[Fragen eines Anfängers] Kunstschwarm erwerben, einlogieren und starten

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    Hallo Forumsgemeinde!


    Es ist soweit - mein erster Forenbeitrag.


    Kurz zu mir: 26 Jahre jung, Neuimker mit absolvierten Kurs und örtlicher IV Mitgliedschaft. Habe mich bereits seit dem letzten Jahr im Mai intensiv mit der Theorie befasst (Literatur, Videos etc. etc.).


    Nun ist es soweit - die ersten eigenen Völker sollen kommen. System: Dadant nach Br. Adam mit (später) 10er HR.

    Standorte sind da, Ausrüstung auch entsprechend, Rähmchen sind gelötet etc. - fehlen also noch die Bienen.


    Ein Imker aus der Nähe möchte mir zwei Völker in Form von Kunstschwärmen verkaufen.

    Auf meine Frage zum "wann" hieß es evtl. am Wochenende, sofern es warm wird und mal wieder Flugwetter ist. Ansonsten waren wir noch bis Anfang April.

    Entsprechende Futterzarge kommt auf den BR.


    "Wir möchten den Umzug für die Bienen möglichst stressfrei gestalten. Daher schlagen wir folgendes vor: Wir logieren die Beuten gemeinsam um und lassen sie noch ein paar Tage vor Ort stehen, damit sie aus der gewohnten Umgebung zunächst weiter eintragen und das neue Heim ausbauen können"


    Nun frage ich mich, geht das mit dem Ausbau tatsächlich so sehr fix? Findet ihr das ganze praktikabel?


    Ich würde mich über ein paar kurze Rückmeldungen sehr freuen.


    Summende Grüße!

    Sascha

  • Sorry, aber klingt für mich als möchte der Völker mit Brutwaben verstärken und bei Dir die Winterbienen loswerden...???

    Würde mit der Kunstschwarmgeschichte warten bis zur Schwarmzeit (Schröpfen) oder bis zur Sommerhonigernte...

  • Also bei der Wetterlage bauen die nix. Überweis das Geld lieber mir. Bekommst auch nix dafür, aber ich bin wenigstens ehrlich.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Sascha,


    willkommen hier!


    Ja, einen so frühen Kunstschwarm halte ich auch für "ungewöhnlich". Es könnte schon klappen, aber die Bienen sind jetzt (vor der Durchlenzung) wirklich noch sehr sensibel. Ob die es dann schaffen wirklich die Kiste halbwegs auszubauen würde ich bezweifeln, habe es aber auch noch nie probiert.

    Warum dein Kollege das so vorgschlagen hat weiß ich auch nicht... Vielleicht ist ja an der Vermutung vom Beekloppten etwas dran.

    Oder will er nur das fehlende Gesundheitszeugnis damit umgehen?


    Gruß Jörg

  • Spannend!

    Wieso jetzt Kunstschwarm?
    Woher hat der Imker zu dieser Jahreszeit die Kö?

    Aus nem Mini-Plus? Dann ist es kein Kunstschwarm?

    Einzeln kann er die Kö kaum gehalten haben.

    Zu dieser Jahreszeit würde ich nur ausgewinterte Bienen kaufen, also einen Ableger oder Wirtschaftsvolk aus dem letzten Jahr, oder bis Mai warten und Ableger machen oder machen lassen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Moin Sascha,

    ich kann nachvollziehen wie es ist, wenn man die ersten Bienen sein Eigen nennen möchte.


    Ich empfehle Dir aber, fang mit Ablegervölkchen von einem Imker Deines Vertrauens an. Diese sitzen dann auf 4-6 Waben, haben eine Königin, welche bereits in Eilage ist und Du kannst im ersten Bienenjahr mit und an Deinem Ablegervolk völlig entspannt wachsen. Ablegervölker werden im allgemeinen nach der ersten Honigernte zu erhalten sein.

    Im ersten Bienenjahr, wird vieles auf Dich zukommen, was vielleicht sich anders zeigt als im Kurs gelernt wurde. Auch ist man sich nicht immer sicher, das was man an und bei den Bienen sieht, alles richtig zu deuten und dementsprechend richtig zu handeln. Bei einem Ablegervolk, welches kleinere Fehler des Imkers schon mal verzeiht, kannst Du selber wachsen. Gescheite Varroa Behandlungen durchführen und die Bienen füttern.

    Für das nächste Jahr kannst Du dann die Honigernte zu Deinem bisherigen Erfahrungen dazu nehmen, nachdem Deine Bienen den Winter überstanden haben.
    Alles andere kann zu herben Enttäuschungen führen und wird die eigene Unsicherheit nur vergrößern.
    Ich wünsche Dir mit Deinen ersten eigenen Bienen viel Glück und viel Spaß


    Bernhard

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Im Gegensatz zui meinem Vorredner muss ich wiedersprechen, mach es so ähnlich wie geplannt und fan nicht mit einem Ableger an.

    Der Kunstschwarm ist schon der richtige We, recht muss man aber meinen Vorrednern geben: für einen Kunstschwarm ist es noch zu früh.

    Das was du jetzt bekommst sidn die Winterbienen, die gerade angefangen haben das Volk aufzubauen, die leben nicht ,ehr allzu lange.

    Das Angebot deines Pantens hört sich für mich so an:
    Ich habe schwache Völker, di will ich mit Brutwaben verstärken. Also Beute zur Seite und deine Beute dahin. Dann nehme ich alle Brutwaben raus und (alles?) wird in deine Beute gefegt/fliegt zurück).
    Damit hast du einen kombinierten Fegling/Flugling auf Mittelwänden. Das kommt einem Kunstschwarm schon sehr nahe, und geht durchaus so.

    Er behält die Brutwaben und gibt die in seine Völker.

    Von der Idde schon gut.

    Wenn ihr es so machen wollt, würde ich bis Mitte April warten, dann geht das. Vorraussetzung dafür muss aber sein, das dass Volk, aus dem ihr dein Volk bildet, mehr als eine Zarge im Normaler Höher gut besetzt, besetzt es wenier als eine Zare, verkauft er dir einen Schwächling und der Bringt dich nicht weiter.

    Das Volk wirst du dann für zwei Wochen Füttern müssen, dann beginnt die Frühtracht, die wird das Volk brauchen um den das Volk auf eine gute Stärke zu bringen. Im Sommer wirst du von dem Volk auch Honig ernten können.
    Wenn der Preis stimmt, kann man es also machen, ich würde aber eine Grenze bei max. 100€ für so eine Aktion ansetzen (bei einem Völkerpreis einzargig von 150€ jetzt(. Wichtig aber wie gesagt nicht vor dem 13-15 April dieses Jahres, sonst wird das Volk nur so vor sich hin krüppeln und ist erst im August Trachtreif.
    Da du aber auch Anfänger bist, musst du dann daran denken, an den Völkern wird vor Juli nicht zu tun sein, ausser zu Füttern, insbesondere nur eine Durchsicht eine Woche nach dem Umstellen zu dir, ob die Königin lebt, und dann Deckel zu. Für eine Kontrolle brauchst du nur eine Wage, nur Füttern bis du 10 kg unter dem WIntergewicht bist.

  • Danke für Eure schnellen und ehrlichen Antworten. Eine Nachfrage beim Veterinäramt ergab keine Auffälligkeiten. Gewundert hat es mich auch, gibt es ja sonst ab Mai erst Kunstschwärme.

    Also lieber Finger weg...danke für Eure Tipps.

  • Danke für Eure schnellen und ehrlichen Antworten. Eine Nachfrage beim Veterinäramt ergab keine Auffälligkeiten. Gewundert hat es mich auch, gibt es ja sonst ab Mai erst Kunstschwärme.

    Also lieber Finger weg...danke für Eure Tipps.

    Super! Das ist die richtige Entscheidung! Übrigens: Von den Imkern im Imkerverein wird immer mal wieder bei einem ein Naturschwarm fallen. Statt mit einem Ableger kannst Du auch mit einem solchen Schwarm starten. Das hat mehrere Vorteile: Du kannst mit Deinem System starten, nach drei Tagen Kellerhaft ist ein Schwarm viele Krankheitserreger los und ein (Vor-) Schwarm geht in den ersten drei Wochen ab, dass es nur so eine Freude ist. Ich würde im Verein platzieren, dass Du an einem Naturschwarm interessiert bist. Habe letztes Jahr meinen Völkerbestand auf diese Weise mit zwei sehr schönen, grossen Schwärmen vermehrt, die mir viel Freude bereitet haben.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Von den Imkern im Imkerverein wird immer mal wieder bei einem ein Naturschwarm fallen. (...) nach drei Tagen Kellerhaft ist ein Schwarm viele Krankheitserreger los.

    Keine Kellerhaft bei Naturschwärmen, außer ggf. in echten Faulbrutbebieten. Prophylaktisch macht man das nicht, das ist Quatsch (und Quälerei). Ein Schwarm wird sofort oder abends am gleichen Tag eingeschlagen.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Von den Imkern im Imkerverein wird immer mal wieder bei einem ein Naturschwarm fallen. (...) nach drei Tagen Kellerhaft ist ein Schwarm viele Krankheitserreger los.

    Keine Kellerhaft bei Naturschwärmen, außer ggf. in echten Faulbrutbebieten. Prophylaktisch macht man das nicht, das ist Quatsch (und Quälerei). Ein Schwarm wird sofort oder abends am gleichen Tag eingeschlagen.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Am besten auf Anfangsstreifen. Den Blick in die Beute nach einer Woche vergisst man als Anfänger nie mehr. Faszination pur!

  • Von den Imkern im Imkerverein wird immer mal wieder bei einem ein Naturschwarm fallen. (...) nach drei Tagen Kellerhaft ist ein Schwarm viele Krankheitserreger los.

    Keine Kellerhaft bei Naturschwärmen, außer ggf. in echten Faulbrutbebieten. Prophylaktisch macht man das nicht, das ist Quatsch (und Quälerei). Ein Schwarm wird sofort oder abends am gleichen Tag eingeschlagen.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Okay. Wieder was gelernt. Wurde mir damals so weitergegeben, d.h. ich habe die Schwärme (nach der Kellerhaft) geholt und gleich eingeschlagen bzw. einlaufen lassen.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Keine Kellerhaft bei Naturschwärmen, außer ggf. in echten Faulbrutbebieten. Prophylaktisch macht man das nicht...

    So plakativ ist das echte Leben nicht. Es gibt durchaus ernstzunehmende Stimmen, die genau solche Prophylaxe anraten - nicht nur in "echten Faulbrutgebieten" (wie definiert man so etwas?), sondern bei jedem Schwarm unbekannter Herkunft. Dieser Rat wird nicht wegen nachgewiesener hoher Infektionsgefahr gegeben, sondern im Interesse der eigenen Prozeßsicherheit - gerade weil eben Keiner wirklich einschätzen kann, wie hoch das AFB-Risiko wirklich ist.

  • Wer sagt das denn? Und in welchem Kontext? Anfangsstreifen und gut is. -natürlich KANN immer was sein. Aber wie groß ist das Risiko und wie groß die Quälerei? Nach drei(!) Tagen gibt es schon Wabenwerk, oder, falls der Schwarm unbekannter Herkunft schon länger unterwegs war, eine Kiste voll verhungerter Bienen. Beides unlustig. Wenn in meiner Umgebung keine Faulbrut grassiert, kommen die Bienen am Tag des einsammelns in die neue Kiste, max. am nächsten Morgen.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife