Zukünftig kostenpflichtige Lizenz für Imker die im Neutralglas abfüllen & in Verkehr bringen? Wer weiss etwas?

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    Machen Stiftungen von Industrieverbänden jetzt bei uns die Regeln?

    Grüße Ralf

    Nein, aber sie sind eine zweckgebundene Organisation und der Zweck ist die Exekution, die praktische Durchführung des VerpG. Das hat der Gesetzgeber nun nicht einem Ministerium übertragen - hier wäre das Ministerium für Verbraucher, Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zuständig, das einen Vertreter im Kuratorium stellt - sondern es wird in eine Stiftung ausgelagert. Diese erhält ein Kuratorium, welches den Stiftungsrahmen, die Handlungsfreiheit, festlegt. Und als Kontrollgremium dient die Stiftung selbst bzw. deren Vorstand muss sich an das VerpG halten. Für mich sieht ein Vier-Augen-Prinzip anders aus. Hier wird der Alkoholiker zur Selbsttherapie herangezogen. Was dabei herauskommt, ....


    Man fragt sich, warum das Ministerium nicht selbst die Durchführung des VerpG verantwortlich in die Hand nimmt!!

    Ein Schelm, der Böses dabei denkt.


    Vielleicht kann ribes das Konstrukt besser verstehen und es uns erklären !


    Vielen Dank


    Rainer

  • Rainer, danke für die klaren Worte. Du hast es schon verstanden.


    Der Druck, "Bürokratie" abzubauen und Verwaltungskosten einzusparen, führt zu solchen Blüten und die Beteiligten können sich auf die Schulter klopfen: win-win für sie alle und öffentlich verkaufen läßt sich das auch noch gut, wenn z.B in § 16 Abs. 2 die klare Vorgabe von Mindestverwertungsquoten fixiert wird: Z.B. für Glas 80% und ab 1.1.2022 sogar 90%, Da wird doch richtig durchgezogen! Flankiert von entsprechenden Meldepflichten zum 15.5. jeden Jahres - nicht ohne die Bestätigung eines vereidigten Sachverständigen - und bewehrt mit empfindlichen Geldbußandrohungen - also, wenn das nix für Imker iss, dann wissen die auch nicht, was sie wollen: Für die Umwelt demonstrieren, Forderungen zur Müllvermeidung stellen - aber wenn es sie selbst betrifft: kneifen. So simpel wird die Gegenseite argumentieren, fürchte ich.

    M.E. geht es dieser Lobby ausschließlich darum, eigene Kosten auf fremde Schultern zu verteilen. Das sollten wir (und damit spreche ich v.a. die Imkerverbände, also Landesverbände, DIB und DBIB an) klar benennen und uns wehren mit allen nur möglichen Mitteln - auf keinen Fall in vorauseilendem Gehorsam die Träume der Verpackungsindustrie umsetzen helfen.

    Ein schönes Geschenk zum Internationalen Tag der Bienen, gell? Ich rede mit meinen Kunden bereits darüber und daß ich mglw. ab 1.1.19 mich gezwungen sehen könnte, Glaspfand zu erheben. Stammkunden juckt das nicht, Laufkundschaft und Wiederverkäufer schon.

  • darauf läufts hinaus ...

    2 Fliegen mit einer Klappe ... Kundenbindung und der Pfandmotivation sollte auch genüge getan sein.


    Gruß
    Ludger

  • Ja, ich werde 2019 auch die Preise anpassen...dann gibt es das 11. Glas gratis wenn 10 zurückkommen. Wenn das keine Motivation zum Zurückbringen und Honigessen ist ;)


    M.

    Ich weis ja nicht was du für Gläser bezahlst und für den Honig verlangst - und auch nicht ob du mit dem 'Das 11. Gratis' dann ein Nullgeschäft im vergleich zum normalen Verkaufspreis machst oder einen 'Verlust'.


    Bei mir wäre das so: Bei einem Glaspreis von 25 ct und Honigpreis von 6,50 EUR müsste der Kunde 26 Gläser zurück bringen damit ich ein Nullgeschäft fahre. Eher sogar 35, weil ich ja mit den Rücklaufgläsern noch Spühlaufwand habe, mit neuen nicht.


    Wenn ich dann dem Kunden, der 4 mal im Jahr ein Glas Honig kauft eine Stempelkarte mit 35 Feldern in die Hand drücke lacht der mich doch aus. :S

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Nun, ich bin gespannt, ob unser Präsident Peter Maske heute bzw. am Sonntag eine Klarstellung bei Frau Klöckner bewirken kann, daß Imkereien selbstverständlich eine "dem privaten Endverbraucher vergleichbare Anlaufstelle" sind wie jeder andere "landwirtschaftliche Betrieb" auch (§ 3 Abs. 11 VerpG).

    http://deutscherimkerbund.de/d…b.php?katalog_id=0&id=475

    Frau Klöckners Ministerium behält ja die Fachaufsicht über die Stiftung, also darf sie auch die gegenteiligen Aktivitäten der Stiftung sofort unterbinden, bevor noch mehr Imker daran denken, Ihre Bienenvölker aus Angst vor den neuen Hürden des VerpackG aufzugeben...

  • Wenn ich dann dem Kunden, der 4 mal im Jahr ein Glas Honig kauft eine Stempelkarte mit 35 Feldern in die Hand drücke lacht der mich doch aus

    Wenn der mit den 4 Gläsern dann aber 10 kauft, um die Karte voll zu bekommen, hast du mehr verkauft als vorher. Die Medaille hat zwei Seiten.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Hallo Luis,


    das stimmt . Man müsste jetzt aber statistisch diejenigen verrechnen


    -- die nur zwei Gläser kaufen und deswegen das Kärtchen nicht voll bekommen,

    -- die den Honig verschenken

    -- die das Kärtchen verlieren.....

    denn man bekommt den Stempel ja nicht beim Kauf sondern bei der Rückgabe.


    Ich kann das nicht kalkulieren, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass man nicht so viele Gläser verschenken wird. Und ohne Pfand hast du die Glaskosten ja eh schon eingepreist, jetzt bekommst du dafür vielleicht mehr Gläser zurück.

    Es geht ja auch hauptsächlich darum einen Anreiz zu schaffen ohne sich eine Dose mit 50ct Stücken neben die Tür stellen zu müssen um Pfand auszuzahlen.


    Viele Grüße

    Meike

  • Ja, so richtig durchgerechnet habe ich das nun nicht, gebe ich ja zu....zumal 10x geschenkte Gläser dann auch ein 11. Gratisglas wären.

    Also am Ende 100 Gläser verkauft und weitere 11 Gläser verschenkt....wenn ich dann 50 Cent mehr genommen habe pro Glas, macht das einen Durchschnittspreis von 4,95 €...da werde ich dann auch auf 6 € gehen müssen.


    Letztendlich aber stimuliert es halt den Absatz; womöglich aber doch kein ausreichender Ansatz zum Zurückbringen...vor allem, wenn der Honig dann nicht schmeckt (soll ja vorkommen....).


    Stempelkarte würde ich nicht machen - die müssen die Gläser schon selber sammeln und so zurück bringen. 10 leere Gläser kann man doch gut tragen.


    M.

  • Tja Gottfried, da wird der Bürger mal wieder am Nasenring...


    Es werden sich IT Firmen melden und Kundendatenbanken anbieten und natürlich regelmäßige kostenpflichtige "updates".


    So etwas ähnliches gibt's jetzt bei Arzneimitteln zur Fälschungssicherheit - kostet Geld und bringt n. E. wenig mehr an Sicherheit.

  • Mich hat ein ehemaliger Diskussionsteilnehmer per pN um Mäßigung gebeten. Deshalb möchte ich Folgendes für alle Mitleser klarstellen:

    1. Mir geht es hier um die imkerliche Sicht- und Arbeitsweise. Im Rechtsstaat funktionieren die Mechanismen nur, wenn jede Seite ihre Interessen auch vertritt und nicht noch die Aufgaben der Gegenseite versucht, mit zu erledigen. So gesehen, müssen wir Imker mit mehr unsere eigenen Interessen vertreten und nicht so vorsichtig-neutral, gar vor der Obrigkeit ehrfürchtig erzitternd fragend verharren. Die Stiftungskonstruktion zwar formaljuristisch i.O. sein, ist aber kräftemäßig doch eine recht einseitige Sache. Wenn Imker dort nachfragt, wird er also die Meinung der Verpackungsproduzenten hören.

    2. Warum soll die Imkerei ausgerechnet und nur beim VerpackG kein LW-Betrieb sein?

    3. Mir wurde unterstellt, ich würde die Imkerschaft in diesem Faden verunsichern. Die Imker in unserer Region hier fürchten neue bürokratische Hürden und zusätzliche Kosten durch das VerpackG. Viele überlegen, ob sie ihre Völker aufgeben, wenn sie mit Pflichten aus dem VerpG beaufschlagt werden, einige bereiten die Aufgabe ihre Imkerei deswegen bereits vor. Wenn das so eintrifft, wären hier in der Region mit einem Schlag mehr Bienenvölker verschwunden, als durch Neonic´s, PSM o.ä. jemals zuvor. DIESE Verunsicherung, nicht zuletzt befördert durch die einschlägigen Pressemeldungen und Infoseiten der Verpackungsindustrie reduzieren im Ergebnis die Bienenvölker, nicht meine Auffassung, die die Imker bei ihren Völkern halten will.

    4. Mir wird mangelndes Verständnis für Umweltschutz unterstellt. Das ist ein Mißverständnis.

    Zur Müllvermeidung trägt m.E. die Imkerschaft seit Jahrzehnten wesentlich mehr bei, als das perfekteste "Wiederverwertungs"-System n. VerpG. Die Imker nutzen wirklich die Gläser zum Abfüllen, wieder und wieder - noch heute sind Gläser mit dem Adler in Gebrauch! Das VerpG dagegen zielt die Gläser nach Einmalgebrauch punktgenau in den Altglascontainer. Da haben die Imker schon seit Jahren mehr Verantwortung praktiziert als die, die sich mit Geld Umwelt"verantwortung" kaufen (können), zumindest die Hobbyimker. Mit der Verbreitung von Abfüllmaschinen mag sich das etwas verschieben, aber die Gleichstellung n. § 3 Abs. 11 unterscheidet da eben nicht.

  • Ohne dass ich den Gesetzestext im Detail gelesen habe und ohne Spitzfindigkeiten herauszuarbeiten, ist doch der Sinn klar:

    Der Entsorgungsfachbetrieb muss bezahlt werden.

    Die Gläser entsorgt nicht der Imker, sondern er bringt das gefüllte Glas an den Endkunden, der das Glas entsorgt. Vom Endkunden kann man die Abgabe nicht nicht verlangen, also muss das irgendeine vorgelagerte Organisation tun.

    Ich verkaufe gefüllte Gläser an den öffentlichen Handel. Der stellt die Bedingung, dass ich mit einem Entsorgungsfachbetrieb ein entsprechendes Abkommen habe, anderenfalls nimmt mir der öffentliche Handel die Gläser nicht ab. Damit ist der Entsorgungsfachbetrieb bezahlt und alle sind zufrieden, ich auch.

    Gruß Ralph