Zukünftig kostenpflichtige Lizenz für Imker die im Neutralglas abfüllen & in Verkehr bringen? Wer weiss etwas?

  • Ich zeige euch mal jetzt einfach mein Zertifikat. Erforderlich war da einfach nur die Meldung der Gesamtmasse von Gläsern und Deckeln in kg, sonst nichts. Ich denke, dass sich daran nichts ändern wird. Wenn doch, dann wird mich der Entsorgungsbetrieb darauf hinweisen.

    Gruß Ralph

    lizenz_2017.pdf

    Dat wäre super.

    So, mache ich mal weiter. Schaut doch mal bitte in dieses Dokument unter 1. und 2. .


    Das ist eine Stellungnahme zum Verpackungsgesetz.


    Ok, also haben wir Serviceverpackungen und können die Lizensierung auf Vertreiber, Vorvertreiber und Hersteller übertragen. Und das ist gesetzlich geregelt. So jetzt brauchen wir nur noch von der Gruppe der Vertreiber und Hersteller die Lizensierungsbestätigung und wir sind da, wo wir hin wollen.

    Hier der Link der funktioniert, hab einfach mal den Dokumentennamen gegoogelt ..

    https://www.bmu.de/fileadmin/D…160810_stn_pro_s_pack.pdf

  • Klingt doch gut,


    wir Imker, als Vertreiber von mit Ware gefüllten Serviceverpackungen können von den Herstellern, Vertreibern und Vorvertreibern der Serviceverpackungen verlangen, dass die sich um den ganzen administrativen Kram kümmern und sich an mindestens einem dualen System beteiligen.

    Mit Bezahlung des Glaspreises ist man dann als Imker aus der Nummer raus. Jedenfalls lese ich es so, dass es so in dem Gesetzentwurf steht.

    Wenn man seine Gläser selber bei Icko in Frankreich abholt oder sonstwo im Ausland gilt das natürlich nicht.


    Gruß

    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Ja wenn der Glasverkäufer eine Lizensierung hat. Haben die meisten aber nicht, habe mit meinem Glasverkäufer (in D) gesprochen. Und selbst wenn es irgendjemand hat... was machst du dann mit deinem Gläserbestand? Pro forma kleine lizenzierte Menge nachkaufen? Lg leomilena

  • ...was machst du dann mit deinem Gläserbestand? Pro forma kleine lizenzierte Menge nachkaufen?

    Das ist riskant. Die Behörde kann auch Imkern eine Vollständigkeitserklärung abverlangen, selbst wenn sie die Mengengrenze unterschreiten (§ 11 Abs. 4 letzter Satz).

    Eine einfache Plausibilitätsprüfung bringt schnell zutage, ob die lizenzierte Gläsermenge mit den Durchschnittserträgen Deiner Region zusammenpaßt oder nicht. Die Honigerträge bspw. werden ja längst digital bspw. durch öffentlich zugängliche Befragungen oder online-Stockwaagen (u.a. nach PLZ befragbar) erfaßt. Deine Völkerzahlen sind anderen Ämtern, Verbänden und Versicherungen ebenfalls bekannt. Es gilt also nur, diese Daten zusammenzuführen- es kommt lediglich auf die Qualität der eingesetzten EDV an. Ab Freitag kannst Du Dich entscheiden, wie die Erfasser zumindest mit Deinen eigenen Daten umgehen dürfen (DSGVO). Kontrollieren kannst Du es freilich nicht.

  • (Pfand)... nur für meine Gläser. Und dann bewirkt es eine Kundenbindung, denn der Kunde bekommt mehr zurück, als er selber ausgeben müsste. Die Verwendung für Marmelade wird unattraktiv, das Glas kann man billiger kaufen.

    Wäre es nicht besser, Kunden mit der Qualität des eigenen Honigs statt mit Pfand zu binden, der bei über dem 1 1/2-fachen Einkaufspreises läge?

    Christian S. : Ich halte es nach wie vor für eine verfehlte Lenkungswirkung des VerpG, wenn bisherige Mehrwegglasabfüller durch bürokratische Hürden dazu gedrängt werden, ein an sich zur Mehrfachnutzung konzipiertes Glas auf die Einwegschiene zu setzen und bereits nach 1xiger Verwendung in den Glasmüll zu exportieren. Umweltschutz ist das in meinen Augen nicht, auch wenn die Kostenlast für den Glasmüll dadurch auf mehr (dafür schmalere) Schultern verteilt wird. Eher ein Konjunkturprogramm der Verpackungshersteller...

  • Das ist riskant.

    Hochriskant!!! Allerdings würdest Du auch berühmt, weil es der erste dokumentierte Fall wäre, wo mal tatsächlich das Gesetz in voller Hätte gegen einen Miniimker in Stellung gebracht würde.


    Wenn es den ersten tatsächlich trifft, werde ich mich reumütig für meinen Spott entschuldigen. Aber bis dahin wünsche ich allen viel Spaß bei der Ernte :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • rase : Nun, die Imker mit Abfüllmaschinen haben ohnehin die Mehrfachnutzung von fremden Einweggläsern aufgegeben. Die meisten Imker jedoch - so zumindest hier - tun das noch: fremde Einweggläser putzen, spülen + wieder befüllen, altmodische Knauserer eben. Die nehmen die Informationen aus der Mitarbeiterschaft der Behörde durchaus ernst, daß das Fangnetz dort derzeit so eng geknüpft werde, daß auch die Kleinen gar nicht erst durch die Maschen entkommen können. So eine Chance wie mit dem neuen VerpG bekommt die Verpackungsindustrie nicht so schnell wieder. Die ersten fahren ja schon im Zug mit wie die Lizenz aus #188 zeigt. Es fällt mir schwer zu glauben, daß die Entsorgungskosten über den Weißglascontainer 16,25 Ct/Glas ausmachen sollen. Und ganz uneigennützig haben sie für das VerpG eine Stiftung gegründet, die wegen ihrer Sachkenntnisse selbstverständlich gleich per Gesetz mit den hoheitlichen Aufgaben einer staatlichen Behörde beliehen wurde - win-win für alle (Beteiligten).

    Mein Weinbauer des Vertrauens ist übrigens auch so ein Altmodischer: Der spült doch wirklich die gebrauchten Weinflaschen aus, um sie wieder zu befüllen - obwohl ihm alle seine Kollegen ringsum vorrechnen, daß er damit teurer kommt, als neue Flaschen für den Einwegmüll zu kaufen. Der kann einfach nicht aus seiner Haut, ist ja schon über 80 Jahre alt...

  • Wäre es nicht besser, Kunden mit der Qualität des eigenen Honigs statt mit Pfand zu binden, der bei über dem 1 1/2-fachen Einkaufspreises läge?


    Na wenn der Honig nicht schmeckt, kommen die auch nicht wegen 50 cent wieder, so helle sind die schon. ber ich bekomme auch meine Gläser in Raten wieder.

  • rase : Nun, die Imker mit Abfüllmaschinen haben ohnehin die Mehrfachnutzung von fremden Einweggläsern aufgegeben. Die meisten Imker jedoch - so zumindest hier - tun das noch: fremde Einweggläser putzen, spülen + wieder befüllen, altmodische Knauserer eben.

    Ich z.B., keine Abfüllanlage, spühle alle Gläser selber, auch die mit in der Spülmaschine festgebackenen Etiketten. Und nu?


    :)


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nun, die Imker mit Abfüllmaschinen haben ohnehin die Mehrfachnutzung von fremden Einweggläsern aufgegeben.

    Hmm, kann ich jetzt nicht nachvollziehen.


    Was bitte hat die Abfülltechnik mit der Nutzungshäufigkeit der Gläser zu tun?

    Wüsste keine Abfüllmaschine die da Einschränkungen macht.

    Bei den Etikettiermaschinen sieht es freilich anders aus. Aber auch hier spielt die Zahl Vornutzungen keine Rolle.


    Gruss vom sonnigen


    Mindelsee

    Imkerei Mader, Radolfzell-Stahringen

  • ...was machst du dann mit deinem Gläserbestand? Pro forma kleine lizenzierte Menge nachkaufen?

    Das ist riskant. Die Behörde kann auch Imkern eine Vollständigkeitserklärung abverlangen, selbst wenn sie die Mengengrenze unterschreiten (§ 11 Abs. 4 letzter Satz).

    Eine einfache Plausibilitätsprüfung bringt schnell zutage, ob die lizenzierte Gläsermenge mit den Durchschnittserträgen Deiner Region zusammenpaßt oder nicht. Die Honigerträge bspw. werden ja längst digital bspw. durch öffentlich zugängliche Befragungen oder online-Stockwaagen (u.a. nach PLZ befragbar) erfaßt. Deine Völkerzahlen sind anderen Ämtern, Verbänden und Versicherungen ebenfalls bekannt. Es gilt also nur, diese Daten zusammenzuführen- es kommt lediglich auf die Qualität der eingesetzten EDV an. Ab Freitag kannst Du Dich entscheiden, wie die Erfasser zumindest mit Deinen eigenen Daten umgehen dürfen (DSGVO). Kontrollieren kannst Du es freilich nicht.

    Mumpiz, was wenn ich hin und wieder ein paar hundert kg im Eimer an Großabnehmer verkaufe?!

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Hmm, kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

    Es geht nicht um Abfüllmaschinen oder Technisierung. Der Zusammenhang zum Reinigen und Abfüllen kommt dadurch, dass dazu gekaufte Gläser anzunehmenderweise von manchen/vielen/etlichen Betrieben eher aus dem Karton direkt befüllt werden, ohne dass zurückgenommene gereinigt und wiederverwendet werden - so ist der Gedankengang zu verstehen.


    Gruß Andreas