Einsatz von Schieber / Bodengitter Auf oder zu?

  • Hallo,


    in der Regel bleibt das Bodengitter ja ganzjährig offen, ausser zur Varroadiagnose. Nun habe ich gelesen, dass man das Gitter weiterhin zur Unterstützung der Bruttätigkeit ab der Salweidenblüte bis längstens zur Honigraumgabe verschliessen kann.

    Auch bei Jungvölkern sollte die Bodenbelüftung bis zum Spätsommergeschlossen bleiben.

    Hat jemand damit Erfahrung sammeln können? Wäre das ratsam?


    Grüße und Danke

  • Ich habe in meinem diesjährigen, ersten Winter mit den Bienen den Bodenschieber ( = Varroa Diagnosebrett ) komplett seit Weihnachten geschlossen. Ich benutze die Dadant Beuten von Weber mit den Zugluft dichten Varroaschiebern. Die Schieber habe ich zusätzlich mittels Haftknete mit einer Styrodurplatte außen isoliert. Durch Zufall hatte ich nämlich bei einer Varroa Kontrolle im Spätherbst entdeckt, dass die Schieber deutlich erwärmt waren, also dort Wärme definitiv verloren geht. Der Deckel war ebenfalls mit einem Styrodurblock isoliert.

    Ziel der ganzen Aktion war, die Bienen darin zu unterstützen der Varroa davon zu brüten, bzw. sie im Wärmehaushalt zu unterstützen, damit sie bei Kälteeinbrüchen nicht vom Futter abreißen. Hintergrund hierzu ist, dass sie mit bekannter, erhöhter Varroabelastung in den Winter gegangen sind und ich sie daher als geschwächt eingestuft habe, trotz besetzter 4 Wabengassen.

    Bis jetzt sind sie gut ausgewintert und es deutet nichts darauf hin, dass sie noch einknicken werden.

    " Zahltag " ist aber natürlich trotzdem erst im April NACH der Durchlenzung.

  • ...im Spätherbst entdeckt, dass die Schieber deutlich erwärmt waren, also dort Wärme definitiv verloren geht.

    Der Bien atmet. Seine Stoffwechselabfälle werden - sofern gasförmig - durch die Atemluft ausgeschieden. Die ist naturgemäß körperwarm und gibt diese Wärme beim Entweichen aus dem Stock an die umgebenden Materialien ab. Die "verbrauchte" Luft muß trotzdem irgendwie raus.

    Die Kompromißlinie zwischen Unterstützung von Wärmehaushalt und Belüftung ist nicht statisch, sondern hängt bspw. vom Brutgeschehen und der Jahreszeit/dem Wetter ab.

  • Die "verbrauchte" Luft muß trotzdem irgendwie raus.

    Das hat in meinem Fall soweit ich beobachten konnte gut geklappt. Als Winterfluglochkeil hatte ich einen vorgefertigten aus Mäusegitter eingelegt und diesen nach Gefühl mit Schaumstoff auf Mitte

    Flugloch eingeengt, so dass eben nicht die volle Front geöffnet war. Die Tatsache , dass die Bienen den Winter über alle 3-4 Wochen einen kleinen "Reinigungsflug" abhielten ( so mild war das Wetter

    bei uns ) zeigte mir, dass sie gut damit zurecht kommen. An den Reinigungsflug Tagen habe

    ich die Bodenschieber kontrolliert und feststellen können, dass es keinerlei Auffälligkeiten gab. Auch haben die Bienen jeweils den Totenfall auf dem Gitter selbst entsorgt- den Mäusegitterkeil

    hatte ich hierzu entfernt.

    Die Kompromißlinie zwischen Unterstützung von Wärmehaushalt und Belüftung ist nicht statisch, sondern hängt bspw. vom Brutgeschehen und der Jahreszeit/dem Wetter ab.

    Da bin ich ganz Deiner Meinung, dementsprechend habe ich versucht zu handeln.


    Metha : Generelle Empfehlungen, wie Du sie nennst, nehme ich immer als Anregung zu fragen ,

    OB und gegebenenfalls

    WIE es für meine Situation vor Ort passt.

  • ...im Spätherbst entdeckt, dass die Schieber deutlich erwärmt waren, also dort Wärme definitiv verloren geht.

    Der Bien atmet. Seine Stoffwechselabfälle werden - sofern gasförmig - durch die Atemluft ausgeschieden. Die ist naturgemäß körperwarm und gibt diese Wärme beim Entweichen aus dem Stock an die umgebenden Materialien ab. Die "verbrauchte" Luft muß trotzdem irgendwie raus.

    Die Kompromißlinie zwischen Unterstützung von Wärmehaushalt und Belüftung ist nicht statisch, sondern hängt bspw. vom Brutgeschehen und der Jahreszeit/dem Wetter ab.

    Bienen halten eine hohe CO2-Konzentration gut aus. Meine Schieber bleiben ganzjährig drin. Flugloch hat im Moment die Größe eines Astloches.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Völker deswegen zuwenig Frischluft hätten... Die Kästen sind ohnehin nie wirklich dicht, geschweige denn die Schieber. Und sobald es wieder etwas wärmer ist, ventilieren die Bienen bei Bedarf.

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Bei mir bleiben die Schieber vom Spätherbst bis zum 15 Mai (Eisheiligen) drin, Ausnahmen bestätigen die Regel. Das Rhein-Main-Gebiet ist um einiges wärmer als bei uns, aber für die Frühjahrsentwicklung, würde ich den Schieber wenigstens von Februar bis April drin lassen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)