Zukünftig kostenpflichtige Lizenz für Imker die im Neutralglas abfüllen & in Verkehr bringen? Wer weiss etwas?

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    Vielen Dannk ribes!!


    Wenn ich als 15-Völker Imker nun legal unlizenzierte Honiggläser an den Einzelhandel verkaufe, wird aber nicht der Einzelhandel dadurch lizenzierungspflichtig, oder?

  • ribes : Sehr schöne, ich danke dir!

    Aber trotzdem, wie kann ich mir das konkreter vorstellen?


    Weil, wenn hier in Bayern irgendein Gesetz von der Partei XY durchgedrückt wurde und eine Behörde das umsetzen soll, kann man als Bürger zwar demonstrieren und sich 3x überschlagen, doch ohne kritische Masse und einen mittleren Volksaufstand wie damals bei der WAA bewirkt man rein gar nichts.


    Stattdessen werden Anfragen ignoriert, bestenfalls mit viel Verzögerung i.d.R. mit Textbausteinen abgebremst und meist auf Monate und Jahre verzögert.

    Jedenfalls kann im Normfall nie und nimmer von einer Einzelperson, noch dazu in so einem späten Stadium, wo alles eigentlich schon fix und fertig ist, eine so schnelle, direkte Einflussnahme erzielt werden, von konkreten Reaktionen und Taten (Grenzwerte veröffentlichen, Merkblatt, Merkblatt umformulieren etc) ganz zu schweigen.

    Zumindest so lange diese Einzelperson kein Konzernchef oder Lobbypräsident ist. Selbst dann werden solche Punkte erst mal von verschiedenen Gremien diskutiert und abgestimmt, ehe man an die Öffentlichkeit geht.


    Hier klingt das alles aber so, als hätte der "Imker Sepp aus Tannöd" alias Forumsnutzer ribes sich vor 3 Wochen aufgeregt, den Telefonhörer in die Hand genommen und die Beamten und Angestellten der Zentralen Stelle hätten mit ihm in einigen Kaffeerunden gleich alles verstanden, akzeptiert und losgelegt.


    So einfach war es doch wohl nicht, oder? Wie kam es also zu so einer prompten Reaktion? Also mich wundert das schon etwas! Kaum hier im Forum als Thema geboren, schon in der Bundes-Politik und -Verwaltung mit fast identischen Formulierungen umgesetzt?!?


    Sowas würde ich mir mal bei Themen wie Pestizideinsatz o.ä. wünschen - da klappt sowas aber trotz wesentlich prominenterem Einsatz nicht so einfach. Daher wäre es für mich schon interessant herauszufinden, was du da so anders machst?

  • Was soll ich sagen? Ein sehr langer Anlauf, Geduld, absolute Ehrlichkeit und Offenheit ohne taktische Tricks und auch mal auf den Nachtschlaf verzichten, mehr Geben als Nehmen/Fordern und - natürlich vor allem: die Kraft der Argumente rufen beim Gegenüber Ähnliches und im besten Fall Vertrauen hervor. Mein Großvater sagte oft: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Ich bin nicht so der Typ für Megafon und Plakate...

    Was mich wirklich enttäuscht hat und auch nachwirken wird: Wie wenig elemantarste Sachinformationen der DIB dort hinterlassen hat.


    :

  • Wenn ich als 15-Völker Imker nun legal unlizenzierte Honiggläser an den Einzelhandel verkaufe, wird aber nicht der Einzelhandel dadurch lizenzierungspflichtig, oder?

    Das ist eine gute Frage. Ich meine: Nein (#725). Kleingartendrohn meint: Ja (724).

    Es wird letztlich in der Praxis entschieden (#720) und zwar allermeist bereits vom Wiederverkäufer - der sitzt einfach am längeren Hebel und entscheidet je nach seinem Naturell und juristischen Ausbildungsstand in den genannten Varianten.

  • ...Grenzwerte veröffentlichen, Merkblatt,

    Zur Beachtung: Die Grenzwerte (nicht nur für die Imkerei) sind nicht etwa individuell ausgehandelt. Das Merkblatt bezieht sich auf längst existierende Werte, die vor langer Zeit im Einkommensteuerrecht festgelegt wurden (Spalte 3 der Nr. 2 Anlage 1a zu § 13a Abs. 6 EStG). Das vereinfacht die Grenzziehung für das VerpG, bedeutet aber auch, daß sie mglw. abhängig ist von etwaigen Änderungen im Einkommenssteuerrecht.

  • ribes :


    ...ausgerechnet ein Beispiel aus der Imkerei genannt wird, obwohl diese neben den vielen anderen Branchen doch sicherlich eine der unwichtigsten sein dürfte?

    Nicht so viel Tiefstapelei - schau Dir mal die anderen Beispiele aus der EStG-Liste an. Da dürfte die Imkerei mit Abstand die wichtigste Branche sein - v.a. im Hinblick auf die Umwelt, die zu schützen ja Aufgabe des VerpackG sein soll. Zum Glück hat ja Karl von Frisch den Nobelpreis bekommen für seine akribischen Forschungen nicht zuletzt im Hinblick auf konkrete Leistungen von Bienenvölkern für die Umwelt. Dessen Zahlen sind objektiv ermittelt und glaubwürdig. Zuweilen schmückt sich der DIB gern damit. Warum er diesen Schmuck ausgerechnet in den Gesprächen mit den Zuständigen ganz offenbar gar nicht angelegt sondern im heimischen Bürotresor weggeschlossen hatte, verstehe ich auch nicht. Ebenso vergaß er offenbar, seine Statistiken der Völkerzahlen vorzulegen und die tlw. verheerenden Auswirkungen von neuen bürokratischen Hürden auf die Völkerzahlen zu schildern und die jahrelangen angestrengten Bemühungen in der Imkerschaft, diese Verluste wieder aufzuholen (Imkergrundkurse und -patenschaften, Mitgliederwerbung etc. - größtenteils ehrenamtlich).

  • ...Die alltägliche Erfahrung, wie genau "die Großen" kontrolliert und zu nichts gezwungen werden, beweist das Gegenteil. Ich bezweifle aufgrund der riesigen Massen und Mengen zudem die einfachere Kontrolle, weil es schlicht ein Widerspruch ist.

    Auch wenn gerade diese öffentliche Transparenz des Registers viele stört - sie ermöglicht Konkurrenten wie Öffentlichkeit, jederzeit sich über beliebige In-Verkehrbringer und deren Masseströme zu informieren. Du kannst also jederzeit selber kontrollieren und losschlagen, wenn Du einen Bösen erwischst. Auf diese Erwartung ist ja das System nach VerpackG gerade aufgebaut. Auf in den Kampf, Aufrechter!

  • Es ist schon ein bischen crasy, dass ausgerechnet im Imker-Hobby-Segment die Umwelt gerettet werden soll.

    An die Großen traut man sich wohl nicht ran.


    Übrigens hab ich von Anfang an behauptet, dass mich das alles nix angeht. Wie es aussieht, bleibts dabei. Und ich werde natürlich nix abschwefeln, im Frühjahr gibt es ja immer Bedarf an Bienen …


    Das hält mich nicht davon ab, die Verordnung für Murks zu halten. Der Kaffee Togo-Becher ist keine Verpackung, das Honigglas aber doch.


    Wer darin eine Logik findet, muss Volljurist sein.


    Wenn es in diesem Sinne so weiter geht, sind wir bald in Ungarn, wo man das Problem der Obdachlosigkeit einfach verbietet.


    Grüße Ralf

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ralf_2 ()

  • ...Die alltägliche Erfahrung, wie genau "die Großen" kontrolliert und zu nichts gezwungen werden, beweist das Gegenteil. Ich bezweifle aufgrund der riesigen Massen und Mengen zudem die einfachere Kontrolle, weil es schlicht ein Widerspruch ist.

    Auch wenn gerade diese öffentliche Transparenz des Registers viele stört - sie ermöglicht Konkurrenten wie Öffentlichkeit, jederzeit sich über beliebige In-Verkehrbringer und deren Masseströme zu informieren. Du kannst also jederzeit selber kontrollieren und losschlagen, wenn Du einen Bösen erwischst. Auf diese Erwartung ist ja das System nach VerpackG gerade aufgebaut. Auf in den Kampf, Aufrechter!

    Das ist doch das Problem an der ganzen Sache: Bei einem Imker mit 31 Völker kann ich leicht überprüfen, ob er sich richtig angemeldet hat und ob die angegebenen Zahlen realistisch sind. Bei internationalen Großkonzernen mit zig Subunternehmen und Franchisenehmer, die mit einer Schar von Anwälten und professionellen Mitarbeitern die Grenze des erlaubbaren ausloten und teilweise überschreiten, wird dies nicht an einem ruhigen Sonntag gelingen.


    Und damit sind staatlichen Stellen auch in anderen Gebieten wie dem Steuerrecht teilweise überfordert.


    Grüße vom Apidät

  • Was soll ich sagen? Ein sehr langer Anlauf, Geduld, absolute Ehrlichkeit und Offenheit ohne taktische Tricks und auch mal auf den Nachtschlaf verzichten, mehr Geben als Nehmen/Fordern und - natürlich vor allem: die Kraft der Argumente rufen beim Gegenüber Ähnliches und im besten Fall Vertrauen hervor. Mein Großvater sagte oft: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Ich bin nicht so der Typ für Megafon und Plakate...

    Was mich wirklich enttäuscht hat und auch nachwirken wird: Wie wenig elemantarste Sachinformationen der DIB dort hinterlassen hat.


    :

    Danke für Dein Engagement!

    Vor allem bewundere ich die Geduld, mit der Du Fragen hier im Forum beantwortest und Deinen Umgang auch mit von wenig Sachkenntnis getrübten Statements.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Hallo zusammen,

    Für mich ist dies ein trauriges Thema. Ein paar Cent je Glas würden mich und wahrscheinlich den meisten Imkern nicht stören. Entsorgung ist eine wichtige Sache.

    Warum wird das aber nicht von vornherein beim Kauf des Leergutes erhoben. In vielen anderen Bereichen ist das seit Jahren Gang und gäbe, wie zum Beispiel der Elektrogeräte.

    In meinen Augen geht es hier ausschließlich darum ein Überwachungssystem zu Schaffen. Wenn man aufmerksam, die vielen "kleinen" Veränderungen in unserem Land beobachtet, dann lässt das schon vermuten, das man die totale Überwachung anstrebt.

    Die 30 Völker Grenze ist vorerst nur zur Beruhigung, in ein paar Jahren wird auch diese fallen.

    Vom DIB und seiner Untätigkeit in dieser Angelegenheit, bin ich tief enttäuscht.

    Das ist mein Eindruck von der Angelegenheit.

    LG Franz

  • Guten Morgen,

    Dem Beitrag vom Franz ist eigentlich nichts mehr zuzufügen. Es geht nicht um die paar Cent. Mich stört die Überwachung hier und allgemein in unserem Lande. Ich erlebe diese Schlinge im Schulbereich schon seit Jahren. Mir werden Stück für Stück alle Spielräume genommen. Schule hat nur noch zu funktionieren, der Mensch ist nicht mehr wichtig.

    Finanzamt ist ja ähnlich. Das Finanzamt weiß besser wie ich, was ich verdient und ausgegeben haben.

    Grüße

    Werner

  • Genau darum geht es doch.
    Diese Form der Überwachung hatten wir in der Vergangenheit ja schon.
    Es geht sogar noch einen Schritt weiter. Es wird damit ein Instrument aufgebaut, nicht nur den Imker zu überwachen, sondern auch die Etablierten an ihren Trögen zu halten.


    Ich habe jetzt die Versicherungsrechtlichen und Haftungsrechtlichen Fragen geklärt.

    Dann trete ich aus den Vereinen aus.

    Die schöne neue Welt mache ich nicht mehr mit.

    Der Ansatz der Politik, dass Bargeld abzuschaffen, zielt genau auf diesen Punkt hin.

    Die Zahlungsströme sind dann erfasst und man kann dann kategorisieren, analysieren und auswerten. Genau das passiert gerade im Vorfeld über Verpackungsverordnung, Richtlinien und Gesetze.

    Ich würde mich als Neuimker in keinem Amt, Verein etc anmelden.


    Dennoch möchte ich mich bei denjenigen Bedanken, die in ehrlicher und redlicher Absicht sich für die Bienenhalter eingesetzt haben. Ich weiss wie viel arbeit dahinter steckt.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Vielleicht konnten die lokalen Verpackungshersteller glaubhaft machen, dass mit einer zusätzlichen Abgabe für sie ein Nachteil auf dem lokalen Markt besteht. Denn niemand kann sicher kontrollieren oder nachvollziehen ob in einer langen Produktions- und Handels-Kette der erste diese Abgabe gezahlt hat. Denn sicher ist, es finden sich immer Marktteilnehmer um Abgaben legal und illegal zu umgehen.

    Ich glaube auch nicht das wir als Hobbyimker oder überhaupt der „Hobbyverpacker“ Ziel dieses Gesetzes ist.

    In jeder „externen“ Neuerung keinen Sinn zu sehen, sondern nur den schlechten Hintergedanken zu suchen, ist mir dann doch die etwas zu verbitterte Lebenseinstellung.


    Aber ja, jede Erfassung von Daten ermöglicht einen Missbrauch und leider ist die Regelung nicht so klar, dass sie auf einen Bierdeckel passt.

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive