Zukünftig kostenpflichtige Lizenz für Imker die im Neutralglas abfüllen & in Verkehr bringen? Wer weiss etwas?

  • Gut. Wenn Du alles allein in der Hand halten kannst, sind die verschärften Anforderungen an ein Mehrwegglas ja keine wirkliche Hürde und hätten auch nichts mit Sklaventum oder gar dem Tod zu tun.

  • Manchmal habe ich Angst um dieses Land.(...)Eigentlich muss man eine Petition starten, aber mich geht das nix an. Ich habe ja nur 29 Völker. Alles was drüber ist wird vereinigt/abgeschwefelt.

    Der Kandidat erhält 100 Punkte. Nicht.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich überlege gerade mich eh aus allen Vereinen abzumelden.

    Leider finde ich keine Versicherung für meine Bienen.

    Mit der Leistung der Bundes-, Landes- und Kreisverbände bin ich aus persönlichen Gründen nicht zufrieden. Ich habe leider den Eindruck die schützen nur ihre eigenen Schäfchen.
    Die Beschwerden, dass sich viele gar nicht mehr anmelden und den Honig unter der Hand verkaufen, kann ich nicht mehr hören. Das sind die selber Schuld und mittlerweilen ein Hausgemachtes Problem.

    Als Folge werden sich Krankheiten in der Zukunft schneller verbreiten. Das trifft dann auch die Etablierten.

    Ich lasse doch keinen Bienensachverständigen auf dem Hof, der vorher alle juristischen und unmoralischen Mittel genutzt hat, um seiner eigenen Verantwortung zu entfliehen. Die Verpackungsverordnung wird diesen Trend nur noch verstärken.

    Soviel zu meinem Kommentar: Schwarze Märkte.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Ich glaube, Du überschätzt mich… meine 10 Zentner bringe ich locker bei guten Bekannten unter - die bringen meist sogar die Gläser wieder.

    Wenn du deinen Honig locker bei guten Bekannten unterbringst und gerade mal 20 Völker hast, fällst du unter die Sonderregelung. Du bist also von der Registrierungspflicht frei. Warum also regst du dich auf?

    Gruß Ralph

  • Wenn das irgendwen stört, dann wird das Zeug wieder verfüttert. Dubiose Stiftungen werde ich nicht unterstützen.

    Irgendwie hab ich da auch friesisch/holländische Wurzeln: Lieber tot, als Sklave.

    Du bist ja ein richtiger Held, und das, um 29,75€/Jahr zu einzusparen. Andere wieder wollen eher ihre Völker abschwefeln, als diesen Mindestbeitrag zu bezahlen.

    Und das, nachdem klar ist, dass Imker mit bis zu 30 Völkern unter die Sonderregelung fallen werden, sprich, überhaupt nichts bezahlen müssen, sofern sie nicht an Wiederverkäufer abgeben.

    Geht's noch?


    Gruß Ralph

  • Es läuft doch darauf hinaus:

    Imkerei mit bis zu 30 Völkern gilt einkommenssteuerlich grundsätzlich als Liebhaberei und damit als Hobby. Der Imker muss deshalb keine Einnahmen versteuern, darf im Gegenzug auch keine Verluste geltend machen. Darum erwartet die Registerbehörde für diese Hobbyimkereien keine Registrierung und Beteiligung an einem dualen System. Denkbare Ausnahme im konkreten Einzelfall: entgegengesetzte Einstufung durch das Finanzamt oder der Imker optiert für Einnahme-/Verlustabrechnung.


    Imkereien mit über 30 bis 70 Völkern wird einkommessteuerlich pauschal 1.000,- EU Gewinn/Jahr zugerechnet - ohne jede Abrechnung, ohne Buchführung etc., einfach so. Das ist in den Augen der Registerbehörde gewerbsmäßige Imkerei, deshalb volle Anwendung des VerpackG. Wenn ein Imker Einnahmen + Ausgaben einkommenssteuerlich abrechnet (also nicht auf die Pauschale zurückgreift), ist aus deren Sicht ohnehin Gewerbsmäßigkeit bewiesen.


    Rase hat insofern recht, als diese Sicht unter Imkern bereits am Anfang dieses Fadens diskutiert wurde, als der DIB irrig noch davon ausging, daß DIB-Gläser generell nicht betroffen seien. Aber der jetzigen Sichtweise bei der Registerbehörde Geltung zu verschaffen, bedurfte einiger Bemühungen, bei denen sich der DIB nicht hervorgetan hat. Deswegen kündige ich aber nicht meine Vereinsmitgliedschaft. Ich bin als Imker ohnehin nicht Mitglied im DIB, nur mein Landesverband. Der aber hat zuwenig Stimmgewicht dort, um sich durchzusetzen. Je mehr Imker aus den Vereinen austreten, umso mehr Stimmanteile verliert der jeweilige Landesverband in der Mitgliederversammlung, dem "Parlament" des DIB. Vereinsaustritt ist deshalb m.E. eine Fehlreaktion.

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    Rase hat insofern recht, als diese Sicht unter Imkern bereits am Anfang dieses Fadens diskutiert wurde, als der DIB irrig noch davon ausging, daß DIB-Gläser generell nicht betroffen seien. Aber der jetzigen Sichtweise bei der Registerbehörde Geltung zu verschaffen, bedurfte einiger Bemühungen, bei denen sich der DIB nicht hervorgetan hat. Deswegen kündige ich aber nicht meine Vereinsmitgliedschaft. Ich bin als Imker ohnehin nicht Mitglied im DIB, nur mein Landesverband. Der aber hat zuwenig Stimmgewicht dort, um sich durchzusetzen. Je mehr Imker aus den Vereinen austreten, umso mehr Stimmanteile verliert der jeweilige Landesverband in der Mitgliederversammlung, dem "Parlament" des DIB. Vereinsaustritt ist deshalb m.E. eine Fehlreaktion.

    Wie jetzt?

    Du siehst, dass deine Interessen bei der Verpackungsverordnung (wie auch beim Wachsproblem) durch deinen Verband nicht (professionell) vertreten werden und du bleibst trotzdem Mitglied, damit deine Stimme über den Landesverband nicht noch weniger Gewicht bekommt?


    Nichts für ungut, aber das ist nicht logisch.


    Gruß Jörg

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    Und das, nachdem klar ist, dass Imker mit bis zu 30 Völkern unter die Sonderregelung fallen werden, sprich, überhaupt nichts bezahlen müssen, sofern sie nicht an Wiederverkäufer abgeben.

    Geht's noch?

    Nachdem diese Sonderregelung jetzt offenbar als verbindlich anzusehen ist, kann ich solche Reaktionen auch nicht nachvollziehen. Man kann anstatt Völker sinnlos zu beseitigen besser den einen oder anderen Imker fragen, ob er Verluste hatte, die er ausgleichen muss oder will - also irgendwie die Völker zielführend im allgemeinen Sinne zu erhalten. Es soll ja auch vorkommen, dass man mit anderen Imkern ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, anstatt sie nur als lästige Konkurrenz zu betrachten. Damit kann man die Grenze einhalten und hat sogar noch etwas Gutes getan - jaja ich weiß, das ist naives Gutmenschendenken, aber anders kann man es nicht deutlicher ausdrücken.


    Andererseits sehe ich das trotz allem immer noch äusserst kritisch, allein wegen der offiziellen Einladung und Aufforderung, andere Imker, die offiziell eine Tierhalterregistrierung haben, jetzt wegen dieser Liste anzuzeigen.

    "Pferd von hinten aufzäumen" - "Scheitel mit dem Vorschlaghammer kämmen" - "Hund treten um das Herrchen zu strafen" - es gibt viele Formulierungen für das, was da jetzt offiziell ist.

    Und wieder mal werden die Kleinen zur Kasse gebeten. Dieses gesamte System und die Verfahrensweise ist völlig überzogen und trifft nicht die, die den Anlass zur Einführung oder "Regelung" gegeben haben. Die Großen lässt man wieder mal laufen, bzw. man motiviert sie nicht wirklich, etwas an der Ausgangssituation zu verbessern - noch nicht.


    Gruß Andreas


  • Das Beispiel gefällt mir: "Hund treten um das Herrchen zu bestrafen".

    So ungefähr könnte man meine Situation beschreiben. Ich darf jetzt die nächsten mindestens 12 Jahre das ausbaden, was ein Bienensachverständiger, Züchter und ehemaliger Zuchtobmann angerichtet hat.

    Ich habe aber noch eine Friedenpflicht einzuhalten. Sollte dann keine Reaktion erfolgen, werde ich den Fall mal in aller Ausführlichkeit beschreiben. Als Überschrift kann ich mir den Text Ehrenamt, nein Danke oder nie wieder vorstellen.
    So ähnlich sehe ich auch das mit der Verpackungsverordnung. Wenn es schwierig wird, sind die Leute in Ihren Positionen weit, weit weg.

    Ich jedenfalls lasse jetzt die Versicherung der Bienen auf privaten Wege klären.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Jörg K. : Ja, ich bleibe Vereinsmitglied. Der DIB ist in unserem Verein beileibe nicht alles. Außerdem vermute ich, daß selbst eine nennenswerte Austrittswelle den DIB nicht so stark ins Positive verändern würde, als engagierte Imker über - und ja: warum nicht?: auch in den Vorständen ihrer Landesverbände.

    (Nur) in diesem Sinne sind wir alle der DIB und Vorwürfe gegen ihn müssen wir zuallererst gegen uns selbst richten. Ich weiß wohl, daß dazu ein langer Atem und Vernetzung nötig sind. Das Meckern über "die da oben" bringt nichts als schlechte Laune für einen selber.


    AndreasH : An der Systematik des VerpackG kann ich nicht erkennen, inwiefern die großen In-Verkehrbringer laufen gelassen werden. Daß die Verpackungsindustrie und die Entsorgungsindustrie ihre Interessen sehr geschickt umgesetzt haben, steht auf einem anderen Blatt - geht aber als Vorwurf an den Bundestag und den DIB als die imkerliche Interessenvertretung und damit letztlich wiederum an uns selber. Wer z.B. hat rechtzeitig (also als das VerpG noch im Entwurf war) auch nur mit dem Bundestagsabgeordneten seines Wahlkreises Kontakt aufgenommen, geschweige denn mit dem zuständigen BT-Ausschuß oder mit dem Umweltministerium seines Bundeslandes (das ja bei der Mitwirkung des Bundesrates im Gesetzgebungsverfahren mitzuwirken hatte)? usw. usf.

  • Ich denke da eher an die reinen Wegwerfverpackungs-Inverkehrbringer, wie z.B. große Kaffee-, Schnellimbiss- oder Bäckereiketten etc.

    Eben die, die den riesigen Müllberg immer schneller wachsen lassen und maßgeblich an erhöhten Reinigungs- und Entsorgungskosten schuld sind.

    Machen Millionenreibach, aber Imker mit ihren fast unbegrenzt nutzbaren Lebensmittelbehältern aus Glas bekommen in einer öffentlich zugänglichen Datenbank ein Fadenkreuz aufgemalt, bzw. werden mit Verbotsandrohung belegt, sollten sie es nicht selbst tun.


    Demnach müsste McDonalds, Burgerking oder KFC für jede Filiale registrieren lassen, jeden einzelnen Kaffeebecher nachweisen, oder gilt das für die nicht, was einzelnen Imkern aufgenötigt wird? Vermutlich wird man in dem Fall antworten "Ooch, das sind ja große Ketten, wie sollen wer das denn alles nachhalten und kontrollieren, ..."


    Gruß Andreas