wenig Pollen und Nektar ab. Mir wurde mal gesagt, die Bienen würden nur dann freiwillig in die Erdbeere gehen, wenn es nichts besseres gibt.

    Aber wenn du Völker übrig hast, dann probier es doch einfach mal aus.

    Verhandle aber gleich einen Besteuberpreis.

    Könnten ja z.B. Naturalien sich...........

    Wichtig: Auch bei BIO gibt es Pflanzenschutzmittel. Klär das unbedingt mit dem Landwird ab.

    mit sonnigen Grüßen

    aus dem verschneiten Greifswald

    Michael