[Fragen eines Anfängers] Kunstschwarm erwerben, einlogieren und starten

  • Soooo - ich habe nochmal etwas nachgebohrt.

    Auch der Imkerkollege würde es noch bevorzugen, etwas zu warten. Offensichtlich haben wir also etwas aneinander vorbeigesprochen. Ein Gesundheitszeugnis würde er noch beantragen - bis das ganze durch ist dauert es etwa 3-4 Wochen - die Aussage konnte mir auch das örtliche Vet.Amt bestätigen. Dann klingt das ganze also schon besser als ursprünglich gedacht. Übergabe wäre dann +/- Mitte April, je nach Wetterlage und Ges.Zeugnis.


    Zum Thema Kellerhaft - ich halte, zumindest nach dem theoretischen Lesen im letzten Jahr - nichts davon. Ich denke, es gibt einfachere und genau so gute Wege - aber: Zwei Imker, fünf Meinungen ;)


    Das mit dem Naturschwarm nehme ich gerne nochmal auf - weiterhin hoffe ich natürlich auch auf die Schwarmbörse :)

  • ...natürlich KANN immer was sein. Aber wie groß ist das Risiko und wie groß die Quälerei? Nach drei(!) Tagen gibt es schon Wabenwerk, oder, falls der Schwarm unbekannter Herkunft schon länger unterwegs war, eine Kiste voll verhungerter Bienen. Beides unlustig.

    Ja, man kann es pragmatisch sehen, muß aber dann mit dem Unsicherheitsfaktor in seiner eigenen Imkerei leben bzw. an anderer Stelle erhöhte Vorsicht walten lassen (bspw. jährliche FKP).

    Die Quälerei kann und muß der vernünftige Imker vermeiden: Wabenwerk von 3 Tagen wegzunehmen, ist m.E. keine große Quälerei. Daß in Kellerhaft gesetzte Bienen engmaschig (d.h. nicht nur 2 x am Tag) zu überwachen sind und sofort nach Auftreten der ersten herabfallenden Bienen Futter zugänglich gemacht werden muß, ist fachlich als selbstverständlich vorauszusetzen. Wer mehr Prozeßsicherheit will, muß höheren Aufwand treiben, das ist hoffentlich Allen klar.

  • ...natürlich KANN immer was sein. Aber wie groß ist das Risiko und wie groß die Quälerei? Nach drei(!) Tagen gibt es schon Wabenwerk, oder, falls der Schwarm unbekannter Herkunft schon länger unterwegs war, eine Kiste voll verhungerter Bienen. Beides unlustig.


    Wabenwerk von 3 Tagen wegzunehmen, ist m.E. keine große Quälerei. Daß in Kellerhaft gesetzte Bienen engmaschig (d.h. nicht nur 2 x am Tag) zu überwachen sind und sofort nach Auftreten der ersten herabfallenden Bienen Futter zugänglich gemacht werden muß, ist fachlich als selbstverständlich vorauszusetzen.

    Auch meiner Erfahrung nach baut in Schwarm genau eine Woche lang wie verrückt, danach lässt der Bautrieb deutlich nach. Bei einem Kunstschwarm verfliegt die anfängliche ebenfalls vorhanden Baulust sogar noch etwas schneller. Mit den drei Tagen Kellerhaft hast du dann also deine prima Chance auf astreinen Naturbau verschenkt.

    Und verstehe ich dich richtig: Man soll mehrmals täglich in den Keller gehen, um genau dann mit Füttern anzufangen, wenn die ersten verhungerten Bienen auf dem Boden aufschlagen? Falls ja, würde ich vorschlagen, dass du deine Einschätzung von "keine große Quälerei" nochmal überdenkst... :)


    Viele Grüße

    DOMMY

  • Daß in Kellerhaft gesetzte Bienen engmaschig (d.h. nicht nur 2 x am Tag) zu überwachen sind und sofort nach Auftreten der ersten herabfallenden Bienen Futter zugänglich gemacht werden muß, ist fachlich als selbstverständlich vorauszusetzen.

    Wenn die ersten Bienen rieseln, ist die Nummer durch. 2-x mal nachschauen ist keine Option.

    Öhm, ich dachte immer, Kellerhaft wäre auch gut, damit der Schwarm nicht gleich wieder auszieht?!?!

    Das hört man oft. Ist aber falsch. KS ja, Naturschwarm nein. Evtl. eine Nacht, aber selbst das finde ich unnötig.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Man soll mehrmals täglich in den Keller gehen, um genau dann mit Füttern anzufangen, wenn die ersten verhungerten Bienen auf dem Boden aufschlagen?

    Das AFB-Sanierungsverfahren im geschlossenen Kunstschwarm basiert genau auf dieser Methode. Herunterfallende Bienen sind (noch) nicht verhungert, nur kraftlos - vergleichbar durchaus mit Heizerbienen, die auch bis zur totalen körperlichen Erschöpfung arbeiten und dann nicht einmal mehr den Weg zur nächstgelegenen Futterzelle schaffen, sondern von Tankbienen gefüttert werden müssen. Ist die Kontrolle nicht engmaschig genug, verhungern herabgefallene Bienen tatsächlich.

    Wer einmal AFB-Sanierungen (gleich welcher Art) erlebt hat und das damit verbundene Leid mitfühlen konnte, der denkt mglw. anders über die Sinnhaftigkeit von Vor-Sorgemaßnahmen und die Möglichkeiten, die eigene imkerliche Prozeßführung besser abzusichern als Leute, die das nur vom Hören-Sagen oder bestenfalls aus der Theorie kennen.

  • Gut, bei einem Kunstschwarm muss das quasi schon zwangsläufig gemacht werden, damit sich der "Schwarm" als Einheit findet. Da ist normalerweise die Kö auch im Käfig eingehängt.

    Bei einem Naturschwarm ist die Einheit ja schon gegeben.

    Dennoch bin ich der Meinung, dass zu früh eingeschlagene Schwärme bei Nichtgefallen wieder ausziehen. Und das nur, weil sie entsprechend volle Honigmägen haben. Die Kellerhaft soll dem entgegen wirken, damit die Honigmägen nicht mehr komplett gefüllt sind.

    Bitte klärt mich auf, falls das Quatsch ist. Einen Schwarm lasse ich nur so lange in Kellerhaft wie nötig! Gerne auch nur eine Nacht, etc. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass die beste Zeit, einen Schwarm einzuschlagen, abends ist.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Moin,


    ich möchte Dich bestärken in dem was Du so vorhast. Ich habe ja auch mein erstes Völkchen voriges Jahr erhalten und viel gelernt. Entscheidend ist allerdings die Qualität des Ablegers, Kunstschwarms oder was auch immer...


    Daher nimm Dir lieber die paar Wochen Zeit alle möglichen Bücher zu lesen, Den Stand vorzubereiten und dann von einem "seriösem" Imker ein paar Ableger oder Kunstschwärme zu kaufen. Ei seriöser Imker wird Dir immer seine Hilfe anbieten und mit Rat und Tat zur Seite stehen und das, glaube mir, ist echt Gold wert.


    Es gibt bestimmt ein Verein bei Dir. Viel Spass!

  • beim Selbstschwärmen sind die Bienen im Neubau-Modus und tanken vor dem Start, beim Kunstschwarm werden sie durch mindestens einen Tag ohne Waben in diesen Modus gebracht und die Gemeinschaft hergestellt. Da Kunstschwarmbienen nicht bis Oberkante vollgetankt sind, füttere ich Flüssig oder Futterteigklumpen + Wassersprühen auf den Korb. Da im Frühjahr beprobt wird, ist auch keine AFB-Sanierung nötig.

    Bei einem fremden, frischen Schwarm erst nach 3 Tagen füttern, Dunkelhaft ist aber nicht notwendig. Wenn sie beim Einfangen schon gestochen haben, war der Vorrat schon verbraucht. Absperrgitter länger als ein Tag ist kontraproduktiv, wenn Königin noch unbegattet ist.

    Ich mache die ersten Kunstschwärme mit der Rapshonigernte.