Zukünftig kostenpflichtige Lizenz für Imker die im Neutralglas abfüllen & in Verkehr bringen? Wer weiss etwas?

  • Ich würde mich als Neuimker in keinem Amt,.....

    Hi,


    aber genau da fängt es dann an gefährlich zu werden.


    Diese Meldung ist für eine Faulbrutsanierung elementar.


    Falls eine Sanierung fehlschlägt, ist meistens ein nicht gemeldeter/nicht gefundener


    Bienenstand ursächlich. Ob nicht gemeldet oder vergessen oder ggf. Inhaber verstorben


    ist dann egal. Da kann man lange suchen und oft sanieren.


    Gruss Joachim

  • Warum wird die Abgabe an das Duale System nicht beim Hersteller erhoben? Ich glaube, dass diese Frage sich wie folgt beantwortet:

    Ein großer Teil verpackter Ware kommt aus dem Ausland, jedoch die Verpackung muss hier entsorgt werden. Deshalb kann der Entsorgungsbeitrag nicht beim Verpackungshersteller erhoben werden, sondern muss in der Lieferkette möglichst weit nach hinten verlagert werden.

    Gruß Ralph

  • Damit liegt nun eine offizielle Klarstellung der dafür zuständigen Behörde vor, die noch dazu mit den zuständigen Aufsichtsbehörden (BMU, UBA) abgestimmt ist.

    :thumbup:Besten Dank, Gottfried - jetzt besteht Klarheit für zumindest 90 % der hier Schreibenden !

  • Ich vermute, daß der Gesetzgeber den Steuermechanismus bewußt verändert hat. Würde man direkt beim Hersteller der leeren Verpackung abkassieren, würde den das in seinem Umsatzsteigerungsdrang nicht bremsen - er schlüge einfach einige Cent auf und seine Abnehmer finanziertem ihm die Entsorgungsentgelte und vielleicht sogar noch eine weitere Gewinnspanne obenauf.

    Jetzt aber - so hoffte der Gesetzgeber übrigens schon bei der VerpackVO - ist der abfüllende Nutzer von Verpackungen selber finanziell und unmittelbar daran interessiert, die sparsamste Verpackung zu finden oder gar eine Mehrweglösung und es gibt eine gewisse Entkoppelung von den Umsatzinteressen der Verpackungshersteller, die zudem oft aus dem Ausland kommen.

    Im Grunde ist dieser Steuermechanismus schon bei der VerpackVO verwendet worden, hat aber dort zuviele Schlupflöcher übrig gelassen, die der Gesetzgeber nun verschließen wollte. Die konkreten Auswirkungen auf die deutsche Imkerei - die ja zu über 96% von Hobbyimkern bis 25 Völkern* getragen wird - mußten der Verwaltung erst einmal nahe gebracht werden. Der Gesetzgeber hat übrigens einen ensprechenden Bericht abgefordert und ihn gestern auch erhalten, resp. die Berichterstatter aller BT-Fraktionen. Dabei ist die Lösung für Hobbyimker ausdrücklich mit vorgestellt worden.


    * Ich frage mich, wieso der DIB diese Grenze von 25 Völkern in seiner Statistik führt, obwohl einkommenssteuerlich 30 Völker maßgeblich sind - wie wir gelernt haben. Vielleicht kann ja der neue Präsident auch da mal aufräumen.

  • Warum wird die Abgabe an das Duale System nicht beim Hersteller erhoben? Ich glaube, dass diese Frage sich wie folgt beantwortet:

    Ein großer Teil verpackter Ware kommt aus dem Ausland, jedoch die Verpackung muss hier entsorgt werden. Deshalb kann der Entsorgungsbeitrag nicht beim Verpackungshersteller erhoben werden, sondern muss in der Lieferkette möglichst weit nach hinten verlagert werden.

    Gruß Ralph

    ...und genauso gut wird deutsche Verpackung ins Ausland gehen. Warum sollte der Hersteller und damit indirekt der Käufer aus Spanien für die Entsorgung in Dtl bezahlen, wenn das Glas in Spanien oder Schweden in einem Recyclingsystem landet.


    Und wenn man nicht ganz so engstirnig denkt und beachtet, dass es nicht nur Imker gibt, die Gläser kaufen, sondern auch Privatpersonen oder Unternehmen die es ausschließlich für innerbetriebliche Zwecke nutzen, fragt man sich, warum auch diese dafür bezahlen sollen, wenn sie die Gläser auf anderem Weg entsorgen müssen.


    Und es gibt nicht nur Gläser. Es geht auch um Pappen, Folien, Umreifungsbänder, Paletten usw usf.

    Ab wann ist eine Palette eine Verpackung, wann wird sie nur innerbetrieblich genutzt und nach 1 Jahr und 200 Einsätzen innerbetrieblich entsorgt? Woher soll der Hersteller das wissen?

    Ab wann ist eine Folie eine Verpackung, wann wird sie auf dem Bau unter der Bodenplatte eingesetzt? Wann wird innerbetrieblich etwas umwickelt und danach diese Folie innerbetrieblich entsorgt? Wann landet diese Folie in Südkorea? Woher soll der Hersteller das wissen?

  • Dem möchte ich mich aus vollstem Herzen anschliessen !

  • * Ich frage mich, wieso der DIB diese Grenze von 25 Völkern in seiner Statistik führt, obwohl einkommenssteuerlich 30 Völker maßgeblich sind - wie wir gelernt haben. Vielleicht kann ja der neue Präsident auch da mal aufräumen.

    Hi,


    da ist die Grenze der Berufsgenossenschaft. Zumindest in Niedersachsen.


    Alles was darüber liegt, ist Pflichtmitglied in der Berufsgenossenschaft und muss dort


    natürlich entsprechende Beiträge zahlen.


    Allerdings bin ich bei Dir, die Grenze könnte man mal anpassen und auch auf die 30 Völker anheben.


    Vom DIB dürfen wir da allerdings keine Unterstützung erhoffen. Wie oben bereits geschrieben,


    sind denen die Imker mit 4 - 10 Völker am wichtigsten.


    Gruss Joachim

  • Die BG soll ihre eigene Statistik führen und das tut sie auch.


    Der DIB sollte die Interessenvertretung aller Imker in D sein. Da bieten sich andere Statistikstaffelungen an - u.a. die nach EStG, meinetwegen noch unterteilt in 10er-Schritten.

    Ich behaupte: Hätte der DIB schon immer präzise zwischen Hobby- und gewerbsmäßiger Imkerei unterschieden, hätten wir die aktuellen Schwierigkeiten nicht bekommen und die Abgrenzung wäre sachgerecht auch bei 70 Völkern erfolgt. Nach nicht nur meiner festen Überzeugung ist eine Imkerei bis 70 Völkern noch immer nicht gewerbsmäßig, sondern Hobby. Rases jüngster Vortrag in D.eschingen zeigt das wieder einmal klar auf. Das Thür. Umweltministerium hat das übrigens auch so gesehen, sich aber nicht durchsetzen können.

  • Gläser, die ins Ausland gehen, unterliegen nicht dem Verpackungsgesetz. Vielen Dank, das ist ein weiterer Grund, warum die Abgabe ans Duale System möglichst weit hinten erhoben wird!

    Gruß Ralph

  • ... das schrieb ich doch, einhakend auf deinen Beitrag :)

  • Rases jüngster Vortrag in D.eschingen zeigt das wieder einmal klar auf.

    Wo das denn?


    Sobald Steuer erhoben wird, dürfe es mit Hobby vorbei sein. Vollkommen unabhängig ob pauschal oder genau abgerechnet. Du bist ja nicht zur Pauschalbesteuerung verpflichtet. Wenn Du über mehrere Jahre einen Verlust nachweisen kannst, dürfte das Finanzamt dir auch bei 30 bis 70 Völkern die "Liebhaberei" anerkennen. Kommt aber ein Gewinn von nur einem Euro dabei raus, ist es halt wieder vorbei und du versteuerst den Euro. Immerhin weniger als 1000.

    Man kann sich die höhere Grenze von 70 Völkern zwar wünschen für alles, vernünftig begründen kann man sie nicht.


    Die Gebühr beim Hersteller zu erheben ist durchaus möglich. Es ist vollkommen egal, wofür das verpackungstaugliche Material verwandt wird; irgendwann muss es entsorgt oder wiederverwertet werden. Schnurzpiepegal was zwischenzeitlich drin war (wenn man es restentleert bekommt). Das hätte sogar noch was logisches. Im- und Export bedarf auch heute schon gesonderter Regelungen und lässt sich für den Hersteller sehr viel leichter trennen als für die vielen kleinen Verwender (Steuer, Zölle...).

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Sobald Steuer erhoben wird, dürfe es mit Hobby vorbei sein. Vollkommen unabhängig ob pauschal oder genau abgerechnet. Du bist ja nicht zur Pauschalbesteuerung verpflichtet. Wenn Du über mehrere Jahre einen Verlust nachweisen kannst, dürfte das Finanzamt dir auch bei 30 bis 70 Völkern die "Liebhaberei" anerkennen. Kommt aber ein Gewinn von nur einem Euro dabei raus, ist es halt wieder vorbei und du versteuerst den Euro. Immerhin weniger als 1000.

    Man kann sich die höhere Grenze von 70 Völkern zwar wünschen für alles, vernünftig begründen kann man sie nicht.

    Auch Hobbytätigkeiten werden besteuert. Rein rechtlich sind sogar Vermögensstraftaten ohne jeden Zweifel steuerpflichtig, auch wenn der Täter nur rein hobbymäßig einbrechen, rauben oder betrügen geht.

    Die Einkommensbesteuerung ist also ein recht unspezifisches Meßinstrument für die Gewerbsmäßigkeit, auch wenn sie als Kriterium sehr einfach anzuwenden ist und aus rein pragmatischen Gründen bei der Abgrenzung nach VerpackG in der Land- und Forstwirtschaft/Imkerei nun zum Einsatz kommt.


    Die Abgrenzung von Hobby und Gewerbsmäßigkeit müßte doch eigentlich von der Abschätzung abhängen, ob die Tätigkeit im Allgemeinen soviel erbringen kann, daß der Betreffende davon ein Existenzminimum erzielt, wenn er dafür mindestens die übliche Vollarbeitsszeit einsetzt. Der Rase hat ja nachvollziehbar geschildert, daß so etwas eigentlich erst ab 150 Völkern anfangen kann, zu funktionieren.

    Uns wurde im Grundkurs eine angeblich nach objektiven statistischen Methoden ermittelte Zahl präsentiert (Quelle habe ich leider nicht mehr in Erinnerung): jährlicher imkerlicher Arbeitsaufwand/Volk = 2,5 h. Der ganze Saal mit etwa 120 angehenden und auch gestandenen Imkern (Lehrgang ist Fördervoraussetzung) hat zwar schallend gelacht. Aber diese Zahl wird von Berufsimkern sicher nicht verneint. Rechnen wir also mit ihr:

    70 Völker x 2,5 h = 175 h, resp. rd. 14,6 h/Monat

    Da sitzt ein Münz- oder Briefmarkensammler sicher länger hinter seinen Alben oder ein Brieftauben- oder Kaninchenzüchter bei seinen Lieblingen und trotzdem kommt keiner auf den Gedanken, denen ihren Hobbystatus abzusprechen. Manch einer verbringt auch sehr viel mehr Zeit/Monat mit seinem Hund, Pferd o.a. Hobbygetier.

  • Sobald Steuer erhoben wird, dürfe es mit Hobby vorbei sein. Vollkommen unabhängig ob pauschal oder genau abgerechnet. Du bist ja nicht zur Pauschalbesteuerung verpflichtet. Wenn Du über mehrere Jahre einen Verlust nachweisen kannst, ...

    ...

    Die Abgrenzung von Hobby und Gewerbsmäßigkeit müßte doch eigentlich von der Abschätzung abhängen, ob die Tätigkeit im Allgemeinen soviel erbringen kann, daß der Betreffende davon ein Existenzminimum erzielt, wenn er dafür mindestens die übliche Vollarbeitsszeit einsetzt.

    An diesem Punkt würde ich dann vom Bumerang sprechen, der hier im Forum regelmäßig geworfen wird, wenn es um den Honigpreis und die bis in den "Microbereich" der Preisfestlegung hineinreichenden Auflistungen und Authopsien geht.


    Manche Experten hier aus der Freizeitfraktion steigern sich ja regelrecht in die Bettelei um höhere Honigpreise rein, um für alle anderen festlegen zu wollen. Dass sie damit auch noch ganz andere Steine lostreten, kommt nicht mal ansatzweise in deren Sinn.


    Hobby- und Freizeitimker können gar nicht erwerbs- oder gewerbsmäßig aktiv sein. Nicht, weil der Name das so vorgibt, sondern weil die "tägliche Praxis" bis auf einige Ausnahmen das Gegenteil beweist. Ist hier von einigen "Experten" oft genug vorgerechnet, verteidigt und bewiesen worden, warum man höhere Preise verlangen sollte: weil man nicht an der Freizeitimkerei verdient!


    Gruß Andreas