• Möglicherweise haben auch andere das Problem, dass feine Strukturen wie z.B. Stifte in dunklen Zellen schlecht zu sehen sind.

    Ich habe bisher an den Bienen mit einer Gleitsichtbrille gearbeitet. Die Inspektion der Waben gestaltete sich als sehr anstrengend und Stifte und jüngste Brut waren kaum zu erkennen. Mit einer Lesebrille konnte ich aber die Strukturen gut sehen, jedoch war auch damit das Arbeiten nicht möglich, da die geöffnete Beute vor den Augen verschwamm. Es fiel mir aber auf, dass schwarze Schrift auf weißem Grund mit der Lesebrille viel kontrastreicher war als mit der Gleitsichtbrille. Mit der Lesebrille war der Kontrast knallig, mit der Gleitsichtbrille eher grau in grau.

    Deshalb bestellte ich ein Bifokalbrille mit den Scharf-Entfernungen 25cm/100cm. Erste Versuche mit der neuen Brille zeigten, dass das Problem gelöst war. Ich konnte jetzt die Einzelheiten der Bienenwabe kontrastreich gut sehen, kein Vergleich mit der Gleitsichtbrille. Auch ist das flächige Sehen auf der Wabe viel besser, die Königin war dadurch viel leichter zu finden.

    Fazit: So schön, wie eine Gleitsichtbrille für den Alltag geeignet ist - für die Imkerei ist sie unpraktisch. Eine Bifokalbrille mit den Entfernungen 25cm/100cm ist viel besser geeignet.

    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,

    danke für die Info.

    Auch ich kämpfe seit längerem mit den Problemen der Gleitsichtbrille am Bienenstand bzw. bei der Arbeit an den Bienen.

    Die Frage die sich mir jetzt stellt ist, wie gut bzw. gewöhnungsbedürftig ist die Bifokalbrille im restlichen Alltag? Oder fängt jetzt das lästige Brillenwechseln wieder an. Die eine bei den Bienen und eine zweite für die übrige Zeit?

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Ralph,

    deinen Aussagen nach lässt vermuten, dass du deine Gleitsichtbrille schon längere Zeit besitzt, also die Gläser in der Nähe etwas zu schwach geworden und du deshalb kleinere Dinge nicht mehr richtig erkennen kannst.

    Wenn die Gläser die erforderliche Stärke und Qualität haben, korrekt angepasst und die Eingewöhnung abgeschlossen ist, tauchen solche Probleme mit Sicherheit nicht mehr auf.

    Mit der Lesebrille wird nur ein kleiner Nahbereich scharf gesehen, mit der Bifokalbrille fehlen die Zwischenentfernungen und das ist bei der Stockkontrolle ebenfalls von Nachteil.

    Meine Gleitsichtbrille erfüllt die oben erwähnten Voraussetzungen und beschert mir im täglichen Leben in 99,9% einen hervorragenden Durchblick

    und ich könnte mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen.


    Gruß

    Hermann

  • Ich habe auch eine Gleitsichtbrille seit letztem Jahr. In der Nähe ist sie aber sehr schwach.

    Die Stifte erkenne ich aber ohne Brille und nah vor der Nase am Besten.

    Mit Gleitsichtbrille habe ich da auch meine Probleme. Ist wahrscheinlich auch nicht für eine Entfernung von 25 cm gemacht.

    Deshalb finde ich die Idee von Ralph gut.

    Was kostet denn sowas als "Kassengestell" ca.?

  • Ich habe aus selbigem Grund seit drei Jahren eine ausdrückliche Bienenbrille. Ich bin relativ kurzsichtig (-5,0) und werde zunehmend altersweitsichtig. Meine Wunschspezifikationen wurden nach etwas Nachdenken vom Apollo-Optiker wunderbar umgesetzt: Auf 20-25 cm Entfernung superscharf ganzflächig in leichter Vergrößerung. Billigstes Gestell und einfache Gläser ohne Schnickschnack kosteten 3-4 Gläser Honig. Die Brille liegt in meinem Korb für Bienengedöns und wird nur bei den Bienen eingesetzt. Meine Füße kann ich mit der Brille schon nicht mehr scharf sehen, aber fürs Rumlaufen ohne Stolpern und Utensilien finden reicht es noch.

    Nächstes Imkerforumstreffen am 26-28.3.2021 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda!

  • Ich finde, es lohnt sich, zum Optiker zu gehen. Erstens kann man durchaus etwas optimieren zwecks Vergrößerung. Zweitens kann man sich die Bügel so biegen lassen, dass die Brille auch auf der verschwitzten Nase bleibt, wenn man länger mit geneigtem Kopf nach unten guckt.

    Großflächige Sicht war mir auch wichtig. Ich habe das Wabenformat Zander 1,5, das scanne ich lieber per Augenbewegung als per Rumheben.


    SpectrumP : Nee, älter und weitsichtig werden wir alle (hoffentlich!), da müssen dann eben Lösungen her.

    Nächstes Imkerforumstreffen am 26-28.3.2021 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda!

  • Möglicherweise haben auch andere das Problem, dass feine Strukturen wie z.B. Stifte in dunklen Zellen schlecht zu sehen sind.

    Ich habe bisher an den Bienen mit einer Gleitsichtbrille gearbeitet. Die Inspektion der Waben gestaltete sich als sehr anstrengend und Stifte und jüngste Brut waren kaum zu erkennen. Mit einer Lesebrille konnte ich aber die Strukturen gut sehen, jedoch war auch damit das Arbeiten nicht möglich, da die geöffnete Beute vor den Augen verschwamm. Es fiel mir aber auf, dass schwarze Schrift auf weißem Grund mit der Lesebrille viel kontrastreicher war als mit der Gleitsichtbrille. Mit der Lesebrille war der Kontrast knallig, mit der Gleitsichtbrille eher grau in grau.

    Deshalb bestellte ich ein Bifokalbrille mit den Scharf-Entfernungen 25cm/100cm.

    Danke Ralph, dass Du das Problem benennst. Geht mir ähnlich, obwohl die Gleitsichtbrille funktioniert - jedoch nicht immer optimal: man muss schon genau im entsprechenden Entfernungsfeld sein, um es scharf zu sehen. Insofern sind die Tips für eine bifokale "Bienenbrille" hilfreich. Da muss ich mal zum Optiker dackeln ...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Ja, die kleinen Stifte (v.a. wenn sie noch stehen) in den dunklen Zellen bei stets zuwenig Licht...

    Auch ich dachte mir zu helfen mit einer klappbaren Vorsetzlupe vor die Brille. Nicht so einfach wie gedacht -> ich muß damit sehr nahe an die Wabe heran -> entweder Atemluft anhalten oder Bienen reizen -> ich benutze sie nur noch im Ausnahmefall...

  • Bei 25cm stört mich der Schleier nicht, das habe ich ausprobiert. Außerdem gleichen selbst alte Augen noch etwas aus. Bis zu ca. 35cm kann ich mit der Bifokalbrille auch noch scharf sehen. Ab ca. 60cm-200cm kann ich mit dem oberen Bereich scharf sehen.

    Ob meine Gleitsichtbrille nicht mehr angepasst ist? Sie ist es, mein Sehvermögen ist lt. Messung praktisch unverändert. Physikalische Erklärung des Effekts: Die Gleitsichtbrille ist astigmatisch, wodurch viel vom eingefangenen Licht in das Streulicht geht statt in die Abbildung. Daher wird Schwarz aufgehellt und Weiß abgedunkelt, was zu Grau-in-Grau führt. Außerdem stört sehr, wie schon benannt, dass die Gleitsichtbrille keine flächige Schärfe bietet, nicht horizontal und schon aus Prinzip auch nicht vertikal.

    Für die Verwendung der Bifokalbrille im Alltag ist sie nicht gedacht. Ich werde sie nur bei der Arbeit an den Völkern, beim Zeichnen von Königinnen und zum Umlarven nutzen, darüber hinaus auch zum Lesen und am Computer. Im allgemeinen Umfeld braucht man auch eine Schärfe für weite Entfernungen. Da ist eine Gleitsichtbrille besser.

    Gruß Ralph

  • Ich finde, es lohnt sich, zum Optiker zu gehen.

    Stimmt, das lohnt sich auf jeden Fall.

    Ich hab auch ein paar billige Notbrillen ohne Zylinder auf Lager. Unter anderem auch eine Bifocal Sonnenbrille. Dachte, das wäre toll zum Autofahren, um die Amatur besser zu sehen. Was am meisten nervt, sind aber die Spiegelungen!

    Wenn man entspiegelte Brillen vom Optiker kennt, will man sowas nicht mehr aufsetzen, mal ganz davon abgesehen, das mit dem richtigen Zylinder und unterschiedlichen Werten pro Auge nochmal eine ganz andere Qualität dazu kommt.

    Ich benutze 4 verschieden starke Brillen im Alltag, keine Gleitsichtbrille, mir ist eine gleichmäßige Gesamtschärfe im Sehfeld ohne Kopfverdrehen wichtiger.

    Zum Imkern nehme ich eine Brille, die auf PC- Entfernung optimiert wurde. Damit ist der gesamte Nahbereich von 30cm bis 2m für mich gestochen scharf. Trotzdem ist noch eine große Lupe in meiner Imkerkiste, die ich benutze, um nach Stiften zu sehen. Nur zum Umlarven brauche ich eine noch stärkere Brille zusätzlich, da hab ich eine einfache +4 Aschenbecherglasbrille extra dafür:eek:... sozusagen eine Doppellupe.