Wie spät im Jahr kann ich noch mit der Imkerei starten....

  • Hallo zusammen,


    da unser Urlaub doch etwas unser Budget aufzufressen droht ;-) muss ich meinen Einstieg in die Imkerei vom Juli deutlich weiter nach hinten ins Jahr verschieben. Welche Möglichkeiten gibt es, ggf. noch im Herbst zu beginnen, oder macht es dann Sinn, gleich bis zum darauffolgenden Jahr zu warten ?


    Vorab schon mal vielen Dank für Eure Ratschläge....


    Alex

  • Warte besser bis zum nächsten Jahr. Im Herbst trägst du das Risiko des Überwinterns, außerdem ist einfach nicht viel zu tun zwischen Herbst bis Frühjahr.

    Such dir im lokalen Imkerverein jemanden den du dieses Jahr begleiten kannst, vielleicht könnt ihr auch zusammen Ableger machen von denen du dann nächstes Frühjahr zwei, drei übernimmst.

  • Beginnen kannst du natürlich immer, solange die Temperaturen einen Transport zulassen...Die Frage ist doch eher, ob es für dich noch was bringt.


    Wenn du mit einem gegen Varroa behandelten Ableger/Kunstschwarm im Früh-Sommer beginnst, kannst du die weitere Entwicklung mitverfolgen, dich an die eigenen Bienen gewöhnen, Futter geben/kontrollieren und weiteren Einwinterungsarbeiten machen.


    Wenn du erst im September beginnst, muss du ein (fast) winterfertiges Volk kaufen. Das ist eingefüttert, behandelt... damit schwer zu tragen und außer an den Flugtagen das Flugloch ansehen wirst du wenig machen können bis zur Restentmilbung im Dezember.

    Da kannst du vermutlich auch erst im April ein Volk kaufen oder mit einem Ableger/Kunstschwarm ein Jahr später beginnen. Dann sparst du dir das Überwinterungsrisiko und bei einem Volk macht der Preisunterschied zwischen winterfertig und ausgewintert wohl auch nicht viel aus. Wenn du das im Herbst schon mit einem Imker ausmachst, wirst du im Frühjahr auch ziemlich sicher eines bekommen - das Risiko für den Totalverlust dort ist geringer als bei einem Volk bei dir.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Habe gerade auf YouTube ein Video gesehen welches die Kosten, finde ich, Recht gut darstellt. Die Posten wie Honigverarbeitung uns Wachsschmelzer kann man sich ausleihen umgehen, aber unangesprochen bleibe der Platzbedarf. Revaltiv schnell ist eine Garage voll.

  • Lieber Uwe,


    keine Sorge, ich bin nicht so naiv, zu glauben, mit wenigen Hundert Euronen ist es getan. Nur sprudeln manchmal im Jahresverlauf Geldquellen eben nicht wie erhofft oder andere Dinge werden teurer als geplant....


    Gruß vom Alex

  • Hallo Bienerich,


    Nutze die Zeit, ein paar gute Bücher zu lesen.

    Ferner kann man mit ein wenig handwerklich Geschick seine Beuten selber herstellen. Fichte/Tanne Bretter gibt es in jedem Baumarkt. Allen Unkenrufen zum trotz halten die Beuten und kosten nur die Hälfte. Wichtig ist das man wasserfesten Leim und vernünftige Schrauben verwendet. Die Schraubenlöcher müssen vorgebohrt werden und gut gestrichen werden. Ansonsten Kontakte knüpfen. Mein Imkervater ist mit mir zum Fachhandel gefahren. Da braucht man keine 400 Euro ausgeben. Viele Vereine verfügen über Leihgerät was man nutzen kann. Allerdings kostet Imkern Zeit und Geld. Das sollte man nicht vergessen.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Das ist alles sehr lieb gemeint, aber euren Antworten entnehme ich ein wenig, dass ihr denkt dass mein Problem das Geld ist.... mein Problem ist aber nur, dass ich das nötige Geld nicht zum passenden Zeitpunkt parat habe....8o und ich habe verstanden, dass es nicht mehr viel Sinn macht, sich im Oktober noch Bienen zuzulegen. Ich werd mich wohl bis nächstes Jahr gedulden und in meinen vielen Imkerbüchern schwelgen müssen. Ausserdem geht am Donnerstag mein Kurs los.... das wird Klasse..!


    Gruß an Alle vom Alex

  • Hallo Bienerich, wir sind im August mit einem Ableger DNM gestartet. Der kam aus einer HBB und wurde auf 12 Rähmchen DNM überwintert. Hat super gut funktioniert. Nun haben wir 3 Wirtschaftsvölker und 2 Ableger. LG

    "Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen" Lucius Annaeus Seneca

  • Also nur mal für alle Mitleser, die auch später diesen Beitrag hier mit der Suchfunktion finden...


    Beim Beginn mit Ablegern sollte man für jeden Ableger eine komplette Beute haben (spontane Schwärme sind eher nicht zu erwarten, aber Honigräume, Absperrgitter usw. braucht man nächstes Jahr eh, also gleich mitkaufen). Kosten je nach System, Anbieter usw. ca. 150 Euro je Stück bis es wirklich komplett ist.

    Zudem braucht man Rähmchen für die Bruträume zum Auffüllen/Erweitern und Mittelwände dafür (ich würde als Anfänger eher nicht mit Naturbau starten), kostet euch je Beute auch noch einmal ca. 50 Euro.

    Zudem eine Füttermöglichkeit (extra Fütterer, leere Zarge mit Futtereimer, Futtertasche und Futter) also je nach System und Futter auch noch 20 - 150 Euro je Ableger.

    Dann solltet ihr noch Geld für die Winterbehandlung haben und eine Herbstbehandlung machen können. Auch nochmal 20 € je Volk.


    => Mit 250 - 350€ Material je Ableger muss man im Anfangsjahr rechnen. Dazu noch einmalig 150€ für die persönliche Schutzausrüstung, Arbeitsgeräte usw.

    Das macht bei 2 Ablegern zu 100€ und dem Material dazu dann insgesamt etwa 1000€, weil man meistens noch irgendwas zusätzlich kauft eher mehr.


    Im nächsten Jahr sollte man dann mindestens eine oder besser zwei zusätzliche Beuten haben, um bei Schwärmen oder starker Schwarmneigung handeln zu können. Man braucht auch weitere Rähmchen und Mittelwände für die noch leeren Beutenteile vom Vorjahr und die neuen Teile. Außerdem sollte man dann Rähmchen ausschmelzen und Honig schleudern können. Man kann auch im Verein oder bei Kollegen schleudern, aber zumindest Eimer und Gläser muss man selbst haben. Das sind dann nochmal etwa 1500€ ohne Honigschleuder und andere Honigernte-Teile.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)