Zukünftig kostenpflichtige Lizenz für Imker die im Neutralglas abfüllen & in Verkehr bringen? Wer weiss etwas?

  • Solche Stempelkärtchen werden bei verschiedenen Kunden unterschiedlich ankommen. Ich hasse zu viele Kärtchen, die meine Brieftasche aufblähen. Bewahre ich sie zu Hause oder im Auto auf, habe ich sie im Zweifelsfall nicht dabei.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • ...

    dann müssen wir doch zunächst verpflichtet werden, ein Gewerbe anzumelden, oder?

    Richtig...

    Und was zieht das dann nach sich?

    Weitere Registrierungen und Pflichtanmeldungen bei irgendwelchen Ämtern und Behörden, noch mehr Aufwand, mehr Pflichten und weitere Kosten. So drängt man Hobbyisten raus und kann die Messlatte immer höher hängen.


    Manche würde das sicher freuen, wenn die Kleinimker aus der Landschaft verschwänden, auch wenn man offiziell anders spricht. Und wem würde das alles in die Karten spielen? Der Imkerei in der Breite ganz bestimmt nicht. Nutzen wird es nur den Abkassierern und denen, die ein Drohmittel in der Hand haben...


    Gruß Andreas

  • Klar... aber dazu müsste es erstmal kommen. Urproduktion ist von gewerbepflicht ausgenommenen. Sind dann Imker keine Urproduktion mehr? Oder alle Lawi und Forst in die Gewerbepflicht? Abwarten..

    Gewerbepflicht ist nicht gleichbedeutend Gewerbetreibend.


    Der Knackpunkt an der ganze Sache, ist wie v.a. von ribes ausgeführt, das nach wie vor keine offizielle Entscheidung zur sisnahmr da Landwirtschaft gefallen. Aber genau dieser Punkt muss (bzw. soll Morgen von Hr. Maske) geklärt werden. Zu erwarten ist aber das die Einstufung als Landwirtschaft kommen wird, und die Stiftung akzeptieren muss das Landwirtschaft nicht an Flächenbesitz/pacht gebunden ist.D.h. ist aktuell der beste Rat, Füße stilllhalten bis der DIB das Ergebnis des Gespäxhs veröffentlicht.

  • Zu erwarten ist aber das die Einstufung als Landwirtschaft kommen wird, und die Stiftung akzeptieren muss das Landwirtschaft nicht an Flächenbesitz/pacht gebunden ist.D.h. ist aktuell der beste Rat, Füße stilllhalten bis der DIB das Ergebnis des Gespäxhs veröffentlicht.

    Das wird in unserem LK bereits in dieser Form praktiziert, wie lang schon, weiß ich nicht. Möchte man auf einer im öffentlichen Besitz/in öffentlicher Zuständigkeit befindlichen Fläche mehr als zwei Völker aufstellen, hängt man bereits in der Eieruhr...

    Mein Imkerfreund wollte kürzlich auf einer solchen Fläche ausserhalb seines Standplatzes (ohne Wanderung) vier oder fünf Völker aufstellen und wurde daraufhin direkt mit der amtlichen Auslegung konfrontiert, nach der er dann Landwirtschaft betreibt und die entsprechenden Voraussetzungen/Dokumentationen vorzulegen hätte. Er hat es dann bei zwei Völkern auf diesem Flurstück belassen, ob er sie tatsächlich aufgestellt hat, oder ob ihm die Lust vergangen ist, weiß ich nicht.


    leomilena :

    Ob man Urproduzent ist oder nicht, scheint die Verfasser dieser neuen Regelung nicht zu interessieren. Es geht nur darum, die Inverkehrbringer zur Kasse zu bitten. Als Abfüller auch eines Urprodukts hängt man dann mit drin, auch wenn ausgerechnet Imker wie schon beschrieben, die denkbar falschesten Adressaten sind.


    Zu verdanken haben wir das vermutlich den intercontinentalen und überregionalen Massenverpflegern mit ihren Kaffee-Pappbechern und Warmhalteboxen aus Styropor, darüber wurde im vergangenen Jahr mehrfach und regelmäßig berichtet etc.

    Denen wird das nicht wehtun, weil ihnen die Abnehmer weiter garantiert sind und die Mehrkosten über die Masse einfach verteilt und versteckt weitergegeben werden.


    Gruß Andreas

  • Ob Urproduzent, Landwirt, Imker, Kaffebrüher, regional oder interkontinental Wirtschaftender: Wer Müll in den Markt drückt, soll für dessen Beseitigung zahlen. Dieses Prinzip ist zunächst gar nicht so schlecht. Wenn die gewünschte Steuerungswirkung (weniger Müll) auch wirklich entfaltet würde...

    Da geht in Bezug zumindest auf die kleineren Hobbyimker, die noch mit der Hand und nicht mit Maschinen abfüllen, die Regelung nicht nur am Ziel vorbei, sondern buchstäblich nach hinten los: Hobbyimker werden von der neuen gesetzlichen Lesart zunächst in die Regeln für Einwegverpackungen gezwungen, können sich ggf. mit unverhältnismäßigem Aufwand und Kosten ganz oder teilweise daraus lösen oder müssen ein Mehrwegsystem nicht nur installieren, sondern auch nachweisen, welches logistisch und finanziell in keiner Weise differenziert wird zu dem der industriellen Anwender.

    Man lese sich hier die einschlägigen Fäden mal durch, um zu beurteilen, wieviel Aufwand Hobbyimker betreiben, nur um die Einweggläser anderer In-Verkehr-Bringer doch noch einer Mehrfachnutzung zu erschließen - bisher ganz ohne gesetzlichen Zwang, sondern einfach nur aus "angeborenem" imkerlichen Umweltbewußtsein, mglw. gepaart mit einem gewissen Imkergeiz, der manchmal skurrile Blüten treibt, wenn bspw. Etiketten bzw. deren Industrieklebern mit den unmöglichsten Lösungsmitteln zu Leibe gerückt wird. Der DIB selbst weiß, wieviele Beschwerden es aus Imkerkreisen gab bzw. gibt, weil sich der Kleber seiner Etiketten nach dem Rücklauf aus des Kunden Spülmaschine nicht oder schlecht löst. Das ist doch ein untrügliches Zeichen für das Mehrwegengagement der Imker - bisher ganz freiwillig und ohne jeden gesetzlichen Zwang, ohne Nachweis von Rücknahme- oder gar Anreizsystemen.

  • Ribes:

    Wir sind da ziemlich gleichsinnig, nur die Erfahrungen der letzten 10-15 Jahre lassen nichts Gutes erahnen und erwarten. Läuft es ganz dumm für uns, wird das im Endeffekt mit einem süffisanten "gleiches Recht für Alle" oder "vor dem Gesetz sind alle gleich" abgebügelt.

    Ausnahmen oder Freistellungen aufgrund der nachweislichen Praxis und Vorbildlichkeit werden nicht anerkannt und dürfen müssen dann erkauft werden.


    Gruß Andreas

  • Klar Imker =Mehrweg. Alles andere ist unlogisch, es sei denn, du vertreibst über den Einweg- Handel. Also ganz klein (Kunden namentlich bekannt, Mehrweg, alles kommunizierbar) oder groß (dann Einweg-Lösung des Handels). Mittelgroß hat ein echtes Problem. Ich bin klein, und denke, ein nachvollziehbares Mehrwegsystem ist installierbar. Und wenn mit Unterschrift wie bei der Ausgabe der gelben Säcke.

    Was großartig wäre: wenn wir gemeinsam ein pfandsystem hinbrächten. Irgendwie. Aber gleichförmig. Den Direktvertrieb und die Regionalität stärken.

  • Ich habe die Diskussion nicht komplett verfolgt. Aber der Staat hat bei den Zinserträgen die Quellensteuer erfunden. Wieso soll nicht bei den Glasproduzenten der Entsorgungsbetrag erhoben werden? Der Wiederbefüller kauft kein neues Glas und wird daher nur bei der Erstbeschaffung von der Verpackung, sprich Glas, zur Kasse gebeten. Alle weitere Befüllungen erfordern doch keine Entsorgung. Das Glas kostet bei der Erstbeschaffung eben ?? Cent mehr.

  • Genauso wie fritz49 lese ich das VerpG ja auch. Aber es gibt Schlauere, die lesen es anders (Zitat):


    "Die Systembeteiligungspflicht in § 7 Absatz 1 VerpackG betrifft Hersteller von ***systembeteiligungspflichtigen Verpackungen***.

    Nach § 3 Absatz 8 VerpackG sind systembeteiligungspflichtige Verpackungen mit Ware befüllte Verkaufs- und Umverpackungen, die nach Gebrauch typischerweise beim privaten Endverbraucher als Abfall anfallen. Ein leeres Honigglas ist also so lange keine systembeteiligungspflichtige Verpackung, wie dort kein Honig eingefüllt ist. Erst durch das Befüllen des Honigglases mit Honig wird die Verpackung "Honigglas" zur systembeteiligungspflichtigen Verpackung und der Imker zum Hersteller einer solchen."


    Nach dieser Lesart wären die Großen (Hersteller + Händler) fein raus und den Kleinen (IMker) träfe die volleLast auf Kosten und bürokratischem Aufwand.


    Angeblich soll die Stiftung bereits mit Hochdruck daran arbeiten, möglichst alle Imker zu erfassen. Ich kann jedem Imker nur raten, ab sofort sehr aufmerksam darüber über seine Daten zu wachen und nicht zuzulassen, daß seine Daten irgendwohin abwandern und ggf. in die Hände dieser Stiftung gelangen. Nach der DatenschutzGrundVO (DSGVO) kann Jeder selbst darüber entscheiden, ob er bestimmten Stellen die Weitergabe seiner Daten gestattet oder nicht.

  • Alternativ demnächst so:

    Beim Häbdler neutralglas 32,- registriertes Neutralglas 40,- und das DIB Glas bekommt ein neues Design mit DPG-Logo und kann am Automat zurückgegeben werden. Beim Händler dann DIB Glas neu 45,- und aus Pfandrücklauf 35,- das wäre doch mal n konkreter Lösungsansatz.


    Klar steht im Gesetz das der Befüller für die Entsorgung zu Zahlen hat, das hätte er aber auch getan wenn er schon fertig bezahlte Gläser (mit Nachweis) kauft.

  • Ich habe ribes mehrfach in PM darauf hingewiesen, dass seine Auslegungen zum neuen VerpackG bedenklich falsch sind und hier bei Vielen zur Verunsicherung führen.


    Die von einer mir nicht erklärlichen Überzeugung getriebene Meinungs- und Panikmache hat mit dem Aufruf durch ribes, sich und seine Daten vor der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister geheim zu halten, jedoch ein nicht mehr hinnehmbares Ausmaß erreicht, so dass ich mich nun doch nochmal offen zu Wort melde.


    Wer sich und den Verkauf von befüllten Honiggläsern trotz einer ihn nach dem VerpackG treffenden Verpflichtung an der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister "vorbeischmuggelt", begeht eine mit Bußgeld zu ahnende Ordnungswidrigkeit (§ 34 VerpackG).


    Der öffentliche Aufruf zur Begehung solcher Ordnungswidrigkeiten sollte hier im Forum nicht toleriert werden!


    Ribes selbst sollte mal einen Blick auf §§ 14 und 116 OWiG werfen und überlegen, ob sein öffentlicher Aufruf hier nicht schon selbst ein ahndbares Verhalten darstellt.


    Zur Sache:

    Lasst Euch nicht von der Panikmache anstecken, sondern schaut am besten selbst mal ins Verpackungsgesetz. Das nämlich eröffnet all die Möglichkeiten, die hier so sehr als Ausweg proklamiert werden.


    Einzusehen ist aus meiner Sicht zunächst mal der Ansatz des VerpackungsG, Müll zu reduzieren und ordnungsgemäßes Recyceln zu stärken. Wir als Imker bringen nun mal mit unseren Gläsern und zugehörigen Deckeln potentiellen Müll in Umlauf, der irgendwann entsorgt und recycelt werden muss. Und irgendwer muss dafür die Kosten übernehmen bzw. sich an den Kosten beteiligen. Macht das bspw. der Glasproduzent und bestätigt uns das beim Glaseinkauf, sind wir Imker fein raus. Haben wir Imker ein funktionierendes Mehrwegsystem, sind wir ebenfalls fein raus. Kaufen wir aber Gläser möglichst billig ohne Einkalkulierung einer "Recycling-Abgabe" und werden die Gläser nicht wiederverwendet, dann ist es auch vollkommen in Ordnung, wenn wir unseren Beitrag zum Umweltschutz leisten müssen.

    Jeder Imker sollte da vielleicht mal selbstkritisch drüber nachdenken. Und bei diesen Überlegungen sollte jeder auch Bedenken, über welchen Kostenbeitrag bei einer Beteiligung an einem Recyclingsystem wir überhaupt reden. Diese sind natürlich anbieterabhängig, aber dürften bei 1.000 (eintausend) Gläsern wohl nicht über EUR 100,00 liegen. Wir reden also von einer finanziellen Mehrbelastung von 10 Cent je 500 g Glas.


    Ich für meinen Teil werde einen Vertrag mit einem Recyclingunternehmen schließen und die 10 Cent pro Glas nicht auf den Verkaufspreis aufschlagen. Ich nehme ohnehin einen marktgerechten Preis von EUR 6,50 je 500 g Honigglas und kann die 10 Cent Mehrbelastung verkraften. Außerdem ist es meine persönliche Entscheidung, Honiggläser nicht wiederzuverwerten, also ist es auch nur recht und billig, dass ich die Entsorgungskosten übernehme und nicht auf den Kunden abwälze, der das Glas vielleicht sogar zurückbringen wollte.