Zukünftig kostenpflichtige Lizenz für Imker die im Neutralglas abfüllen & in Verkehr bringen? Wer weiss etwas?

  • Mit dem Boot ist das ein schönes Beispiel: wenn Du das Ding auf Deinem Grundstück lagerst, fallen keine Kosten an.

    Niemand verlangt dafür bisher im Voraus Entsorgungsgebühren. Ist das Ding aus Stahl, kannst Du es, seiner überdrüssig geworden, zerschneiden und bekommst für den Schrott sogar Geld.

    Wie wäre es, das Prinzip umzukehren? Die Glashersteller zahlen für den Schrott, den sie als Rohstoff verwenden?

    Wie es vorgesehen ist, zahlen nur die „Benutzer“. Und das auch noch zweimal: Gür Erwerb und Entsorgung.

    Wenn ich aus den unbrauchbaren Gläsern eine Plastik (im Sinne eines Kunstwerks) mache - was geht die das an?


    Grüße Ralf

  • Mit dem Boot ist das ein schönes Beispiel: wenn Du das Ding auf Deinem Grundstück lagerst, fallen keine Kosten an.

    Hi,


    richtig. Wenn Du die Gläser auf deinem Grundstück lagerst, brauchst Du auch keine Entsorgung zahlen.



    Wie wäre es, das Prinzip umzukehren? Die Glashersteller zahlen für den Schrott, den sie als Rohstoff verwenden?

    Das machen sie sogar. Sie zahlen an die Entsorger für den Rohstoff Glas.



    Wenn ich aus den unbrauchbaren Gläsern eine Plastik (im Sinne eines Kunstwerks) mache - was geht die das an?

    Auch wieder nichts. Es ist ja keine Verpackung. Dafür zahlst Du keine Entsorgung.


    Sorry, aber ich mag wirklich nicht über das System diskutieren. Es gefällt mir genausowenig wie


    den meisten anderen hier. Auch ich denke das wir Imker genügend Gläser wiederverwenden.


    Leider ist dieses jedoch nicht unsere Entscheidung und leider haben wir auch nicht besonders


    viel Unterstützung. Der Verband, welcher uns unterstützen sollte, versucht lieber durch


    Fehlinformationen einen Vorteil des DIB Glases zu konstruieren als uns zu unterstützen.


    Gruss Joachim

  • Es gibt tatsächlich die Definition für die systemrelevanten Verpackungen und zwar gilt es für mit Ware befüllte Verpackungen. (Nach langem Suchen gefunden) Somit muss ich das vorher geschriebene zurücknehmen. Dass "Hersteller" und "Produzent" von Verpackungen nicht die selben sind, ist schon mehr als unlogisch. Einen Produzenten von Verpackungen scheint es im Gesetz gar nicht zu geben, nur Vorvertreiber von unbefüllten Verpackungen. Verpackungen sind es aber dann schon, nur noch keine systemrelvanten.:( Nun gut, aber

    Zitat

    kann ein Hersteller von systembeteiligungspflichtigen Serviceverpackungen von den Vorvertreibern dieser Serviceverpackungen verlangen, dass sie sich hinsichtlich der von ihnen gelieferten unbefüllten Serviceverpackungen an einem oder mehreren Systemen beteiligen.

    Serviceverpackungen sind mit "erst vom Letztvertreiber befüllte Verpackungen" definiert. Auf Imker trifft das häufig zu. Von togo steht da nichts. Läden fallen allerdings dafür dann wohl raus. Das kann auch die heimische Schleuderküche sein. Also lasst uns das von den Glasherstellern verlangen. Die Kartons sind eh nicht unser Ding, da hier der Glashersteller seine Gläser reinpackt. Also ist der hier sowieso zuständig.

    Ob damit die Registrierungspflicht auch entfällt, weiß ich nicht.


    Beim Etikett ist es schon wieder lustig. Überhaupt Verpackung? Verpackung des Glases oder des Honigs?

    Allerdings als nichtgewerblicher Hobbyimker ist es doch alles nicht meine Baustelle.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Da irrst Du. Etiketten sind nach VerpackG selbstverständlich eine Verpackung und systemrelevant (Bundesgesetzblatt 2017 S. 2253):

    https://www.bgbl.de/xaver/bgbl….pdf%27%5D__1540644761370

    Sie müssen ja schließlich mitentsorgt werden und bei den für´s Etikett verwendeten Stoffen und dem Kleber will der Staat für die Umwelt mitsteuern können. So jedenfalls ist der Begründungsansatz.

  • Zitat

    kann ein Hersteller von systembeteiligungspflichtigen Serviceverpackungen von den Vorvertreibern dieser Serviceverpackungen verlangen, dass sie sich hinsichtlich der von ihnen gelieferten unbefüllten Serviceverpackungen an einem oder mehreren Systemen beteiligen.

    Serviceverpackungen sind mit "erst vom Letztvertreiber befüllte Verpackungen" definiert. Auf Imker trifft das häufig zu. Von togo steht da nichts.

    Das wäre schön, dann hätten wir nämlich keine Fertigpackung und die entsprechende Verordnung würde auch nicht greifen.

    Serviceverpackungen werden unmittelbar nach Bestellung und vor Abgabe an den Kunden befüllt.



    "Die Serviceverpackung wird an der Verkaufsstelle ohne die zu verpackende Ware angeboten. Der Verkaufseinheit fehlt noch der räumliche und zeitliche Zusammenhang zur Ware."

    http://www.xn--kanzlei-wstenberg-b3b.de

  • Moin,

    Das wird immer lustiger. Nur irgendwie jenseits meines Verständnishorizonts.


    Die einen wollen ein Etikett mit allerlei Angaben, andere meinen, das ist gar kein Etikett, sondern eine Verpackung.

    Ich würde das Etikett ja gern wiederverwenden, ich kriege das nur nicht mehr von der anderen Verpackung ab.

    Geht mir aber auch bei anderen Sachen, die man so kauft ebenso. Manchmal ist das blöde Ding sogar dort, wo es stört.

    Werden die Aufkleberaufkleber jetzt alle abgemahnt?

    Wär ja mal ein neuer Job für die Deutsche Umwelthilfe, wenn sie die Autoindustrie denn mal geschafft haben.

    Grüße Ralf

  • Lieber ralf_2,


    lies doch einfach nochmal das VerpG. Dann wird Dir mglw. klar, daß es bei Verpackungen unterschiedliche "Wertstoffe" (Abfall soll man nicht mehr sagen) gibt und daß bspw. die Mengenmeldungen nach den unterschiedlichen Stoffklassen vorzunehmen sind. Es gibt sogar Abkürzungen und Codes dafür, die auf dem jeweiligen Gegenstand anzubringen sind (Pflichtkennzeichnung, bereits seit Jahren so geregelt).

    Unsere Honiggläser bestehen als komplette Verpackung nun einmal aus unterschiedlichen Stoffen, mindestens aus Glasbehältnis, Deckel und Etikett*. Manche binden noch Fäden und Stricke oder anderen Abfall drum herum oder stellen die Verpackung noch in eine Umverpackung aus Karton, Zellophan o.a. Über den damit erzeugten "Wertstoff"-berg soll sich jeder In-Verkehrbringer seine Gedanken machen und über seinen Geldbeutel zu umweltschonenderem Verhalten angehalten werden, so das hehre Ziel des VerpG.

    Ob das gerade bei Imkern so erreicht werden kann, darüber diskutieren wir ja hier und anderswo.


    *Das Etikett ist und bleibt auch nach VerpG ein Etikett, auch wenn es abfall- (Verzeihung: wertstoff-)rechtlich als (Teil der) Verpackung definiert ist. Muß ja schließlich auch entsorgt werden. In der Systematik des VerpG hat es jedoch noch eine andere, ganz wichtige Funktion: Es liefert Jedem die vollständige ladungsfähige Anschrift desjenigen, der für die Entsorgungskosten gerade stehen und die sonstigen bürokratischen Pflichten nach VerpG erfüllen muß. Da braucht es gar nicht erst die Umwelthilfe, da kann jeder vermeintliche Konkurrent ganz fix abmahnen, wenn der auf dem Etikett sich nicht im Register eingetragen o.a. Pflichten versäumt hat. Das Register ist ja öffentlich unentgeltlich online einsehbar, aber der Tag ist zu erwarten, an dem die VerpackungsregisterNr. zur Pflichtangabe auf dem Etikett erklärt wird.


    Das finden die wenigsten lustig...


    Dont worry - ribes


  • Nö,

    Lass mal gut sein. Ich möchte weder Jurist noch Abfallwirtschaft studieren.


    Wenn das da ohne nicht geht, dann bin ich hier raus.

    Gesetzestexte kann ich nicht lesen, da die in einer Sprache verfasst sind, die ich nicht verstehe, bei mir aber zu Krämpfen führt.

    Außerdem braucht man sich nicht bemühen, weil selbst die Juristen immer erst einen Kommentar oder besser ein Urteil brauchen, um sich zurecht zu finden.

    Meine Erfahrungen sagt mir, dass ich bei rechtlichen Problemen einen Anwalt brauche. Eigener Widerspruch wird nicht als solcher anerkannt (so ging’s mir beim Altanschliessergesetz).

    Da ist jeder Gedanke Zeitverschwendung - sollte es Ärger geben, dann soll sich der Anwalt drum kümmern.

    Wie ich das moralisch sehe, muss nicht mit der Rechtslage übereinstimmen. Um diesen Widerspruch aufzulösen, gibt es richterliche Urteile.


    Ich lebe nicht vom Honigverkauf - wenn das verboten wird, lass ich es eben.


    Grüße Ralf

  • Ich lebe nicht vom Honigverkauf - wenn das verboten wird, lass ich es eben.

    Genau da liegt das Umweltproblem - wenn viele Imker so frustriert werden, daß sie solche Konsequenzen ziehen. Sich gegen eine Ausbreitung dieser Misere einzusetzen, lohnt sich m.E. allemal und ist nach meiner Überzeugung imkerliche Pflicht, die über das Wohl und Wege der eigenen Völker hinausgeht.

  • Der gesamte Sachverhalt ist sicherlich frustrierend. Ich kann das auch sehr gut nachvollziehen.

    Aber es bringt auch nichts die Augen zu verschließen nach dem Motto wird schon irgendwie werden oder zu trotzen und seine Völker zu minimieren.

    Endgültige Klarheit wird es erst im Laufe der Zeit mit möglichen Präzisierungen geben.

    Für mich persönlich ist im Moment wichtig die Sache zu verfolgen und dann wie viele Andere schon gebracht die Konsequenzen daraus ziehen. Jeder Imker ist nicht gleich , hat andere Zielsetzungen und Betriebsweisen und oder Vermarkungsweisen seine Produkte. Da gibts nicht ein Konzept oder eine Interessenlage.

    Wo wird der Weg zwischen Umweltschutz, Selbstkasteiung und gesetzlicher Bevormundung / Zwangsabgaben verlaufen?

    Das kann man im Moment doch nicht sagen, denn das Ziel und der Weg dahin, hat doch wie schon bemerkt im nüchternen Gesetzestext nebulöse Stellen und Auslegungsmöglichkeiten. Zu vergessen ist halt nicht, das dieses Gesetz hält nicht speziell für / gegen die Imkerschaft gemacht wurde.

    Ich denke mir, nachgelagert wird es angepasste Durchführungsbestimmungen geben.


    Vielen Dank noch an ribes, der sich hier besonders müht, uns das verständlich zu machen.


    Liebe Grüße Bernd

  • Es liegt an jedem selber, konsequent zu sein oder sich benutzen zu lassen und so zum Mitläufer zu werden.
    Steter Tropfen höhlt den Stein; hier aber wird mehr am Stein gebastelt.

    Ich weiß dass ich nicht weiß. (Sokrates)

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  • Ich habe im Imkerforum bisher kaum eine unwichtiger und unsinnigere Diskussion erlebt wie diese hier. Es geht um des Kaisers Bart.:eek:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)