Zukünftig kostenpflichtige Lizenz für Imker die im Neutralglas abfüllen & in Verkehr bringen? Wer weiss etwas?

  • Genau, das Glas ist irgendwann Müll, das kostet und wird eingepreist, fertig. Ob Gewinnerzielungsabsicht oder nicht ist dabei doch völlig egal, oder bekommst Du den Zucker zum Einfüttern auch umsonst, weil Du Hobbyimker bist? Wäre ja nur fair, schließlich retten wir die Welt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Zitat robirot : "Das Problem der Imkerei damit ist auch viel mehr die Kontrolle durch eine private Stiftung (Behördenersatz) als die 1-2 Cent/Glas, Dokumentation etc. Nicht aber das Pfand selber."

    Dies kann ich nur unterstreichen! Warten wir ab, welche Kriterien überhaupt gelten werden, wenn es um Hobby- oder Gewerbliche Imkerei geht. In meinem Verein gibt es Imker, die mit 40 WV z.B. auf zwei Haupttrachten zielen und min. 95% der Ernte im Hobbock an den Großhandel vermarkten.

    Es bleibt deswegen spannend.

    Für Ironie sehe ich keinen Platz...

    Frohes Schaffen Klaus

    "Die Welt wird gesteuert von den Interessen des Kapitals." Heiner Geißler (CDU-Politiker) t2017.

  • ...

    oder bekommst Du den Zucker zum Einfüttern auch umsonst, weil Du Hobbyimker bist? Wäre ja nur fair, schließlich retten wir die Welt.

    Wer redet denn von umsonst? Bekommt der Hobbyimker den Zucker oder sonstiges Zubehör wie die Gläser irgendwo günstiger zu kaufen als ein Erwerbsimker? Zahlt man als Hobbyimker keine Mwst? Als ob Hobbyimker irgendwo irgendwas umsonst bekämen, nichtmal halbwegs seriöse oder offizielle Informationen gibbet für lau...


    Sicher landet alles irgendwann im Müll, nur wie oft davor hat man es dem Müll durch Weiterverwendung vorenthalten und den Müllberg damit etwas kleiner gelassen? Die Welt kann sowieso niemand retten - davon abgesehen - aber die Nutzung bis zum Bruch geht schon in die richtige Richtung. Es ist und bleibt nicht nachvollziehbar, warum man eine Lizenz zum Müllerzeugen ins Leben ruft, die die bezahlen sollen, die diesen Müll nicht beabsichtigen und schon soweit wie möglich vermieden haben.


    Gruß Andreas

  • Sicher landet alles irgendwann im Müll, nur wie oft davor hat man es dem Müll durch Weiterverwendung vorenthalten und den Müllberg damit etwas kleiner gelassen?

    Hä? Du zahlst dann ja auch nur für jedes Glas, was Du beim Händler einkaufst, nicht bei dem, welches Du an der Tür verkaufst. Das entspricht dann ziemlich genau Deinem Anteil am Müllberg, oder? Und ob Hobby oder Profi ist doch dem Müllberg latte?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hä? Du zahlst dann ja auch nur für jedes Glas, was Du beim Händler einkaufst, nicht bei dem, welches Du an der Tür verkaufst.

    Das VerpackG fordert sehr viel mehr als nur das Bezahlen (s. bspw. §§ 9,10 usw.).


    Ab 1.1.19 unterliegt jedes In-Verkehr-Bringen von Verpackungen an Endverbraucher und gleichgestellte "Anfallstellen" einem Vertriebsverbot, wenn der Hersteller/Imker nicht registriert ist bzw. seine Meldung der vorjährigen Verkaufsmenge nicht fristgerecht abgegeben hat. Die Höhe seiner Zahlungsverpflichtung richtet sich grundsätzlich nach der Anzahl der Verpackungen, die er im Vorjahr verkauft hat.

    Das Privileg, seine gesetzlichen Pflichten insoweit auf die Vorvertriebsstufe zu verlagern, genießt aus gesetzlichen Gründen einerseits und aus praktischen Gründen andererseits beileibe nicht Jeder.


    Mehrwegverpackungen sind unter den verschärften Anforderungen (Nachweis von Rücknahmelogistik und Anreiz-/Pfandsystem) davon ausgenommen und Hobbyimker.

  • Hä? Du zahlst dann ja auch nur für jedes Glas, was Du beim Händler einkaufst, nicht bei dem, welches Du an der Tür verkaufst. Das entspricht dann ziemlich genau Deinem Anteil am Müllberg, oder? Und ob Hobby oder Profi ist doch dem Müllberg latte?

    Was ist daran für den Hobbyimker umsonst? Ich zahle so oder so für eingekaufte Gläser. Was ist das für ein Verweis zum Zuckereinkauf in dem anderen Beitrag? Wo kann man Nachweise darüber einsehen, wie groß der Anteil Honiggläser am Glasmüll tatsächlich ist? Dazu habe ich hier noch keine Info entdeckt, alles nur pauschale Hochrechnungen oder Vermutungen. Das Ergebnis wird dahin gehen, dass der reale Anteil verschwindend gering ist.

    Die ganze Aktion ist bis auf den Selbstzweck der Initiatoren sinnfrei, reiner populistischer Aktionismus für nichts und wieder nichts.


    Dass diese Gläser teilweise Generationen von Verbrauchern überlebt haben und überleben, eben weil sie nicht nach einmaligem Gebrauch sofort in den Müll wanderten, ist den Beutelschneidern nicht nur latte, sondern lattissimo. Hauptsache mal wieder was sinnlos "innovatives" erfunden, womit man vorausgehen kann...


    Gruß Andreas


  • Für mich ist der „Inverkehrbringer“ derjenige, der mir das Glas verkauft.


    Der stellt das Ding her und schickt es in die Welt.


    Der Imker braucht das Industrieglas nicht.


    Wenn ich mich an das Land vor unserer Zeit erinnere, dann kam der treue Honigkäufer mit einer illustren Sammlung an altbrauchbaren Verpackungsmaterial und wollte, dass da Honig reinkommt.

    In diesem Land kostete der Honig im Laden 4 Mark. Der Imker bekam 7 Mark beim staatlichen Aufkauf für die selbe Menge.

    Trotzdem kamen Leute zum Imker und zahlten auch 7 Mark.


    Nach 1989 wollten alle Langnese und erst Jahre später erinnerten sich manche an die einheimischen Imker. Aber der sollte ja dann bitte auch noch billiger als ALDI sein…


    Egal wie’s kommt: Im Zweifel geht der ganze Kleister an den Großhandel oder in die Entsorgung.

    Und bevor ich mich freiwillig irgendwie registriere, würde ich dann doch schon mal meinen Anwalt fragen, wie der das so sieht.

    Evtl. ist der „Streitwert“ so niedrig, dass das niemanden interessiert. Wenn jemand 19 Völker klaut oder abbrennt, kommt ja auch nix, höchstens etwas als Kulanz vom Versicherer.

    Wie will man mir nachzählen, wieviele Gläser ich gebraucht habe? Die meisten sind eh Erbstücke von meinen Eltern.

    Darauf soll ich Abgaben entrichten?


    Vergiss es.


    Grüße Ralf

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  • Was ist daran für den Hobbyimker umsonst? Ich zahle so oder so für eingekaufte Gläser. Was ist das für ein Verweis zum Zuckereinkauf in dem anderen Beitrag?

    Nichts ist für den Hobbyimker umsonst, Zucker nicht, Gläser nicht, die Entsorgung der Gläser (beim Händler zukünftig zum Materialpreis addiert) nicht. So ist der Verweis zu verstehen. Der Imker ist, klein wie groß, ein ganz normaler Teilnehmer in dem Spiel. Würde das, außer dem Imker selber, irgendwer anders sehen (die Politik; der Gesetzgeber; Gott), dann gäbe es eine Ausnahme, aber da wir für alles zahlen müssen wie gewöhnliche Menschen, wird das wohl auch für die Entsorgung der von uns verwendeten Gläser gelten. Nicht für die, die wir verkaufen (gesammelte Werke), aber die die WIR einkaufen. Was doch völlig ok ist, oder? Einmalig für dieses eine, konkrete Glas. Irgendwann geht es halt in den Müll, das ist dann beim Kauf schon bezahlt. Beim Händler gibt es zur Rechnung einen Entsorgungsnachweis, fertig. Ich verstehe immer weniger das Problem, erkenne aber an, daß es offensichtlich eins gibt. Ich glaube allerdings immernoch, daß es auf einem Mißverständnis fußt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Noch ein Nachtrag. Spezifiziert hier:


    Zitat

    Nicht systembeteiligungspflichtig sind demgegenüber Exportverpackungen, die nachweislich nicht in Deutschland anfallen, gewerbliche Verpackungen, Transportverpackungen, Mehrwegverpackungen, pfandpflichtige Einweggetränkeverpackungen und Verkaufsverpackungen schadstoffhaltiger Füllgüter.

    Kartons, Imkerglas.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

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    Einmalig für dieses eine, konkrete Glas. Irgendwann geht es halt in den Müll, das ist dann beim Kauf schon bezahlt. Beim Händler gibt es zur Rechnung einen Entsorgungsnachweis, fertig. Ich verstehe immer weniger das Problem, erkenne aber an, daß es offensichtlich eins gibt. Ich glaube allerdings immernoch, daß es auf einem Mißverständnis fußt.

    Das dass ganze "Missverständnis" unnötig war, hat man an dem Punkt versäumt, als es hieß, dass Imker sich registrieren und lizensieren lassen müssen. Buchhaltung, weiträumige Kontroll- und einseitiger Rechenschaftszwang (für diese Lizenz), Verwaltungaufwand verbunden mit der diffusen Androhung von Tätigkeitsverboten und unbekannter Bestandssicherheit in der Zukunft.


    Meine Erfahrung aus dem Berufsalltag ist, dass solche Lizenzen weitere Lizenzen, einseitige Beschränkungen und Forderungen nach sich ziehen, die immer weiter ausufern, nachdem so ein System "Inkraft gesetzt" worden ist. Es werden sich neue Trittbrettfahrer-Institutionen finden und neu erfinden, die ihren Obulus fordern.


    Das ganze hätte man sich kneifen können, indem man vor vornherein festgelegt hätte, dass ein Anteil in Höhe X ct/Glas auf den VK-Preis aufgeschlagen wird, um diesen unbezifferten, nebulösen "Entsorgungsfaktor" abzudecken. Gleiches Prinzip wie beim Pfand für PET-Flaschen, nur gestaffelt nach Größe der Verpackung. Ohne Lizenz, ohne Buchhaltung oder Rechenschaft, ohne irgendwelche Verfahrensauflagen oder -vorgaben für den Verwender = Imker. Wer kauft, zahlt es mit - feddich.


    Aber nein, der deutsche Verwaltungsapparat und seine Verfahren, selbst als NGO-Konstrukt muss perfekt durchorganisiert sein, jedes Rädchen katalogisiert und greifbar gemacht werden können, egal wieviel sinnfreier Personal-, Kosten- und Mehraufwand dadurch entsteht. Den Apparat selbst aber kann niemand kontrollieren oder zur Rechenschaft ziehen, der stellt sich selbst über alles.

    Nochmal:

    Ich sauge mir das nicht aus den Fingern, ich erlebe solches Planungschaos verursacht von sehr gut bezahlten, beratungsresistenten Kompetenzsimulanten momentan in meinem noch-Berufsalltag zum wiederholten Male live mit.


    Ich habe den Kaffee mit Lizenzen auf...


    Gruß Andreas

  • Meine Erfahrung aus dem Berufsalltag ist, dass solche Lizenzen weitere Lizenzen, einseitige Beschränkungen und Forderungen nach sich ziehen, die immer weiter ausufern, nachdem so ein System "Inkraft gesetzt" worden ist. Es werden sich neue Trittbrettfahrer-Institutionen finden und neu erfinden, die ihren Obulus fordern.

    Genau das erleben wir ja jetzt am Übergang von VerpackVO zum VerpackG. Die Stiftung der Verpackungs- und Entsorgungsbranche selbst bekommt nun nicht nur ihre bisherige Mitarbeiterschaft über die so ungemein gerechten Lizenzgebühren finanziert, sie kann sogar in unverhofften Größenordnungen Neueinstellungen finanzieren. Lohnt sich also - für die Stiftung und für die von ihr vertretenen Branchen...

  • Hallo,


    ich lese das ja immer mit und habe mir meine Konsequenz schon vor langem festgestellt und werde nach Ralf seinen Links darin bestätigt: eher weniger Bienen, Honig nur zum Eigenverbrauch im erweiterten Sinn.


    Wenn ich das bisher gelesene richtig verstehen, wird ein neuer Überwachungsapparat mit noch nicht definierter Anzahl Beschäftigter eingerichtet. Die Kontrolle soll lückenlos sein. Die Leute wollen alle bezahlt sein. Wahrscheinlich reichen die Gebühren nicht mal dafür aus, den Apparat selbst zu tragen, wer zahlt den Rest?


    Wann wehrt sich der Deutsche mal gegen solch einen Behördenwahnsinn?


    Gruß

    Werner