Wie spät im Jahr kann ich noch mit der Imkerei starten....

  • Hallo Bienerich,


    du machst dieses Jahr einen Kurs und kannst nach deinen Beiträgen einen Ableger übernehmen...dann mach das!

    Was du brauchst, ist für dieses Jahr überschaubar:

    Smoker, Schleier, Stockmeisel ggf. Handschuhe - macht vielleicht auch für den Anfänger-Kurs Sinn. Da kannst du auch direkt Kontakte knüpfen und vielleicht das ein oder andere gemeinsam kaufen.

    1 Beute mit 3 Zargen, 10-20 Rähmchen mit MW, Zucker und eine Futtermöglichkeit.

    MS/AS ggf. Verdunster, oder ein paar Schwammtücher, OS.

    Wenn man das zusammenzählt und einigermaßen gescheid kauft, bist du mit ca. 300€ dabei, deren Ausgaben sich zur Not auch noch zeitlich flexibilisieren lassen. Jetzt die Schutzausrüstung, Smoker und Stockmeisel, im Mai Boden, Zarge, Rähmchen, Deckel, Juni nochmal Zarge Rähmchen...usw.

    Den Erntekram kann man sich vielleicht auch über den Verein leihen, wäre aber eh nur was fürs nächste Jahr. Hier machen als Kleinimker auch Kooperationen Sinn und Kontakte sind Gold wert.


    Wenn der Kurs hält was er verspricht und du es entsprechend umsetzt, hast du nächstes Jahr ein Wirtschaftsvolk, was sonst ca. 150€ kostet. Für das so gesparte Geld, kannst du dir eine zweite Beute und entsprechende Rähmchen anschaffen.
    Was nützt dir ein Kurs, wenn du erst 1-2 Jahre später das erlernte praktisch umsetzen kannst und musst? Da ist das meiste schon wieder weg aus dem Gedächtnis.


    Wenn du aber an dem Punkt bist, dass die 300, vielleicht 400€ den Finanzrahmen der nächsten Monate sprengen, dann lass es ganz. Irgendwann brauchst du eine Schleuder und entsprechendes Zubehör, mehr Beuten/Zargen/Rähmchen/Wachs/usw. und da bist du schnell bei Kosten von 2000€ im Jahr. Unvorhersehbare Ausgaben und Verdiensteinbußen treten immer wieder auf. Und glaube mir, dass hört erstmal nicht auf.

    Waschmaschine kaputt, Auto braucht TÜV, Aufträge bleiben aus,...aber die Bienen arbeiten streng saisonal - da gibts kein Aufschieben. Der Schwarm hängt im Baum, Ableger sollten gebildet werden, AS muss jetzt sein.

    In meinem ersten Jahr hab ich inkl. 2 Ableger etwa 700€ ausgegeben...im Folgejahr kanpp 2500€ mit Schleuder, Entdeckelungsgeschirr usw. Langsam wachsen und entsprechende Kontakte und Kooperationen können aber auch die Finanzsituation entspannen.

    Mit einem einzelnen Ableger, kannst du dich langsam an die Imkerei herantasten, siehst ein Volk wachsen, bekommst vielleicht ein Gespür für die Bienen und erfährst, wo für Dich die Reise hingehen kann.

    Nächstes Jahr ist das alles aus dem Kurs weit weg.

  • Klar, die Honigerntesachen brauch ich erst im zweiten Jahr und man kann sich einiges erst mal vom verein leihen, aber die Liste der unbedingt nötigen Sachen, die ich mir gemacht habe, steht bereits bei 900 Euro. Ich könnte natürlich ein Volk Carnica auf Zander aus dem Kurs mitnehmen, aber ich habe mich für Buckfast auf Dadant entschieden, und da eigentlich alle Imker sagen, dass man unter zwei Völkern gar nicht anzufangen braucht, will ich zwei kaufen.....vernünftige Beuten komplett 250 plus Material für höhenverstellbaren Beutenbock (hab ein etwas schiefes Stellplätzchen), zwei Völker mit Queens 200 macht schon allein fast 500 ) plus MW, Rähmchen, Schutzkleidung und jede Menge Kleinzeug macht 900 Euro.


    Aber du hast natürlich recht, wenn Du sagst, dass es schade wäre, Kenntnisse erst in 1 Jahr anzuwenden. Vielleicht kommt ja noch ein Geldsegen...oder gibt`s hier im Forum einen reichen Imker, der mich sponsorn will ? ^^


    Gruß vom Alex

  • Moint,

    Du kannst doch erst einmal das Carnica auf Zander aus dem Kurs mitnehmen und später auf Dadant um logieren. Somit sparst du schon einmal nen paar Euronen.

    Beute komplett inkl. Rähmchen bekommt man schon für 125 € da sind dann auch schon die HR inkl. Rähmchen und und und bei. Also brauchst du noch nen Smoker, Kleidung, Rauchzeig Stockmeißel, Besen MW und das war es dann aber auch schon. im Aug. Sep. kommt dann noch Futter und Varroabeahndlung dabei und fertig.
    Mein Rechnung dazu würde so aussehen:
    Beute Dadant US komplett 125 €

    • Varroa-Unterboden mit Edelstahl Drahtgitter
    • Varroaschublade und Fluglochkeil
    • 1 Brutraum Zarge mit 12 Rähmchen, gedrahtet und geöst mit Edelstahldraht
    • 2 Halbzargen mit 24 Rähmchen, gedrahtet und geöst mit Edelstahldraht
    • Trennschied, Absperrgitter in Holzrahmen
    • Innedeckel Holz ,Höhe cca 3 cm, mit Isolierung, als Auflage auf die obere Zarge, mit Antirutschleiste. Keine weitere Isolierung nötig.
    • Trageschienen in Brutraum und Metallrechen in Honig Zargen
    • Rähmchen sind aus Lindenholz oder Kiefer
    • Konische Blechdeckel Höhe cca 7 cm, verzinktes Blech, punktgeschweißt, übergreifend über Innendeckel und obere Zarge

    Smoker 40 €

    Kleidung 40 €

    Stockmeißel 10 €

    Besen 10 €

    Rauchmittel 10 €

    MW BR 20 €

    Futter 20 €

    Varroamittel 15 €

    September kannst du dann auf Buckfast umweiseln also nochmal 40 € für ne Königin und dann bis ich bei knapp 350 €

    Natürlich kann ich mir auch die Edelausrüstung kaufen da komme ich dann auch recht schnell auf mehr.
    Das ist für den Einstieg eine überschaubare Menge an Scheinen für das nächste Jahr kommt dann Beute, MW dazu und du baust die vom überwinterterten Volk nen Ableger und schwup sind wa bei 2 usw.

    Gruß Martin

  • .... bereits bei 900 Euro. Ich könnte natürlich ein Volk Carnica auf Zander aus dem Kurs mitnehmen, aber ich habe mich für Buckfast auf Dadant entschieden ....

    Ja richtig, aber wie wir in einem anderen Thread gesehen haben, gäbe es eine Möglichkeit über eine Universalbeute mit Zander / DNM / Dadant gleichzeitig arbeiten zu können.


    Du kaufst dir zuzusagen ein Universalmagazin mit Boden, Deckel , einer Zander- , einer Dadantzarge. Dazu Dadanträhmchen und DD-Mittelwänden, bei allem Überfluß evt. noch eine Futterzarge.

    Geschätzt würde ich sagen 170-200€.

    Im nächsten Jahr oder am Ende des laufenden Jahres kannst du dann mit einer neu zugekauften begatteten Buckfast Königin (35€) umweiseln.

    Wenn die Bienen beginnen den DD-Brutraum auszubauen und die Königin auf den DD-Waben stiftet, würde ich den ZanderBR über ein ASG auf den DD-BR aufsetzten und die noch vorhandene Brut auslaufen lassen.

    Danach kannst den ZanderBR wegnehmen und im nächsten Jahr als HR benutzen.


    Damit kämst du ohne Schutzausrüstung bei 170 bis max. 235€ hin und hast ein Jahr lang schon Erfahrungen im Imkern gesammelt, um dann im nächsten Jahr mit Ablegerbeildung weiter machen zu können.

    Zukauf einer weiteren Buckfastkönigin zusammen mit einer Ablegerbildung aus deinem überwintertem Volk im Juni und schwups sind es 2.

    Da du im Idealfall keine Völker kaufen musst, kannst du das Geld im 2. Jahr für weiteres Beutenmaterial ausgeben. (Hier nicht sparen, die Bienenbeuten vermehren sich merkwürdigerweise extrem). Manchmal schwirrt auch noch ein Schwarm daher und zack hast du dann auf einmal 3 oder 4 ..... Völker.


    Oft kann man im Verein auch schleudern, oder sich beim Imkerpaten in den ersten 1-2 Jahren mit einbringen, sodass ab Jahr 3/4 dann eine größere Investition für die ganze Edelstahlerzeugnisse anstehen könnte, die Imker meint so zu brauchen.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Hallo Bienerich,


    lerne von den Bergsteigern: Die fragen nicht: Was könnte ich noch gebrauchen? Sondern: Was kann ich noch weglassen?

    Z.B.:

    - Beutenbock läßt sich einfach aus Abfallmaterialien herstellen: 4 x 1m-Stücke aus Stahlwasserrohren (3/4", 1/2" auch geeignet) lotrecht in den Boden schlagen (Fadenlot an einem (Ski-)Stock nahe daneben hängen) -> 2 x 1m-Balkenstücke aus dem Baustellenabfall waagrecht auf die Rohrenden legen, ggf. kräftige Schrauben/Nägel in die Rohrenden hineinragen lassen + mit Lattenkreuz gegen Verrutschen sichern. Reicht für 2 Beuten, die man bequem von hinten oder seitlich bearbeiten kann.

    - Innendeckel: Die käuflichen sind ohnehin zu niedrig -> von Sperrmüll passende Holzschublade oder selber aus Abfallbrettstücken zusammenschrauben -> Da paßt im Winter mehr Dämmmaterial rein und bei anderen imkerlichen Maßnahmen kann dieser Deckel umgedreht als Leerraum dienen.

    - Blechdeckel: Sind zwar sehr praktisch. Aber wenn es gerade pressiert und gar nix anderes mehr da ist, habe ich auch schon ausgediente Wahlplakate, Möbelglastüren u.ä. wasserdichte Abdeckungen auf Beuten gesehen.

    - Schutzkleidung: Je nach Deinem Hauptberuf/Publikumskontakt: Allenfalls Schlüpfschleier. Wenn Du partout im Sonntagsstaat an den Bienen arbeiten mußt: Einwegoverall bedingt spritzdicht (ca. 2,-) - hält etwa eine Saison, wenn Du damit nicht gerade durch Dornenhecken kriechst. Handschuhe: unbedingt weglassen, Du willst ja lernen von den Bienen (das rate ich langfristig und meine es ernst!).

    - Bienenvölker: Nimm das Vereinsangebot an. Warum auf Dadant nur Buckfast, aber keine Carnica gedeihen sollen, erschließt sich nur Rasseideologen. Der Rat, nicht nur mit 1 Volk zu imkern, ist richtig. Aber man kann im ersten Jahr durchaus mit nur 1 Volk beginnen. Wenn sich das gut entwickelt, auch einen Ableger machen. Das gehört ohnehin zum Grundwissen und zur guten Arbeitspraxis. Schon hast Du im 1. Jahr mindestens 2 Völker.

    - Kleinzeug: Stockmeißel, Smoker, mehr brauchst Du erst einmal nicht. Bienen lassen sich (bei wenigen Völkern) ohnehin viel schonender uund effektiver abschlagen als abkehren. Wenn Du unbedingt noch einen Besen willst -> Nimm eine schöne Schwanen- oder Gänsefeder, aber laß die Tiere leben... Smokermaterial JETZT besorgen, wenn die Gärtner ihre Lavendelhecken stutzen.

    - Rähmchen kann man für ca. 2/3 des Fertigpreises auch in Teilen erwerben und dann selbst zusammenbauen -> Das erhöht das persönliche Verständnis für die Preise im Imkerhandel und kann eine bessere Qualität zeitigen (Edelstahlösen, Drahtspannung fest statt lose, Nagelung quer zu den Haupbelastungsvektoren mit Edelstahlnägeln oder Holz-Zahnstochern - je nach Vorliebe usw.)

    - Fütterer: Lebensmittel-Plastikgefäß (Deckel mit ca. 2mm-Bohrungen lochen) läßt sich mit Futtersirup füllen und umgekehrt den Bienen aufsetzen. Ganz elegant: Nicht direkt auf die Rähmchen, sondern auf das Loch der Bienenflucht.


    Du wirst merken, wie unnötig mancher Kaufwunsch war/ist, v.a. die Wünsche am theoretischen Anfang ohne eigene Praxiserfahrung.


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried


    p.s.: Ansonsten kann ich ChrisausEssen #16 nur zustimmen!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • Boah...mir schwärmt der Kopf ;-)


    vielen Dank, dass ihr Euch so ne Mühe macht. Inzwischen tendiere ich doch wieder zur "ich starte doch noch dieses Jahr"-Variante. Hatte mir kurzzeitig überlegt, als Kompromiss im September ein winterfertiges Volk zu besorgen und bis dahin die Sachen zu besorgen....aber jetzt ist der Kampfgeist erwacht und ich versuchs doch vielleicht schon vor dem Sommerurlaub...


    Gruß vom Alex

  • Zum winterfertigen Volk gibt es eher Ab- statt Zuraten. Lies mal einiges Threads dazu.


    Mir persönlich würde der Bezug zum Volk fehlen, in der Art, wie damit bis dahin gewirtschaftet wurde. Nachher stellst es bei dir auf und zack im November ist schon finish.

    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Da würde ich dann auch lieber nur Basisausrüstung (Stockmeißel, Schleier, Smoker) kaufen, eine (Dadant-) Beute mit Rähmchen für einen Brutraum (max. 150€) und einen Ableger/Kunstschwarm (100€). Damit kommst du beim Füttern mit einem Eimer in den Honigraumzargen auch für unter 500€ weg und hast noch was von den Bienen in diesem Jahr sowie ein ordentliches Volk, wenn du richtig einwinterst im nächsten Jahr. Dann kannst du dein Material im Winter aufstocken und nächstes Jahr mit zukaufen erweitern oder selbst vermehren.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Boah...mir schwärmt der Kopf ;-)


    vielen Dank, dass ihr Euch so ne Mühe macht. Inzwischen tendiere ich doch wieder zur "ich starte doch noch dieses Jahr"-Variante. Hatte mir kurzzeitig überlegt, als Kompromiss im September ein winterfertiges Volk zu besorgen und bis dahin die Sachen zu besorgen....aber jetzt ist der Kampfgeist erwacht und ich versuchs doch vielleicht schon vor dem Sommerurlaub...


    Gruß vom Alex

    Und suche schon mal einen erfahrenen Imker in deiner Nähe, der dir mit zur Seite steht.

    Ich weiß nicht, wann dein Sommerurlaub ist. Aber ein gutes Konzept zur Varroabehandlung möchtest du dir schon überlegen/auswählen. Nicht das du zu spät dran bist.

    Aber wenn du dran bleibst, wird das schon.

    Ich hatte auch viel Kopfschwirren, aber die Erfahrung kommt erst mit den Bienen -> also anfangen!!

  • Boah...mir schwärmt der Kopf ;-)


    vielen Dank, dass ihr Euch so ne Mühe macht. Inzwischen tendiere ich doch wieder zur "ich starte doch noch dieses Jahr"-Variante. Hatte mir kurzzeitig überlegt, als Kompromiss im September ein winterfertiges Volk zu besorgen und bis dahin die Sachen zu besorgen....aber jetzt ist der Kampfgeist erwacht und ich versuchs doch vielleicht schon vor dem Sommerurlaub...


    Gruß vom Alex

    Ich stosse nun doch auch noch in dasselbe Horn wie schon einige vor mir: Der «Kompromiss» ist jene Variante, die Du auf keinen Fall wählen solltest. Da bekommst Du ein Volk, von dem Du rein gar nichts weisst, kannst nur noch einige Tage lang etwas von aussen zuschauen, wie die Bienen fliegen, und musst dann viele bange Wochen warten, bis Du die Gewissheit hast, dass sie den Winter auch tatsächlich überlebt haben. Scheitert die Überwinterung, bist Du der Dumme. Zudem hast Du dann Geld verschenkt und nicht mal was davon gehabt. Und noch was: Wenn Du nur ein Volk hast und dieses dann verlierst, dann erleidet die Motivation einen grossen Dämpfer. Da braucht es dann noch mehr Kampfgeist, um nochmals «bei Null» anzufangen.


    Die Imkerei kannst Du wirklich mit geringen Ausgaben starten, aber wenn Du dranbleibst, werden das zweite und das dritte Jahr richtig teuer. ;) Die Honigernte ist übrigens auch mit zwei lebensmittelechten Kunststoffeimern und einem Seihtuch möglich, aber dabei wird das Wabenwerk zerstört. Ist fürs erste Jahr allerdings unschlagbar günstig. Aber Gläser brauchst Du natürlich.


    Viel Spass! :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Danke, nochmal. Ich hab jetzt auch nochmals gegooglet und bin bei auch bei 500 Euro gelandet. Schleuder und Co. brauch ich im ersten Jahr sowieso nicht, und wenn, hat der Imkerverein einen. Dan Rest ktieg ich gestemmt. In den Urlaub fahren wir übrigens von 27.7. bis 9.8. Da sollte es möglich sein, die nötigen Arbeiten drumherum zu organisieren.


    Gruß vom Alex