Zukünftig kostenpflichtige Lizenz für Imker die im Neutralglas abfüllen & in Verkehr bringen? Wer weiss etwas?

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    Was sich für den Imker (96% Direktvermarkter) durch das neue Gesetz gegenüber der bisherigen Verordnung letztlich tatsächlich ändern soll, ist mir nicht klar geworden - ausser, dass die Einhaltung des Gesetzes nun strenger verfolgt werden kann/wird (zentrale Registrierungsstelle, Bußgelder).

    ...

    Letztendlich geht es um weitere Förderung von Mehrweg und Erhöhung der Recyclingquoten.

    Für Imker evtl. nicht direkt oder vorzugsweise, aber für die Hersteller und Befüller/Verwender von Pappbechern für Kaffee zum Mitnehmen... Recycling ist für Honiggläser so oder so kaum eine Alternative, die werden erst dann ersetzt, wenn sie in Scherben liegen oder vom Endverbraucher in Eigenregie wiederverwendet... Die sind und waren wohl eher weniger das "Problem", was es zu korrigieren galt...

    Wegen der beschichteten Pappbecher hat es in den vergangenen Jahren zunehmend häufig mediale Beschwerden und negative "Inaussichtstellungen" gegeben. Die Änderung ist möglicherweise eine der Reaktionen darauf. Und weil ja alle vor dem Gesetz gleich sind... <X


    Gruß Andreas

  • ...Honiggläser...werden erst dann ersetzt, wenn sie in Scherben liegen oder vom Endverbraucher in Eigenregie wiederverwendet

    Beim Hobbyimker mag das zutreffen, beim Verbraucher bzw. bei Betreibern von Abfüllmaschinen weniger bis gar nicht.

    Wie hoch schätzt Ihr bspw. die Rücklaufquote von Honiggläsern ein bspw. in folgenden Imkergruppen (ohne Anreizsysteme wie Glaspfand):

    a) bis 5 Völker

    b) bis 20 Völker

    c) bis 70 Völker

    d) > 70 Völker?


    Ich wage mal eine Schätzung:

    a) 75% der abgegebenen Gläser kommen wieder zurück zum Imker.

    b) 35%

    c) 25%

    d) 5%

  • Aus der Begründung zum Gesetzentwurf:


    "Die Definition der Mehrwegverpackungen ist gegenüber § 3 Absatz 3 Satz 1 der Verpackungsverordnung erweitert worden und enthält nun insbesondere die Anforderung, die Rückgabe und anschließende Wiederverwendung durch eine ausreichende Logistik zu ermöglichen. Damit genügt nicht allein die Zweckbestimmung zu einer mehrfachen Verwendung, sondern die Wiederverwendung muss durch die Einrichtung von Rücknahmestellen für die Endverbraucher auch tatsächlich ermöglicht werden. Bei Mehrweggetränkeverpackungen gehört zu einer ausreichenden Logistik außerdem das Vorhandensein von entsprechenden Spülvorrichtungen.

    Außerdem wird vorausgesetzt, dass die Rückgabe an den Hersteller durch geeignete Anreizsysteme gefördert wird. Geeignet sind Anreizsysteme, wenn sie die Endverbraucher in aller Regel dazu motivieren, die restentleerten Verpackungen an den Vertreiber beziehungsweise Hersteller zurückzugeben. Ein ausreichend hohes Pfand stellt ein geeignetes Anreizsystem dar. Denkbar sind aber auch andere Anreizsysteme, auch solche nicht monetärer Art, wenn sie sich in der Praxis als wirksam erweisen.

    Durch die zusätzlichen Merkmale bei der Definition der Mehrwegverpackungen soll sichergestellt werden, dass nur solche Inverkehrbringer von den regulatorischen Vorteilen der Mehrwegverpackungen, insbesondere von der Befreiung von der Systembeteiligungspflicht, profitieren, bei deren Verpackungen aufgrund der im Voraus getroffenen Vorkehrungen davon auszugehen ist, dass sie tatsächlich mehrfach verwendet werden."


    Damit soll künftig vermieden werden, dass man "pseudomäßig" seine Verpackung (auch ein Honigglas) als Mehrwegverpackung kennzeichnet. Wichtig ist hierbei das Merkmal des wirksamen Anreizsystems. Wenn man nach der neuen Definition keine Mehrwegverpackung nutzt, kann man auch nicht (mehr) die Erleichterungen für ein Mehrwegsystem in Anspruch nehmen.

  • Ich wage mal eine Schätzung:

    a) 75% der abgegebenen Gläser kommen wieder zurück zum Imker.

    b) 35%

    c) 25%

    d) 5%

    Bei mir, im ländlichen Raum, sind es ca. 90% Rücklauf + 30 % Fremdgläser (vor allem Langnese & Co.) Also bedeutend mehr als die geschätzten 25 bis 35%.


    Als vor einigen Jahren schon mal diese Diskussion bezüglich Abfallentsorgung aufkam, hatte ich mich seinerzeit mit den Firmen des "Dualen Systems" in Verbindung gesetzt, um konkrete Zahlen zu erfragen. Ich weiß nur noch, der billigste Anbieter wollte eine Grundgebühr von 75 Euro pro Jahr.

    Auf meinen Gläsern steht "Mehrwegglas - um Rückgabe wird gebeten". Pfand nehme ich nicht.


    Wenn das neue Gesetz so kommt wie beschrieben, so werde ich so wie es oben Manne erwähnt, machen: Honig nur in von Kunden mitgebrachte Gefäße.


    Was ich denke, verschweige ich lieber ....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Man muss doch hier nicht übertreiben. Wenn man einmal 2000 Gläser kauft, wird man einmalig 180€ abführen. Damit hat man für alle Gläser bezahlt, die letztlich doch im Abfall landen. Wenn dagegen die Rücklaufquote wirklich so gut ist, braucht man ja kaum Gläser nachzukaufen. Bei einer Rücklaufquote von 90% beispielsweise muss man dann auf zugekaufte 200 Gläser nur eine Abgabe von 18€ leisten. Falls man dann auch noch Fremdgläser verwendet, muss man überhaupt nichts nachkaufen und demzufolge entfällt auch die Abgabe.

    Gruß Ralph

  • "Honiggläser...werden erst dann ersetzt, wenn sie in Scherben liegen oder vom Endverbraucher in Eigenregie wiederverwendet"


    Er kann sie immer noch zurückgeben, wenn es auch als Farbtopf verwendet wurde.:)


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Er kann sie immer noch zurückgeben, wenn es auch als Farbtopf verwendet wurde.:)

    Genau, und was noch alles drin war (Gewürze u.a. stark riechende Stoffe).


    Was am Ende dabei herauskommt: die DIB-Gläser werden teurer, die anderen auch und der Glasfand steigt dann z. B. auf € 1. Das hilft dem "Dualen System", das ohnehin ökonomisch schon dicht am Grund fährt und natürlich allen anderen Recycling Firmen.


    Es lebe der ideologisierte Umweltschutz; bringt er doch für viele Beteiligte Vorteile und der Verbraucher zahlt.


    Und das mit dem mitgebrachten Gefäß funktioniert nur bei dauerhaft flüssigem Honig. Hier sind die Rapsimker klar im Nachteil :wink:


    Wir werden auch das überleben, die Bienen werden weiterhin fleißig sammeln und am Ende legt sich auch dieser Sturm im Wasserglas...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Ein Pfandsystem ist m.E. nicht schlecht. Mancher Imker fragt bei seiner knappen Kalkulation (wenn er überhaupt eine macht), wie er sich vor finanziellen Verlusten durch Pfandauszahlung für fremde Gläser schützen kann. Nur noch Gläser mit eigenem Etikett zurücknehmen? Oder: Alle nähmen einheitlich Pfand für ausnahmslos alle Honiggläser wie früher bei der DDR-Altstoffsammlung?

    10 ct Pfand, dann ist es billiger als Neukauf aber die Kosten für die Reinigung sind auch noch drinnen.

  • 10 ct (oder doch 8 ct wie Joghurt und da die Automaten darauf eingestellt sind?) Pfand, dann ist es billiger als Neukauf aber die Kosten für die Reinigung sind auch noch drinnen.


    Wir haben bei ca 250 Völkern, etwa 30% Glasrückgabe.


    Ich sehe es aber auch geau so, der DIB Verkauft die Gläser, munter, an alle Imker damit es eine einheitliche Verpackung gibt, die Abgabe für das Glas und den Deckel sollte der DIB Zentral abführen und dann auch 1:1 auf den Glaspreis aufschlagen. Zwar werden sich viele dann Aufregen das die Gläser teurer geworden sind, aber am Ende ist es für jeden Positiv, was meint ihr wie schnell sonst ein Ermittler auf Herausgabe der Glaszahlen/Ettiketten/Deckeleinlagen Klagen kann, da ein Begründeter Verdacht vorliet das ohne Pauschale in den Verkehr gebracht wurde.

    Damit würde der DIB den kleinen Imker den sie immer Propagieren extrem Unterstützen.

    Im Endeffekt würde sonst jeder Imker sich Selbständig am Dualen System beteiligen, Kostenpunkt wären da etwa 60 € p.P. Da man sonst eine Abgabe auf Glas, Papier (Ettikett), Verbundstoff (Deckeleinlage) und Plastik (Deckel) leisten müsste. Die letzten drei werden typischerweise bei <1 kg Liegen und damit liegt man immer beim Mindestsatz von der bei etwa 10 € los geht. Glas wird schnel recht teuer. Für einen Großen Inverkehrbringer sieht die Abgabe da schon anders aus, Außerdem hätte der DIB damit ein echtes Argument, warum man das DIB Glas nutzen sollte mehr.

    Damit das Funktioniert, müsste man dann aber auch über ein einheitliches Pfand reden, so wie es die Verpackungsordnun jetzt fordert. Viel Arbeit für den DIB, aber auf Dauer führt da kein Weg dran Vorbei.

  • Zeigen Kunden bei euch noch ein nennenswertes Interesse am Rapshonig? Hier nimmt man dieses Wort besser nicht mehr in den Mund.

    Im "echten Norden" ist der sehr gefragt. Und die "Wikinger" kennen das Wort Pestizide nicht - Kleinkram...

  • Mal so als Einwand. Der DIB verkauft doch gar keine Gläser. Einzige Ausnahme sind die 60 Gramm Gläser. Alle anderen Gläser werden in Lizenz von Weck oder anderen erstellt und dann direkt an den Großhandel verkauft. Warum sollte dann der DIB Gelder für das in Verkehr bringen abführen? Das macht er doch gar nicht. Wenn schon dann müsste das Weck oder der Großhandel. Oder sehe ich das Falsch und der DIB verkauft an Holtermann und co?

  • Thema war doch Neutralglas.
    Wenn hier kein Pfand erhoben wird und ein Hinweis zur Rücknahme oder Mehrweg angebracht wird, ist eine Abgabe zur Rücknahme fällig.


    Beim DIB Glas ist das schon geschehen, bzw. mit dem Pfand und dem Hinweis Mehrweg erfolgt.

    Du musst dem Kunden nur die Möglichkeit einräumen, dass DIB Glas auch zurück geben zu können.

    Dann wir auch keine Abgabe fällig.

    Schön, dass das DIB Glas diese Vorteile hat...:)

    Ich bin bekennender Fan und Nutzer vom DIB Glas.


    Hier wird gerade DIB Glas und Neutralglas schön gemischt.